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Einkommensdebatte: Amerika verhöhnt die armen Reichen

AFPWall-Street-Banken haben ihren Mitarbeitern die Millionen-Boni gekürzt. Ein Betroffener klagte jetzt öffentlich über sein hartes Los - und machte sich damit landesweit zum Gespött. Denn das Lamento kommt zu einer Zeit, in der so viele US-Familien in Armut leben wie zuletzt vor zwanzig Jahren.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...818772,00.html
  1. #120

    Zwingt Sie ja keiner, in den USA zu leben

    Zitat von AuchNurEinNick Beitrag anzeigen
    Oha! Was Sie damit sagen ist nichts anderes als das im neoliberalen Traumland des freien Kapitals und der "Eigenverantwortung"(TM) nicht einmal $350.000 wirklich reichen. Schliesslich muss man davon ja Schule, Gesundheit, Uni, ... bezahlen.

    Das sind ja traumhafte Verhältnisse. Da ist ein klassischer Sozialstaat aber um einiges günstiger zu haben. Ich kann mich zwar über ein hohes Einkommen freuen aber $350.000 brauch ich noch nicht um die Lebensgrundlage zu finanzieren. Scheint so als wäre der linke Sozialstaat viel günstiger und besser als der rechts-neoliberale. Das ist natürlich auch eine Erkenntnis aber ich nehme an die ist bei Ihnen noch nicht wirklich angekommen ...

    Darf ich mal fragen: In wie vielen verschiedenen Ländern haben Sie in Ihrem Leben schon gewohnt?

    Sollten Sie beim Zählen auf "nur in Deutschland" gekommen sein, dann noch einige weiterführende Ausführungen zu meinem Posting.

    Meine Frau und ich haben, mal zusammen, mal getrennt, bislang in vier unterschiedlichen Ländern gelebt - darunter die USA und Schweden, zwei Länder also, deren Sozialsysteme kaum unterschiedlicher sein könnten.

    Und was soll ich Ihnen sagen? Da läuft halt alles ein wenig anders als in Deutschland. Mit meinem Posting wollte ich allen, die jetzt aufschreien "booah, 200.000 Dollar netto sind viel Geld" (was ich nicht bestritten habe), verdeutlichen, dass es Länder gibt, in denen aus dem Netto viel mehr bestritten werden muss, als sich hierzulande mancher vorstellen kann oder will.

    Wenn Sie in Schweden etwa 200.000 Dollar netto haben, sind sie ziemlich fein raus. Dazu müssen Sie zwar vorab ein viel höheres Bruttoeinkommen erzielen als in den USA; aber Sie haben Zugang zu vielen aus Steuern finanzierten Leistungen (Kita-Plätze für 'nen Appel und 'nen Ei, steuerfinanziert AL-Versicherung usw.). Wenn Sie in den USA 200.000 Dollar netto haben, in einer teuren Region leben, drei Kinder durchs Studium bringen müssen, noch nicht genug für die Rente sparen konnten, ist dieser Betrag auskömmlich, aber kein Reichtum.

    Man kann (wie viele hierzulande) das schwedische Modell besser finden, man kann das amerikanische Modell besser finden. Aber man kann die Situation des Mr Schiff in California nicht aus der Perspektive der Einkommenssituation von Lieschen Müller aus Oldenburg beurteilen.
  2. #121

    hm.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wall-Street-Banken haben ihren Mitarbeitern die Millionen-Boni gekürzt. Ein Betroffener klagte jetzt öffentlich über sein hartes Los - und machte sich damit landesweit zum Gespött. Denn das Lamento kommt zu einer Zeit, in der so viele US-Familien in Armut leben wie zuletzt vor zwanzig Jahren.

    Einkommensdebatte: Amerika verhöhnt die armen Reichen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Um Armut zu sehen, muss man nicht bis nach Amerika reisen. Nichtmal bis nach Griechenland. Ich lebe mit meiner Frau gemeinsam mit 800-bis 1000 Euro Monatsgehalt, zuzweit in Ungarn. Dieses Geld muss fuer Heizung (Teurer, als in Deutschland) Betriebskosten, Wohnungsraten (die Zinsen sind ca. 10x so hoch, wie in Deutschland) Lebensmittel (Auch viel teurer, als in Deutschland, bei 27% Mehrwertsteuer...) usw. reichen. Meine Frau hat keinen Einkommen, da sie Arbeitslos ist.
    Und dabai sind wir noch ziemlich gut dran, da ich noch immer doppelt so viel verdiene, wie der Durchschnitt in Ungarn. (ca. 700 Euro in Griechenland als Mindestlohn... in Ungarn sind es etwa 250.)
    Dazu hat unser "lieber" Finanzminister gesagt, dass man mit umgerechnet 160 Euro in Ungarn ueberleben koennte...

    Aber es wird sowieso nicht mehr Lange so weitergehen. Irgendwann kommt wieder ein grosser Krieg, wie es nach jeder Krise so immer passiert. Und dann wird wieder alles sauber.
  3. #122

    Die $ 1,500,000

    Zitat von Maynemeinung Beitrag anzeigen
    Wenn ich den Artikel richtig verstehe, ist Herr Schiff abhängig beschäftigt. Damit gehört er für Marxisten zur Klasse der Proletarier. Vor ein paar Tagen habe ich am Beispiel der Vorfeldkontrolleure am Frankfurter Flughafen hier im SPON-Forum lernen müssen, dass auch hervorragend verdienende Proletarier uneingeschränkte Solidarität erfahren müssen, selbst wenn sie abstruse Gehaltsforderungen stellen. Warum gilt das nicht auch für den armen Herrn Schiff?

    P.S.: Wobei ich 1,5 Millionen Dollar für ein Haus mit 111 Quadratmetern doch etwas overpriced finde. Mit Verbraucherberatung nach deutschem Vorbild wäre ihm das sicher nicht passiert.
    waren wohl der Preis für ein größeres Haus als seine jetzige 111 qm Wohnung.
  4. #123

    Genau!

    Zitat von beobachter999 Beitrag anzeigen
    Damit ich sie richtig verstehe: Sie möchten das die wirklich Reichen die wirklich Reichen beurteilen, die gut verdienenden die gut verdienenden und der Rest den Rest?

    Ich darf also ihrer Meinung nach nur noch in meiner Gehaltsklasse mitreden?
    Dann muß der Spiegel also sein Forum nach Einkommensklassen staffeln?
    Sie haben es erfasst! Wie soll jemand aus einer niedrigen Gehaltsklasse bzw. Kaste auch erfassen können was es bedeutet statt Champagner billigen Fuselsekt aus dem Supermarkt zu trinken. Die Angehörigen der niederen Klassen bzw. Kasten wissen ja gar nicht was ihnen entgeht und können die Einschränkungen der höheren Kasten gar nicht beurteilen!
  5. #124

    Märchen

    Zitat von fat_abbot@web.de Beitrag anzeigen
    Ich glaube wenn einer in den letzten 50 Jahren dem Rest der Welt erzählt hat,wie hochüberlegen er doch allen andern ist und seine Lebensweise auch noch den anderen aufgezwungen hat,dann ist das der Amerikaner... ;)

    (...)
    Ach, das alte Märchen. Also ich bin schon viel in der Welt rumgekommen und habe noch nirgendwo erlebt, dass die Menschen mit vorgehaltener Waffe gezwungen wurden, CocaCola zu saufen oder Lady Gaga zu hören.
  6. #125

    Zitat von Vermalia Beitrag anzeigen
    Dies macht wohl inzwischen vielen Amerikanern doch langsam bewusst, dass der amerikanische Traum ausgeträumt ist und der Staat die Freiheit des Einzelnen zugunsten der Mehrheit einschränken muss.
    Ist das nun eine gute oder schlechte Nachricht? Wie ändert man das? Es ist so leicht Missstände anzuprangern (auch Herr Schiff tut dies) aber keine Lösungen zu präsentieren! Lieber mach ich mich angreifbar, aber stoße eine Debatte an, wie man Herr über ein solches Problem werden kann. Zweifelsohne ist es ja hier nicht anders. Die Herkunft und das Netzwerk entscheiden immer mehr über die Zukunft und nicht die Bildung!

    Ich denke, dass die Gesellschaft zu gespalten ist - und das nutzen diejenigen aus, die dank der Spaltung auf die Kosten der anderen zu ihren Gunsten bestimmen können. Die Gesellschaft muss näher zusammenrücken und endlich auch die Augen aufmachen, um die Sorgen und Ängste der anderen Schichten zu erkennen. Im Moment ist der Egoismus aber viel zu weit verbreitet und kaum einer schaut auch nur im geringsten auf andere. Das ist der Kern des Problems.
  7. #126

    titel

    Zitat von glen13 Beitrag anzeigen
    Klar doch, die Maus kann auch dem Bären erklären, warum er mit 10 gr. Fleisch täglich auskommt, der gierige Sack!
    reiche menschen unterscheiden sich also, wie die maus vom bären, genetisch von armen menschen und können deshalb bei weniger als 200.000 pro jahr gar nicht existieren?

    hört sich an, als würde dann eine steuererhöhung gegen die verfassung verstoßen, sprich minderheitenschutz, oder sogar artenschutz.
  8. #127

    No mercy

    Als bekennend "Neoliberaler" habe ich für den Herrn nur eine Antwort.

    Bist Du unzufrieden mit dem Payout

    1. Mach dich mit Deinem Know How und/oder Deinen Hauptkunden selbstständig, wie es viele Topbanker hier in D gemacht haben, nachdem sie Ihre vereinbarte Kompensation verweigert bekamen.

    2. Wechsle mit Deinem Know How und/oder Deinen Topkunden zur Konkurrenz, wo alles noch so läuft, wie Du es willst.
    Wenn man so gut ist, dass das Salär (ich spreche bewusst nicht von Gehalt - wegen der stark erfolgsbezogenen Natur) wirklich gerechtfertigt ist, werden beide Versionen uneingeschränkt funktionieren.
    Ansonsten muss man halt beim durchschnittlich begabten "Mitarbeiterstab" verbleiben und sich gegen Geld beim Rieserrenten- oder Girokonten-, Kleinkreditverkauf rumschubsen lassen.
  9. #128

    Zitat von Maynemeinung Beitrag anzeigen
    Einigen wir uns mal darauf...dass die entstandene Unklarheit eine Nachlässigkeit des Autors ist.
    Das ist wahr. Und natürlich haben Sie auch damit Recht, dass es in CA durchaus auch erschwingliche Unterkünfte gibt.

    Kurze Recherche ergibt: Euro Pacific Capital hat sein HQ in Manhattan, wo auch Peter Schiff (Founder and CEO) arbeitet. New York City Branch | Euro Pacific Capital
  10. #129

    In einem Punkt

    Zitat von Erna_Pachulke Beitrag anzeigen
    ..zu einer Zeit, in der so viele US-Familien in Armut leben wie zuletzt vor zwanzig Jahren?
    Vor 20 Jahren war der Inbegriff des sozialen Abstiegs der Trailer Park, ein Parkplatz auf dem Menschen mit Wohnmobilen leben. Heute können sich große Teile der amerikanischen Bevölkerung nicht einmal mehr Trailer Parks leisten.
    Die am schnellsten wachsenden Communities sind Zeltlager von Obdachlosen am Rande der Großstädte ohne fließend Wasser oder Elektrizität. Die Armutskrise der Vereinigten Staaten hat Ausmasse angenommen wie zuletzt während der großen Depression der dreißiger Jahre.
    In einem Punkt irren sie sich. In den ende 20ziger Jahren waren Hoovervilles das angesagteste unter den Ärmsten. Heute können sie sich nicht mal mehr alte Bretter leisten. Eventuell müßten die Manager ab und zu mal auf Hartz4 nivau für ein Jahr dienst tun.








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