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Energierevolution: Wie Deutschland zur 2000-Watt-Republik wird

Strom, Heizung, Verkehr, Konsum: Im Schnitt benötigt jeder Bundesbürger rund um die Uhr 6000 Watt - zu viel, klagen Experten. Sie wollen den Energieverbrauch der Deutschen dritteln. Nötig wären rabiate Einschnitte in den Lebensstil.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...718467,00.html
  1. #310

    ...ja wir können sparen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Strom, Heizung, Verkehr, Konsum:...Nötig wären rabiate Einschnitte in den Lebensstil.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...718467,00.html
    Im Artikel stand noch:
    "Auch im Konsum steckt großes Potential. ...Dazu müssten sich die Menschen allerdings in erster Linie Dinge kaufen, die langlebig sind. Bei der Ernährung könnte der Wert um mehr als 500 Watt sinken, wenn die Deutschen beispielsweise ihren Fleischkonsum stark einschränken und auf lokal angebaute und produzierte Lebensmittel umsteigen."

    Irgendwie erinnert mich das an vergangene Zeiten, von Leuten empfohlen, die immer alles nach Bedarf kaufen konnten.

    Das Foto eines ökologisch vorbildlichen Geschäfts mit ausschließlich saisonalen lokal erzeugten Produkten finden wir hier (erstes Bild) http://www.mdr.de/damals/archiv/7002339.html

    Und überheizen muss man eine Wohnung auch nicht. siehe hier: http://web.ard.de/galerie/content/no...1081_7642.html

    Unabhängig davon, ist es heute aus ökologischen Gründen kaum noch möglich langlebige elektronische Produkte herzustellen. Durch das bleifreie Löten ist die Gerätelebensdauer nachweislich einige Jahre geringer (nicht umsonst dürfen die Industriezweige, wo es auf Sicherheit und Langlebigkeit ankommt, bleihaltig löten). Glücklicherweise sind manche Dinge sozusagen Modeartikel und da fällt das nicht mehr auf. Da kann man wieder so schön über die Industrie und die nächste Handygeneration meckern. Zudem ist dadurch der Energieverbrauch in der Elektroindustrie um etwa 1/3 gestiegen. Interessiert nur keinen. Und nach der Ursache zu fragen, warum heute mehr Geräte abbrennen, interessiert auch niemanden.
  2. #311

    Prognosen sind immer willkürlich

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Eben. Es geht um heute.
    Nein, eben nicht. Energiepolitik erfordert einen sehr langen Zeithorizont (40 Jahre+). Wenn sie heute ein Kraftwerk bauen, dann müssen sie auch sicher sein, dass sie in den nächsten 40 Jahren dafür auch Brennstoffe zu wirtschaftlichen Konditionen bekommen. Wenn sie sich nicht sicher sind, dann werden sie es gar nicht erst bauen.

    Ausgehen kann man von garnichts. Man sollte aufhören Entscheidungen von willkürlichen Prognosen abhängig zu machen. Ein erheblicher Teil des Preisanstiegs ist das Resultat staatlicher Eingriffe.
    Ja, teilweise gehen die Preiserhöhungen auch auf staatliche Eingriffe zurück, aber diese Art "willkürlicher" Eingriffe ist immer noch besser als die unkontrollierte Spekulation, die wir seit einiger Zeit erleben. Siehe Ölpreis.

    Wie schon gesagt, sie müssen in der Energiepolitik sehr lange in die Zukunft schauen und das ist nun mal mit "willkürlichen" Prognosen verbunden. Keine Prognosen zu treffen wäre fahrlässig.

    Zuerst macht der Staat billige Energie teuer und erzeugt damit einen Spardruck, nur dass es unterm Strich trotzdem teuerer wird. Das Ergebnis ist Scheinersparnis und Scheinamortisation.

    Würde Energie nur mit der Mehrwertsteuer belastet dann könnte man seriös kalkulieren. Aber der Staat schafft es immer dafür zu sorgen dass jede Vergleichsbasis und Transparenz abhanden kommt. Daher auch die hohen Schulden.
    So haben die Amerikaner das lange gemacht. Energie wurde kaum besteuert und war billig. Die Industrie hatte keinen Druck auf Sparsamkeit zu achten. Statt verbrauchsarmer Motoren entwickelte man lieber Getränkehalten und Klimaanlagen.
    Dann kam der Ölpreisschock von 2008 und alle amerikanischen Automobilhersteller schauten in den Abgrund, weil auf einmal
    niemand mehr Spritsäufer haben wollte.

    Sie können natürlich immer auf die hohen staatlichen Belastungen in Deutschland schimpfen, aber im internationalen Wettbewerb verschafft uns der hohe Abgabedruck sogar Vorteile, weil deutsche Unternehmen gezwungen sind effizienter zu arbeiten als andere.
    So hat jedes Ding seine zwei Seiten.
  3. #312

    Mit Geld ist alles einfach!

    Zitat von tancarino Beitrag anzeigen
    ....
    Natürlich kann man in Niedrigenergiehäusern die Fenster öffnen und stoßlüften, wenn es einem danach ist. Muß man aber nicht und sollte man auch nicht tun, weil man damit die gesamte kostbare Luftwärme von drinnen nach draußen jagen würde. Luftaustausch funktioniert in Wärmetauschern nach dem Gegenstromprinzip: warme Luft wird nach außen ventiliert, gibt dabei ihre Wärme an die von außen hineinströmende kühlere Luft ab. Diese wird vorzugsweise durch im Erdreich verlegte Rohre vortemperiert, im Winter ist sie dann schon wärmer als die eventuell minusgradige Außenluft, im Sommer angenehm kühler während einer heißen Phase.
    ....
    Wie wär's mit Vorschlägen, wie sich ein "normaler" Arbeitnehmer solch ein tolles Haus leisten kann.

    (Die meisten sind im Grunde nur deshalb "Energiebanausen" weil sie sich nichts besseres leisten können!)
  4. #313

    ...

    Zitat von Hermes75 Beitrag anzeigen
    Nein, eben nicht. Energiepolitik erfordert einen sehr langen Zeithorizont (40 Jahre+). Wenn sie heute ein Kraftwerk bauen, dann müssen sie auch sicher sein, dass sie in den nächsten 40 Jahren dafür auch Brennstoffe zu wirtschaftlichen Konditionen bekommen.
    Diese Sicherheit gibt es nicht und hat es auch nie gegeben..

    Zitat von Hermes75 Beitrag anzeigen
    Ja, teilweise gehen die Preiserhöhungen auch auf staatliche Eingriffe zurück, aber diese Art "willkürlicher" Eingriffe ist immer noch besser als die unkontrollierte Spekulation, die wir seit einiger Zeit erleben. Siehe Ölpreis.
    Nein, Spekulationen sind Teil des Marktes, staatliche EIngriffe nicht. Der staatliche Eingriff ist immer die schlechteste Variante.

    Zitat von Hermes75 Beitrag anzeigen
    Wie schon gesagt, sie müssen in der Energiepolitik sehr lange in die Zukunft schauen und das ist nun mal mit "willkürlichen" Prognosen verbunden. Keine Prognosen zu treffen wäre fahrlässig.
    Falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Der Prognoseterror ist eine fatale Fehlentwicklung. Wie müssen überhaupt nicht lange in die Zukunft schauen weil wir es nicht können. Wer auf dieser Grundlage Politik macht scheitert unweigerlich.

    Zitat von Hermes75 Beitrag anzeigen
    Dann kam der Ölpreisschock von 2008 und alle amerikanischen Automobilhersteller schauten in den Abgrund, weil auf einmal
    niemand mehr Spritsäufer haben wollte..
    Der Ölpreisschock ist ein psychologisches, kein tatsächliches Problem. Schädlich ist

    Zitat von Hermes75 Beitrag anzeigen
    Sie können natürlich immer auf die hohen staatlichen Belastungen in Deutschland schimpfen, aber im internationalen Wettbewerb verschafft uns der hohe Abgabedruck sogar Vorteile, weil deutsche Unternehmen gezwungen sind effizienter zu arbeiten als andere.
    Wer in Effizienz investiert wenn sie nicht benötigt wird, ist nicht im Vorteil sondern im Nachteil. Aus diesem Grund wird in Deutschland auch immer weniger produziert. Wie betreiben seit Jahren ein gewaltiges Deindustrialierungsprogramm. Nicht die Effizienz, sondern die Qualität und Produktivität rettet uns im Moment noch.

    Forschung und Entwicklung sollten auf die Zukunft ausgerichtet sein. Die Anwendung hingegen darf nicht an zukünftigem sondern an gegenwärtigen Anforderungen ausgerichtet sein. Auch wer zu früh kommt handelt unzeitig und verliert.
  5. #314

    .

    Zitat von DerBlicker Beitrag anzeigen
    aber der Staat darf das nicht vorschreiben, jeder darf soviel Energie verbrauchen, wie er bezahlen kann, sonst sind wir in einer Diktatur!
    Das kann schon sein. Aber nur so lange genug Energie zum verteilen und sich leisten können da ist.
  6. #315

    Gar nicht mal so unrecht.

    Zitat von anin Beitrag anzeigen
    Wie wär's mit Vorschlägen, wie sich ein "normaler" Arbeitnehmer solch ein tolles Haus leisten kann.

    (Die meisten sind im Grunde nur deshalb "Energiebanausen" weil sie sich nichts besseres leisten können!)
    Iiiiiiiirgendwie haben Sie damit gar nicht mal so unrecht.

    Ich würde auch viel besser auf die "Ökoenergie" bzw die dazugehörigen (privaten) Ökoenergieanlagen sprechen, wenn ich sie nicht kaufen (eigenes Geld) müsste, sondern vom Staat (Geld der Gemeinschaft) zur Verfügung gestellt würde ...
  7. #316

    .

    Zitat von bbr1960 Beitrag anzeigen
    Dazu mal eine einfache Rechnung: Bereits ca. 0,3 Promille der Sonneneinstrahlung auf die Erde reichen aus, um 8 Mrd. Menschen mit 6000 Watt zu versorgen. Bei angenommen 10 % Wirkungsgrad müsste man also 3 Promille der Erdoberfläche mit Sonnenkollektoren bedecken, um das zu erreichen. Das ist ca. 1/6 der Sahara. Außerdem muss die Solarenergie die Sache ja nicht allein stemmen, sondern es gibt auch noch Wind, Wasser und Biomasse.
    Ein schön einfache Rechnung, und falsch dazu auch noch.
    Wie bekommen Sie den "Sahara-Sonnen-Strom" zu den 8 Mrd. Menschen ?
  8. #317

    .

    Zitat von J_Müller Beitrag anzeigen
    Ein schön einfache Rechnung, und falsch dazu auch noch.
    Wie bekommen Sie den "Sahara-Sonnen-Strom" zu den 8 Mrd. Menschen ?
    Prima, Sie haben eine der Aufgaben der zukünftigen Energieversorgung formuliert. Etwa genau so wie:
    "Und was wollen Sie mit dem Atommüll anfangen?"
  9. #318

    Sonnenenergie im Überfluss

    Zitat von J_Müller Beitrag anzeigen
    Ein schön einfache Rechnung, und falsch dazu auch noch.
    Wie bekommen Sie den "Sahara-Sonnen-Strom" zu den 8 Mrd. Menschen ?
    Tatsächlich beträgt die Energie der Sonneneinstrahlung allein in der Sahara schon ein Vielfaches des Weltenergieverbrauchs der Menschheit. Theoretisch würden ein paar Prozent der Saharafläche reichen um genügend Strom für die ganze Welt zu erzeugen - wenn es denn technisch umsetzbar wäre.

    Auf jeden Fall kann man wohl erwarten, dass die Wüsten in Nordamerika und Nordafrika einen erheblichen Beitrag zur Stromversorgung leisten werden, da die solarthermische Stromerzeugung gegenüber anderen Verfahren große Vorteile hat:
    Die Technologie ist verhältnismäßig einfach und bereits erprobt und kann auch ohne exotische Rohstoffe gebaut werden. Es entstehen keine Abfälle oder schädliche Emissionen und der Energieträger ist praktisch unendlich verfügbar. Der größte Vorteil besteht jedoch darin, dass solarthermische Anlagen kontinuierlich und steuerbar Strom erzeugen können.
  10. #319

    Was hinkt, wird künftig unser Planet entscheiden.

    Zitat von Kontra Beitrag anzeigen
    Kein Mensch ist gegen energieeffieziente Haushaltsgeräte und Wärmedämmung, aber ihr erstes Beispiel hinkt, in großen Städten ist es wärmer, ergo weniger Heizung, in Mehrfamilienhäusern ist es wärmer, ergo weniger Heizung, Städte sind effiezienter als Dörfer.
    Ja, die einfachen Lösungen sind immer die besten nicht wahr? Und daß wir nur nicht bestimmte Lebensstile in Frage stellen, die nur mit einem unverhältnsmäßig hohen Ressourcenverbrauch aufrecht zu erhalten sind.

    Es ist unbestritten, daß in Städten energieeffizienter gelebt werden kann als in der Fläche. Unbestritten ist auch, daß immer mehr Menschen in Städten wohnen - bei globaler Sicht. Im Gartenzwergeland hat sich allerdings ein anderer unheilvoller Trend durchgesetzt: das Häuschen im Grünen. "Nein, um Gottes Willen, meine Kinder sollen nicht in der Stadt aufwachsen." Diesen schrillen Verteufelungsruf urbanen Lebens hört man überall.

    Prima, überlaßt nur die Städte dem Prekariat und schlecht integrierten Migrantengruppen - irgendwann habt Ihr die Städte soweit entvölkert, daß es wirklich no-go-areas sind.

    Da hocken sie nun in ihren uniformen Eigenheimsiedlungen in den großen Speckgürteln als Folge der Doppelsubventionierung durch Eigenheimzulage und Pendlerpauschale, treffen sich zweimal täglich im Megastau und sind an Wochenenden darüber genervt, wenn der pubertierende Nachwuchs (den man auf keinen Fall in der Stadt aufwachsen lassen wollte) von Papi und Mami in die nächste größere Disco gekarrt werden will, welche dummerweise - was für ein Zufall - in der Stadt liegt. "Klar, haben wir doch schon seit Jahrzehnten in der Fernsehwerbung gesehen: Mutti kommt mit dem Familiengolf vom Einkaufen, stellt den Weidenkorb in der 60-Quadratmeter-Küche ab und wird sogleich von den lieben Kinderlein bestürmt (müssen immer Junge und Mädchen sein) ob sie denn Milchschnitten (Hanuta, Fruchtzwerge oder ähnlichen Ernährungsmüll) mitgebracht hat." Wir konnten uns doch gar nicht wehren, nicht wahr? Der Lebensentwurf wurde uns doch per Glotze allabendlich ins bislang gemietete Wohnzimmer gestrahlt. Na gut, wenn man wie ein gehirnloser Lemming dem Mainstream folgen muß...

    Von "Dörfer plattmachen" spricht niemand. Aber Ihr mit Eurem Traum vom Leben auf dem Lande bezahlt bitte auch die Rechnung für Euren Luxus aus Weidenblick und Pendlerglück. Mit "Dorf" hat die Landschaftszersiedelung Deutschlands absolut gar nichts zu tun.








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