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Eklat bei Nannen-Preis-Gala: "Bild" gehört dazu

Skandal beim Nannen-Preis! Drei Redakteure der "Süddeutschen Zeitung" lehnen die Auszeichnung ab, weil sie die Trophäe nicht mit "Bild" teilen wollen. Ist das mutig oder arrogant? Oder nur die Angst vor den eigenen Boulevard-Dämonen?

Streit über Henri-Nannen-Preis für "Bild"-Zeitung - SPIEGEL ONLINE
  1. #160

    Stimmt

    Auch für mich ist das die erste Kolumne von Jakob Augstein, der ich inhaltlich nahezu völlig zustimmen kann.

    Allerdings befürchte ich, dass ihm die selbstkritische Distanz fehlt, einzugestehen, dass dieser Satz von Antje Vollmer:

    "Das Abstandsgebot zwischen der Darstellung eines Sachverhalts in seriösen Blättern und dem Kampagnenstil des Boulevards wird zunehmend missachtet."
    ............ inbesondere auch zunehmend für den Spiegel (und noch in viel höherem Maß für SPON)gilt. Ich vermisse in den meisten Artikeln die notwendige Distanz zwischen Nachricht und Kommentar - zwischen tatsächlich zu transportierendem Inhalt und dessen Interpretation.

    Die Süddeutsche Zeitung steht dem mittlerweile kaum nach. Insofern ist es schon skurril, wenn gerade die Redakteure der SZ sich als Bewahrer der journalistischen Ethik aufspielen.
  2. #161

    Zitat von Augstein
    Wandel durch Annäherung gilt immer für beide Seiten.

    Dem Leser ist das wohl gleichgültig.
    Oh nein, ganz und gar nicht. Ich denke ich bin nicht der einzige, der sich wünscht, dass z.B. auch Spiegel-Online sich nicht so sehr dem Bild-Publikum anbiedert; z.B. finde ich die reißerischen Überschriften der Artikel oft ziemlich überflüssig - aus jeder kleinen Meldung wird gleich eine Sensation.
  3. #162

    Biedermann und die Brandstifter

    Wie schrieb Herr Augstein doch: "Wandel durch Annäherung gilt immer für beide Seiten." Woher hat er nur die Erkenntnis, daß das IMMER so sein soll? Is das ne Art Naturgesetz? Aber zumindest im Falle von BILD und Spiegel scheint es zuzutreffen: Den Laptop muß man bei der Lektüre von Spiegel-Online bald waagrecht halten, damit das Blut nich rausfließt und wenn es mit den Preisen und Lobhudeleien so weitergeht, dann erscheint die BILD demnächst noch mit Feuilleton :-D Die BILD als "Intelligenzblatt" für den modernen Akademiker? Sorry, Herr Augstein, aber haben Sie da nich gewaltig in den Müll gegriffen?

    Die BILD hat auch schon früher deutsche Geschichte nach Kräften mitgestaltet, lange bevor sie von diversen Ex-Kanzlern wie Schröder und Co. hoffähig gemacht wurde. Mit ihren üblen Hetz-Kampagnen gegen Andersdenkende wie die 68er-Studenten, wie gegen Rudi Dutschke und Heinrich Böll - um nur ein paar zu nennen - war sie stets die Speerspitze der deutschen Dreckschleudern. Und dieses Blatt wird jetzt mit einem Preis geehrt? Dazu fällt mir nur noch die Geschichte vom "Biedermann und den Brandstiftern" ein. Und der Sohn des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein schleppt die "Benzinkanister"! Na dann Prost!
  4. #163

    Abfalleimer Forum

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Skandal beim Nannen-Preis! Drei Redakteure der "Süddeutschen Zeitung" lehnen die Auszeichnung ab, weil sie die Trophäe nicht mit "Bild" teilen wollen. Ist das mutig oder arrogant? Oder nur die Angst vor den eigenen Boulevard-Dämonen?

    Streit über Henri-Nannen-Preis für "Bild"-Zeitung - SPIEGEL ONLINE
    Das Fazit des Jakob Augsteins-Beitrages ist so stimmig wie auch erschreckend real.
    Er sagt nichts anderes, das "Bild" nicht mehr reines Schweineblatt ist, fuer welches es frueher stand, sonderen sich aus diesen duesteren Niederungen nach oben wegbewegt hat.
    Stimmt.
    Zugleich sagt er auch, dass praktisch alle Medien, darunter dann auch jenes seines Ziehvaters und fuer welches auch er selber schreibt, sich runterbegeben hat.
    Stimmt auch.
    Was also ist also das hoechst Unbehagliche an dieser stimmigen Analyse?
    Die causa selber.
    Was fuer eine spiessige, unkreative, unkritische mainstream-Gesellschaft entwickelt sich hier? Extreme Standpunkte und Lebensweisen, sowie deren Gehoersverschaffung sind unabdingbare Vorraussetzungen, kreativ die unterschiedlichsten Evolutionsmoeglichkeiten auszutesten.
    Auch auf dem Felde der Wahrnehmung oeffentlichen Bewusstseins.

    Wenn das fehlt und offenbar fehlen solche Medien nach der Beobachtung Jacob Augsteins, ohne dass er es erwaehnt oder gar bedacht hat bei der Verfassung seines Beitrages, sollten sich aber moeglichst viele alarmiert fuehlen!
    Oder ist es schon zu spaet dafuer? Weil die Alarmierten keine Medien mehr finden, die darueber noch kommentieren moegen? Weil die Medien Angst haben, Klickraten zu verlieren?
    Ist der Abfalleimer Forum nur noch das letzte und einzige Medium, in dem mal was rumoren soll?
  5. #164

    Konstruktiv?

    Zitat von Europa! Beitrag anzeigen
    Die Bild-Zeitung trägt inzwischen sowohl konstruktiv als auch kritisch zur Meinungsbildung in Deutschland bei. Neben den von Herrn Augstein erwähnten Beiträgen möchte ich auch an die Aufklärung des Gorch-Fock-Skandals erinnern. Das Verhalten der SZ-Redakteure war dünkelhaft und vollkommen unangemessen.
    Das Verhalten der SZ-Redakteure war herzerfrischend und vollkommen angemessen.

    Ein Medium, das (bis vor kurzem) täglich eine fast nackte Frau auf Seite 1 abbildet, sich aber darüber mokiert, wenn in der ARD im Abendprogramm ein Penis zu sehen ist, kann ich nicht ernst nehmen.

    Und die Affäre Wulff hat dieses Medium doch selbst inszeniert: Wulff ist doch nur deshalb so steil gegangen, weil dieses Medium damit gedroht hat, sein gestörtes Verhältnis zu seiner Halbschwester öffentlich zu machen... eine ganz große journalistische Leistung! *applaus*

    Sachverhalte, die das Verhalten der SZ-Redakteure rechtfertigen, gibt es zuhauf. Sie hier alle aufzuführen, sprengt den Rahmen.
  6. #165

    Die SZ war früher anders

    Zitat von blitzunddonner Beitrag anzeigen
    bild ist keine zeitung. bild ist ein meinungsorgan.
    Diese Feststellung gilt umso mehr auch für die SZ. Was da Tag für Tag und Prantl für Prantl ("Der Salafismus gehört zu Deutschland" – Salafisten und Rechtsextreme in Deutschland - Zwei Extreme, die sich ähneln - Politik - sueddeutsche.de ) für ein GESINNUNGSJOURNALISMUS aufgetischt wird, geht auf keine Rotationspresse. Alle politischen Themen werden (fast) ausschließlich unter der rotgrünen Brille (linkes Sehfeld rot, rechts grün) reproduziert, ob STU 21, Islam, Erneuerbare, usw., alles in der Wolle eingefärbt.

    deswegen kann ich sie verstehen, die sz-redakteure.
    Ja ja, ich auch, aber anders als Sie.
  7. #166

    Die SZ war früher anders

    Zitat von dr.bayreuth Beitrag anzeigen
    Die SZ-Redakteure brauchen sich nichts auf ihr Blatt einzubilden. Soo sensationell ist die Süddeutsche nun auch wieder nicht: verquarste Sprache, Überheblichkeit, dazu Ignoranz und oft sehr einseitige Recherche, von zahlreichen Rechtschreibfehlern ganz zu schweigen.
    Ich kenne die SZ nun schon lange Zeit und stellte vor ein paar Jahren genau das fest, was Sie hier sagen. Seit zwei Jahren habe ich das Abo auf Freitag-Samstag verkürzt, da schreiben häufiger die lesbaren Leute.
    Ich habe das Vergnügen, im selben Haus (bei einem anderen Verlag, der im Gegensatz zur SZ schwarze Zahlen schreibt) zu arbeiten und die Damen und Herren zu erleben, sei es schlicht im Aufzug oder bei unvermeidlichen Konferenzen. Und ich kann bestätigen: Mindestens jede/r zweite der SZ-Leute ist ein, entschuldigung, arrogantes A...loch.
    Ihr sich wiederholender Aufzug-/Konferenzeindruck bildet sich 1:1 auch in den Texten ab.
  8. #167

    Die SZ

    Zitat von wadoe2 Beitrag anzeigen
    wie Linke mit Andersdenkenden umgehen.
    Wieso Vorgeschmack?
    Wir schmecken doch schon seit Jahren diese unsäglichen "Tugendterror", wie sogar ein SZ-Journalist diese Zustände treffend genannt hat, und der dafür von der hörigen SZ-Lesergemeinde böse abgestraft wurde.
  9. #168

    optional

    man muss wohl sagen, dass hr. augstein leider recht hat. wenn der preis nicht für die zeitung, sondern für die sache verliehen wird, haben sie es sich auch verdient. auch wenns weh tut.
  10. #169

    BILD gehört nicht dazu!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Skandal beim Nannen-Preis! Drei Redakteure der "Süddeutschen Zeitung" lehnen die Auszeichnung ab, weil sie die Trophäe nicht mit "Bild" teilen wollen. Ist das mutig oder arrogant? Oder nur die Angst vor den eigenen Boulevard-Dämonen?

    Streit über Henri-Nannen-Preis für "Bild"-Zeitung - SPIEGEL ONLINE
    Nein, Bild gehört nicht dazu! Ein Blatt, das fortgesetzt Kampagnen-Journalismus betreibt und Menschen in den Tod treibt, darf nicht salonfähig gemacht werden. Da ändert auch die Seligsprechung des Gründers nichts. Und Journalisten-Preise kann man sich inzwischen auch schenken - in Zeiten von PR-Journalismus. Der Journalismus ist tot. Mausetot.


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