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Einreiseverbot wegen Gedicht: Wie Grass Israels Rechte bedient hat

DPAGrass hat Israels Regierung eine Steilvorlage geliefert - um von den wirklich wichtigen Debatten abzulenken, meint der Historiker Moshe Zimmermann. Das Einreiseverbot für den Dichter ist absurd. Die Auseinandersetzung muss im Feuilleton stattfinden. Nicht in der Politik.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...826354,00.html
  1. #190

    Und ewig grüßt das Murmeltier

    Zitat von Biegel Beitrag anzeigen
    Lächerlich! An Grass' Stelle wäre mir das sowas von egal, das können sich die israelischen Politiker gar nicht vorstellen. Und ich bin gewiss kein Antisemit.

    Dass man immer gleich in der Form beschimpft wird, wenn man mal wagt, etwas gegen Israel zu sagen, macht alles sehr unsympathisch. Mit ihrer Antisemitenkeule glauben sie, Kritik unterdrücken zu können. Aber das ist ein Trugschluss. Damit provozieren sie nur, dass man sich abwendet, wenn auch ohne was zu sagen.

    Berechtigte Kritik muss erlaubt sein, und zwar an jedem Staat, der Krieg forciert und unterstützt, ob das jetzt nur Iran, Israel oder USA ist - oder Deutschland mit seinen Waffenlieferungen.

    Wie sagte Jesus: Den Friedfertigen wird die Welt gehören.
    Ihr Kommentar ist von genauso wenig Sachkenntnis getrübt wie das Gedicht von grass.
    Wie oft muss eigentlich noch betont werden, dass Kritik an Israel zulässig, notwendig, und im Übrigen auch angebracht ist, etwa an der Siedlungspolitik.
    Die Debatte um die Politik ist gerade in Israel besonders lebhaft, ich erinnere nur an die peace-now-Bewegung und die Warunung von Dagan Meir (ehemals Mossad-schef) und vieler anderer vor einem Angriff auf Iran.
    Deshalb ist die Behauptung, Israel wolle das iranische Volk auslöschen einfach unglaublich. Ich unterstelle Herrn Grass dabei eine Äußerung wider besseresWissen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass er über die politische Entwicklung und Deabtte über den ganzen Komplex nicht auf dem Laufenden ist.
    Trotzdem hat der Kommentator Herrr Zimmermann recht: das Ganze auf eine politische Ebene zu heben ist einfach zuviel der Ehre.
    Ein Lob der Bundesregierung: Jedem seine Meinungsfreiheit, aber auch der Regierung die Freiheit, sich nicht zu äußern (sinngemäß zitiert).
  2. #191

    Danke

    für die sehr klare und eindeutige Darstellung des Problems. Meine aufrichtige Hochachtung.
  3. #192

    Wer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Grass hat Israels Regierung eine Steilvorlage geliefert - um von den wirklich wichtigen Debatten abzulenken, meint der Historiker <i>Moshe Zimmermann</i>. Das Einreiseverbot für den Dichter ist absurd. Die Auseinandersetzung muss im Feuilleton stattfinden. Nicht in der Politik.

    Einreiseverbot wegen Gedicht: Wie Grass Israels Rechte bedient hat - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    den Satz 'Die Juden sind unser Unglück' in Zusammenhang mit Grass' Gedicht bringt, disqualifiziert sich selbst als Historiker und als ernstzunehmender Diskussionsteilnehmer. Mehr ist zu Zimmermann nicht zu sagen.
  4. #193

    Danke, Herr Moshe Zimmermann

    Zitat von SPON
    ...Dem Frieden einen Bärendienst erwiesen

    Grass hat dafür der israelischen Politik mit seinem Gedicht die ideale Vorlage geliefert. Und die Reaktion aus Jerusalem zeigt, wie groß der Bärendienst ist, den Grass der Sache des Friedens erwiesen hat...
    Was soll dieser Beitrag von Moshe Zimmermann denn eigentlich aussagen? Da werden Grass Vorwürfe gemacht, er hätte die israelische Kriegstreiberpolitik nicht offen kritisieren dürfen, weil jetzt die Rechte dort Aufwind erhält - aber die sind doch schon an der Macht dort! Wenn die es sind, die den Frieden gefährden ("...wie groß der Bärendienst ist, den Grass der Sache des Friedens erwiesen hat..."), dann hat Grass doch absolut Recht, wenn er sich vor deren Handeln fürchtet. Wenn die jetzt, nachdem davor gewarnt wurde, genauso weiter machen und dafür bei den nächsten Wahlen auch noch einen Stimmenzuwachs erhalten würden - was soll man als Außenstehender denn dann von diesen Wählern denken?

    Moshe Zimmermann hat mit seinen Gedanken hier zugegeben, dass der Frieden in dieser Region offenbar durch die israelische Rechte gefährdet wird - erst recht, wenn sie sogar noch an Stimmen in Wahlen zulegen könnten.
  5. #194

    *

    Zitat von wrxsti Beitrag anzeigen
    Grass hat seine Ziele erreicht.

    1.) Beginnende Diskussion über den unkontroliierten Atommachtsstatus Israels
    2.) In Folge (hoffentlich) eine Diskussion über die unmenschliche Siedlungspolitik der Israelischen Regierung
    Ein weiteres der von Grass erreichten Ziele besteht sicherlich auch darin, dass die von Deutschland an Israel gelieferten atomsprengkopffähigen Dolphin-U-Boote ins öffentliche Bewusstsein gerückt wurden. Ich empfinde es als skandalös, dass gerade Deutschland massenvernichtungswaffenfähiges Militär-Equipment an Israel liefert.
  6. #195

    "Die Deutschen sind unser Unglück"

    Zitat von 4711_please Beitrag anzeigen
    Schweigen müssen Sie nicht, aber auf stereotype Hülsen wie "Die Juden sind unser Unglück" können Sie doch schon verzichten, oder? Warum müssen Sie sich da so kontrollieren? Ist der kategorische Imperativ nicht eine deutsche Tugend? Was würden Sie sagen, wenn die Polen oder Franzosen seit Jahrhunderten und heute immer wieder das Stereotyp "Die Deutschen sind unser Unglück" hervorbringen würden? Oder anders gesagt, es gehört sich nicht, seinem Gesprächspartner erst "du Arschloch" zu sagen, um ihm anschließend Moral zu predigen. Das Problem scheint dabei zu sein, dass den Leuten gar nicht auffällt, dass sie verbal ungeheuer aggressiv sind. Vermutlich gehört das zum Verdrängungsmechanismus dessen, was historisch vorgefallen ist.
    war aus damaliger französischer Sicht leicht verständlich. Dann wurde an der Verbesserungen der Beziehungen lange und intensiv gearbeitet. Die Palestinenser waren der Meinung "Die Juden sind unser Unglück" - und sind es leider geblieben. Ich behaupte, dass dieser Konflikt immer länger und weiter ausstrahlt auf den Weltfrieden, sodass dieses Unglück exportiert wird. Ich sehe den Konflikt wie einen eisenenen Vorhang gegenüber unseren Beziehungen zur arabisch- muslimischen Welt, die vorher besser waren.
  7. #196

    Zitat von binonline Beitrag anzeigen
    Wen bedroht Israel?
    Die ganze Welt.
  8. #197

    Wie der alte Grass Israels Rechte entlarvt hat

    Man hätte glauben können, das, was Grass gesagt hat, würde einfach zur Kenntnis genommen und gut ists. Zumal er kein Politiker ist und seine Meinung rein privater Natur ist.
    Weit gefehlt. Israels Rechte wurde durch die eigenen Reaktionen sowas von demaskiert, daß nun jeder weiß, wie es wirklich im angeblich einzigen demokratischen Land in Nahost vorgeht.

    Die rechten Falken fühlten sich enttarnt, ihr langjähriges Friedensgerede wurde als das erkannt, was es ist, Heuchelei.

    Es ist Grass zu verdanken, daß dieses Thema mal öffentlich diskutiert wird, wenn er auch einen hohen Preis zahlt.

    Was aus Israel und auch aus deutschen veröffentlichten Quellen (nicht zu verwechseln mit der freien, öffentlichen Meinung) kommt, zeigt, daß man Israel nicht kritisieren darf.
    Getroffene Hunde bellen, und deshalb ist die Reaktion auf Grass genau das, als was es sich entpuppt hat: Schäbige Verleumdung (SS, Nazi, Antisemit, senil usw.) und vorauseilender Gehorsam unserer gleichgeschalteten Medien.
    Spätestens jetzt weiß jeder Bürger, wie es wirklich zugeht bei uns.
  9. #198

    Lieber Hamburgeralsterjung, selbst wenn Marcel R-Ranicki die Auslöschungsabsicht...

    ...wiederholt, bleibt sie - schlicht unwahr.

    Sie wird ständig von allen, auch von jenen, die es besser wissen müßten, und erst recht von jenen, die wir getrost der Hardliner-Ecke zurechnen können, wiederholt und wiederholt.
    Grad so, als ob sie an einem überaus erfolgreichen OHROPAX-Dauerversuch teilnehmen würden, um ihr klägliches Einkommen aufzubessern.

    Dabei war das falsche Zitat Ahmadinedschads (diesmal richtig geschrieben?? Lern ichs langsam?) in seiner Rede 2005 schlicht ein Übersetzungsfehler, - blöderweise: der iranischen - Pressestelle.
    Irgendwann ist das dann auch zu uns hier vorgedrungen, nämlich 2008 / 2009.
    (Erinnert mich stark an irgendwelche amerikanischen Schauspieler, deren "neue Filme" grad in unsere Kinos kommen, und wenn man dann ein Interview mit Ihnen sieht, müssen Sie seit dem Film um Jahrzehnte gealtert sein. Soviel zur Dauer der Nachrichtenübermittlung in unserer hochtechnisierten Zeit..)

    Nur dieser EINE Link:
    Mahmud Ahmadinedschad - Holocaustleugner mit Heiligenschein - Bild 1 - Politik - sueddeutsche.de

    Aber am Anfang dieses ,neusprech: THREADS, finden Sie von anderen Foristen mehr.

    Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob nicht einige, die - m.M. bewußt - immer wieder die Unwahrheit zur Wahrheit münzen wollen, dies in der Absicht tun, daß sie irgendwann damit Erfolg haben.
    Müssten wir das aus unserer unseligen Vergangenheit nicht schon kennen ??

    Unter Umständen werden SO Kriege angezettelt.
    Das darf UNTER KEINEN UMSTÄNDEN PASSIEREN !


    Daß mich, wegen dieses "Briefes" an Sie, nächstens wieder die Keule
    eines Kerls mit dem schönen Namen "notpacifist" oder so ähnlich,
    DARAN habe ich mich mittlerweile gewöhnt.
    Aber nach dem Mittagsschlaf bin ich wieder regeneriert und fit wie ein Turnschuh!

    Grüße aus dem Wilden Südwesten,
    Hummel Hummel !
    W.

    Zitat von hamburgeralsterjung Beitrag anzeigen
    Ich glaube, Grass wollte darauf aufmerksam machen, dass auch Israel einen Teil zur Eskalation der Konflikte selber beiträgt. Leider hat Israel zumindest für diese These mit dem Einreiseverbot prompt den Beweis geliefert. Irgendwie schon bemerkenswert, was Kunst bewirken kann.


    Die Politik hat in diesem Konflikt ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion verloren und merkt nicht, dass auch die Demokraten einen Anteil an der Eskalation haben. Grass hat ihnen den Spiegel vorgehalten, die Sache aus einem anderen Blickwinkel erläutert. Das ist eine wesentliche Aufgabe der Kunst.

    Leider war wohl auch Herr Grass mit zu viel Emotionen dabei, das war sein Fehler. Das Gedicht verkennt dadurch zu sehr die Tatsache, dass der Iran eine Auslöschungsabsicht Israel verfolgt - das ist ja nun allgemein bereits gesagt worden (z.B. durch Marcel Reich-Ranicki).

    Wer klug ist, sucht nach versöhnlichen und konstruktiven Worten. Vielleicht sollte ein bisschen Ruhe einkehren. Das Einreseverbot kann ja in bald zurückgenommen werdenn und ein Dialog könnte folgen. Wäre das nicht toll?
  10. #199

    Grass ist 84 Jahre alt und er will sowieso nicht nach Israel kommen. Das hat er schon vor 40 Jahren entschieden, als er bei einem Besuch im Land mit Tomaten beworfen wurde. ..
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...Einreiseverbot wegen Gedicht: Wie Grass Israels Rechte bedient hat - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

    Werter Herr Zimmermann,

    man könnte aufgrund Ihrer Zeilen meinen, dass Sie mit Herrn Grass gesprochen und er Ihnen genau das, was Sie hier behaupten, mitgeteilt hätte.
    Haben Sie mit ihm auch über dessen Gedicht und Ihr Verständnis und Ihre Bedenken diskutiert?

    Dann können Sie mir vielleicht sagen, wie Ihre Aussage zu der von G. Grass passt, wenn er schreibt:

    ...dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will, ...?

    Und viele andere Fragen an Sie habe ich noch. Eine davon ist:

    Wie erklären Sie, dass G. Grass, obwohl er Mitglied der Waffen-SS war, vor 40 Jahren in Israel einreisen konnte und ihm dies jetzt, wo er ausdrücklich nicht Israel (im Allgemeinen)schon gar nicht DIE Juden kritisiert, sondern ganz speziell und unmissverständlich die ATOMMACHT (d.h. die über die Atomwaffen Macht Habenden!) Israel:

    „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden? ...

    untersagt wird?








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