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Einkommen und Zufriedenheit: Warum Geld nicht immer glücklicher macht

DPAMit dem Einkommen steigt die Zufriedenheit, das ist wissenschaftlich belegt. Doch Glück lässt sich mit Geld nicht endlos steigern. Der Ökonom Bruno S. Frey erklärt, woran es liegt - und was das Ganze mit Pizza-Essen zu tun hat.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...834265,00.html
  1. #1

    Reichtum kann auch belasten

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass es ab einem gewissen Reichtum sogar zusätzliche Probleme gibt, glücklich zu sein. Wenn ich weiß, dass ich weitaus wohlhabender bin als die meisten Menschen, wenn ich mir jeden Wunsch sofort erfüllen kann, müsste ich ja eigentlich auch entsprechend glücklich sein. Aber der Gewöhnungseffekt führt dazu, dass man nicht entsprechend glücklicher ist. Das kann das eigene Glücksgefühl zusätzlich belasten: Ich weiß, dass ich glücklich sein müsste, bin es aber nicht, was mich noch ünglücklicher macht. - Das ist - glaube ich - auch das Problem vieler Stars und Superreicher, dass sie sie merken, dass man Glück im wahrsten Sinne des Wortes am Ende nicht kaufen kann, das Fehlen von Gründen dafür, nicht glücklich zu sein, sie aber zusätzlich belastet. Auch wir spüren ja dieses Phänomen: Uns hier in Deutschland geht es besser als dem größten Teil der Menschheit heute und früher. Trotzdem sind die Menschen nicht entsprechend deutlich glücklicher. und genug von uns kennen den belastenden Effekt von "Frust-Käufen".
  2. #2

    Dann biete ich jetzt eine neue Dienstleistung an!

    Wenn jemanden sein Geld belastet, kann er es gerne mir zur Verfügung stellen. Ich werde dann, natürlich aus reiner Menschenfreundlichkeit, diese Belastung auf mich nehmen. Bei Bedarf nehme ich auch weitere materielle Belastungen, wie Gold, Schmuck, Edelsteine und Sportwagen auf mich.
  3. #3

    lieber reich und gesund ...

    "lieber reich und gesund als arm und krank".
    Die glücksforschung kennt zwischen rd. 12 bis 20 einzelfaktoren, die mein homo sapiens "glück" auslösen bzw. ihn glücklich machen bzw. ihn in einem zustand von glücklichkeit versetzen. (Allein diese abgrenzungen zeigen, wie schwierig das ist, mit dem glück, mal ganz abgesehen vom spezialfall des "glück habens", z.b. wenn man knapp einem unfall entgeht.)

    Leider gibt es recht wenige tiefschürfende untersuchungen bzw. erkenntnisse über die interdependenz dieser faktoren - und was das z.b. in der politischen konsequenz bedeutet. Beispiel: "freiheit" bedarf einer gewissen, auch dauerhaften, materiellen/finanziellen grundausstattung. Nachdem prinzip "was nutzen mich die schönsten freiheiten, wenn ich es mir nicht leisten kann, sie zu nutzen?". Reisen oder ein Umzug kostet geld. Hier diesen beitrag zu schreiben kostet zeit - was, wenn ich die nicht habe, weil ich für mein mickereinkommen, das gerade mal für essen/trinken/wohnen reicht, in 2 oder 3 jobs bis zu 16, 18 stunden pro tag malochen muss? Oder was, wenn ich zwar einen gutbezahlten job habe, genügend freizeit die freiheit der meinungsäußerung auch nutzen zu können - aber einen chef oder mitarbeiter habe, die meine leistungen nicht anerkennen, mich vielleicht mobben, und ichdeswegen depressionen habe und mich infolgedessen gar nicht mehr aufraffen kann (depri bedeutet den verlust der handlungs-fähigkeit), meinen beitrag hier zu schreiben?
    Und wie muss folglich unser gemeinwesen, die arbeitswelt etc. strukturiert sein (das ist dann eben die aufgabe der politiker, sich darüber gedanken zu machen und entsprechende korrekturen vorzunehmen), damit diese interdependenzen letztendlich zu "glück" führen?

    Besorgniserregenderweise ist gerade zur zeit zu beobachten, dass auf politischer ebene (auf wirtschaftlicher ebene ja sowieso) auf derlei interdependenzen immer weniger rücksicht genommen wird.
  4. #4

    Die Schlussfolgerung krankt etwas

    Klar gibt es einen Gewöhnungeffekt, aber die Erwartungen werden auch höher.
    Früher hatte nicht jeder ein Telefon, heutzutage wird schon ein Mobiltelefon verlangt. Ebenso ist ein Computer und Internet auch schon häufig notwendig, denn die Ansprüche der Arbeitswelt sind gestiegen.
    Ebenso sind die Ausgaben für die Krankenversicherung gesteiegen, ohne dass man dadurch mehr Glück erreicht.
    Wer also nur den inflationsbereingten Anstieg betrachtet, sieht zu wenig.
    Wer sich nur auf Zahlen und Statistiken verlässt, verpasst etwas.
    Außerdem gibt es immer wieder die Mär vom Lottogewinner, der den Job schmeißt. Hingegen gibt es jedoch genügend Gewinner, die damit einfach ihr Haus abbezahlen, oder die in Not gegangene Firma retten. Wer kündigt denn heutzutage noch den Job, nur wegen eines Lottogewinns?
  5. #5

    .

    da muss ich leider widersprechen. geld macht glücklich, das gegenteil wird nur behauptet, um diejenigen ruhig zu halten, die wenig oder gar nichts davon haben. sie ahnen bestimmt, wie klasse es ist, mal eben hierhin und dorthin zu fliegen oder sich einfach mal so ein neues auto/haus/dies und das zu kaufen. geld macht nur nicht mehr im selben maße glücklicher, wenn man viel hat und noch mehr dazu bekommt, als wenn man wenig hat und zu geld kommt, aber glücklicher machts auf jeden fall.
  6. #6

    D´schland der Unglücklichen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit dem Einkommen steigt die Zufriedenheit, das ist wissenschaftlich belegt. Doch Glück lässt sich mit Geld nicht endlos steigern. Der Ökonom <i>Bruno S. Frey </i>erklärt, woran es liegt - und was das Ganze mit Pizza-Essen zu tun hat.
    Das beste Beispiel dafür sind die Deutschen selbst.
    Obwohl sich zwischen 1970 und 2000 das um Preissteigerungen bereinigte Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland beinahe verdoppelt, geht diese Steigerung beim materiellen Wohlergehen ging jedoch nicht mit einem Anstieg der durchschnittlichen Lebenszufriedenheit einher.
    Im Gegenteil, die Deutschen stehen auf der Glücksskala unter ferner liefen, weit hinter ihren weit weniger wohlhabenden Nachbarn!
  7. #7

    Naja, demnach müsste ja bei uns die Unzufriedenheit zunehmen: Die Schere zwischen Reich und Arm geht stetig auseinander, Billiglohnsektoren wachsen, Menschen verlieren massenhaft den Anschluss. Manchmal hab ich aber so den Verdacht, dass gerade dies ein Nullsummenspiel ist: Mir geht es auch und gerade dann gut, wenn es dem einen oder anderen Mitmenschen nicht gut geht. Das erhöht mich. In dem Andere sich in unbefriedigten Lebenssituationen sind, erhöht sich mein Zufriedenheitspegel. (Zynisch- aber sicher nicht ganz unrichtig)
  8. #8

    Wie bedauernswert sind..

    die Menschen, die "Glück" als DEN Masstab für ein gelungenes Leben ansehen. Davon abgesehen, dass Forschungen wie die obige wohl wunderschön unter die Überschrift: "Sklavenmoral" im Sinne Nietzsches passen - ist es nicht unglaublich einengend, nur nach Glück zu suchen? Zum Leben gehört das Leiden, die Verzweiflung, die finsteren Stunden, die Traurigkeit, die Euphorie, die Angst, Unsicherheit, Unzufriedenheit und das Zweifeln doch auch dazu. Aber wie schon Huxley vorhergesagt hat - wir sind umgeben von einer Glücksindustrie, die uns ein schmerzloses, einfaches, sicheres Leben verspricht - und sei es dadurch, das man die richtigen Pillen zur richtigen Zeit schluckt.
  9. #9

    optional

    Meiner Meinung nach macht Geld nicht glücklich sondern die damit verbundene Freiheit.Also könnte man meinen je mehr Uns davon weggenommen wird desto ünglücklicher werden Wir ,womit man ergo viel was jetzt so auf der Welt läuft erklären könnte.








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