Wie teuer wird der Atomausstieg? Auf diese Frage kursieren derzeit Dutzende Antworten. Energie-, Industrie- und Ökolobbyisten rechnen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt. Zeit für eine nüchterne Bestandsaufnahme.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...757679,00.html
OK. Argumente dafür, dass Atomstrom günstig ist:
Wenn Sie schreiben, dass in Frankreich der Strom billiger ist, als in Deutschland, ist das ein sehr gutes Argument dafür, dass Atomstrom billiger ist. IMmerhin bezieht Frankreich 80% seines Stroms aus KKW, Deutschland nur 20-30%.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernene...ern#Frankreich
Aber ich will mich hier gar nicht auf die Diskussion der verdeckten Subventionierung der Kernenergie einlassen, sondern wollte einfach nur hören, ob etwas, dass so "klar" ist, auch mit Argumenten belegt werden kann. Oder zumindest mit EINEM Argument.
Wieso fallen die Entsorgungskosten weg?
Die bleiben natürlich bestehen, ebnso die Kosten für den Rückbau der Reaktoren etc.
Die Frage ist doch aber: Warum sollen eigentlich die Verbraucher den Dreck der Stromgiganten wegräumen, bzw. dessen Entsorgung bezahlen? Die Hersteller haben Gewinne gemacht, von diesem Geld sollen sie bitteschön auch die Entsorgung des Drecks bezahlen, den sie bei der Erwitschaftung ihrer Gewinne angehäuft haben. Das ist Marktwirtschaft, kann Ihnen jeder kleine Handwerker was drüber erzählen.
(1) Ja, die Entsorgungskosten für bereits angefallenen radioaktiven Müll fallen nicht weg.
(2) Die Kosten für den Rückbau der Reaktoren tragen die Betreiber, dafür haben sie Rückstellungen gebildet.
(3) Im Grundsatz haben Sie nicht Unrecht. Aber:
(i) Die Betreiber zahlen eine Umlage für die Entsorgung. Man kann allerdings darüber streiten, ob die Umlage die tatsächlichen Kosten deckt.
(ii) Im Gegensatz zum Handwerker haben die Betreiber eine - auch wenn es inzwischen private Unternehmen sind - öffentliche Aufgaben wahrgenommen (Energieversorgung). Das wird in der Regel gefördert. Vereinfacht gesagt ist es Ende der 1950er/Anfang der 1960er so gelaufen: Es gab einen allgemeinen Konsens, in Zukunft Strom aus Kernkraftwerken zu gewinnen. Der Staat hat dies gefördert. Da - m.E. zu Recht - bezweifelt wurde, dass private Unternehmen dauerhaft für die sichere Lagerung der Abfälle sorgen können, sagte der Staat zu, die Endlagerung zu übernehmen. Allerdings sollte dies nicht zum Nulltarif geschehen, sondern die Betreiber der Anlagen sollten an den voraussichtlichen Kosten im Wege einer Umlage beteiligt werden. So ist es im Grundatz auch umgesetzt worden.
Im Prinzip ist das m.E. eine vernünftige Regelung. Das die Kosten höher waren (u.A. auch durch den immensen Aufwand, der durch den Widerstand gegen die Endlagerung verursacht wird) als vorausgesehen, kann man den Betreibern nicht vorwerfen.
(4) Man kann übrigens ebenso fragen: "Warum sollen Verbraucher (bzw. Steuerzahler) für die Subventionierung der regenerativen Energien zahlen?" Auch hier gibt es eben einen gesellschaftlichen Konsens (den auch ich teile), dass die regenerativen gefördert werden müssen. Dafür zahlen die Verbraucher. Im Prinzip ist das nicht wesentlich anders als 1960 mit der Atomkraft.
Wenn die Rücklagen wirklich noch da sind, ist ja alles in Ordnung.
Es lässt sich bestimmt vortrefflich darüber streiten, ob die Rücklagen für die Entsorgung ausreichen werden, ich persönlich möchte stark in Zweifel ziehen, daß die Rücklagen ausreichen werden, ein Endlager über mehrere 10000 Jahre in einwandfreiem Zustand, gesichert und mit Wartungs-, Pflege- und Sicherheitspersonal aus zu statten. Hinzu kommen noch Energie und Versorgungskosten, Vorstandsboni und Verwaltungswasserkopf, ohne diese Sachen geht in D nix. ;-)
Ob die Endlagerkosten höher werden, bzw. die Kosten für die Suche nach einem geeigneten Endlager, liegt wohl weniger an dem von Ihnen erwähnten Widerstand gegen den einzigen Standort, sondern eher an der Tatsache, daß es keinen sicheren Standort gibt. Salzstock ist mal sowas von (p)assè, das glauben Sie gar nicht.......
Egal, was auch kommen mag, die Kosten für Rückbau und Endlagerung/Entsorgung/Verfrachtung in's All evtl. werden auf die Stromkunden zukommen, zusätzlich zu den schon aus Prinzip steigenden Strompreisen. Der Aktionär verlangt nach Dividende, da muss der Kunde mal ne Schüppe Euronen drauflegen.
Btw. Ich habe heute im Radio (leider SWR4) eine Reportage zur Aktionärsversammlung der EnBW gehört. Sehr viele Kleinaktionäre sehen den Ausstiegausdemausstiegdesaustieges nicht gern. Und bei denen geht es um Zahlungen von 2- oder 300 Euro!!!!
Da fasse ich mir echt an den Kopf, bei soviel Gier und Skrupellosigkeit!
Vielleicht habe ich das oben falsch dargestellt, aber man muss differenzieren: Den RÜCKBAU müssen die Betreiber selbst machen. Für RÜCKBAUKOSTEN (also Abriss und Entsorgung der nichtradioaktiven Teile (im Prinzip alles außer den Brennstäben) haben die Betreiber Rücklagen gebildet.
Die ENTSORGUNG des radioaktiven Abfalls macht der Bund (BfS, soweit ich weiß) und legt die (erwarteten) Kosten auf die Betreiber um.
Sagen Sie Konkretes - wieviel sind denn die 'Rückstellungen' für fast 40 kommerzielle Atommeiler, ide in DE gebaut, betrieben und zum grössten Teil stillgelegt sind?
Sagen Sie, wo die 'Rückstellungen' liegen? Bei der Bundesbank?... (:>)
Wo ist die ENTSORGUNG?
In der ASSE? a wird gerade überlegt - seit langem - wie man die Entsorgung entsorgen könnte - kostet nur paar Milliarden - offensichtlich wartet man eher drauf, dass die
ganze Scheise unter der Erde zusammenkracht - und dann gib t's paar Tage die bekannten ' BETROFFENHEITSFRATZEN' von
Verursachern und Politikern und bis die Folgen sich bemerkbar machen, ist die Legislaturperiode vorbei und
die Politärsche vergessen...
Ach ja - und wer hat die 'Entsorgung' als Monopol unter Kontrolle und streicht dafür dicke Gewinne ein?
http://www.greenpeace-magazin.de/ind...ash=e1cf7b5707
28. Juli 2010
Energiekonzerne verdienen am eigenen Atommüll
In Deutschland ist ein einziges Unternehmen mit der Entwicklung von Atommüll-Endlagern betraut – die „Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern“. Ein Monopolvertrag von 1984 garantiert ihr Aufträge und Gewinne – und ist unkündbar. Das Unternehmen gehört zu 75 Prozent den vier großen Energiekonzernen. So profitieren die AKW-Betreiber nicht nur von der risikoreichen Energieerzeugung ihrer Anlagen, sondern machen auch mit dem strahlenden Müll und der Suche und dem Bau von Endlagern satte Gewinne.
Welch Wunder - immer dieselben!
Und wer prüft dieselben - wieder ein Wunder:
http://www.youtube.com/watch?v=6KniumsmSMs