Zum Teufel mit Europa: 46 Jahre bestand die Partnerschaft des englischen Städtchens Bishop's Stortford mit dem deutschen Friedberg und Villieurs-sur-Marne in Frankreich. Doch der Bürgermeister, wie Premier Cameron ein Tory,*hat die Freundschaft aufgekündigt. Der Brief war nur eine Seite lang.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...803982,00.html
jetzt ist also ewig gestriges nationalistisches Verhalten aus Trotz mit propagandistischem Hauch auf Drängen des Wirtschaftssektors ein unabhängiges Verhalten? Interessant. Wer macht sich denn seit einer Dekade schon immer zum Depp für die ehemalige Kolonie in Übersee? Die britische Regierung ist doch schon seit Blair munter dabei bei Äußerungen der Amerikaner Gewehr bei Fuß zu stehen.
Wem allerdings dann die ehemaligen Kolonien noch näher stehen als die nächsten Nachbarn in einem geeinten Europa, der wirft die Lehren und Annäherungen der Völker Europas der letzten 65 Jahre mal eben auf den Haufen der Geschichte. Schließlich muss man ja mit irgendwelchen platten und chauvinistischen Ressentiments die Reihen in der gespaltenen Bevölkerung kitten, damit der Angloamerikanische Kapitalismus weiterhin die "Pommesbude mit Wettbüro" in der Londoner City am Laufen halte. Die Frage ist nur, was machen die Briten, wenn die Bevölkerung in einem Jahr noch heftiger Sturm läuft, weil diese Propaganda nicht mehr fruchtet, die Menschen da wieder aufwachen, da sie merken, das Europa und die EU eigentlich nichts mit ihren Problemen zu tun haben, das Resteuropa sich allerdings ohne die Briten neu formiert hat?
Manche Dinge sollte man eben schon beim Namen benennen und der britische Weg heißt derzeit Isolation im Bezug auf Europa. Im Grunde aber eben auch ein logischer Schritt, da man sich der Wall Street und der Idee des Kapitalismus näher fühlt als Europa und der europäischen Idee.
ich auch nicht. Generell halte ich viel von den Briten, aber von deren politischer Administration halte ich im Gegensatz zu diesen gar nichts. Und diese ist natürlich darauf erpicht zum Wohl des anglo-amerikanischen Kapitalismus ihre anti-europäische Politik durch die Partei bis zum kleinen Mann zu verbreiten. Ich hoffe ja, die Bevölkerung reagiert entsprechend. Zumindest der Koalitionspartner macht ja schon Gegenwind, genauso wie die Labour-Partei mal wieder. Die scheinen ja den Tony allmählich ausgetrieben zu haben, der sich ja nach wie vor für den Tollsten hält.
ob man einfach mal irgendwann zu einem derartigen Ergebnis kam - was ich persönlich traurig finde, denn warum hat man nichts daran gesetzt diese Partnerschaften wiederzubeleben - oder ob man sich damit als Bürgermeister, der auch Mitglied der Regierungspartei ist, propagandistisch profilieren will und damit eine anscheinend eine Politisierung dieser einfachen Aufkündigung gewünscht ist.
... wofuer ich die Briten mag und schaetze. Nicht unbedingt alle Inhalte, aber doch dieses anderssein und -wollen.
Und, ja, ich finde die konservative Draufsicht von Briten auf die sog. "EU" erfrischend.
Wie gesagt, ich finde nicht alle Positionen prima, und was sie dazu u.wie sie es sagen, aber sie zeigen mir, dass sie nicht bereit sind, jeden, auch Freiheit und Souveraenitaet entziehen wollenden, "EU"-Schwurbel mitmachen zu wollen.
Da jedenfalls stimme ich mit den Tory's ueberein.
Und was das Kuendigen der Partnerstadtvertraege angeht; was soll's.
Nur auf dem Papier stehend, ist es wertlos. Und fuer diejenigen, die die Partnerschaft pflegen wollen, ist doch nun "jetzt erst recht" entscheidend.
gehen wir mal auf Ende Nov. zurueck. PM Cameron gab, ungefragt, seine Meinung und Ratschlaege zu Verhandlungen, an denen er nicht beteiligt war (Euro-Zone) zum Besten. Irgendwann platzte Sarko der Kragen und er wurde deutlich. Im Klartext er raunzte Cameron an, halts Maul.
An dem Donnerstag verlangte Cameron Bestandschutz fuer seine Londoner Zockerbude, war uebrigends nicht Bestandteil der Gespraeche. Als das im verweigert wurde, nicht nur von D., sondern von allen Anwesenden, zog er die grosse Show ab. Er verliess als angeblich Beleidigter mit trotzigem well, dann machst mal gut, die Verhandlungen. In GB liess er sich dann dafuer feiern, dass er, angeblich, die britischen Interessen standhaft verteidigt habe. Um die ging es aber nicht, ebenfalls hat niemandeinen britischen Beitrag zur Euro-Rettung verlangt.
Fazit: Grosse Show fuers heimatliche Publikum.
.... sind wie überall in der Welt einfach die schlechteren Menschen. Das geben sie ja selber zu, in dem sei Leute, die anders sind wie sie, Gutmenschen nennen. Und am Ende stehen sie noch nicht mal zu dem Mist, den sie verbocken. Egal, ob sie Guttenberg und Wulff heißen oder Bürgermeister eines Kuhkaffs in England sind. Also dann doch lieber Gutmensch, würde ich sagen.
Der ganze Vorgang ist m.E. absolut typisch für Europa:
ein paar Leute zündeln, dem folgen ein paar Eiferer, und - kurze Zeit später kriechen die schlimmsten Ratten aus allen Löchern, daraus entsteht ein Lauffeuer, das alles jahrelang mühsam Erarbeitete verschlingt.
Europa zerstört sich selbst regelmäßig, das ist quasi zum modus vivendi geworden. Auch wenn dies sich verrückt anhört, ich will nicht darauf wetten, dass es in Europa nie wieder Krieg gibt, trotz der EU.
Traurig. Aber wahr.
Jedermann gibt heute zu dass die Englaender recht hatten, sie hatten vermutlich eine bessere Einsicht in die Mentalitaet der Griechen usw.
Das hat aber mit der Kuendigung der Freundschaft unter Ortschaften wenig zu tun.
Bruessel - was ganz anderes, EU hat nichts mit Freundschaft unter Orten zu tun. Handelsbeziehungen? Ich glaube nicht dass es in diesem Ort eine einzige produzierende Industrie gibt.
Ehrlicherweise haette Mayor Wyllie schon vor der Eurokrise diesen Schritt unternehmen sollen mit den erhlichen Worten: dieses Verhaeltnis ist eine Heuchelei und Zeitverschwendung und alle waeren zufrieden gewesen.
Denn es ist immer besser ein ehrlicher Mensch zu sein als ein Scheinheiliger.
Schlechte Zeitwahl - Mayor Wyllie. Dennoch, 'Honesty is the best policy.'