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Einreiseverbot wegen Gedicht: Wie Grass Israels Rechte bedient hat

DPAGrass hat Israels Regierung eine Steilvorlage geliefert - um von den wirklich wichtigen Debatten abzulenken, meint der Historiker Moshe Zimmermann. Das Einreiseverbot für den Dichter ist absurd. Die Auseinandersetzung muss im Feuilleton stattfinden. Nicht in der Politik.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...826354,00.html
  1. #370

    Subtext.

    Zitat von Samuel Tischler Beitrag anzeigen
    Ich lege das mal in Normaldeutsch auseinander:

    Israel gefährdet den Weltfrieden.

    (Subtext: Nicht der Iran gefährdet den Weltfrieden)

    Wir Deutsche helfen den Juden dabei, ein unverzeihliches Verbrechen zu begehen, das schon im Anmarsch ist.

    (Subtext: Gefahr im Verzug. Deutsches Volk, erhebe dich, Sturm brich los!)

    So liest sich das "ekelhafte Gedicht" (Reich-Ranitzcki) in Israel.

    Verstehen Sie das? Oder wollen Sie es vielleicht gar nicht verstehen?
    Wer bereitet denn einen Angriffskrieg vor, sind das etwa verkappte Iraner in Tel Aviv? Ist die fünfte Kolonne Irans in Israel ähnlich vorlaut wie der ZdJ in Deutschland?
    Daß das Gedicht ekelhaft sein soll, kann schon sein- aus Ihrer Sicht.
    Für die überwiegende Zahl der unbeeinflußten Menschen stehen da nachdenkenswerte Wahrheiten.
    Die mögen Sie aber nicht so gern hören...
    Verstehen Sie das wenigstens?
  2. #371

    Ein Dichter wird demontiert

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Grass hat Israels Regierung eine Steilvorlage geliefert - um von den wirklich wichtigen Debatten abzulenken, meint der Historiker <i>Moshe Zimmermann</i>. Das Einreiseverbot für den Dichter ist absurd. Die Auseinandersetzung muss im Feuilleton stattfinden. Nicht in der Politik.

    Einreiseverbot wegen Gedicht: Wie Grass Israels Rechte bedient hat - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Grass hat mit allem, was er sagt recht!! Es ist nicht das erste mal, dass ein Dichter in diesem deutschen Land ungerechtfertigt kritisiert wird. 1819 erschien West-östlicher Divan. Die sog. Intellektuellen kritisierten und Zerrissen seine Gedichte, weil sie sie nicht verstanden. Nur H. Heine war klug genug, gegen den Strom zu schwimmen: Er hat dieses Werk als berauschendsten Lebensgenuss gelobt. Ich habe den Eindruck, dass manche intellektuelle heute auch mit dem Strom schwimmen, ohne den Sachverhalt richtig zu kennen. Es täte gut, wenn mutige Zeitungsmacher und Intellektuelle nicht mit dem Strom schwimmen würden. Trotz und gerade wegen der jüngsten deutschen Geschichte. Die Reaktion des israelischen Innenministers ist mehr als absurd.
  3. #372

    Einverstanden!

    Zitat von Samuel Tischler Beitrag anzeigen
    Wann kam Nassar an die Macht? Wann kam Chomenei an die Macht? Wann begann die Intifada? Wann erklärte Achmadi vor versammelter Mannschaft, daß er die feste Absicht habe, Israel auszulöschen?

    All diese "arabischen Nächte" vergingen, ohne daß Israel einen einzigen Finger rührte.

    Wie wäre es, wenn wir beide mal den Ball schön flach halten würden?
    Spielen wir den Ball flacher.

    Sie (und auch ich) schreiben hier kritische Beiträge. Dafür werden wir kritisiert, was uns veranlasst wieder und wieder zu kritisieren. Kritik, Gegenkritik, Gegenkritik ... und wir kommen uns nicht näher.

    Meine Frage ist nun, ob wir uns überhaupt näherkommen wollen bzw. was müssten wir tun um uns näher zu kommen, so dass wir am Ende vielleicht sogar eine win win Situation haben.

    Meiner Meinung nach ist die Situation im Nahen Osten ähnlich.

    Ich verurteile vor allem die Hardliner in der Israelischen Regierung. Ich glaube nicht, dass mit diesen Leuten ein Frieden, welcher mehr als die Abwesenheit von Krieg ist, zu machen ist. Ich bezweifle, dass ein fairer Frieden möglich ist.

    Wie weit können Sie mir da zustimmen?
  4. #373

    Pauschalisierungen

    Es wird im Artikel davor gewarnt, Pauschalisierungen vorzunehmen, wie "die Juden" und "die Israelis"... Aber diese sind ja bekanntlich nicht die Einzigen. Man beachte mal, in welch primitiver Weise zuweilen "die Deutschen", besonders in gewissen englischen Blättern, pauschalisiert werden. Wir kennen das also auch...

    Im Übrigen geht es bei Grass nicht um "die Israelis", sondern um die Politik der aktuellen Regierung Netanjahu.
  5. #374

    Zitat von 4qfghei3pers Beitrag anzeigen
    Schöne Antwort, nur sinnentleert.
    Sagen Sie bitte, an welcher Stelle Grass Unrecht hat.
    Doch wohl nur mit der befürchteten Auslöschung des iranischen Volkes.
    Alles andere hat Hand und Fuß.
    Nichts hat bei Grass Hand und Fuß. In diesem "Gedicht" ist jede "Strophe" eine Verdrehung der Wahrheit.

    Zitieren Sie bitte eine einzige Strophe (es sind neun), die man mit etwas gutem Willen stehen lassen könnte.
  6. #375

    Wer am Schalthebel sitzt

    Zitat von jokra Beitrag anzeigen
    abgesehen davon das ich zum einen nicht denke, dass in diesem forum zensiert wird und ich zum anderen schon der meinung bin, dass grass den ultra-rechten munition gegeben und damit seinem anliegen keinen gefallen getan hat, finde ich Ihren beitrag sehr gut.
    spricht mir im großen und ganzen aus der seele.
    Wer am Schalthebel sitzt, der kann die veröffentlichte Meinung manipulieren.
    Man hört ja schon mal von Sperren, weil ein Kommentar wohl zu deutlich war.
    Wer die Gleichschaltung gegen Grass erlebt hat, kann in die Medien kein Vertrauen mehr setzen.

    Im übrigen bin ich der Meinung, daß Grass mit seinem Text (Gedicht kann man das nicht nennen) der Welt einen großen Gefallen getan hat.
    Den rechten Falken in Israel wurde die Maske der friedliebenden, auf Koexistenz bedachten Regierung vom Gesicht gerissen.
    Nicht durch den Text von Grass, sondern mit ihrer geifernden Reaktion, die jedes vernünftige Maß an Anstand weit überschritten hat. Wer so niederträchtig auf ein paar Worte reagiert, der zeigt, wie er wirklich denkt.
    Das ganze Friendensgeschwafel war Maske und Heuchelei.
    Das hat jetzt selbst der letzte Deutsche erkannt.
  7. #376

    Zitat von 4qfghei3pers Beitrag anzeigen
    Wer bereitet denn einen Angriffskrieg vor, sind das etwa verkappte Iraner in Tel Aviv? Ist die fünfte Kolonne Irans in Israel ähnlich vorlaut wie der ZdJ in Deutschland?
    Daß das Gedicht ekelhaft sein soll, kann schon sein- aus Ihrer Sicht.
    Für die überwiegende Zahl der unbeeinflußten Menschen stehen da nachdenkenswerte Wahrheiten.
    Die mögen Sie aber nicht so gern hören...
    Verstehen Sie das wenigstens?
    Der ZDJ ist also eine fünfte Kolonne, womöglich des Weltjudentums? Ihnen ist mal wieder die Maske verrutscht. Nehmen Sie sie doch am besten ganz runter, sie brauchen Sie doch eh nicht mehr.
  8. #377

    Zitat von 4qfghei3pers Beitrag anzeigen
    Wer bereitet denn einen Angriffskrieg vor, sind das etwa verkappte Iraner in Tel Aviv? Ist die fünfte Kolonne Irans in Israel ähnlich vorlaut wie der ZdJ in Deutschland?
    Daß das Gedicht ekelhaft sein soll, kann schon sein- aus Ihrer Sicht.
    Für die überwiegende Zahl der unbeeinflußten Menschen stehen da nachdenkenswerte Wahrheiten.
    Die mögen Sie aber nicht so gern hören...
    Verstehen Sie das wenigstens?
    Ich habe aus Ihrem Beitrag vor allem gelernt, daß der ZdJ (Zentralrat der Juden) "vorlaut" ist.

    "Vorlaut" ist ein interessanter Ausdruck. Man könnte auch die Gewerkschaften als "vorlaut" bezeichnen, oder die Bischofskonferenz, oder den BUND, oder den Arbeitgeberverband, oder Terre des Hommes. - Aber nein: "Vorlaut" in D sind immer noch die Rest-Juden.

    Mannomann!

    Da hat der gute Grass ja eine schöne Mannschaft hinter sich versammelt.
  9. #378

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Grass hat Israels Regierung eine Steilvorlage geliefert - um von den wirklich wichtigen Debatten abzulenken, meint der Historiker <i>Moshe Zimmermann</i>. Das Einreiseverbot für den Dichter ist absurd. Die Auseinandersetzung muss im Feuilleton stattfinden. Nicht in der Politik.

    Einreiseverbot wegen Gedicht: Wie Grass Israels Rechte bedient hat - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Damit meint Herr Zuckermann Israel.

    In Deutschland muss die Auseinandersetzung im Feuilleton stattfinden, weil sie in der Politik nicht stattfinden darf - und nicht stattfinden kann.

    Es gibt zu viele, die darauf sofort ihr fauliges Süppchen kochen.

    Dieses Tabu ist zwar einerseits schädlich für die Meinungsfreiheit.
    Andererseits aber auch nötig - auch fast 70 Jahre nach dem Ende der Nazi-Herrschaft sitzt das braune Gedankengut noch auf dem Sprung.

    Nicht wenige Sarrazin Jünger springen auf den Grass-Zug auf.

    Zum Grass-Gedicht Moshe Zuckermann:
    ...
    Denn Angelpunkt des gesamten Problems der Existenzbedrohung Israels ist nicht die von den in periodischen Gewaltausbrüchen verwendeten Waffen ausgehende Gefahr, sondern der Nahostkonflikt mit seinem Herzstück, dem historischen Territorialkonflikt von Israelis und Palästinensern.

    Wer nicht begreifen will, dass die Bedrohung Israels durch die Saddam Husseins und die Ahmadinedschads der Region in erster Linie durch den (noch) ungelösten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern erst eigentlich möglich wird, muss sich vorhalten lassen, dass sein Gerede über die Existenzbedrohung Israels, gar über eine Israel drohende „zweite Shoah“ manipulativ-ideologischen Charakters ist.

    Aber genau darin übt sich die israelische Politik schon seit Jahrzehnten:

    Israel will den Frieden mit den Palästinensern nicht, denn dieser ist ohne Abzug aus den besetzten Gebieten nicht zu haben; es betreibt ganz gezielt und intensiv die Besiedlung palästinensischen Landes, unterjocht dabei die Bewohner und bedient sich perfidester Ideologisierung dieses Grundumstands, indem es seine eigene Nichtbereitschaft zum Frieden auf die von ihm unterdrückten und geschundenen Palästinenser projiziert.

    Von einer Symmetrie kann dabei nicht die Rede sein:
    Israel beherrscht ja das, was einzig zum Ausgangspunkt eines Friedensabkommens genommen werden kann; in Israels Hand ist es, ein solches Abkommen real voranzutreiben.

    Israel will dies aber nicht ..."
    Was auch noch gesagt werden muss! | Zeitfragen

    Herr Moshe Zuckermann ist Jude. Alles, was gegen ihn gesagt wird, muss also unter dem Verdacht des Antisemitismus betrachtet werden.
  10. #379

    Zitat von 4qfghei3pers Beitrag anzeigen
    Wer am Schalthebel sitzt, der kann die veröffentlichte Meinung manipulieren.
    Man hört ja schon mal von Sperren, weil ein Kommentar wohl zu deutlich war.
    Wer die Gleichschaltung gegen Grass erlebt hat, kann in die Medien kein Vertrauen mehr setzen.

    Im übrigen bin ich der Meinung, daß Grass mit seinem Text (Gedicht kann man das nicht nennen) der Welt einen großen Gefallen getan hat.
    Den rechten Falken in Israel wurde die Maske der friedliebenden, auf Koexistenz bedachten Regierung vom Gesicht gerissen.
    Nicht durch den Text von Grass, sondern mit ihrer geifernden Reaktion, die jedes vernünftige Maß an Anstand weit überschritten hat. Wer so niederträchtig auf ein paar Worte reagiert, der zeigt, wie er wirklich denkt.
    Das ganze Friendensgeschwafel war Maske und Heuchelei.
    Das hat jetzt selbst der letzte Deutsche erkannt.
    Diese Demaskierung war auch für
    diese heftigen Reaktionen verantwortlich.
    Es ist wie mit des Kaisers neuen Kleidern.
    Gleichzeitig wurde aber auch bei uns, ein Teil
    des verlogenen politischen Lebens und der
    Medien blossgestellt.

    So still und heimlich wie bisher, werden deutsche
    Atom-Uboote in Zukunft wohl nicht mehr
    an Israel zum Nulltarif verschachert werden können.
    Auch deshalb möchte man Grass denunzieren.








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