Darf ich mal fragen: In wie vielen verschiedenen Ländern haben Sie in Ihrem Leben schon gewohnt?
Sollten Sie beim Zählen auf "nur in Deutschland" gekommen sein, dann noch einige weiterführende Ausführungen zu meinem Posting.
Meine Frau und ich haben, mal zusammen, mal getrennt, bislang in vier unterschiedlichen Ländern gelebt - darunter die USA und Schweden, zwei Länder also, deren Sozialsysteme kaum unterschiedlicher sein könnten.
Und was soll ich Ihnen sagen? Da läuft halt alles ein wenig anders als in Deutschland. Mit meinem Posting wollte ich allen, die jetzt aufschreien "booah, 200.000 Dollar netto sind viel Geld" (was ich nicht bestritten habe), verdeutlichen, dass es Länder gibt, in denen aus dem Netto viel mehr bestritten werden muss, als sich hierzulande mancher vorstellen kann oder will.
Wenn Sie in Schweden etwa 200.000 Dollar netto haben, sind sie ziemlich fein raus. Dazu müssen Sie zwar vorab ein viel höheres Bruttoeinkommen erzielen als in den USA; aber Sie haben Zugang zu vielen aus Steuern finanzierten Leistungen (Kita-Plätze für 'nen Appel und 'nen Ei, steuerfinanziert AL-Versicherung usw.). Wenn Sie in den USA 200.000 Dollar netto haben, in einer teuren Region leben, drei Kinder durchs Studium bringen müssen, noch nicht genug für die Rente sparen konnten, ist dieser Betrag auskömmlich, aber kein Reichtum.
Man kann (wie viele hierzulande) das schwedische Modell besser finden, man kann das amerikanische Modell besser finden. Aber man kann die Situation des Mr Schiff in California nicht aus der Perspektive der Einkommenssituation von Lieschen Müller aus Oldenburg beurteilen.

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