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Enthüllungsbuch über Gazprom: Ein Konzern wird zur Machtmaschine

dpaEine unheimliche Macht, mitten unter uns: Der russische Energieriese Gazprom versucht im deutschen Markt Fuß zu fassen. Ausgerechnet jetzt veröffentlicht der Journalist Jürgen Roth sein Buch über den Staatskonzern. Eine ziemlich haarsträubende Lektüre.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...829274,00.html
  1. #10

    Zitat von eugen_onegin Beitrag anzeigen
    Ich würde es nicht so polemisch sehen, dass in diversen Büchern alles etwas überspitzt und überzogen dargestellt wird ist ja bekannt. Sonst liest diese Bücher ja keiner. Lies mal „Weltmacht ohne Skrupel“ von John Perkins wie USA die ganze Welt und vor allem die Entwicklungsländer ausbeuten. Mit Sicherheit ist da was wahres dran, aber zum größten Teil schwarz-weiß Malerei. Dass jeder eigene Vorteile ausnutzt ist nichts neues, das wird immer so bleiben. Dass tun wir (EU, NATO, u.s.w.) auch, und sehr oft mit moralisch sehr bedenklichen Mitteln. Auch die Panzer und Raketen der Sowjets haben bei weitem nicht so viel Schaden eingerichtet wie die der USA bzw. NATO (Japan, Vietnam, Kambodscha, Irak, Libyen und das ist nur eine kleine Auswahl). Man sollte die Welt nicht immer in Böse und Gut aufteilen. Auch unter „Guten“ gibt es viele Bösen und umgekehrt.
    Mit dieser Methode, kann man alles in Grund und Boden relativieren.
  2. #11

    Zeithorizont

    Zitat von linkslibero Beitrag anzeigen
    Araber und Norweger haben in den letzten 20 Jahren niemandem den Öl- oder Gashahn zugedreht, schon gar nicht, weil ihnen die außenpolitische Orientierung ihrer Kunden nicht gepaßt hätte. Die Russen haben seit dem Ende der Sowjetunion genau das in mehr als einem Dutzend von Fällen getan. Putin fährt nach Bulgarien und erklärt der dortigen Regierung, daß wenn Gasprom nicht investieren dürfe in Bulgarien, dann werde im Winter das Gas abgestellt. Nicht auch nur annähernd Ähnliches haben sich Norweger oder Araber jemals erlaubt. Das ist das Alleinstellungsmerkmal des Putinismus.
    Gut, dass Sie Ihren Zeithorizont beschränken, sonst hätten Sie ja die Ölkrise erwähnen müssen. Auch ist natürlich nicht erwähnenswert, dass die Sowjetunion während des Kalten Krieges immer ein zuverlässiger Lieferant gewesen ist. Auch das zweifelhafte Verhalten der Ukraine während der Herrschaft der "Orangenen" möchten Sie natürlich nicht thematisieren..Bei aller Kritik an Russland und hier im besonderen Gazprom ist es wenig hilfreich, sich hier weiter als Kalter Krieger zu gerieren, das wirkt nur unglaubwürdig.
  3. #12

    Machtmaschine in D

    In Italien werden solche Organisationen als "ehrenwerte Gesellschaft" bezeichnet. In D: Gerhard Schröder, der Erfinder des Hartz4-Wahns. Der Retter Deutschlands.
  4. #13

    so ähnlich

    Zitat von dilinger Beitrag anzeigen
    Mit dieser Methode, kann man alles in Grund und Boden relativieren.
    Das ist die Methode, mit der der virtuelle Arm des Kreml arbeitet.

    In Russland geht die Opposition davon aus, dass die prorussischen Blogger Teil eines organisierten Apparats sind. Das Moskauer "Zentrum für Journalismus in Extremsituationen" veröffentlichte bereits 2003 einen Bericht, in der sie die These vertrat, dass die kremltreuen Stimmen im Internet offenbar oftmals vom Geheimdienst gesteuert und regelrechte "Brigaden" am Werk seien.
    Die drei Autoren der Studie "Das virtuelle Auge des großen Bruders" untersuchte Indizien wie Semantik, Verlauf und technische Details der Einträge. Ihr Fazit: Die Wortwahl und Stilistik der einzelnen Einträge stimmen weitgehend überein, zudem sei das Strickmuster der Kommentare meist ähnlich.
    Die Verurteilung von jeder Kritik als Werk des "Feindes", eine militarisierte, oft obszöne Sprache, die persönliche Diffamierung von Widersachern, die Anwendung von Propagandamethoden wie das sofortige Ablenken von wirklich heiklen Themen sowie Chauvinismus und eine sehr spezifische Gedankenwelt zeigten, dass die Verfasser in allen Foren identische Methoden der Beeinflussung nutzen. Der KGB, die UdSSR und Putin werden, so die Autoren, um jeden Preis verteidigt. Die "ideologische Brigade" sei rund um die Uhr am Werk, auch liberale Einträge in den Nachtstunden würden sofort erwidert.
    - taz.de
  5. #14

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine ziemlich haarsträubende Lektüre.
    Haarsträubend ist vor allem, dass wir mit so einem Konzern/Land/Staatschef Geschäfte machen.
  6. #15

    Und wann sind RWE/DT/SIEMENS/... dran?

    Auch eine unheimliche Macht, und zwar nicht nur mitten unter uns, sondern gar "unsere eigene"...

    Achso, keine Enthüllungsbücher, weil (!) unsere. Wer hätte das gedacht.
  7. #16

    Demonisierung

    Zitat von linkslibero Beitrag anzeigen
    Das ist die Methode, mit der der virtuelle Arm des Kreml arbeitet.

    In Russland geht die Opposition davon aus, dass die prorussischen Blogger Teil eines organisierten Apparats sind. Das Moskauer "Zentrum für Journalismus in Extremsituationen" veröffentlichte bereits 2003 einen Bericht, in der sie die These vertrat, dass die kremltreuen Stimmen im Internet offenbar oftmals vom Geheimdienst gesteuert und regelrechte "Brigaden" am Werk seien.
    Die drei Autoren der Studie "Das virtuelle Auge des großen Bruders" untersuchte Indizien wie Semantik, Verlauf und technische Details der Einträge. Ihr Fazit: Die Wortwahl und Stilistik der einzelnen Einträge stimmen weitgehend überein, zudem sei das Strickmuster der Kommentare meist ähnlich.
    Die Verurteilung von jeder Kritik als Werk des "Feindes", eine militarisierte, oft obszöne Sprache, die persönliche Diffamierung von Widersachern, die Anwendung von Propagandamethoden wie das sofortige Ablenken von wirklich heiklen Themen sowie Chauvinismus und eine sehr spezifische Gedankenwelt zeigten, dass die Verfasser in allen Foren identische Methoden der Beeinflussung nutzen. Der KGB, die UdSSR und Putin werden, so die Autoren, um jeden Preis verteidigt. Die "ideologische Brigade" sei rund um die Uhr am Werk, auch liberale Einträge in den Nachtstunden würden sofort erwidert.
    - taz.de
    Glauben Sie mir nicht jeder der andere Meinung hat, ist gleich verlängerter Arm des Kremls oder gehört zu Ideologischen Brigaden. Denken Sie etwas differenzierter, es gibt nicht nur gut und böse, schwarz und weiß. Es gibt viel dazwischen, und unsere Ideologie ist nicht Weisheit letzter Schluss.
  8. #17

    Na und?

    Wer die Internationalisierung will, bekommt die Internationalisierung.

    Wer die Atomkraft abschaltete, wird zwangsläufig von den Öl- und Gas-Lieferanten abhängig, Egal, ob die in Russland, Brasilien, Saudi-Arabien oder im Iran sitzen.
  9. #18

    Ach die Moralapostel

    Glaubt einer der Kritiker das die andren grossen Konzerne reine Gentleman Firmen sind. Schauen Sie sich doch das Verhalten der ganz Grossen 4 an. Wer glaubt, das da nicht auch der Staat von den unter Druck gesetzt wird. Aber die sind ja Privat. Wenn in GB BP etwas durchsetzen will, dann passiert das auch ohne mafioese Strukturen. Wenn es BP schlecht geht dann ist das Pensionssystem in GB krank. Hier kommt doch wieder dieses duemmliche RUSSIA BASHING zum Ausdruck. Nur weil der ach so korruptionsfreie Westen den Privaten das Feld ueberlaesst ist Ehrlichkeit angersagt. Wer so einen Quatsch glaubt , weiteren Kommentar dazu verkneife ich mir.
  10. #19

    Also wirklich auf Gas setzen?

    Denn das ist auch der unheimliche Haken an der ganzen Energie-Wende-Politik: So wie es aussieht, wird der jetzt schon massive Anteil von Gas am Energiemix durch den Einsatz in der Stromerzeugung nicht nur massiv ansteigen, sondern uns gleichzeitig in eine ganz neue Qualität der Abhängigkeit (von Oligarchen und auch netten Diktatoren) bringen.

    Eines darf man nämlich nicht vergessen: Selbst wenn wir heute Kohle in China kaufen oder in Australien - zur Not haben wir immer noch genug hier, um bei zu hohen Preisen eben selber die Versorgung zu sichern.

    Das sieht bei Gas ein wenig anders aus. Unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit ist ein Ersetzen von Kohlekraftwerken durch Gaskraftwerke also offensichtlicher Wahnsinn.

    P.S.: Verschwörungstheoretiker könnte ja jetzt eigentlich folgern, dass man bei einer stark auf Gas setzenden Energiepolitik auch mal Cui bono fragen darf (genau wie bei AKWs) - und als Antwort wohl neben Solarfirmen/Investoren vor allem Gazprom und Co. erhält.

    Aber wie uns Herr Schröder ja schon eindrucksvoll bewiesen hat, wird aus dieser Richtung vergleichsweise natürlich überhaupt gar keine Lobbyarbeit betrieben.








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