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Einzelkämpfer an der Uni: Hilfe, wir vereinsamen

Norbert EnkerHaaaallo, ist da jemand? Jedes Semester drängen Massen an die Uni - doch viele Studenten finden keinen Anschluss. Forscher vermuten, dass es noch nie so viele einsame Seelen auf dem Campus gab wie heute. Drei Jungakademiker erzählen aus ihrem Leben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...841460,00.html
  1. #1

    Liebe arme Studenten,

    ... es gibt sie noch, die direkte, verbale Kommunikation - einfach mal weniger Emails oder SMS schreiben und auch mal vom Smartphone Display schräg nach oben schauen, da sind sie eure Mitmenschen aus Fleisch und Blut, vollkommen analog und ansprechbar.
  2. #2

    ...

    "Ich war die einzige Mutter in meinem Studiengang", erzählt sie. "Sobald die anderen gehört haben, dass ich einen Sohn habe, waren sie distanzierter." Viele Kommilitonen hätten sich regelmäßig zu Kneipentouren nach Dortmund oder Münster verabredet, da sei sie aber nie dabei gewesen.

    Als ob Paare mit Kindern nicht umgekehrt genauso ausgrenzend wären, wenn sie in der Überzahl sind. Da wird dann auf einen Single auch keine große Rücksicht genommen. Da drehen sich die meisten Gespräche dann auch über die Kinder, Kindererziehung, das eigene Häuschen usw.

    Es ist völlig natürlich, wenn Menschen leichter mit anderen Menschen in Kontakt kommen, weil diese dieselben Lebensumstände teilen. Wenn man da rausfällt, liegt es an einem selbst, den Kontakt herzustellen. Oft genug liegt es auch nur daran, daß man selber nie den Anschein von Interesse erweckt, daß man auch sonst keinen small-talk betreibt, sich gegenseitig aushilft, einfach nur aus Spaß an der Gemeinschaft zusammen essen geht usw. Und vor allem, bloß nie etwas wirklich zum Ausdruck bringen. Schön vor sich hin schweigen und hoffen, die anderen müssten doch mitkriegen, wie man sich fühlt. Tun sie nicht. Müssen sie auch nicht.

    Jeder ist seines Glückes Schmied. Gilt fürs Unglück ganz genau so.
  3. #3

    Kann ich bestätigen!

    Allerdings ist das meiner Erfahrung nach leider, leider ein deutsches Phänomen. Um auch meinem Vorposter zu antworten, das ist meistens keine Frage der sozialen Kompetenz, Schüchternheit oder mangelden Willens. Geschweige denn Handys oder Smartphones.. die werden höchstens als Ablenkung rausgeholt wenn es schon zu schlimm geworden ist. ;-)

    Es ist hier sehr schwer in bestehende Gruppen hineinzukommen.. wenn man nicht von Anfang an eines Studiums Anschluss an eine Gruppe findet, über die man dann evtl. wieder andere Gruppen kennenlernt hat man es schwer. Es herrscht hier keine Offenheit, kein aufeinander zu kommen. Schon gar nicht auf Einzelpersonen. Spiegelt sich auch bei Erasmusstudenten wieder.. die sind meistens unter sich, Kontakte zu Deutschen gibt es in der Regel wenig. Und das liegt nicht an ihnen, sondern meistens an den Deutschen. Wie gesagt, eigene Erfahrung, bin selbst Deutscher und war ziemlich engagiert bei studentischen Gruppen z.B. für Erasmusstudenten. Hab das sehr deutlich mitbekommen.
  4. #4

    optional

    ...si ist es halt mit dem Individualismus. Sportverein und Mannschaftssport sind ja auch aus der Mode gekommen. Jeder rennt mit Stöpsel im Ohr durch die Gegend oder in die Fitnessbude. Patchwork-Familien sind keine blutsverwandten Strukturen und Enzelappartements keine WG.
  5. #5

    Schön wär's

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Haaaallo, ist da jemand? Jedes Semester drängen Massen an die Uni - doch viele Studenten finden keinen Anschluss. Forscher vermuten, dass es noch nie so viele einsame Seelen auf dem Campus gab wie heute. Drei Jungakademiker erzählen aus ihrem Leben.

    Einsame Studenten erzählen von ihrem Uni-Leben - SPIEGEL ONLINE
    Wie gerne wäre ich Einzelkämpfer!
    Wie gern würde ich auf diese unsäglichen Gruppenarbeiten verzichten, wo man sich als einzige den Hintern für aufreißt um Kommilitonen mitzuschleifen, die lieber 24/7 "Party machen" und sich einen Dreck um Absprachen und Verabredungen scheren!
  6. #6

    jo mei..

    Wenn Savita und Co. es nicht schaffen, in der Masse Anschluss zu finden, Ihr Einsamkeitsgefühl in abendlichen Mensabesuchen zelebrieren wollen und sich generell überfordert und vereinsamt in der weiten Welt fühlen, dann gehören sie eben auf die Couch und nicht an die Uni.
  7. #7

    Studium ist eben mehr als Wissenserwerb.

    Und das war auch schon immer so. Ein junger Mensch, der studiert, entwickelt sich, macht Umwege und Fehler, lernt neue Menschen und Einflüsse kennen. Zumindest war das einmal so, als das unverschulte Studium für so etwas noch Zeit liess..
  8. #8

    Aktiv werden

    Es ist mir ein Rätsel, wie man an der Uni so richtig vereinsamen kann. Wenn man es tatsächlich schafft, im eigenen Studiengang so überhaupt keinen Anschluss zu finden, sollte man das als (angehender) Akademiker schon mal analysieren und hinterfragen, wo die Ursachen liegen könnten. Darüber hinaus gibt es an nahezu allen Unis dermaßen viele Angebote, wo man in Kontakt kommen kann, dass selbst ein extrem anonymes Studienfach (Jura? div. Geistenwissenschaften? bei Naturwissenschaftlern, Medizinern oder Ingenieuren sitzt man sich zwangsläufig in den ganzen (Labor-)Praktika dicht auf der Pelle und lernt sich manchmal über ein Semester hinweg besser kennen, als einem lieb ist...) nicht mehr als Grund taugt:
    - Hochschulsport
    - die konfessionellen Hochschulgemeinden
    - politische Hochschulgruppen
    uvm.

    Aus meiner Uni-Erfahrung, die nun schon etwas zurückliegt, kann ich nur feststellen: um wirklich zu vereinsamen muss man sich schon aktiv abkapseln.

    Vielleicht hilft es auch, mal die Ortswahl zu hinterfragen. München, Köln, Hamburg, Berlin etc. sind vielleicht "cool", aber eben auch riesig. Es gibt so viele kleinere Unistädte, in denen es sich manchmal sogar viel besser studieren lässt, weil alles übersichtlicher ist und man nicht viel Zeit mit Pendeln vergeudet, wo man sich nach ein paar Semestern vielleicht sogar etwas mehr Anonymität wünscht, damit man nicht bei *jedem* Gang in die Innenstadt mind. 10 Bekannte trifft... ;-)

    In der Mensa bzw. Cafeteria kann man sich ja auch einfach mal zu passend erscheinenden Grüppchen an den Tisch dazuhocken. Kaum irgendwo anders im Leben wird man auf so viele kontaktfreudige Menschen treffen wie an einer Uni, gerade in den niedrigeren Semestern...
  9. #9

    Mich wundert

    es ehrlich gesagt auch, dass es immer heißt, die Masterplätze wären knapp!
    Von welchen Studiengängen sprechen wir denn da genau?
    Ich habe mir auch das ganze Bachelorstudium Gedanken darum gemacht, keinen Masterplatz zu bekommen, da es überall hieß, die gäbe es nur für 50% der Absolventen.
    Ich habe mich auf einen (!) Master beworben und wurde angenommen.
    Und das war kein Programm, wo ich von meiner Uni durchgewunken wurde, weil ich da schon 3 Jahre zuvor studiert habe, sondern mit zweistufigem Auswahlverfahren inkls. Auswahlgespräch.
    Wie soll es denn erst werden, wenn die Leute in 3 Jahren fertig sind?

    Und zum Kennenlernen: Wenn man gemeinsame Seminare hat, oder Blockveranstaltungen, Exkursionen...Da kommt man doch ins Gespräch!
    Ist mir schleierhaft, wie Leute da keine anderen Leute kennenlernen, wenn es nicht an Schüchternheit oder Autismus liegt!


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