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EM-Bilanz: Party ohne Rausch
DPADie EM in Polen und der Ukraine geht zu Ende - sie war weit davon entfernt, ein Spektakel zu sein. Fußballerisch neutralisierten sich die Top-Teams, das 1:0-Denken dominierte. Gelohnt hat sich das Turnier trotzdem dank der beiden Gastgeber.
http://www.spiegel.de/sport/fussball...841863,00.html
- #1 01.07.2012 07:28 von
Gelohnt?
Wenn man im Vorfeld mitbekommen hat wie Tausende Tiere
für diese EM Leiden und qualvoll sterben mussten, klingt es wie Hohn, das sich die EM dank der Gadtgeber gelohnt hat.
Das erste mal in meinem Leben, das ich eine EM ignoriert habe, dank des Gastgebers Ukraine. Spiele der Schande.... - #2 01.07.2012 07:33 von
na klar
selbstverständlich würde das resümee genauso ausfallen, wenn deutschland noch im turnier wäre - erst recht nach einem erfolgreichen finale....
der torreiche, nervenzerfetzende finalkrimi von 1990 gilt ja auch zurecht als abschluss einer "estate italiana" - jedenfalls aus der sicht mancher deutscher.... - #3 01.07.2012 08:13 von
Party ohne Leiche
Irgend wie scheinen Journalisten Fussballspaß nur durch der Anzahl der Tore zu messen. Auch assoziieren sie grundsätzlich ein 1:0 mit Minimalismus. Ist denn völlig entgangen, dass Fussball eben ein taktisches Spiel ist? Und ist es nicht ein Genuss gewesen, wie technisch gröbere Mannschaften wie Dänemark oder Griechenland sich gegen scheinbare Favoriten wie Holland oder Russland durchsetzten? Ist Spaniens Taktik wirklich perfekt oder hat Italien in der Vorrunde nicht die Grenzen aufgezeigt? Nebenbei, ein 1:1, doch das beste Spiel bisher. Echt, wer Spannung nur aus der stetig ansteigenden Zahl von Toren ziehen kann, sollte vielleicht doch lieber Handball schauen - da kann er es dann auch verschmerzen, wenn er dort taktische Leckerbissen nicht kapiert.
- #4 01.07.2012 08:24 von
Problem Beratungs-Resistenz
- #5 01.07.2012 08:45 von
Spektakel
Wie hätte das denn ein Spektakel werden sollen, wenn im Vorfeld eines der Gastgeberländer monatelang mies gemacht wird - wegen Straßenkötern und einer eingesperrten Milliardenbetrügerin?
- #6 01.07.2012 08:45 von
Es ist nicht alles schlecht, nur weil D draussen ist
Dieser Bericht ist eine Mischung aus 'früher war alles besser' und einer Tendenz, aus Frust über das Versagen der Deutschen gleich die ganze EM zum Flop zu erklären.
Glaubt denn irgend jemand ernsthaft, dass sich ausser in den Ländern der Titelgewinner noch viele an 2006/2008/2010 erinnern?
Das Sommermärchen war in erster Linie eine Erfindung der deutschen Medien. - #7 01.07.2012 08:48 von
Italiener kein starker Gegner?
Das hieße ja, die Italiener wären schwächer als unsere Vorrundengegner, also etwa wie Griechenland. Ich denke eher, die deutsche Mannschaft hätte versuchen müssen, noch defensiver gegen müde Italiener spielen müssen. Von daher war die Aufstellung eigentlich richtig gedacht. Warum sie dann in der Praxis nicht funktioniert hat, und die Mannschaft, wie auch schon gegen Griechenland, hinten so offen steht, ist mir ein Rätsel. Aber das ist ja auch das schöne am Fußball, es passieren halt immer wieder diese unvorhersehbaren Dinge. Für mich hat der Ausgang, bzw. Verlauf des Halbfinales insofern weniger mit deutschem Kleinmut als vielmehr mit der italienischen Improvisationskunst in den entscheidenden Moment zu tun.
- #8 01.07.2012 08:53 von
wie soll in einem land
wie der ukraine auch stimmung aufkommen.
in einem land wo regimekritiker
weggesperrt werden.
wenn man da laut jubelt wenn gegen
die ukrainsche mannschaft ein tor geschossen
muß man angst haben vielleicht verhaftet
zu werden.die regierung könnte es
als aufwiegelung zur rebellion verstehn. - #9 01.07.2012 09:00 von
Nach diesem Turnier sollte sich ...
...vor allem mal die deutsche Öffentlichkeit Gedanken machen:
Wenn das Team gewinnt, sind alle Autos mit Schwarz-Rot-Gold geschmückt, geht es daneben, verschwinden alle Flaggen tags drauf und somit jede Unterstützung für die deutsche Elf. Gerade jetzt brauchen die Jungs ein Land das hinter ihnen steht.
Doch was passiert: Spieler, die seit Jahren den Mund nicht aufgekriegt haben, fangen nun an zu kritisieren: Schuhmacher, Thon oder Ballack. Unsere 80.000.000 Millionen Aushilfsbundestrainer wissen alles besser und einige erdreisten sich ihren Frust mit Rücktrittsforderungen (die leichte Variante, über die man noch lachen kann) oder in Prügeleien gegen Italiener zu betäuben.
Da fragt man sich schon, welches Selbstverständnis wir haben, welches Bild wir abgeben. Manchmal beschämend!
Das ist meine Bilanz, die zu diesem Turnier gehört.
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