Einkommensdebatte: Amerika verhöhnt die armen Reichen

AFPWall-Street-Banken haben ihren Mitarbeitern die Millionen-Boni gekürzt. Ein Betroffener klagte jetzt öffentlich über sein hartes Los - und machte sich damit landesweit zum Gespött. Denn das Lamento kommt zu einer Zeit, in der so viele US-Familien in Armut leben wie zuletzt vor zwanzig Jahren.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...818772,00.html
  1. #210

    ohne

    Zitat von pepe_sargnagel Beitrag anzeigen
    Nachdem ich nun wirklich viele Beiträge gelesen hab muss ich anmerken, dass eine absolute Obergrenze beim Gehalt keinen Sinn macht.
    Wenn eine Obergrenze nicht möglich ist, so sollte diese in Form von Steuern o.ä. so weit abgesenkt werden, dass genug Geld für diejenigen abgezweigt werden kann, die es bitter nötig haben. Und mit bitter nötig meine ich keine Faulenzer. Warum bin ich dieser Meinung? Weil niemand aus eigener Kraft Millionen bzw. Milliarden verdienen kann. Stets wird ihm das System und das Umfeld dabei geholfen haben. Es gibt einfach Einkommen, wenn man von diesen 80 % wegsteuert, bleibt immer noch ein Haufen übrig. Wenn ich höre, dass in einem superreichen Land wie Deutschland immer noch Kinderarmut existiert, dann ist das eine Schande. Wenn es bei uns immer noch Tafeln gibt, frage ich mich, weshalb ist das so? Wenn man oberhalb einer Million Barvermögen 80 % besteuert, kann noch jeder Mensch sehr gut davon leben und trägt dazu bei, dass auch andere Menschen in seinem Land, die es genauso verdienen wie er, besser leben können.
    Ich rede nicht von der sozialen Hängematte. Es soll nichts verschenkt werden. Aber exorbitante Vermögen haben in einem sozialen Staat nichts zu suchen. Die Schere darf offen sein, aber nicht so weit. Im übrigen - das sagte ich schon an anderer Stelle - kann man sich immer nur mit den Verhältnissen im eigenen Land vergleichen, nicht mit der ganzen Welt.
  2. #211

    Zitat von Diskutant_EF Beitrag anzeigen
    Dass der Einzelne spart, wenn die Gesellschaft bestimmte Dienstleistungen bündelt ist natürlich auch meine Überzeugung. Natürlich gibt's das nicht für 100 Euro im Monat Aufschlag, es kostet schon ein Vielfaches.
    Doch, für den Einzelnen schon. Wenn 10 Leute 100 Euro mehr zahlen, die komplett in die Schulen gehen, aber nur 2 Leute davon Kinder haben, geht die Rechnung für den mit den Kindern auf. Dass die Rechnung nicht für ALLE direkt aufgehen kann, ist klar. (Indirekt vielleicht schon - gut ausgebildete Kinder, die einen Job bekommen und später ihrerseits Steuern zahlen, sind ein gutes Geschäft gegenüber unausgebildeten Kindern, denen man den Lebensunterhalt bezahlen muss.) Aber das ist normal - auch der passionierte Fußgänger subventioniert mit seinen Steuern den Straßenbau.

    Zitat von Diskutant_EF Beitrag anzeigen
    Aus verschiedenen Gründen haben sich die Amerikaner mehrheitlich entschlossen, solche Aufgaben eben nicht an den Staat zu delegieren, bzw. den Nutzer dieser Dienstleistungen nicht über Steuern, sondern über Gebühren (z.B. Schulgebühren) an den Kosten zu beteiligen. Ist halt ein anderes Modell als unseres und in den USA hat es sich bewährt.
    Angesichts um sich greifender echter Armut und angesichts des Umstandes, dass in den USA ein deutlich höherer Anteil des BSP für das Gesundheitwesen ausgegen wird, aber ein für uns geradezu unvorstellbar hoher Anteil an Bürgern keine Krankenversicherung hat und sich schlicht nicht leisten kann, zum Arzt zu gehen, würde ich sagen, "sich bewährt haben" ist etwas anderes. Es sei denn, Sie finden, etwas hat sich schon dann bewährt, wenn es nicht zu offenen flächendeckenden Aufständen führt.
  3. #212

    Zitat von Erna_Pachulke Beitrag anzeigen
    Sehr geehrter Herr Johnnychicago
    (...)
    Mit freundlichen Grüssen aus einer Welt die Ihnen offenbar fremd ist!
    Wäre es Ihnen nicht fremd, (...)
    Wie man aus einer wertfreien und informativen Antwort Kritik an Ihnen als Person bzw. ein Urteil über Sie herauslesen kann ist mir völlig schleierhaft.
    (...)
    Ich empfehle Ihnen den Besuch bei geschulten Fachkräfte die Sie über das Thema "Projektion" aufklären.
    Sehr geehrte Frau Pachulke.
    Wie Sie sicher aus Ihrer eigenen Antwort rauslesen können, war ich als Person sehr wohl gemeint.
    Ich habe die nötigen Passagen noch mal für Sie zusammengefasst.
    Wenn Sie dann mein Posting lesen, dann werden Sie kaum behauten können dass mit dem Satz "ich kenne genug Mitmenschen die sich für moralisch edel halten" nur Sie gemeint gewesen sein könnten, oder?
    Soviel zur Projektion...
  4. #213

    Also, da haben wir viel dramatischere Abstüze zu bieten!

    Zum Beispiel die gute Frau Schickedanz. Durch eigenes Verschulden von einer zweifachen Milliardärin stürzte sie tief und wurde - eine gewöhnliche Multimillionärin wie Du und Ich :-)
  5. #214

    Ist doch normal, dass Reiche anders ticken

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wall-Street-Banken haben ihren Mitarbeitern die Millionen-Boni gekürzt. Ein Betroffener klagte jetzt öffentlich über sein hartes Los - und machte sich damit landesweit zum Gespött. Denn das Lamento kommt zu einer Zeit, in der so viele US-Familien in Armut leben wie zuletzt vor zwanzig Jahren.

    Einkommensdebatte: Amerika verhöhnt die armen Reichen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Ist doch normal, dass Reiche anders ticken und es hat nichts mit Neid zu tun, wenn nun eine Diskussion einsetzt.
  6. #215

    Madeleine

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Zum Beispiel die gute Frau Schickedanz. Durch eigenes Verschulden von einer zweifachen Milliardärin stürzte sie tief und wurde - eine gewöhnliche Multimillionärin wie Du und Ich :-)
    Artikel dazu:

    Schickedanz: Angst vor der Armut - Mitleid mit Madeleine - Wirtschaft - sueddeutsche.de

    Mitleid mit Madeleine
    "Nach eigenen Kriterien ist sie nun eine arme Frau"

    Die Frau gilt als Milliardärin, als Erbin, als Frau von Geld. Sie ist Großaktionärin beim Quelle-Mutterkonzern Arcandor, Besitzerin von Villen in der Schweiz, an der Côte d'Azur, im fränkischen Städtchen Hersbruck und in der Stadt Fürth. Nun klagt diese Frau darüber, dass sie nur noch 600 Euro im Monat zum Leben hat, beim Discounter einkauft und sich das Gemüse aus dem Garten holt, damit sie nicht zu viel Geld ausgeben muss.
  7. #216

    Zitat von ditor Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht ob gebildete Leute wirklich denken dass Maschinen die Süßwasser salzen und Gefahrstoffe als Reinigungsmittel verwenden umweltfreundlicher als Handwäsche sind. Zumal die wegen Bequemlichkeit der Nutzer (Kombitabs) überdosiert werden.
    Ich, als Kind der 80er (Baujahr 75) wuchs noch in dem Bewusstsein auf, dass phosphatfreie (Wäsche-)Waschmittel erste Wahl sein sollen, um die Eutrophierung unserer Gewässer zu vermeiden.
    Nuja, die Phosphate waren also irgendwann raus aus den Waschmitteln und die Welt gerettet.
    Nun kann ja mal jeder Besitzer eines Geschirrspülers spasseshalber zur Reinigerpackung greifen und nachlesen, welche Stoffklasse mit >40% enthalten ist...
    Verlogene, falsche Welt.
  8. #217

    Zitat von Asirdahan Beitrag anzeigen
    Wenn eine Obergrenze nicht möglich ist, so sollte diese in Form von Steuern o.ä. so weit abgesenkt werden, dass genug Geld für diejenigen abgezweigt werden kann, die es bitter nötig haben. Und mit bitter nötig meine ich keine Faulenzer. Warum bin ich dieser Meinung? Weil niemand aus eigener Kraft Millionen bzw. Milliarden verdienen kann. Stets wird ihm das System und das Umfeld dabei geholfen haben. Es gibt einfach Einkommen, wenn man von diesen 80 % wegsteuert, bleibt immer noch ein Haufen übrig. Wenn ich höre, dass in einem superreichen Land wie Deutschland immer noch Kinderarmut existiert, dann ist das eine Schande. Wenn es bei uns immer noch Tafeln gibt, frage ich mich, weshalb ist das so? Wenn man oberhalb einer Million Barvermögen 80 % besteuert, kann noch jeder Mensch sehr gut davon leben und trägt dazu bei, dass auch andere Menschen in seinem Land, die es genauso verdienen wie er, besser leben können.
    Ich rede nicht von der sozialen Hängematte. Es soll nichts verschenkt werden. Aber exorbitante Vermögen haben in einem sozialen Staat nichts zu suchen. Die Schere darf offen sein, aber nicht so weit. Im übrigen - das sagte ich schon an anderer Stelle - kann man sich immer nur mit den Verhältnissen im eigenen Land vergleichen, nicht mit der ganzen Welt.
    warum sollte es nicht möglich sein aus eigener kraft so viel geld zu verdienen ? klar, einer allein, ohne helfer, angestellte usw. nicht, auch nicht mit einem 8-5-job. es gibt jedoch genügend beispiele von leute, die es mit engagement und harter arbeit geschafft haben. seien wir ehrlich, gerade diese leute gehen ihrer berufung nach und ihre monetären interessen stehen quasi immer im hintergrund. es ist eine sache, ob jemand vom system hilfe erhählt oder ob er nicht daran gehindert wird.

    es stimmt allerdings: deutschland könnte sich etwas mehr "soziales" leisten ohne, dass die reichen und die unternehmen gleich am hungertuch nagen müssten. ein mindestlohn würde wohl auch nicht schaden, ebenso eine kinderbetreuung.....
  9. #218

    Werte

    Zitat von acitapple Beitrag anzeigen
    warum sollte es nicht möglich sein aus eigener kraft so viel geld zu verdienen ? klar, einer allein, ohne helfer, angestellte usw. nicht, auch nicht mit einem 8-5-job. es gibt jedoch genügend beispiele von leute, die es mit engagement und harter arbeit geschafft haben...
    "Britische Studie
    Ökonomen preisen die Putzfrauen
    Sind Putzfrauen und Müllmänner wichtiger für die Gesellschaft als Banker? Das behaupten jetzt britische Ökonomen - und brechen mit dem alten Lehrsatz: Wer viel verdient, hat auch viel geleistet. Die schlimmsten Wertvernichter sind der Studie zufolge Steuerberater.
    "
    Britische Studie: Ökonomen preisen die Putzfrauen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
  10. #219

    Zitat von intenso1 Beitrag anzeigen
    Die Einkommens-Schere klafft aber nicht nur in der USA immer mehr auseinander. Was mich wundert ist, dass nicht erkennen der Gefahr die darin liegt. Es bedarf oft nur eines Funken, einer charismatischen Person um einen Flächenbrand auszulösen. Unruhen gibt es inzwischen in vielen Länder.
    da bin ich anderer meinung. denn die armen in amerika, werden nicht aufstehen. das ist genau so wie bei uns. was mich aber immer wieder wundert, woran es liegen kann. ist es resignation, oder haben viele das gefühl es nützt ja sowiso nicht viel, wir können nichts ändern. ich bin attac mitglied und sehe jeden tag wie schwer es ist menschen für unsere organisation zu gewinnen. viele finden gut für was wir uns einsetzen aber keiner ist bereit sich auch ein zu bringen.