Einigung mit Vertriebenen-Verband: Sieg der Unvernunft

Machtprobe bestanden: Erika Steinbach verzichtet auf einen Sitz im Stiftungsrat des Vertriebenenzentrums, dafür bekommt ihr Verband mehr Gewicht. Außerdem verliert die Bundesregierung ihr Vetorecht - und daran sind CSU-Chef Seehofer und Außenminister Westerwelle nicht ganz unschuldig.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...677350,00.html
  1. #1

    Verband...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Machtprobe bestanden: Erika Steinbach verzichtet auf einen Sitz im Stiftungsrat des Vertriebenenzentrums, dafür bekommt ihr Verband mehr Gewicht. Außerdem verliert die Bundesregierung ihr Vetorecht - und daran sind CSU-Chef Seehofer und Außenminister Westerwelle nicht ganz unschuldig.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...677350,00.html
    Wofür wird dieser Verband eigentlich benötigt???
  2. #2

    Falsche Entscheidung

    Eigentlich wäre es sinnvoller gewesen Frau Steinbach zur Vorsitzenden und einzigem Mitglied der Vorstandes zu machen. Dann wäre noch deutlicher gewesen, dass die Stiftung nicht mehr die Mehrheit der Gesellschaft repräsentiert. Bei der jetzigen Gewichtung ist die Abgrenzung nicht mehr so deutlich.

    Vielleicht hätte man dann auch nach Amtsantritt einfach die Türe abgeschlossen und den Schlüssel weggeworfen - im übertragenen Sinne. Eigentlich sollte man den medialen Boykott ausrufen

















    .
  3. #3

    Ja, wofür?

    Zitat von Der-Gande Beitrag anzeigen
    Wofür wird dieser Verband eigentlich benötigt???
  4. #4

    Was denn nun?

    Zitat von Spiegel-Artikel
    ...
    kommt der BdV mit seinen - man weiß das nicht so genau - paar Hunderttausend bis zwei Millionen Mitgliedern auf sechs Sitze
    ....
    nach der Hitler-Diktatur zwar die mächtige Interessenvertretung von zwölf Millionen Vertriebenen aus dem früheren deutschen Osten war
    ...
    Seehofer hatte die Chance zur Profilierung im konservativen Lager erkannt, die Vertriebenen gelten als letzte treue Truppe der Unionsparteien
    ...
    O.k. - nach dem Krieg also 12 Mio. Vertriebene, die aufgrund Altersschwäche zu einem Häuflein von 200.000 zusammengeschmolzen sind und nun den Kern der CSU ausmachen.
    Sehr witzig!
    Auch Seehofer dürfte nicht so naiv sein, einer Randgruppe so viel Gehör verschaffen zu wollen. Ich bezweifle mal, dass die 200.000 so richtig sind. Vermutlich werden es eben wiederum 12 Mio. sein, die sich selbst als vertrieben betrachten - was wohl legitim ist.
    Als Opfer des Nationalsozialismus betrachten sich heute ja auch Menschen, die mit dem Holocaust nichts zu tun hatten, jedoch Nachfahren von direkten Opfern sind (weil ihr Lebensweg eventuell anders/besser verlaufen wäre, wenn es den Holocaust nicht gegeben hätte).


    Zitat von Spiegel-Artikel
    Denn die CDU-Politikerin Steinbach hat ... für ihren Verband ungemein viel herausgehandelt - und damit die Statik des Vertriebenenzentrums verändert. Sie hat ihre Person eingetauscht gegen drei zusätzliche Stiftungsratssitze für ihren Verband.
    Nur was daraus folgen soll, etwa im Negativen, das will uns der Spiegel-Artikel nicht verraten.
    Hat jetzt der Vertriebenenverband irgendwelche Vetorechte?
    Ist nun eine Mehrheit bei irgendwelchen Abstimmungen vorhanden?
    Nunmehr sind also im Stiftungsrat 15 Mitglieder, davon 5 vom Bund der Vertriebenen. Wo ist das Problem? Reine Symbolik...


    Zitat von Spiegel-Artikel
    Und sie hat der Bundesregierung deren Veto-Recht bei der Besetzung eben dieses Stiftungsrats wegverhandelt, nun soll der Bundestag dessen Mitglieder wählen
    Ich meine, dass das eher ein Nachteil für den Verband ist.
    Nun können eben Grüne, SPD und die vielen von der CDU/CSU/FDP mitentscheiden, die mit Vertreibung nichts zu tun hatten. Laut Artikel gibt es ja nur wenige Nachfahren bzw. Vertriebene und somit wenige Abgeordnete, die etwas mit Vertreibung zu tun hatten. Ich meine, dass da eher gemäßigte Ratsmitglieder gewählt werden müssten.

    Sonst beklagt sich der Spiegel doch auch immer über die Hinterzimmerdiplomatie oder das Aussitzen, das die Kanzlerin von Kohl übernommen hat. Jetzt ist also alles demokratischer und nachvollziehbarer - eben parlamentarisch - und für den Spiegel noch immer nicht recht genug?
  5. #5

    Zensur

    Wir haben ja Meinungsfreiheit in Deutschland! Eine Zensur findet nicht statt.

    Frage an Spiegel de:

    Wieviele Meinungen, die nicht in ihr spezielles Weltbild passen, werden in der Diskussion über dieses Thema von ihnen herausgefiltert?
  6. #6

    Es lebe der Anarchismus! Lang lebe das 'Recht auf Heimat!

    Zitat von Bongard Beitrag anzeigen
    Wir haben ja Meinungsfreiheit in Deutschland! Eine Zensur findet nicht statt.

    Frage an Spiegel de:

    Wieviele Meinungen, die nicht in ihr spezielles Weltbild passen, werden in der Diskussion über dieses Thema von ihnen herausgefiltert?
    Übrig bleiben die aggressiven, bornierten Beiträge linker Spiesser.
  7. #7

    Im Grunde geht es um was anderes

    Die Vetriebenen erinnern daran, daß die "Befreiung" für viele keine war und daß andere Nationen Schuld auf sich geladen haben.

    Sowas ist natürlich hinderlich.
    Der Bogen spannt sich von der Sperrung des Bundesarchivs für Vetreibungsverbrechen bis zur Causa Steinbach.
    Am liebsten Schwamm drüber.
  8. #8

    Die Zensur wurde hierzulande neu erfunden

    Zitat von Bongard Beitrag anzeigen
    Wir haben ja Meinungsfreiheit in Deutschland! Eine Zensur findet nicht statt.

    Frage an Spiegel de:

    Wieviele Meinungen, die nicht in ihr spezielles Weltbild passen, werden in der Diskussion über dieses Thema von ihnen herausgefiltert?
    Und zwar von der Presse selbst. Erbärmlich.
  9. #9

    Vertriebenenverband ist überflüssig

    Zitat von Der-Gande Beitrag anzeigen
    Wofür wird dieser Verband eigentlich benötigt???
    Das frage ich mich auch. Meine Eltern sind beide vertrieben, haben aber seit 60 Jahren in Westfalen neue Wurzeln geschlagen. Weit über 80 haben Sie kein Interesse mehr verfallene Bauernhöfe neu zu organisieren. Meinen Eltern ist vielmehr eine faire Bewertung der Vertreibung sowohl von polnischer ALS AUCH von deutscher Seite wichtig. Dazu benötigt man keinen Verband, sondern es sind die vielen kleinen Dinge, die zu einer Versöhnung beitragen.

    Für mich als Nachgeborener ist dieser Verband ein Sammelpunkt von ca. 40 Jährigen, die das Leid der Eltern als karrieresprungbrett nutzen und damit völlig überflüssig.