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Embryonenschutz: Koalition rüstet sich für den Glaubenskampf

Union und FDP zeigen sich wieder rauflustig: Angela Merkel provoziert mit ihrem Einsatz für den Embryonenschutz den Zorn der FDP. Doch auch in ihrer eigenen Partei gibt es Widerstand gegen die Haltung der Kanzlerin.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...723733,00.html
  1. #70

    Begrifflichkeiten

    Zitat von Jörn Bünning Beitrag anzeigen
    Die ethische Auseinandersetzung wird nicht durch Begrifflichkeiten gelöst, sondern verschleiert.
    Am meisten wird eine objektive Auseinandersetzung durch den Begriff "Embryo" verhindert, da sich der Durchschnittsbürger unter einem Embryo einen kleinen Menschen mit Kopf, Armen und Beinen vorstellt.
    Während die Medizin seit Jahrhunderten darunter bereits die befruchtete Eizelle versteht.
    Allein die Wahl von "Mensch", "Embryo", "Zellhaufen", "Zellkugel", "Reproduktionsmaterial" impliziert eine bestimmte Wertung und den (Nicht)Respekt, die diesem menschlichen Etwas entgegebracht wird.
    Sie haben Recht, dass die Mitdiskutanten allein schon durch die Wortwahl ausdrücken, welchen Stellenwert der Embryo für sie hat.
    Religiöse Fundamentalisten sprechen grundsätzlich von einem Menschen und werfen den Reproduktions-Medizinern Mord vor, wenn sie nicht auch jede einzelne Eizelle, die sie im Reagenzglas befruchtet haben, in eine Frau einpflanzen.

    Naturwissenschaftler, alle jüdischen und viele muslimische Mediziner, sowie säkulare (christliche) Mediziner sprechen von Embryonen im Morula- oder Blastocysten-Stadium, also von mehrzelligen Zellkugeln.
    "Zellkugel" ist dabei ein ganz neutraler Begriff.

    Der Begriff gefällt nur den Gegnern der PID nicht, weil sich kein Durchschnittsbürger darüber aufregt, wenn man ihm erklärt, dass bei der PID einer Zellkugel eine Zelle zur Analyse entnommen wird.
    Die Aufregung generieren die religiösen Fanatiker lieber künstlich, indem sie bei Embryonen von "Menschen" reden, von Selektion, von Eugenik. Von der Entsorgung "lebensunwerten Lebens". Die Fanatiker verleumden damit Mediziner, die genetisch vorbelasteten und/oder unfruchtbaren Paaren HELFEN wollen, gesunde Kinder zu bekommen.
    Ungeachtet aller individuellen Präferenzen impliziert die Bezeichnung "Embryo" aber den rechtlichen Aspekt, da derartige "Zellkugeln" unter das Embryonenschutzgesetz fallen.
    Bei uns in Deutschland. Ja, leider.
    Es wäre sinnvoll, dem Embryo als "werdendem menschlichen Leben" erst dann den Schutz des Gesetzgebers zukommen zu lassen, wenn er sich im Mutterleib befindet. Wenn es eine *Schwangerschaft* gibt. In Israel sieht man das vernünftiger...
  2. #71
  3. #72

    @mundi

    Zitat von mundi Beitrag anzeigen
    Umgekehrt fehlt es bei manschen Foristen an Respekt vor religiösen Menschen.
    Sie betrachten diese Kritik an mangelndem Einfühlungsvermögen (das sehr weit gehen kann, Bischof Laun hat sogar in einer Predigt vor "falschem Mitleid" gewarnt, das man Frauen, die in Notsituationen an Schwangerschaftsabbruch denken, entgegen bringen könnte!) als Mangel an Respekt?

    Das ist es nicht! Es ist schlicht und einfach Kritik an völlig mitleidslosem Verhalten dem Nächsten gegenüber, so wie es schon der Forist CorvusCornix mit diesem Satz ausgedrückt hatte:

    Zitat von CorvusCornix Beitrag anzeigen
    Sie scheinen nicht mal andeutungsweise zu ahnen, welch' unermeßliches Leid in vielen solcher Frauen (als auch in den potentiellen Vätern) vor sich geht.
  4. #73

    "Massive Gefahren"

    Es ist fragwürdig mit welchen rhetorischen Mitteln hier versucht wird einen Eingriff in menschliches Leben zu rechtfertigen....

    Ich finde es erschreckend wie wenig viele Schreiber hier zu begreifen scheinen welche massive Gefahr davon ausgeht, wenn solche Technologien unauffällig schrittweise in den Alltag sickern.[/QUOTE]
    Na dann los, erklaeren Sie mal. Mir ist nicht ganz klar wovon Sie sprechen aber ich lasse mich gern erhellen.

    Zitat von Autist Beitrag anzeigen
    Die Menschheit hat hinlänglich beweisen, daß sie mit solchen Möglichkeiten nicht verantwortungsbewußt umgehen kann.
    Wuerde auch gerne wissen welche anderen "Solchen" Moeglichkeiten bisher von der Menschheit missbraucht worden sind.
  5. #74

    Wirklich?

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    wenn sich erst nach der geglückten Schwangerschaft herausstellt, dass es schwerstbehindert (Trisomie 21 o.ä.) sein wird,
    Ist es nicht eher so, das bei Trisomie ein solcher Verfahren recht zuverlaessige Aussagen bringen wuerde?
  6. #75

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Ich wünschte mir, dass sich Menschen wie Sie, so engagiert für lebende Menschen einsetzen würden. Von den vielen Moralisten, die sich um ungeborene Menschen, Babys....
    Interessant, dass immer diejenigen, die meinen Sie seien keine Eiferer, ein Vokabular an den Tag legen, das das genaue Gegenteil beweist, während der dankenswerter Weise von Ihnen komplett zitierte Forist nicht einmal ansatzweise an Ihre Eiferei herankommt.
  7. #76

    Für ein titelfreies SpOn-Forum.

    Zitat von unterländer Beitrag anzeigen
    Interessant, dass immer diejenigen, die meinen Sie seien keine Eiferer, ein Vokabular an den Tag legen, das das genaue Gegenteil beweist, während der dankenswerter Weise von Ihnen komplett zitierte Forist nicht einmal ansatzweise an Ihre Eiferei herankommt.
    Könnten Sie mich aufklären, was Sie damit ausdrücken wollen, bzw. was Sie mir da vorwerfen.

    MfG. Rainer
  8. #77

    bessere Alternative

    Zitat von mike550155 Beitrag anzeigen
    Ist es nicht eher so, das bei Trisomie ein solcher Verfahren recht zuverlaessige Aussagen bringen wuerde?
    Ja, während der Schwangerschaft, ab dem 4. Monat zu diagnostizieren.

    Warum sollte es OK sein, im 4. Monat Pränataldiagnostik zu betreiben und bei einem Negativbefund eine Spät!-abtreibung vorzunehmen, aber verwerflich, den Negativbefund schon vor der Implantation zur Kenntnis zu nehmen und das befruchtete Ei zu verwerfen?
    Diese Alternative halte ich für wesentlich besser, als erst einmal "blind" eine Schwangerschaft anzusetzen, die dann abgebrochen wird.
  9. #78

    --

    Zitat von Frank Miskar Beitrag anzeigen
    Sie betrachten diese Kritik an mangelndem Einfühlungsvermögen (das sehr weit gehen kann, Bischof Laun hat sogar in einer Predigt vor "falschem Mitleid" gewarnt, das man Frauen, die in Notsituationen an Schwangerschaftsabbruch denken, entgegen bringen könnte!) als Mangel an Respekt?

    Das ist es nicht! Es ist schlicht und einfach Kritik an völlig mitleidslosem Verhalten dem Nächsten gegenüber, so wie es schon der Forist CorvusCornix mit diesem Satz ausgedrückt hatte:
    Auffallend an dieser Diskussion ist, daß PolitikerInnen ohne Kinder den Hals am weitesten aufreißen. Und ausgerechnet katholische Pfaffen geben ihren Senf dazu - die sind ja nun ganz besonders ahnungslos.
  10. #79

    "Respekt...von wegen!"

    Zitat von mundi Beitrag anzeigen
    Umgekehrt fehlt es bei manschen Foristen an Respekt vor religiösen Menschen.
    Bei diesem Thema geht es um ethische Fragen, die weltweit in allen Kulturen und Religionen leidenschaftlich diskutiert werden.
    Es dient nicht der Sache, wenn die Gelegenheit genutzt wird, um Menschen einer bestimmten Religion zu diffamieren.

    Es eröffnet unnötig Nebenschauplätze und lenkt vom Thema ab.
    Sie machen mir spass!

    Genau da liegt das Problem, Respekt wird eingefordert. Ein gutes Beispiel fuer das hohe Ross auf dem die Besitzer der moralischen Wahrheit sitzen.

    Mit welchem Recht genau fordern Sie Respekt fuer Anhaenger widerlegten Aberglaubens ein? Wie kommen sie darauf dass Leute die an Hirngespinste und Maerchen glauben in besonderer Weise gesellschafliche Richtlinien vorgeben zu koennen? Weshalb soll man fragwuerdige Theologische Konzepte und Tabuisierte Dogen von Leuten uebernehmen die nachgewiesenermassen nicht zu Kritischem Denken faehig sind? Erklaeren Sie das doch bitteschoen mal genauer!








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