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Eklat um Regisseur von Trier: Was bleibt, ist Melancholie

Wie? Was? Warum? Die meisten Besucher des Filmfestivals in Cannes wurden vom Ausschluss des Regisseurs Lars von Trier überrascht. Sie reagierten mit Bedauern und Verwunderung - zumal die Strafe für die dümmlichen Nazi-Frotzeleien des Dänen seltsam inkonsequent wirkt.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,763704,00.html
  1. #40

    ...

    Wenn man Herrn von Trier seinen "Ausrutscher" zugesteht, bitte. Dann sollte man den Organisatoren des Festivals in Cannes aber auch zugestehen, dass sie das nicht lustig finden und LvT nach Hause schicken. So einfach. Wozu die Aufregung? Aber immerhin hat die Presse was zu berichten (aufzubauschen?).
  2. #41

    |||||||||||||

    Zitat von Lichtgestalt1503 Beitrag anzeigen
    [..]Davon abgesehen ist es dringend an der Zeit, dass man (auch in Deutschland) über Hitler und Nazis blöde Witzte machen darf. Wie lange wollen wir noch vor Angst und Scham erzittern sobald die Wörter nur ausgesprochen werden?
    Tun wir den Nazis genau damit nicht viel zu viel "Ehre" an?
    Wer erzittert vor Angst und Scham ?
    Ein Projekt das die Bildsprache der Nazis gezielt nutzt um ihnen am Ende trotzdem tüchtig eins auf den Deckel zu geben (obwohl noch in Postproduction) wurde z.B. sogar mit deutschen Filmfördergeldern gedreht - und ist auch schon was Werbung angeht in Cannes am Start:
  3. #42

    ...

    Zitat von National-Oekonom Beitrag anzeigen
    Als politischen Fehler - jenseits der Ironie - muss allerdings die Erwähnung Israels angesehen werden.
    warum... er hat gesagt "israel nervt" nicht bombt sie weg...
    ich finde auch das griechenland nervt... und frankreich... USA soweiso... und die briten gehen mir schon seit jahren auf den senkel... die österreicher sind auch kaum noch zu ertragen und wie sich deutschland in der welt verkauft... der mantel des schweigens darüber wäre schöne allerdings nicht angemessen...
    und ja auch ich finde israel nervig... zumindest so lange wie sie hardliner wählen die scheinbar schon aus prinzip kein interesse daran haben diese region friedlicher zu gestalten... und ja... die palästinenser nerven mich übrigens auch...
    als aufzählung dann noch: iran, russland, brasilien, dänemark, schweden, schweiz, spanien, portugal,...

    und wer hier schon mit dem sprichwörtlichen St... im A... scheinbar als reifer mittvierzieger geboren ist... ne klar nie als kind oder jugendlicher randgruppenwitze gemacht... oder "schwul" als schimpfwort verwendet...
    gott was kannt ich viele judenwitze in meiner schulzeit...
    klar würde ich die heute nicht mehr erzählen... aber hat der man ja auch nicht... er hat sich bei ner seltsamen frage (die ja auch mit dem film mal gar nix zu tun hatte) in blödsinn reingebrabbelt... klar gehört ihm dafür auch auf die finger gehauen... aber er hat sich ja auch dafür entschuldigt... was ich übrigens als angemessen empfinde im gegensatz zu einigen kontra-PC-verfechtern hier...
    da hab ich eh immer den verdacht dass die so gegen political correctness sind weil sie selber gerne ihre rechten fantasien rausposaunen würden ohne dafür wie auch immer gearteten ärger zu bekommen... vor allem wenn es um PC im kontext mit dem 3. reich geht...
    was auch nicht verstehe; wie kann jemand der sich das video angesehen hat von einer bewußten provokation sprechen... in manchen artikeln bei SPON dazu bekommt man das gefühl das wäre von langer hand geplant gewesen...

    und wer mir jetzt wieder irgenden eine gesinnung an die stirn heften will...
    mir ist prinzipiell scheißegal welcher herkunft ein mensch ist oder welchem glauben er frönt...
    das einzige was mich interessiert: a...l... oder nicht...
  4. #43

    ...

    Zitat von Lichtgestalt1503 Beitrag anzeigen
    Doch, Cannes ist eine Veranstaltung für geisteskranke Selbstdarsteller!!! Haben Sie irgendeine Ahnung von der Filmbranche? Selbstdarsteller ist quasi Einstellungsvoraussetztung für fast alle Beteiligten....
    Darum geht es nicht...Die Witze darf man es längst...
    Hier einige Beispiele, die ich kenne:
    -Harald Schmidts toller Hitler-Parodie vor Paar Jahren in Anspielung auf den Film Untergang, bzw. Bruno Ganz
    -der Hitler-Gag mit Dieter Hallervorden
    -der Film "Mein Führer" mit Helge Schneider als Hitler
    -die Parodie auf Stromberg in "Switch", wo Michel Kessler, den Stromberg parodiert, aber als Hitler verkleidet
    -und da gab es schon vor 10 Jahren in "Wochenschow" die wöchentliche Sketche; "die Adolfs"...
    -oder die ziemlich harte Comedy von dem deutsch-jüdischen Comedians, Oliver Pollak...etc..
  5. #44

    Weg mit dem Normalen!

    Zitat von Lichtgestalt1503 Beitrag anzeigen
    Doch, Cannes ist eine Veranstaltung für geisteskranke Selbstdarsteller!!! Haben Sie irgendeine Ahnung von der Filmbranche? Selbstdarsteller ist quasi Einstellungsvoraussetztung für fast alle Beteiligten. Ich wette, wenn Sie eine Liste mit erfolgreichen Regisseuren aufstellen sind die gestörten deutlich in der Überzahl.
    Nicht unbedingt die erfolgreichen. Aber in der anerkannten Kunst sind gestörte Selbstdarsteller eigentlich durchweg vertreten, nicht nur beim Film.

    Was wäre die Kunst auch ohne sie? Dann gäbe es nur Justin Bieber, Dan Brown und Michael Bay ^^
  6. #45

    *

    Zitat von weghorn1 Beitrag anzeigen
    Der "Nazi-Vorwurf", der dem Lars Trier hier - selbstverständlich völlig zu Unrecht, wie hätte sonst der um Deutschlands Zukunft sich unendlich verdient gemachte Sebastian Haffner sein einmalig lehrreiches und richtiges Buch "Anmerkungen zu Hitler" veröffentlichen können/dürfen?! - gemacht wurde ist in Wirklichkeit eine Spielart des Antisemitismuskeule-Vorwurfs...
    Die argumentative Not muss groß sein, wenn Sie hier eine solch aberwitzige Parallele zwischen Lars von Trier und Sebastian Haffner herstellen. Der auch von mir überwiegend geschätzte Haffner hat sich zeitlebens um eine klare und unmissverständliche Sprache bemüht - eine Fertigkeit, die Herrn von Trier in schönster Regelmäßigkeit (will sagen, sobald er den Mund zum Sprechen öffnet) misslingt.

    Die Kritik an von Trier hat mitnichten mit der von Ihnen apostrophierten "sauberen Leinwand" zu tun, sondern mit den Realitäten im Europa des 21. Jahrhunderts. Und die sehen nun mal so aus, dass Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus sich auf dem Vormarsch befinden. Von Trier hätte seine (von mir unterstützte) Kritik an der israelischen Politik auch ohne sein völlig sinnfreies Hitler-Geschwätz anbringen können. Wenn er zu einer klaren und unmissverständlichen Aussage nicht in der Lage ist, sollte er besser den Mund halten.
  7. #46

    Na los

    Zitat von hrbnshtwq Beitrag anzeigen
    Der einzige wirklich schlimme Fehler von LvT war, sich zu entschuldigen. Langsam wird sie unerträglich, diese gleichgeschaltete, durch und durch humorlose political correctness, .....
    Dann erzählen sie uns doch ein paar Judenwitze, diese scheinen in ihrem verquasten Veständnis von Humor nicht ausreichend berücksichtig.
  8. #47

    Dank für die Rückmeldung

    Zitat von Hoppeditz Beitrag anzeigen
    Die argumentative Not muss groß sein, wenn Sie hier eine solch aberwitzige Parallele zwischen Lars von Trier und Sebastian Haffner herstellen. Der auch von mir überwiegend geschätzte Haffner hat sich zeitlebens um eine klare und unmissverständliche Sprache bemüht - eine Fertigkeit, die Herrn von Trier in schönster Regelmäßigkeit (will sagen, sobald er den Mund zum Sprechen öffnet) misslingt. (...)
    mich würde schon interessieren, von welcher "argumentativen Not" Sie sprechen, aber ich danke Ihnen für Ihre Kritik, gibt Sie mir doch die Gelegenheit, etwaige Missverständnisse auszuräumen.

    Wenn ich die Kritik an Herrn von Trier, richtig verstehe, dann entzündete sie sich doch in der Hauptsache daran, dass er meinte, er könne Hitler ein wenig "verstehen"?!

    Mit meiner "Parallele" jedenfalls wollte ich ausdrücken, dass Haffner jener - auch hier im Forum zu beobachtenden - Dämonisierung und Entmenschlichung Hitlers vorbildlich entgegengetreten ist, dass es also nicht nur legitim, sondern dass es auch, einer wissenschaftlichen Denkweise entsprechend, geboten ist, ein Objekt seines Erkenntnisinteresses - hier: Adolf Hitler - in seinen Verhaltensweisen zu "verstehen".

    Dass der Lars, wie Sie es richtig anmerken, die Sache mit dem "Verstehen" nicht so drauf hat, das ist nicht mein Thema, sondern wofür ich mich einsetze, dass ist - diesem Einzelfall übergeordnet - die Verteidigung des Art. 5 GG, demzufolge in Deutschland zumindest Äußerungen wie die des Herrn Triers nicht verboten sind.

    Da ich andererseits aber weiß, dass Kritik auf Kriterien beruhen sollte, die nicht alleine meinen persönlichen Interessen, sondern am besten den Normen meiner Bezugsgruppen entsprechen sollten - und für mich sind das die Normen des Grundgesetzes - so kritisiere ich die Cannes-Jury-Entscheidung von diesem Standpunkt aus, räume aber ein, dass man auch andere Standpunkte beziehen kann. Der Ausschluss des Herrn Trier sollte also auch nicht mein Thema gewesen sein.

    Sie werden vielleicht bemerkt haben, dass ich mich mit den Ansichten eines Foristen auseinander gesetzt habe, weil ich dessen Etikettierung des Herrn Trier als „geisteskranken Selbstdarsteller“ politisch als bedrohlich empfinde.

    Wenn Sie schreiben, „dass Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus sich auf dem Vormarsch befinden“, dann sehe ich – im Unterschied zu Ihnen – in Lars von Trier keinen Verursacher dieses Trends, weder in seinen Werken, die von diesen Kreisen mit Sicherheit als „entartete Kunst“ etikettiert und eliminiert werden, noch in seinen Äußerungen; doch als rechtspopulistisch habe ich die Einlassung des Foristen @eisfuchs interpretiert, nicht persönlich, sondern als „typische“ Masche der Delegitimierung und Diskreditierung eines Outseiders!

    Ich hoffe, mein Anliegen „verständlicher“ gemacht zu haben und freue mich über jede Kritik daran.
  9. #48

    Von Trier wurde nicht ausgeladen, weil er Antisemit ist.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie? Was? Warum? Die meisten Besucher des Filmfestivals in Cannes wurden vom Ausschluss des Regisseurs Lars von Trier überrascht. Sie reagierten mit Bedauern und Verwunderung - zumal die Strafe für die dümmlichen Nazi-Frotzeleien des Dänen seltsam inkonsequent wirkt.

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,763704,00.html
    Würde man Antisemiten ausschließen wollen, bliebe es doch keineswegs nur bei ihm... Man hat ihn ausgeschlossen, weil er sich antisemitisch geäußert hatte -aus welchen Beweggründen auch immer: Provokation, skurriler - und daran zweifelt doch niemand. Einigen wir uns einfach daran, dass er als Nichtantisemit sich antisemitisch geäußert hat. Hätte man ihn lassen sollen?
  10. #49

    *

    Zitat von weghorn1 Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, mein Anliegen „verständlicher“ gemacht zu haben und freue mich über jede Kritik daran.
    Danke Ihnen für Ihre Klarstellung, ich hatte die Historie Ihres Disputs mit dem Mitforisten nicht gelesen.

    Zitat von weghorn1 Beitrag anzeigen
    Mit meiner "Parallele" jedenfalls wollte ich ausdrücken, dass Haffner jener - auch hier im Forum zu beobachtenden - Dämonisierung und Entmenschlichung Hitlers vorbildlich entgegengetreten ist, dass es also nicht nur legitim, sondern dass es auch, einer wissenschaftlichen Denkweise entsprechend, geboten ist, ein Objekt seines Erkenntnisinteresses - hier: Adolf Hitler - in seinen Verhaltensweisen zu "verstehen".
    Zustimmung. Allerdings ist es aus meiner Sicht ein großer Unterschied, ob ein Autor sich auf 200 Seiten ausführlich und detailliert mit dieser Analyse beschäftigt, oder ob, wie geschehen, auf einer vom Boulevard dominierten Pressekonferenz drei wirre Sätze quasi off topic fallen. Lediglich einige provokante Thesen in den Raum zu stellen, ohne sie weiter auszuführen oder zu begründen, entspricht mitnichten wissenschaftlichen Denkweisen. Von Trier hätte wissen müssen, dass er sich nicht in einem Symposion, sondern in einer Mainstream-Pressekonferenz befand.

    Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass sich von Trier schlicht und einfach aufs Eis führen ließ. Schon die Journalistenfrage nach seiner vermeintlichen "Nazi-Ästhetik" war tendenziös und hätte nicht zugelassen werden sollen.

    Zitat von weghorn1 Beitrag anzeigen
    Dass der Lars, wie Sie es richtig anmerken, die Sache mit dem "Verstehen" nicht so drauf hat, das ist nicht mein Thema, sondern wofür ich mich einsetze, dass ist - diesem Einzelfall übergeordnet - die Verteidigung des Art. 5 GG, demzufolge in Deutschland zumindest Äußerungen wie die des Herrn Triers nicht verboten sind.
    Sie wissen, dass Art. 5 GG durch diverse Paragraphen des StGB seine Grenzen findet. Wer öffentlich seine Sympathie für einen der grausamsten Despoten der Neuzeit bekundet und gleichzeitig dessen Greueltaten verharmlost und relativiert ("Er hat einige falsche Dinge gemacht"), der verletzt die Würde der Opfer eklatant und befindet sich in bedenklicher Nähe von §130 StGB Abs.4.

    Zitat von weghorn1 Beitrag anzeigen
    Wenn Sie schreiben, „dass Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus sich auf dem Vormarsch befinden“, dann sehe ich – im Unterschied zu Ihnen – in Lars von Trier keinen Verursacher dieses Trends..
    Auch ich sehe in von Trier keinen Verursacher dieses Trends - allerdings hat er diesen Trend auf gefährliche Weise "bedient" und damit Reaktionen hervorgerufen, die man lieber nicht lesen würde. Udo Kier sagt z. B., "Er könne „mit Bestimmtheit sagen“, dass von Trier kein Nazi sei. „Genauso wenig wie er ein Jude ist."
    Natürlich ist von Trier kein "geisteskranker Selbstdarsteller", wie vom Mitforisten gesagt. Ich würde ihn auf den Sachverhalt bezogen eher naiv, oberflächlich und unsensibel nennen und mich den Worten seines Partners Peter Albæk Jensen von der Filmgesellschaft Zentropa anschließen, der über von Triers Außerungen sagte: „schwachsinnig und dämlich“.


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