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Einreiseverbot wegen Gedicht: Wie Grass Israels Rechte bedient hat

DPAGrass hat Israels Regierung eine Steilvorlage geliefert - um von den wirklich wichtigen Debatten abzulenken, meint der Historiker Moshe Zimmermann. Das Einreiseverbot für den Dichter ist absurd. Die Auseinandersetzung muss im Feuilleton stattfinden. Nicht in der Politik.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...826354,00.html
  1. #310

    Zitat von Samuel Tischler Beitrag anzeigen
    Lebt Sloterdijk in Israel? Im Grenzgebiet? Ist sein Haus schon beschossen worden? Haben seine Kinder im Garten gespielt, als die palästinensischen Do-it-yourself-Raketen einschlugen? Fragen über Fragen!

    Nein. Es ist unklar, wieviele Wohnsitze Sloterdijk in Karlruhe, Frankfurt, New York, Wien oder sonstwo hält. Eines aber ist klar: Keiner dieser Wohnsitze liegt im Kriegsgebiet!

    Umso besser philosophiert und dichtet es sich. Grass und Sloterdijk sind genau die Kategorie alter Männer, die alles besser wissen, obwohl sie keinerlei Erfahrung vorzuweisen haben.
    Welcher Wohnsitz qualifiziert sie denn Herr Tischler und welches Alter vor allem, um mitreden zu können?
  2. #311

    Zitat von alfredoneuman Beitrag anzeigen
    Wer auf solche Ideen kommt, würde sich auch sicher darüber freuen, wenn Achmedinejad den Friedensnobelpreis bekommt.
    Wieso nicht.
    Im Gegensatz zu Obama hat sein Land seit
    Ewigkeiten kein anderes Land überfallen.
    Und Obamas USA. Fast jedes Jahr ein Überfall
    auf ein anderes Land.
    "An ihren Taten werdet ihr sie erkennen".
    So gesehen hätte Herr Achmedinejad den Friedensnobel-
    preis mehr verdient als Herr Obama.
  3. #312

    Wäre doch gut so!

    Zitat von gantern Beitrag anzeigen
    Da erscheint ein Gedicht, generalstabsmäßig geplant,
    gleichzeitig in der Süddeutschen, der italienischen Zeitung la Repubblica u.a..

    Diese Vorgehensweise zeigt, hier hat nicht der greise Günter Grass aus
    Versehen provoziert. Nein, hier hat ein Team planvoll agiert.

    Ein Journalistenteam hat sich einen Coup ausgedacht und den Alten in
    den Garten geschickt, um das passende Peom dazu zu fertigen.
    Und wenn es so wäre, dann sollte die Welt sich darüber freuen, dass es auch noch solche Journalisten gibt, denn durch ihre Initiative ist es gewissen israelischen Politikern hoffendlich etwas schwerer geworden den Iran bombardieren zu lassen.
  4. #313

    Zitat von Marbot Beitrag anzeigen

    Sicher ist, daß diese Generation, wenn sie in der entsprechenden Umgebung aufgewachsen ist, den Antisemitismus mit der Muttermilch aufgesogen hat und so etwas wird man nicht mehr los. Ebenso, wie eine Jahrtausende alte, (überwiegend christliche) Tradition, die Juden an den Pranger zu stellen, zu verleumden, zu beschimpfen, zu verfolgen, zu entrechten und gar vernichten zu wollen - was unseren Eltern und Großeltern ja beinahe gelungen ist -, an niemandem spurlos vorbeigegangen sein kann, der in diesem unserem Kulturkreis aufgewachsen ist. An den Nichtjuden ebenso wenig wie an den Juden. Dieses Erbe kann man mit dem Verstand erkennen, es analysieren, ablehnen, aber wirklich los werden nicht so schnell. Der Bauch reagiert sehr, sehr viel langsamer als der Kopf.
    Mag schon sein, aber Sie vergessen eines: Auch die Christen wurden jahrhundertelang verfolgt, vertrieben und ermordet- und werden es im Nahen Osten auch heute noch. Auch die Deutschen wurden in den 40er und 50er Jahren vertrieben und ermordet, wo immer man welche finden konnte. Ich rede nicht davon, ob man diese Reaktion der Massen nachvollziehen oder sogar verstehen kann, denn die passende Ausrede für so ein barbarisches Verhalten wird jeder finden, wenn er lange genug danach sucht. Die Deutschen wollten damals den totalen Krieg- und sie haben ihn bekommen: Und für diese naive Neugier oft mit dem Leben, meistens zumindest mit dem Verlust naher Verwandter, Besitz und privater Vermögen für die Entscheidungen der Nazi-Administration in Berlin bezahlen müssen. Heute sind die Deutschen den Krieg leid und sie mahnen eben nicht trotz der Nazi-Zeit, sondern gerade WEGEN der Nazi-Zeit. Und weil man ähnliches Leid anderen Menschen ersparen möchte. Der israelische Staat ist einer der jüngsten moderneren Staaten weltweit - und in seiner Entwicklung noch auf dem Level eines störrischen Teenagers, der sich keine schlauen Sprüche derjenigen anhören möchte und nicht den gut gemeinten Rat jener aktzeptiert, die bereits wissen, wovon sie reden.

    Auch die Deutschen haben sich einst leicht getan, vom totalen Krieg zu schwärmen- bis er eines Tages vor ihrer Tür stand.
  5. #314

    Zitat von spiekla Beitrag anzeigen
    Aber ja doch: Die Vertriebenen sprechen Israel das staatliche Existenzrecht ab und nehmen für sich das Recht auf Partisanenkrieg in Anspruch. Da ist nichts neues wie man sich erinnert bei Jugoslawien, Apartheids-Südafrika, DDR usw.. Die An- und Aberkennung von staatlicher Existenz funktioniert heute nicht mehr durch Selbstproklamation des neuen Staates, sondern der Ab-Anerkennung durch die Weltgemeinschaft. Hier liegt die Krux der Nahostlösung. Sobald sich die USA von Israel abwenden, werden sich schnell UN Mehrheiten finden, die dem Kriegsherd dort ein Ende setzen.
    Sie haben ja irre Vorstellungen. Es wurden in Folge des verlorenen Krieges, ca. 14 Millionen Deutsche vertrieben. Würden die vertriebenen Sudetendeutsche, Schlesier, usw. sowie deren Kindeskinder, ständig Polen und Tschechien terrorisieren, würde es heute in Europa anders aussehen, aber vor allem in Deutschland.

    Auf Ihre absurde Interpretation des Völkerrechts muss man gar nicht erst eingehen. Im übrigen, können Sie Israel auch sein Existenzrecht absprechen, darauf laufen Ihre Vorstellungen ja hinaus.
  6. #315

    Es hat sich etwas verändert.

    Zitat von l.augenstein Beitrag anzeigen
    Worüber beschwert Israel sich überhaupt? Fast die gesamte westliche politische und mediale Welt fällt über Grass her, verleumdet ihn und interpretiert den von ihm veröffentlichten Text in mehr als befremdlicher Art und zeigt damit wieder ein Mal, dass Israel politische Narrenfreiheit genießt!
    Und wahrscheinlich wird dieser Beitrag wieder nicht veröffentlich, weil auch SPON auf dieser Welle reitet!
    Er wurde im Forum veröffentlicht und noch zig andere äußerst kritische Beiträge zu Israel. Sie scheinen die neue Diskussionsfreiheit noch nicht mitbekommen zu haben. Sie war auch überfällig, sonst wäre jede Spiegel-Kritik an der Zensur in autoritär regierten Staaten (Russland, China,...) unglaubwürdig. Grass Gedicht hat hier bei uns damit einen ersten Erfolg. Und wenn der Abbau der Einseitigkeit der Medien-Kommentare Fortschritte macht, verliert Grass natürlich auch seinen bisherigen Märtyrer-Bonus, weil jeder Journalist verbal auf ihn eindreschen konnte, ohne dass er Hilfe von anderen Journalisten bekam.
  7. #316

    Zitat von Samuel Tischler Beitrag anzeigen
    ...........

    Ich wünschte, Grass würde endlich schweigen, oder wenigstens in Demut Gedichte schreiben, die den Namen verdienen.
    Ist durchaus verständlich, das Wahrheiten weh tun
    und man sie am Besten gar nicht hören möchte.
    Aber selbst wenn er schwiege, was er gottlob nicht tut,
    könnte man seine Meinung auch an jeder Ecke im
    Internet nachlesen.
    Die offizielle Politik und deren Sprachrohre, haben
    ihren Alleinvertretungsanspruch in Sachen Information,
    durch das Internet doch längst verloren.
  8. #317

    Zum vorgeblichen "Antisemitismus":

    Nicht bei allen, aber bei einigen, die so gerne den Antisemitismus als Vorwurf einsetzen, verbirgt sich dahinter m.M.n. einfach:
    Zu vielen Ungerechtigkeiten auf der Welt existieren Nutznießer. Diese sagen dann:
    Nicht das Unrecht ist das Problem, sondern daß Leute sich dagegen wehren - das ist Terrorismus. Oder daß überhaupt darüber gesprochen wird - das ist Antisemitismus. (man muß diesen Begriff dazu nur beliebig erweitern)
  9. #318

    Na,

    Zitat von MiniDragon Beitrag anzeigen
    Was wollen Sie damit sagen?
    Ich bin nicht sicher, aber ich glaube er stellt sich die Frage, wieso ein einziges Volk im Verlauf seiner Geschichte immer wieder derart aneckt, daß es zu Progromen und schlimmeren gekommen ist.

    Es gibt etliche Völker, die keinen eigenen Staat haben. Kurden, Zigeuner (ja, Zigeuner nennen sie sich selber), Sorben, sind nur einige, es gibt weltweit viele davon.
    Auch die Juden zählten bis 1949 zu dieser Gruppe, hatten keinen eigenen Staat.

    Aber fast alle anderen Völker konnten sich irgenwie arrangieren, lebten mehr oder minder in Eintracht mit dem Land, in dem sie lebten.
    Bei den Juden sah es meist anders aus, sie konnten sich nie so recht in das Gefüge einbringen.
    Warum das so ist, weiß nicht mal ein bekannter israelischer Jude, der meinte, irgendwas sei an seinem Volk, denn es könne nicht sein, daß alle anderen Völker am Unglück in der Geschichte der Juden Schuld seien.
  10. #319

    Da fragt sich wohl mancher, der lesen kann

    Zitat von itsamadworld Beitrag anzeigen
    Je größer der Maulkorb, desto größer der Diskussionsbedarf !

    Ich würde mir für Deutschland nur halb so viel Selbstbewußtsein
    wünschen wie es die israelische Regierung für sich in Anspruch
    nimmt.
    Welche Partei mögen der wohl wählen?

    Ja auch in Deutschland gibt es Parteien und parteiähnliche Gruppierungeni, welche in der gleichen Liga wie die Schas - Partei und die Partei des ehemaligen Türstehers Liebermann spielen .








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