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Englische Uni-Reform: Parlament verdreifacht Gebühren für Studenten

Die wochenlangen Proteste von Schülern und Studenten haben nichts genutzt: Das britische Unterhaus hat die Erhöhung der Studiengebühren auf bis zu 9000 Pfund im Jahr beschlossen. In ganz England gab es Demos -*die Gegner wollen das Gesetz wieder kippen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...733822,00.html
  1. #100

    Tja so wie Bertelsmann-Verlag es möchte. Der Autor ist auch wieder einer der Leute für die Geistigearbeit keine Arbeit ist. Die Realität sieht anders aus: 300 Seiten Text pro Woche keine seltenheit (nur Pflichtlektüre kein Selbststudium) dazu noch Selbststudiumzeit pro Woche nochmal 20 Std mind. dazu kommen bzw. kamen dann noch für jede Vorlesung eine Klausur und für jedes Seminar eine mind. 10 S. umfassende Hausarbeit. Also das Lotterleben des Studenten ist ein Märchen und ich habe Vergleichswerte sowohl aus verschiedenen deutschen, englischen, dänischen, schwedischen und schweizerischen Unis überall sind die Bedingungen gleich.
  2. #101

    Nachweis

    Zitat von t.h.wolff Beitrag anzeigen
    Alternativlos. Jaja, diese Vokabel kennen wir aus dem marktliberalen Reformdiskurs mittlerweile zu Genüge und sie hat einen schalen Klang bekommen.
    Vor allem, weil sie den _Beweis_ erbringt, dass der Äußerer dieser Floskel sein Gehirn keine Millisekunde lang aktivierte, bevor er (oder sie) sprach.

    Von einer Physikerin erwarte ich zu wissen, dass es zu jeder (sic! wirklich jeder!) Aktion _mindestens_ eine Alternative gibt. Immer und jedes Mal. Nämlich: Die Unterlassung der Aktion.
    Diese Alternative mag nicht immer erstrebenswert sein. Aber sie _ist_ zweifellos eine Alternative, somit existiert immer und jedes Mal eine Alternative...
  3. #102

    Titel

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Von einer Physikerin erwarte ich zu wissen, dass es zu jeder (sic! wirklich jeder!) Aktion _mindestens_ eine Alternative gibt. Immer und jedes Mal. Nämlich: Die Unterlassung der Aktion.
    Diese Alternative mag nicht immer erstrebenswert sein. Aber sie _ist_ zweifellos eine Alternative, somit existiert immer und jedes Mal eine Alternative...
    Oder die Politik ist so abhängig, dass die Profiteure von bestimmten Entscheidungen unmissverständlich äußern können, dass es eben keine Alternative gibt auch nicht das Unterlassen.
  4. #103

    ...ich habe bloß und der Andere hat gleich...

    Zitat von eikfier Beitrag anzeigen
    ...wieso das denn? Friedliche Demonstranten schütz unsere und auch die britische Polizei sogar und in Berlin ist sie inzwischen sogar deutlich individuell gekennzeichnet, und spritzt sie nicht ohne trifftigen Grund naß, schon vergessen?
    ...ja, diese Argumentations-taktik hat mir mein Vater schon als 6-jährigem ausgetrieben als er sich darüber wunderte, daß mir nichts fehlte und mein Kontrahent aus einer Kopfplatzwunde blutete:" ...der Andere hat gleich und ich habe bloß, Papa....!"
  5. #104

    ...Streik-Elite

    Zitat von heiko1977 Beitrag anzeigen
    Tja so wie Bertelsmann-Verlag es möchte. Der Autor ist auch wieder einer der Leute für die Geistigearbeit keine Arbeit ist. Die Realität sieht anders aus: 300 Seiten Text pro Woche keine seltenheit (nur Pflichtlektüre kein Selbststudium) dazu noch Selbststudiumzeit pro Woche nochmal 20 Std mind. dazu kommen bzw. kamen dann noch für jede Vorlesung eine Klausur und für jedes Seminar eine mind. 10 S. umfassende Hausarbeit. Also das Lotterleben des Studenten ist ein Märchen und ich habe Vergleichswerte sowohl aus verschiedenen deutschen, englischen, dänischen, schwedischen und schweizerischen Unis überall sind die Bedingungen gleich.
    ...irgendwie können einen die heutigen Studenten teilweise schon dauern, weil sie nämlich treuherzig und von Sozis und Sozialisten darin auch noch wahltaktisch immer wieder unredlich unterstützt, der Meinung sind, mit der Immatrikulationsurkunde auch die BEFÄHIGUNG und das ANRECHT für den Erfolg im gewählten Beruf zu haben.
    Daß Talent noch immer die halbe Miete ist, gilt ja schon fast als Obszönität oder zumindest als Zynismus.

    Zu Ernst Rowohlts Zeiten war das z.B. bekanntlich so, er las sich das vorgelegte Manuskript nur selten ganz und meist auch kaum diagonal durch, sondern unterhielt sich mit seinen Autoren, klopfte sich dann die zur Rolle gedrehten Seiten an den Hinterkopf und dann ging die Sache in Druck oder eben nicht.
    Kein Einspruchsrecht, keine Gewerkschaft, kein Betriebsrat, aber ein sehr erfolgreicher Verlag.
    Als Gerhard Schröder, nee, nicht DER, sondern unser langjähriger und begabter Außenmiister mit dem neumodschen Aktenköfferchen unter Adenauer, sein Amt an Willy Brand übergab, tat er dies mit dem Rat, bloß ja nicht alles zu lesen, denn, wenn etwas wichtig wäre und stinke, würde er das schon ohne viel Aufwand bald merken usw.usw.
    Der Olle Fritz verlangte bekanntlich:" ...meine soldats oder officiers müssen fortune haben!".
    Nur heute, da ist Begabung fast nur hinderlich, entsprechend überfordert sind dann auch unsere meisten Studenten, nur nicht beim eingebildete Rechte einfordern, da sind sie wieder ganz vorne...und die Besten, Flexiblen und Risikobereiten gehen dann leider meist in´s Ausland, aber die Streik-Elite, die bleibt uns erhalten...
  6. #105

    keine Fachkräfte und dann Lohndumping

    Zitat von Realo Beitrag anzeigen
    Tock, tock, tock, die spinnen die Briten !

    Wer macht dann noch seinen Dr. in Chemie ?
    Mal als Beispiel für eine lange Studienzeit.
    Wieviele müssen jetzt ihr Studium abbrechen ?
    Gibt es da Zahlen ?

    Das geht nicht gut, wird für England in einem "brain drain" enden.....
    Was für eine dumme, kurzfristige Politik !
    Keine Angst, England wird nicht so enden.
    England wird seine Fachkräfte aus Asien, Afrika oder Osteuropa holen, die sind anspruchloser und billiger.
    So funktioniert Lohndumping.
  7. #106

    Bildung gibt es nicht zum Nulltarif.

    Zitat von Rainer Daeschler Beitrag anzeigen
    Großbritannien zeigt, wo die Reise hin geht. Studenten zahlen in Deutschland nicht 600 € im Jahr, sondern im Semester. Es sind also 2 X 500 Euro im Jahr Studiengebühren und 2 X 100-200 € im Jahr Semestergebühren.

    Ich bin gespannt, wann die erste deutsche Universität sich "prekariatsfrei" meldet. Die Britischen wollen ihnen zuvorkommen.
    In Deutschland muß man die Studien- und Semestergebühren im Voraus zahlen, In England erst dann, wenn man Erfolgreich im Job ist. Das ist ein Unterschied!

    Die Labour-Opposition verdammte die Reform in Bausch und Bogen - dabei hatte Tony Blair einst die Studiengebühren eingeführt. Der heutige Tag bedeute das Ende der staatlichen Finanzierung für die meisten Uni-Abschlüsse, sagte Labours wirtschaftspolitischer Sprecher John Denham im Unterhaus. Künftig entscheide nur noch der Markt, was gelehrt werde. Die Aussicht auf riesige Schulden werde obendrein Kinder aus ärmeren Familien vom Studieren abhalten.
    Nicht Margaret Thatcher hat die Studiengebühren eingeführt, sondern Toni Blair.
    Aber das hat Labour schon wieder vergessen.
  8. #107

    Studiengebühren

    Zitat von Ridcully Beitrag anzeigen
    werden nachträglich Studiengebühren fällig. Möglicherweise ja auch nach Einkommen gestaffelt oder so. Finde ich eigentlich gar nicht sooooo schlimm. Immerhin werden die Unis auch von denen bezahlt, die ihren Lebtag nie 30.000 Euro/Jahr verdienen werden. Nachgelagerte Solidarität. Eigentlich gar nicht dumm. Also regen sich jetzt Studenten auf, dass sie, falls sie halbwegs gut verdienen werden (genau habe ich's auf die Schnelle nicht gefunden, das ø-Jahreseinkommen liegt wohl so 10% unter dem deutschen) - und eben erst dann - der Gesellschaft etwas für den Aufwand, ihnen das Gutverdienen zu ermöglichen, zurückgeben sollen ...
    Warum soll ich der Bevölkerung etwas von dem zurückgeben, was sie für mich getan hat?

    Zitat von bex Beitrag anzeigen
    Hat einer von den Vorpostern auch den Artikel gelesen oder wird sich da einfach mal der Frust von der Seele geschrieben? In GB muss man laut dem Artikel erst nach dem Studium die Studiengebühren bezahlen, was wesentlich sozialverträglicher ist als es in Deutschland geregelt ist.
    Sowas wird gerne übersehen!
    Hier wird so getan, als ob jeder Student die volle Summe im Voraus bezahlen müßte.

    Zitat von reflexxion Beitrag anzeigen
    deutsche Studenten wissen das hiesige praktisch kostenlose Angebot einfach nicht zu schätzen, nur mal so vorweg gesagt.
    Dem kann ich nur voll zustimmen! Es wird als Gottgegeben hingenommen.

    Zitat von dichterDichter Beitrag anzeigen
    Es wäre ja alles im Lot wenn man in Deutschland ein zinsloses Darlehn bekommen könnte, sozusagen ein Bafög das man zu 100% zurückzahlt. Damit wären die Schulden überschaubar.
    Zu den deutschen Studiengebühren nochmals:
    ich bin Student, finde das zwar hoch aber wenn man manche Leute sieht die um die 500€ weinen, aber mit nem Starbucksbecher protestieren gehen, habe ich kein Mitleid.
    Es geht uns allen sowieso zu gut.
    Warum soll ich für etwas bezahlen was mir für umsonst zusteht? Die Bevölkerung hat nun mal die verdammte Pflicht, mein Studium zu finanzieren!
  9. #108

    wo liegt der Unterschied ?.................

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die wochenlangen Proteste von Schülern und Studenten haben nichts genutzt: Das britische Unterhaus hat die Erhöhung der Studiengebühren auf bis zu 9000 Pfund im Jahr beschlossen. In ganz England gab es Demos -*die Gegner wollen das Gesetz wieder kippen.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...733822,00.html
    Reaktionäre, Volksverhetzer, Volksverräter, kapitalistische handlanger, so wurden gegen Diktatur protestierende Studenten vor 30-40 Jahren in meine Heimat genannt, das wahr nicht wahr!!, wir waren keine Reaktionäre, Volksverhetzer, Volksverräter, kapitalistische handlanger, wir wollten nur respektiert werden und nicht bevormundet, frei lernen und leben, und dass es auch die studieren konnten die es arm waren und nicht grabe Kinder von Parteibonzen oder Reichen (die gab es auch dort).Heute protestierende Studenten nennt man Wutendemob, Gewebebreitetäter und das angeblich in freien und demokratischen Westen. Wiesen sie wo liegt der Unterschied von damals und heute? es war nicht so abschätzig erniedrigend unwürdig einfach verachtend! Trotz allen waren wir Menschen und Studenten und nicht MOB!!!
  10. #109

    Zitat von eikfier Beitrag anzeigen
    ...irgendwie können einen die heutigen Studenten teilweise schon dauern, weil sie nämlich treuherzig und von Sozis und Sozialisten darin auch noch wahltaktisch immer wieder unredlich unterstützt, der Meinung sind, mit der Immatrikulationsurkunde auch die BEFÄHIGUNG und das ANRECHT für den Erfolg im gewählten Beruf zu haben.
    Daß Talent noch immer die halbe Miete ist, gilt ja schon fast als Obszönität oder zumindest als Zynismus....
    Oh ja noch mehr pseudo Talente vielleicht kann man dies auuch noch in einer Samstagabendshow vermarkten für einen Privatsender. Nun ernsthaft noch mehr vermeintliche "Talente" brauchen wir wirklich nicht in der Republik lieber mehr Leute, die ein fundiertes Wissen haben und nicht ein Halbwissen. Leute mit Halb- bis gar kein Wissen tummeln sich doch bereits reichlich hier am Stammtisch des 21. Jahrhunderts herum.
    Zitat von eikfier Beitrag anzeigen
    ...
    Als Gerhard Schröder, ...
    Nu der brauchte auch nicht viel denken da er wie auch seine Kollegen vorher die Weisungen für die Außenpolitik aus Washington bekam, da reicht wirklich nur die Depeschen aus Washington zu lesen.
    Zitat von eikfier Beitrag anzeigen
    ...
    Nur heute, da ist Begabung fast nur hinderlich, entsprechend überfordert sind dann auch unsere meisten Studenten, nur nicht beim eingebildete Rechte einfordern, da sind sie wieder ganz vorne...und die Besten, Flexiblen und Risikobereiten gehen dann leider meist in´s Ausland, aber die Streik-Elite, die bleibt uns erhalten...
    Na da frag ich mich wie doch so eine Begabung bei einem Juristen aussieht, lernt dieser dann die gesetzestexte im Schlaf? ;)
    Sie sind schon ne Nummer! :)








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