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Eizellen-Rechtsstreit: Witwe darf Kind ihres toten Mannes austragen

Ines S. will ein Kind von ihrem verstorbenen Ehemann. Sie verklagte eine Klinik, weil die Ärzte ihr die Herausgabe der befruchteten Eizellen verweigerten. Jetzt hat die 29-Jährige Recht bekommen.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...693518,00.html
  1. #40

    Kindeswohlgefährdung??

    Zitat von Wavebreaker26 Beitrag anzeigen
    Die Frau handelt eigensinnig. Dieses Kind wird sein Leben lang mit der Bürde leben müssen, dass es die letzte Erinnerung an den verstorbenen Vater ist. Grausige Vorstellung.
    Aha, und wie eigensinnig handeln demnach dann Väter, die lebensgefährlichen Berufen nachgehen (Bps.: Bundeswehrsoldat)?
  2. #41

    re: unnatürlich

    Zitat von My2Cents Beitrag anzeigen
    Ich finde die künstliche Befruchtung generell fragwürdig. Entweder ein Paar kann Kinder natürlich bekommen oder eben nicht. Wenn nicht, dann halt nicht.
    Künstliche Befruchtung als fragwürdig zu erachten ist ihr gutes Recht. Ihre Interpretation über das was natürlich ist kann ich leider nicht nachvollziehen. Und ich wünsche ihnen ernsthaft, dass sie nie darauf angewiesen sind eine künstliche Befruchtung in Betracht zu ziehen

    Zitat von My2Cents Beitrag anzeigen
    So, wie es jetzt ist, wird das Kind wahrscheinlich gleich mit einem Gendefekt geboren, der es dem Kind womöglich ebenfalls verwehrt, eigene Kinder zu bekommen.
    Ich glaube nirgends gelesen zu haben, dass die Begründung des Gerichts eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Gendefekten war. Ich denke auch, wenn dies der Fall wäre gäbe es bereits ein Gesetz gegen künstliche Befruchtungen. Soviel ich weiß ist bei einer künstlichen Befruchtung lediglich die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsgeburt erhöht. Alles andere ist nahezu gleich wahrscheinlich im vergleich zu einer natürlichen Befruchtung. Aber was weiß ich schon.

    Zitat von My2Cents Beitrag anzeigen
    Der Wunsch nach einem eigenen Kind ist natürlich nachvollziehbar. ...aber um diesen Preis? Meine Ziege hätte auch gerne einen langen Schwanz. Den bekommt sie aber trotzdem nicht, auch wenn sie noch so gerne einen hätte. Ist eben so. Es gibt Milliarden anderer Menschen auf der Welt, die natürlich Kinder gebären können. Einige davon werden sogar zur Adoption freigegeben, weil's schon zu viel wird. Da kann man auf das eine oder andere gern mal verzichten, finde ich.
    Wenn man eine künstlich Befruchtung machen läßt, geht es in den wenigsten Fällen, um die Kinder anderer Leute. Im übrigen ja der Wunsch nach einem Kind ist natürlich. Die Umsetzung um jeden Preis ein "eigenes" Kind zu zeugen ist genauso natürlich. Es ist nichts unnatürliches daran alle zur Verfügung stehenden Hilfsmethoden dafür zu nutzen.
    Ganz im Gegenteil es wäre unnatürlich darauf zu verzichten.

    Zu ihrer Ziege: Was für einen evolutionären Nutzen hätte sie von einem längeren Schwanz? Und wenn sie einen wissen vllt sollten sie, sie dann in ihrem Wunsch unterstützen. Ansonsten ist das ein echt schlechter Vergleich, danke.


    Zum eigentlichen Thema:
    Ich beglückwünsche die Witwe zu diesem Urteil. Auch wenn ich die Situation äußerst fragwürdig finde. Einen mehrjährigen Kampf darum Schwanger zu werden bestreitet man immer zu zweit und so denke ich auch, dass es ganz im Sinne ihres Mannes war alle Chancen dazu zu nutzen. Ich drücke die Daumen das es klappt.
  3. #42

    Ethik ist weit hergeholt

    Zitat von tomkater Beitrag anzeigen
    Diese "Mein Bauch gehört mir" Mentalität, mit der Leben kurzerhand zum persönlichen, frei verfügbaren Eigentum erklärt wird, finde ich einfach nur widerlich. Die gleichen Leute, die jetzt auf ein Recht des Kindes auf Leben pochen, würden die Eizellen zu einem 'Zellhaufen' umdeklarieren, wenn es um die Rechtfertigung von Abtreibungen ginge. Immer so, wie es gerade am Besten passt. Ethische Bedenken - wozu, ist doch mein Eigentum.
    Und wo sehen Sie ethische Bedenken?

    Frau trifft Mann, Mann und Frau wollen Kinder. Soweit nicht unethisch. Mann und Frau können auf dem rein natürlichen Weg keine Kinder bekommen, also hilft die Medizin weiter. Ist das für Sie ein Problem? Für mich nicht.

    Natürliche Auslese und ähnliche Radikaltheorien gibt es, klar. Ich konnte mich damit nie anfreunden weil wenn mich im Wald ein Fuchs beisst möchte ich bitte behandelt werden und die Tollwut überleben statt mit dem Gedanken an 'natürliche Auslese, ist halt so' abzutreten.

    Mann gestorben, schade drum aber passiert. Sollte man in diesem Fall nicht überbewerten. Beide wollten ein Kind. Das Justitia nicht die schnellste ist darf kein Argument sein der Frau den Kinderwunsch zu verwehren.

    Es ist ja nicht so als wäre dem Mann das Sperma mit Gewalt noch am Umfallort abgenommen worden. Die beiden haben sich 6 Jahre redlich bemüht (und hoffentlich viel Spass dabei gehabt).

    Wo genau sehen Sie jetzt das Problem? Meinen Sie wirklich Kinder leiden je nach Erklärung

    x Ich weiss nicht wer Dein Vater ist
    x Dein Vater ist in der Hochzeitsnacht gestorben
    x Du bist adoptiert
    x Ich habe Dich durch künstliche Befruchtung bekommen

    mehr oder weniger? Ich persönlich glaube das nicht, kann mich aber selbstredend irren, und denke das es wie fast immer am Kind und seiner Erziehung liegt.

    Künstliche Befruchtung ist ein bisschen wie das Internet. Ältere Semester haben damit mehr Probleme und unbegründete Ängste als die jüngeren. Zeiten ändern sich, Verständnisse auch und Kinder sind nicht halb so sensibel und empfindlich wie sie denken :) Wir haben 3, ich weiss relativ genau wovon ich rede.
  4. #43

    Viel Glück dieser Familie !

    Eine Freundin verlor ihren Ehemann bei einem Arbeitsunfall als die gemeinsame Tochter gerade mal 5 Monate alt war. Das Mädchen ist inzwischen eine sehr fröhliche Achtjährige, die den neuen Lebensgefährten (der übrigens noch eine mittlerweile 12-jährige Tochter mitgebracht hat) der Mutter Papa nennt, OHNE ihren erzeugenden Papa je zu vergessen, da meine Freundin und ihr Lebenspartner den Verstorbenen für die Kleine immer präsent halten. Das Mädchen ist überhaupt nicht traumatisiert oder verhaltensgestört oder was auch immer einige hier polemisch unterstellen wollen.

    Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass das Kind ein absolutes Wunschkind wird und damit mehr Liebe erfährt als viele andere ehelich geborene Kinder oder andere, die in Beziehungen aufwachsen, die völlig zerüttet sind und wo sich die Eltern, "der Kinder wegen" nicht trennen. Wobei ja nicht gesagt ist, dass die betroffene Dame ihr ganzes weiteres Leben allein bleiben wird.

    Ich wünsche ihr viel Glück und alles Gute und viel Kraft.
  5. #44

    .....

    Zitat von tomkater Beitrag anzeigen
    Diese "Mein Bauch gehört mir" Mentalität, mit der Leben kurzerhand zum persönlichen, frei verfügbaren Eigentum erklärt wird, finde ich einfach nur widerlich. Die gleichen Leute, die jetzt auf ein Recht des Kindes auf Leben pochen, würden die Eizellen zu einem 'Zellhaufen' umdeklarieren, wenn es um die Rechtfertigung von Abtreibungen ginge. Immer so, wie es gerade am Besten passt. Ethische Bedenken - wozu, ist doch mein Eigentum.
    Sie sprechen von ethischen Bedenken? Solange es nicht untersagt werden kann aus ethischen Bedenken, Frauen an der Zeugung von Kindern zu hindern, darf es auch keine ethischen Bedenken geben, wenn die Frau über ihre Fortpflanzung bestimmt.

    Ich persönlich halte auch nichts von "künstlicher" Befruchtung, aber es ist trotzdem eine Art der Selbstbestimmung. Lieber gibt es künstlich erzeugte Kinder die aufgrund der Schwierigkeiten geliebt werden, statt Kinder die gezeugt werden und dann verhungern dürfen.

    Kleine Nebenfrage: sind sie ein Mann?
  6. #45

    ....

    Zitat von brigitta b. Beitrag anzeigen
    Der Begriff "Eigentum" im Zusammenhang mit einem Kind ist so was von daneben!
    Das habe ich nicht gesagt, geschrieben und gemeint.
    Sie hat sich nicht das "Kind" erstritten oder, sondern das Eigentum an der Befruchteten Eizelle. Ja und die Eltern sind Eigentümer der Eizellen und nur weil der eine nicht mehr da ist, mußte sie sich das erstreiten.

    ich befürchte aber, dass auf dem Kind später ungeheure Belastungen ruhen werden
    Sie interpretieren dies bereits als negativ. Wissen sie welche immensen Hürden eine Frau aufnehmen muss um eine künstliche Befruchtung durchzuführen. Das ist kein Spaziergang und eine Frau die sich zu diesem Ablauf entschließt, hat sich ganz klar für ein Kind entschieden mit aller Konsequenz.
  7. #46

    .

    Zitat von fraunicole Beitrag anzeigen
    Solange es nicht untersagt werden kann aus ethischen Bedenken, Frauen an der Zeugung von Kindern zu hindern, darf es auch keine ethischen Bedenken geben, wenn die Frau über ihre Fortpflanzung bestimmt.

    Natürlich darf es die geben, schließlich geht es um das Leben des (ungeborenen) Kindes, über das frau nicht nach gutdünken walten darf.

    Zitat von fraunicole Beitrag anzeigen
    Lieber gibt es künstlich erzeugte Kinder die aufgrund der Schwierigkeiten geliebt werden, statt Kinder die gezeugt werden und dann verhungern dürfen.
    Künstliche Befruchtung ist kein Garant für Liebe. Alltagsprobleme machen auch davor keinen halt.


    Zitat von fraunicole Beitrag anzeigen
    Kleine Nebenfrage: sind sie ein Mann?
    Die Frage sollte der Nickname beantworten.
  8. #47

    nix

    Zitat von nichtWeich Beitrag anzeigen
    Da hat sich die Natur wohl was dabei gedacht!
    Die Natur denkt nicht, sie selektiert.
  9. #48

    Titel

    Dieses Kind wurde von beiden Partnern gewollt, d.h. die Frau erfüllt somit den Wunsch ihres Partners mit. Dass der wahrscheinlich nicht mit seinem Tod gerechnet hat, spielt keine Rolle. Es gibt auch keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass er in diesem Fall das Kind abgelehnt hätte, denn was sollte er dagegen haben, dass ein Teil von ihm weiterlebt. Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was gegen die Austragung spricht. Beruhigenderweise hat das Gericht auch so entschieden. Viel Glück für die Mutter und eine hoffentlich erfolgreiche Schwangerschaft!
  10. #49

    Natürlich?

    Zitat von hausmeister hempel Beitrag anzeigen
    Die Natur denkt nicht, sie selektiert.
    Evolution ist nicht nur Selektion.

    Die Frage bleibt aber, ob die Frau ihre Probleme bei der natürlichen Empfängnis an die Kinder weiter vererbt und in wie weit eine Gesellschaft das mittragen muss. Andererseits muss unsere Gesellschaft ja auch Dinks ertragen.

    Daher wünsche ich der Mutter noch viel Erfolg bei ihren Versuchen.


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