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Empörung über Israel-Gedicht: Reich-Ranicki attackiert Grass
dapdDie Liste der Grass-Gegner wird um einen bedeutenden Namen länger: Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki bezeichnete dessen Israel-Gedicht als ekelhaft, es sei politisch und literarisch wertlos. "Das ist eine Gemeinheit, so etwas zu publizieren."
http://www.spiegel.de/kultur/literat...826300,00.html
- #170 08.04.2012 19:08 von
Iran lässt sehr wohl Kontrolleure ins Land, diese dürfen allerdings nicht alles kontrollieren. Wär auch kriegstechnisch schön blöd in einer Zeit wo Israel offen(!) über einen Militärschlag nachdenkt, ja diesen fast fordert, direkt offen zu legen, wo man am besten angreift, oder? Israel begründet seine eigene nicht Offenlegung des Atomprogramms übrigens genauso, aus militärtaktischen gründen. Sinds die bösen Mullahs ist das natürlich was anderes.
Ihr zweiter Absatz beruft sich auf wilden Vermutungen aus der Vergangenheit, die gar nicht be- oder widerlegt werden, können darum werde ich darauf auch gar nicht genauer eingehen.
Nur soviel: Besteht auch die Möglichkeit das sich der Iran mit Atomwaffen "absichern" will? Es wird niemals frieden im Nahen Osten geben, wenn jedes Mal mit zweierlei Maß gemessen wird und die Region weiter in gut und böse unterteilt wird. - #171 08.04.2012 19:28 von
für mich
ist es völlig unerheblich wer das Gedicht kritisiert oder befürwortet. Deshalb erspare ich es dem Forum einmal aufzulisten welche "Persönlichkeiten" die Worte von Grass begrüßen.
Marcel Reich-Ranicki kritisiert es und wenn er es begrüßen würde, wären wir eben einer Meinung. Eindruck würde das auf mich sicher nicht machen. So oder so. Eine Meinung ist eben eine Meinung. Jeder sollte, hat und will eine haben.
Reich-Ranicki genießt genausowenig einen meinungsgebenden Sonderstatus, wie mein Nachbar, ein Arbeitskollege, oder der Bäcker, der mir das Brot verkauft. - #172 08.04.2012 19:44 von
Was hat Ahmadinedjad denn gesagt?
"Iran will Israel auslöschen, das kündigt der Präsident immer wieder an, und Günter Grass dichtet das Gegenteil. Das ist eine Gemeinheit, so etwas zu publizieren",
Hat der Iran das gesagt? Das einzige mir bekannte Zitat, beruht auf einer Falschübersetzung, welche namhafte Medien postwendend eingeräumt hatten - seither wird es aber seit Jahren routinemäßig von pro-zionistischen Agitatoren wiederholt, als ob es das falsche Zitat so wirklich gegeben hätte.
Kann es sein, dass selbst namhafte deutsche Intelektuelle diese Propaganda einfach 'nachplappern' - oder ist mir (bei allem zweifelhaften was Ahmadinedjad tatsächlich gesagt hat) etwas entgangen? - #173 08.04.2012 20:09 von
Was hat denn A. gesagt? (immer wieder?)
'Iran will Israel auslöschen, das kündigt der Präsident immer wieder an, und Günter Grass dichtet das Gegenteil. Das ist eine Gemeinheit, so etwas zu publizieren", sagte Reich-Ranicky'
Was hat er denn wirklich gesagt? Und wie oft? Und wo? Was ist der Wortlaut, auf deutsch, und genau?
Diese ewige Klage ohne genau zu sein ist wirklich dumm.
Ja, es ist eine Gemeinheit so etwas ekelhaftes zu erwidern, Herr Reich Ranicky! - #174 08.04.2012 20:20 von
Nicht jeder kann Kritik gut vertragen
Ich denke nicht, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland eingeschränkt ist. Wenn ein Bürger sich freiwillig entscheidet, seine frei geäußerte Meinung zu veröffentlichen, muss er mit allem rechnen. Entweder wird er dafür von der Mehrheit gelobt, oder im schlimmsten Fall von großen Teilen der Bevölkerung kritisiert. Dies betrifft nicht nur Günter Grass, sondern jeden, der sich an die Öffentlichkeit wendet. Es bedeutet keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, sondern dass die Mehrheit der Bürger veröffentlichte Inhalte beurteilen darf. Manchmal ist es angenehm, manchmal nicht. Wer zartbesaitet ist, soll lieber nicht veröffentlichen.
- #175 09.04.2012 08:41 von
Alles Leute Hier die dem Staat zuviel zu verdanken haben. Hörige
Herr Reich-Ranicki
Den Wert eines Gedichtes beurteilt nicht Reich-Ranicki sondern jeder Leser für sich und mit dem das es das Innenministerium Israels und viele Politiker der Welt gelesen haben und sich melden und in Israel zu Leserbriefen geführt hat.......... alle Achtung das kann nicht jedes Gedicht
Gemeinheit ist immer eine einseitige Parteinahme, die andere Seite die Hier weit grösser ist sieht es anders. - #176 09.04.2012 10:09 von
Schweigen wäre Gold, lieber Marcel
Wenn es denn so ist, Herr Reich-Ranicki, dass es ekelhaft ist und auch noch politisch und literarisch wertlos, warum beziehen Sie dann überhaupt Stellung? Wollten Sie nicht besser schweigen? Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki wollte hingegen keine Stellung beziehen: "Ich werde mich nicht über Grass äußern." . Dann halten Sie sich doch an dieses Versprechen! Die Welt kommt auch ohne Ihren Standpunkt aus!
Glücklicherweise ist es aber nicht wertlos, zumindest inhaltlich nicht! Es sind nicht die schlechtesten Früchte, an denen die Wespen nagen.
Trag es mit Gelassenheit Grass, dies Gewinsel, diese Speichelleckerei, dies Buhlen um die Gunst der Medien. Ekelhaft ist diese Profilierungssucht, dies Recken der Fahnen nach dem Winde, alleinig mit dem Ziel an den Fleischtöpfen der Macht mitlöffeln zu können. Früher bedurfte es eines Großinquisitors vom Schlage eines hinkenden Bocks und eines Propagandaministeriums um die Presse zu zügeln, heute schaltet sich fast alles im vorausschauenden Gehorsam gleich. Wohin sind wir gekommen, was soll es noch werden?
„Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren“ (Marx)
Kriege führen und gewinnen sind glücklicherweise immer noch verschiedene Dinge. - #177 09.04.2012 12:38 von
Die Gerechten aus den Völkern haben einen Platz in der kommenden Welt...
...aber auch in der jetzigen?
Nein, Grass übertreibt nicht etwas, sondern suggeriert, Israel sei bereit einen atomaren Angriffskrieg gegen Iran zu führen. Schon ein kleiner Unterschied zur Bombardierung von Atomanlagen.
Das Gefühl, die iranische A-Bombe auf jeden Fall verhindern zu müssen kann man bei der Hassrhetorik persischer Staatenlenker schon bekommen bzw. seinem Wahlvolk leicht vermitteln.
Die Perser so als Opfer darzustellen, wie GG es getan hat, ist schon sehr schräg.
Die tatsächliche Gefahr eines ausufernden Krieges wäre durchaus ein Thema, auch für fundierte Kritik an Israels Regierung, gewesen. Die tumbe Wortwahl Grass' macht es aber Fanatikern auf Seiten Israels nur leichter, Reflexe zu wecken. - #178 09.04.2012 12:48 von
Israel und Frieden?
[QUOTE=multi_io;9982819]Was für ein Unsinn. Iran lässt KEINE Inspekteure ins Land, verfolgt ein militärisches Atomporogramm und bedrohte Israel mehrfach mit dessen Tilgung von der Landkarte.
Und Israel HAT Frieden mit etlichen seiner Nachbarn gefunden -- zum Beispiel mit Jordanien und Ägypten. ......
Von welchem Frieden redet dieser Mensch? Kennt er eigentlich die Geschichte Israels nicht? Wie nach dem 2. Weltkrieg durch die Engländer dort hin gepflanzt wurde, mitten seiner sogenannten Feinden. Diese englische Entstehung Israels basierte auf einem dauerhaften Konflikt, um den Verkauf von Waffen in dieser Region auf EWIG zu sichern. Und seit dieser künstlichen Erzeugung dieses Landes, wird dort gekämpft, sterben Menschen und Häuser werden Bombardiert, neu gebaut und wieder bombardiert und dadurch klingeln die Kassen. Der Mensch, egal Jude oder Moslem oder Christ, spielt keine so wichtige Rolle. Und wie Dumm müsste man sein, diese Politik noch zu verteidigen. Der Ruf von Grass sollte eine Aufwachfunktion erfüllen, um endlich auf zu wachen und die Notbremse zu ziehen.
In Einpaar Monaten wird das alles vergessen sein, was aber nicht vergessen werden kann, ist die Tatsache, dass es noch Menschen gibt, die eine Aufrüstung Israels für sinnvoll halten, ohne sich darüber im Klaren zu sein, welche verheerenden Konsequenzen damit verbunden ist. Einfach tragisch… - #179 09.04.2012 13:08 von
Das sehe ich anders. Die Welt kommt vielleicht ohne unsere Kommentare aus, aber Ranickis Standpunkt zu dieser Sache wird schon einige Menschen interessieren. Zudem äussert er sich im Interview sehr differenziert, er "attackiert" m.M.n. auch nicht die Person Grass (so wie es in der Überschrift steht), sondern ereifert sich ehrlich über dessen "Gedicht". Dass er sich ereifert, kennt man ja nun nicht anders von ihm, dafür lieben ihn die einen und die anderen aus diesem Grund eben gerade nicht.
Zu Grass´ Gedicht: Ich nehme ihm ab, dass er sich ehrlich Sorgen um den Frieden macht. Was ich vermisse, ist ein Wort über die Bedrohung des Friedens, welche von der anderen Seite ausgeht. Israel wird als das Land hingestellt, von welchem alles Übel ausgeht. War es Israel, das irgendein anderes Land auslöschen will?
Zu der Reaktion: Überzogen, wenn auch nachvollziehbar. Israel hat aber andere Sorgen als irgendwelche Gedichte. Überhaupt - die Welt hat andere Sorgen als ein Gedicht von Grass oder sonstwem.
Atombomben in den Händen von Menschen, die zur Durchsetzung ihrer Ziele bereit sind, alles zu tun, alles zu opfern - das ist die Bedrohung. Ich hoffe, dass wir noch recht lange so schön über Grass - Gedichte diskutieren können.
So langsam glaube ich, dass die menschliche Spezies an sich für die Welt, in der sie lebt, eine "persona non grata" darstellt, bei dem Mist, den sie Tag für Tag verzapft, um es gelinde auszudrücken.
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