Die unendliche Geschichte um den Bau der Hamburger Elbphilharmonie geht weiter: Der Intendant des Konzerthauses bezweifelt, dass er die Eröffnung des Prestigebaus bis zum Ende seiner Amtszeit noch erleben werde: "Wetten würde ich nicht mehr darauf", sagt Christoph Lieben-Seutter.
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...772298,00.html
Der Vergleich mit Nordkorea oder Angola ist Blödsinn! Aber ein Trauerspiel ist das schon! Mal wieder ein Beispiel für unsere tollen Ausschreibungspraktiken! Bei denen sich aber unsere Politiker nicht imstande fühlen diese zu ändern!
Das sit für mich das wahre Armutszeugnis!
S21 ist hier off topic, aber wird trotzdem genauso explodierende kosten haben! Mal schauen ob es 10 oder 15 Mrd werden!
Das Armutszeugnis darf man wohl den Architekten ausstellen - selbstverliebte "Künstler", auch der Akkustikplaner, die von Wirtschaftlichkeit nichts wissen wollen und möglichst kompliziert bauen wollen (man denke nur an die GK-Platten im Konzertsaal). Sowas kostet dann nicht nur, es dauert auch.
um den Intendanten, der hier gleich mit verheizt wird. An seiner Stelle wäre ich wohl längst zurückgetreten. Was Lieben in Wien auf die Beine gestellt hat, war toll und ich hätte Hamburg gewünscht, er wäre noch dazu gekommen, das Haus mit Inhalt zu füllen. Loyalität hin oder her: eigentlich kann er das nicht mehr länger mit sich machen lassen.
Das stimmt schon - trotzdem fragt man sich: Warum eigentlich nicht?
Es bräuchte ja nur jemand den Mut zu haben und sagen: Stop!
Aber Mut haben Politiker ja eher selten.
Eröffnung 2014, voraussichtlich aber selbst im Sommer 2015 noch nicht... das heißt ja wohl, mit 323 Millionen ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht, es wird noch über Jahre weiter gebaut werden.
Okay, daß es *immer* teurer wird als veranschlagt, weiß jeder Bauherr. Aber eine derartige Differenz ist wirklich ein Armutszeugnis für alle Beteiligten.
Gibt es in Deutschland irgendein Projekt, das am Ende so viel gekostet hat wie bei Planungsphase und Baubeginn veranschlagt und angegeben wurde und wurde so ein Projekt zum anvisierten Zeitunkt auch fertig?
Egal ob Elbphilharmonie, Berliner Hauptbahnhof, Stuttgart 21, Berlin-Brandenburg-International-Airport, Berliner Stadtschloß, der einstige Transrapid, diverse Nuklearruinen und vieles mehr: stets sind es "politische Preise", die zu Anfang angegeben werden, damit die Projekte von den Parlamenten urchgewunken werden. Dann wird festgestell, mam hat dieses und jenes "vergessen", Löcher sind im Beton, der Sommer war zu heiß und der Winter zu kalt, der Regen zu naß, die Teuerrungsrate für Schrauben und Dübel war nicht vorhersehbar, der Betonmischwagen verbraucht zu viel Benzin und stand zu oft im Stau fest - Ausreden über Ausreden werden konstruiert, um die steigenden Kosten zu "begründen". Es ist immer das gleiche traurige und unwürdige Spiel. Und weil von Seiten der Politik den Leuten von Anfang an nicht der reine Wein eingeschenkt wird, werden die Leute immer Politikerverdrossen, steigt die Skepzis gegen Großprojekte und die politische Klasse wundert sich, warum sie so isoliert ist und ihr der raue Gegenwind ins Gesicht bläßt.
tja, da ist er nun, der Hamburger Mäusebunker. Fertig wird er nie, da brauchen wir noch einige Dagoberts...