Bundespräsident Gauck trifft sich aus Protest nicht mit seinem ukrainischen Kollegen. Auch Kanzlerin Merkel denkt über einen Boykott der Fußball-EM in der Ukraine nach. Was brächte ein Sportboykott? Sinnvoller wäre es, vor Ort Stellung zu beziehen.
Genauso wenig zielführend ist es, an einem Turnier teilzunehmen und so zu tun, als fänden Menschenrechtsverletzungen in einer Parallelwelt statt, zu der der Sport keinerlei Verbindung habe. So wie es der DFB 1978 vorlebte, als die WM von der Militärdiktatur Argentiniens ausgerichtet wurde und sich Bundestrainer Helmut Schön, Kapitän Berti Vogts und die anderen jedes Wort zu Folter und Mord versagten. Oder wie es die Formel 1 in beschämender Weise zuletzt beim Großen Preis im Unruhestaat Bahrain praktizierte. Wegducken, weggucken. Dann wird der Sportler tatsächlich zum Komplizen des Regimes.
EM in der Ukraine: Hinfahren, Mund aufmachen, gewinnen - SPIEGEL ONLINE