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Energiewende: Lobbyisten ziehen in die Zahlenschlacht

Wie teuer wird der Atomausstieg? Auf diese Frage kursieren derzeit Dutzende Antworten. Energie-, Industrie- und Ökolobbyisten rechnen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt. Zeit für eine nüchterne Bestandsaufnahme.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...757679,00.html
  1. #10

    Wie teuer wäre eine Versicherung gegen alle GAU-Schäden?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie teuer wird der Atomausstieg? Auf diese Frage kursieren derzeit Dutzende Antworten.
    Wie teuer wäre Strom wohl, wenn der Strompreis die Kosten einer allumfassenden Versicherung für die Folgen eines GAUs irgendeines deutschen AKWs enthalten würde? (Meines Wissens haften AKW - Betreiber gerade einmal mit völlig lächerlichen 2,5 Milliarden Euro).

    Abgesehen davon, dass kein Versicherer der Welt ein derartiges Risiko tragen kann, weil er solche Summen, die beispielsweise eine Verstrahlung und Evakuierung des Rhein-Mein Gebietes kosten würde, niemals stemmen könnte, wäre Strom mit einer solchen Prämie, wie sie jeder Hersteller eines anderen Produktes einkalkulieren muss, tatsächlich unbezahlbar.

    Wie lächerlich erscheint hierzu die Debatte über die paar Cent, die Strom aus regenerativen und völlig risikolosen Energien teurer ist!
  2. #11

    Das

    Zitat von Subco1979 Beitrag anzeigen
    Es wird immer die Frage gestellt: Wie viel kostet der Atom-Ausstieg?

    Die Frage sollte eher lautet: Was kostet uns der Nicht-Atom-Ausstieg?
    ...würde mich auch interessieren!
  3. #12

    Auch wenns nicht ganz

    hier rein passt.Ich habe heute folgenden interessante Nachricht gelesen. Dem sollte man wirklich Beachtung schenken.
    Mirko Hannemann und seinem Team ist da glaub ich ohne zweifel was Großes gelungen. Wobei es letztes Jahr noch belächelt wurde,jetzt hier die Bestätigung vom Bundesamt für Materialgutachten und der Dekra.

    http://www.hzwei.info/blog/2011/04/0...besteht-tests/
  4. #13

    Danke

    Danke du ach so neutraler Spiegel für deine "nüchterne" Bestandsaufnahme. Jetzt sollen alle doch mal die paar Sätzlein eines Journalisten lesen, die er sich in den paar Tagen über ein hochkomplexes Thema zusammengereimt hat.

    Der Spiegel weiß doch immer Bescheid und ist dabei auch noch so nüchtern und neutral. Das erkennt man vor allem an der nüchternen Sprache. Da strahlen Atomkraftwerke vor sich hin, da mischen Ökonomen mit, da tobt eine erbitterte Lobbyschlacht. Es ist zum lachen!
    Selbstgerecht ist glaube ich noch zu harmlos für diese Haltung.
  5. #14

    eigentlich schade

    das bei so einem wichtigen thema nicht die positiven seiten gesehen werden...immer nur "was kostet das alles?" und "das licht geht aus!!!" und "der technologie standort ist in gefahr"...eigentlich zum kotzen.

    keiner sieht die chancen auch global eine vorreiter rolle zu übernehmen...wieviel prozent von meinem strompreis sind denn als rücklage für neue investitionen gedacht gewesen? wo ist das hin? warum werden die unternehmer nicht per gesetzt dazu verpflichtet für den zeitraum von sagen wir 15 jahren 60% ihrer gewinne in das projekt zu investieren...klar das die kein interesse haben, wir haben ja gelernt das sich mit alten und abgeschriebenen anlagen am meisten geld verdienen lässt...jetzt schreien erst mal alle laut nach dem staat...der solls bezahlen und wir verdienen solange tüchtig mit den altanlagen und wenn dann die neuen anlagen stehen (BEZAHLT VOM STAAT/BUERGER) dann machen wir mit denen halt unsere gewinne...erinnert irgendwie an die bankenrettung...STAAT RETTET - BAENKER KASSIERT BONI ... es ist doch immer das gleiche
  6. #15

    Zementwerke brauchen zwar sehr viel Energie, jedoch relativ wenig elektrische Energie, sondern Heizenergie in Form von Kohle, Gas, Mineralölprodukten oder Ersatzbrennstoffe aus Abfällen. Der Vergleich der Zementherstellung mit der Aluminiumherstellung hinkt nicht nur, er ist idiotisch!
    Die deutsche Zementindustrie gewinnt die rforderliche Heizenergie zu etwa 60 % aus Abfällen. In anderen Ländern mit schlecht ausgebildeter Abfallverwertungsinfrastrukturen ligt dieser Prozentsatz wesentlich niedriger. Aber auch dort wird Zement nicht mit Strom gemacht.
    Zum Ausstiegszenario: Bedauerlich ist, dass insbesondere die Politik in Person von Herrn Röttgen wohl in einem Wolkenkuckucksheim lebt, wie bei der letzten Diskussion bei Frau Illner ganz deutlich wurde.
    Da eben in Deutschland insbesondere die Dauer der Genehmigungsverfahren unkalkulierbar geworden sind, lassen sich derzeit auch keine seriösen Kostenschätzungen abgeben, denn sollten z.B. künftig Hochspannungsleitungen nur noch unterirdisch verlegt werden dürfen, dann sind alle heutigen Kostenschätzungen Makulatur.
    Ich arbeitete in den vergangenen 2 Jahren einige Monate in Bagalore/Indien. Dort war und ist es üblich, dass täglich (!) der Strom für einige Stunden ausfällt. Man konnte dies auch hören, da in den Geschäftshäusern dann Dieselaggregate ansprangen.

    Ich stelle mich jedenfalls auf Stromsperren für Privathaushalte ein, da die Wirtschaft eindeutigen Vorrang bei der Stromversorgung haben wird. Also: Im Keller wird ein Dieselaggregat installiert!

    Von wegen Technologievorsprung: Den erhoffte man sich auch bei der deutschen Anfallverbrennungstechnologie. Das blöde ist nur, dass niemand in der Welt diese zwar hocheffiziente aber sehr teuere Technologie haben möchte!
  7. #16

    Jeder rechnet falsch, nur SpON nicht

    Is' klar, SpON, die ganzen Lobbyisten und Industrieverbände sowie der VIK als Verband verbrauchsintensiver Industrien rechnen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt, nur das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik hat den Durchblick, und deswegen wird deren Rechnung als einzige schon stimmen. Der Fairness halber hätte man vielleicht nochmal beim Kernforschungszentrum Jülich nachfragen sollen, was deren Kostenprognose ist.
  8. #17

    rein volkswirtschaftlich würde das nichts ändern

    Zitat von meckeronkel Beitrag anzeigen
    Wie teuer wäre Strom wohl, wenn der Strompreis die Kosten einer allumfassenden Versicherung für die Folgen eines GAUs irgendeines deutschen AKWs enthalten würde? (Meines Wissens haften AKW - Betreiber gerade einmal mit völlig lächerlichen 2,5 Milliarden Euro).

    Abgesehen davon, dass kein Versicherer der Welt ein derartiges Risiko tragen kann, weil er solche Summen, die beispielsweise eine Verstrahlung und Evakuierung des Rhein-Mein Gebietes kosten würde, niemals stemmen könnte, wäre Strom mit einer solchen Prämie, wie sie jeder Hersteller eines anderen Produktes einkalkulieren muss, tatsächlich unbezahlbar.

    Wie lächerlich erscheint hierzu die Debatte über die paar Cent, die Strom aus regenerativen und völlig risikolosen Energien teurer ist!
    (Sofern kein Gau passiert) Im Gegensatz dazu ist der Umstieg auf alternative Energiequellen volkswirtschaftlich gesehen mit zusätzlichen Kosten verbunden.
  9. #18

    ...

    Zitat von meckeronkel Beitrag anzeigen
    Wie teuer wäre Strom wohl, wenn der Strompreis die Kosten einer allumfassenden Versicherung für die Folgen eines GAUs irgendeines deutschen AKWs enthalten würde? (Meines Wissens haften AKW - Betreiber gerade einmal mit völlig lächerlichen 2,5 Milliarden Euro).

    Abgesehen davon, dass kein Versicherer der Welt ein derartiges Risiko tragen kann, weil er solche Summen, die beispielsweise eine Verstrahlung und Evakuierung des Rhein-Mein Gebietes kosten würde, niemals stemmen könnte, wäre Strom mit einer solchen Prämie, wie sie jeder Hersteller eines anderen Produktes einkalkulieren muss, tatsächlich unbezahlbar.

    Wie lächerlich erscheint hierzu die Debatte über die paar Cent, die Strom aus regenerativen und völlig risikolosen Energien teurer ist!
    Wie teuer wäre ein Küchen-, Jagd-, oder Taschenmesser, wenn der Hersteller sich gegen Regressforderungen von Hinterbliebenen einer Messerattacke absichern müßte?

    Wie teuer wäre Alkohol, wenn der Hersteller sich gegen Regressforderungen von den Angehörigen von Komasäufern absichern müßte?

    Wie teuer wären Tischtennisbälle, wenn der Hersteller sich gegen Regressforderungen von Eltern, deren Kind einen verschluckt hat versichern müßte?

    Wie teuer wäre Strom wohl, wenn sich der Erzeuger gegen den möglichen Stromschlag versichern müßte, weil der Kunde die Finger in Steckdose steckt?

    Wie teuer müßte Trinkwasser sein, wenn die Wasserwerke sich gegen Regressforderungen wegen Ertrinkens in der Badewanne, im Heimschwimmbad, dem Gartenpool oder dem Planschbecken absichern müßten...

    Und zu guter letzt: Wie teuer wäre Solar- oder Windstrom, wenn der Hersteller sich gegen Regressforderungen von Stromkunden versichern müßte, die gerade nicht beliefert werden können?

    Schon gut, daß man diese Versicherungen nicht haben muß, obwohl das eigentlich menschenverachtend ist, da die Leidtragenden nicht durch den profitgierigen Hersteller entschädigt werden, der die Risiken kennt, aber totschweigt, um ohne Rücksicht auf Verluste Geld zu scheffeln...
  10. #19

    bähhh

    Die Beschränktheit die (globale) Energiewende nur in Kostenkategorien zu denken, kotzt mich an!


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