Einigung mit Israel: 1600 Palästinenser beenden Hungerstreik in Haft

DPADie Palästinenser steuern um und setzen auf gewaltlosen Widerstand. Mit Erfolg: Im größten Hungerstreik des Nahost-Konflikts haben 1600 Häftlinge ihre Forderungen gegenüber Israel weitestgehend durchgesetzt. Die israelische Regierung stellt das vor neue Herausforderungen.

Palästinensische Gefangene in Israel beenden ihren Hungerstreik - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Ist das euer Ernst?

    Dieser Paragraph: "Im vergangenen Jahr war es am 15. Mai an den israelischen Grenzen zum Libanon und zu Syrien zu schweren Zusammenstößen gekommen, bei denen zahlreiche Menschen getötet wurden, als israelische Soldaten auf palästinensische Demonstranten das Feuer eröffneten. Dies brachte Israel international in Erklärungsnot."

    Einfach so auf unschuldige Demonstranten geschossen, hmm?

    Was wirklich passiert ist, dass tausende Syrer (ein Land, das Israel seit seiner Gründung den Krieg erklärt) extra an einen Ort, der nur von einer Handvoll israelischen Soldaten besetzt ist, gekarrt wurden und dort die Grenze gestürmt haben. Warnschüsse wurden natürlich ignoriert.

    Würdet ihr so ein wichtiges Detail weglassen, wenn es sich um ein anderes Land handeln würde, dass nur seine Grenzen verteidigt?
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Palästinenser steuern um und setzen auf gewaltlosen Widerstand. Mit Erfolg: Im größten Hungerstreik des Nahost-Konflikts haben 1600 Häftlinge ihre Forderungen gegenüber Israel weitestgehend durchgesetzt. Die israelische Regierung stellt das vor neue Herausforderungen.

    Palästinensische Gefangene in Israel beenden ihren Hungerstreik - SPIEGEL ONLINE
    Das ist die beste Nachricht seit Ewigkeiten! Endlich haben die Palästinenser erkannt, daß die verwundbarste Stelle der Israelis ihre angebliche "Demokratie" ist. Bewaffneter Kampf hat immer nur in eine Spirale der Gewalt geführt, in der die Palästinenser hoffnungslos unterlegen waren. Das eigentliche Problem der Israelis ist, ihre durch und durch ungerechte Herrschaft irgendwie zu rechtfertigen. Genau dann, wenn die Palästinenser aufhören, immer neue Vorwände für israelische "Vergeltungsaktionen" zu liefern, sind sie am gefährlichsten für das zionistische Apartheid-Regime.

    Entscheidend ist es jetzt, Israel mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Die angebliche Demokratie, die ganz offensichtlich für Juden, Nichtjuden und Nichtjuden "zweiter und dritter Klasse" verschieden gilt, ist der ideale Angriffspunkt. Im Internet-Zeitalter ist monate- oder jahrelange "Administrativhaft" ohne Anklage, ohne Anwalt oder gar Urteil keinem aufrechten Demokraten mehr zu vermitteln. Solche faschistoiden, staatsterroristischen Praktiken sind ein schwer zu widerlegender Beweis für den tatsächlichen Mangel an Demokratie in Israel.

    Gleichzeitig gibt es in Israel jede Menge an rechtsstaatlichen Institutionen. Ein rechtsstaatliches System für eine machthabende Mehrheit ist noch lange kein Garant für echte Demokratie. Demokratie ist eben nicht allein die Herrschaft der Mehrheit, sondern die Herrschaft der Mehrheit unter Wahrung der Rechte der Minderheiten. Gleichheit vor dem Gesetz muß für alle gelten.

    Das ist der Angriffspunkt. Israel ist keine echte Demokratie, solange es sich als "Staat der Juden" definiert und alle Nichtjuden in verschiedenen Abstufungen diskriminiert. Die Palästinenser müssen genau das zum Thema machen. Ein Staat, der Menschen wegen ihrer Herkunft diskriminiert, ist keine Demokratie. Die Israelis bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen und sie am Nasenring ihrer (teilweise vorhandenen) Rechtsstaatlichkeit durch die Manege zu führen, ist meiner Meinung nach das Erfolgversprechendste.
  3. #3

    Ohne Gewalt geht's auch

    So eine gewaltlose Auseinandersetzung ist nur möglich. wenn beide Seiten, d.h. auch palästinensische, die Spielregeln der Zivilisation akzeptieren. Das Umdenken der Palästinenser dauerte 60 Jahre. Es ist noch nicht sicher. ob ein gewaltloser Umgang miteinander sich bereits durchgesetzt hatte.
  4. #4

    Solange...

    ...sie friedlich ohne Gewalt protestieren (streiken) und dadurch auf ihre kritische Lage aufmerksamm machen ist alles ok. Allerdings denke ich das dies trotzdem nichts bringen wird, da Israel so oder so tut was sie will und WIE sie es will. Solange die Araber bzw. die arabischen Staaten untereinander kein Zusammenhalt leisten, wird das Problem zwischen Israel und Palästina niemals gelöst werden. Solange das Öl fließt und dadurch die arabischen Könige weiterhin mit Gold füttert wird sich nichts ändern.

    Israel an sich kann ich auch verstehen wenn ich mich in ihre Lage versetze. Ein jüdischer Staat mit gebildeten Menschen umgeben von unglücklichen, zumeist radikalen islamisten die anstatt Demokratie weiterhin für Unterdrückung der Menschen auf ihre eigene art stehen, kann niemals friedlich mit seinen Nachbarn leben. Israel könnte vielleicht punkten wenn sie soziale Einrichtungen in armen arabischen vierteln bauen und somit Bildung, Arbeit, Hygiene, Gesundheit usw. dort bringen. Das wäre ein anfang, sie sollten anstatt auf die arabischen sultans / könige mehr auf die armen zivil bevölkerung ihr hand reichen und sie unterstützen.
  5. #5

    Das ist kein Widerstand!

    Da schreibt der Autor vom "zivilem Widerstand" und unterschlägt die Geschichte des Konflikts!
    Die Araber könnten seit 1949 einen eigenen Staat haben, der zudem viel größer wäre, als das was sie heute noch kriegen können.

    Ihre schlimme Situation ist entstanden, weil "die Araber" (incl. umliegender Staaten) versuchen Israel zu vernichten. Dabei spielt für deren Führer die Lebenssituation der einzelnen Menschen keine Rolle.

    Diese Leute sitzen ja nicht ein, weil sie im Laden um die Ecke einen Lutscher geklaut haben!
    Es wird immer so getan, als sei Terrorismus ein legitimes Mittel des Widerstandes und darüber wird vergessen, daß wir durch diesen Terror in Israel weit über 1000 Tote zu beklagen hatten.
    Erst seit wir die Grenzanlagen errichtet haben und in Israel keiner mehr in einen Laden gehen kann ohne das seine Tasche kontrolliert wurde hat sich das geändert.

    Übrigens: Auch ich, als Jüdin, werde bei jeder Gelegenheit kontrolliert. Es sind nicht nur die Araber betroffen. Nur schätzen wir Juden, nach anfänglichem Widerstand, die neu geschaffene Sicherheit.

    Inzwischen bleibt den staatenlosen Arabern nichts anderes als der gewaltlose Widerstand, denn die Kontrollen funktionieren so gut, daß kein bewaffneter Araber mehr durchkommt.

    Alleine diesem Umstand ist es zu danken, daß die einzige Arabische Gewalt, die wir zur Zeit sehen, Raketen aus dem Gaza sind.

    Das macht die Sache nicht besser!
    Das macht den Terror nicht legitim!
    Er ist und bleibt ein schweres Verbrechen, denn die Terroristen mühen sich, möglichst viele zivile Opfer zu verursachen.

    Und irgendwann sitzen sie halt ein und die Palästinensische Autonomiebehörde bezahlt ihre Gehälter.
    Abbas admits sending terrorists to kill Israelis - YouTube
    'US paying salaries for jailed Pa... JPost - Diplomacy & Politics
    Funding terrorists with US money - PDF
  6. #6

    Wo sind die Charité - Ärzte?

    ...und der Aufschrei unserer Politiker.
    In der Ukraine wurde Timoschenko immerhin verurteilt. In Israel werden Menschen in "Verwaltungshaft" genommen was für ein Wort! Erinnert mich ein wenig an Schutzhaft in NS Zeiten.
    ...und diese "Verwaltungshaft" findet statt ohne Urteil nur auf Verdacht und ohne Aufbegehren der unserer Politiker.
  7. #7

    Unverständlich

    "Es war der größte Hungerstreik in der Geschichte des Nahost-Konflikts".
    Warum wurde darüber in den deutschen Medien kaum berichtet? Bei Timotschenko hat man sich regelrecht überschlagen, obwohl diese Dame keineswegs zweifelsfrei ist.
  8. #8

    Triumphgefühle sind fehl am Platz

    Wieso der neuerfundene gewaltfreie Widerstand der Palästinenser gleich wieder als tolle Waffe gegen ein verwundbares Israel gefeiert werden muss, bleibt mir schleierhaft. Weshalb taxiert man es nicht einfach als wichtigen Schritt, der es nun auch den Israeli leichter macht, wieder in ernsthafte Friedensverhandlungen einzutreten. Es geht hier nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um eine gemeinsame friedlichere Zukunft, die beiden Völkern zu wünschen ist.
  9. #9

    Zitat von gruss-aus-der-schweiz Beitrag anzeigen
    Wieso der neuerfundene gewaltfreie Widerstand der Palästinenser gleich wieder als tolle Waffe gegen ein verwundbares Israel gefeiert werden muss, bleibt mir schleierhaft.

    Weshalb taxiert man es nicht einfach als wichtigen Schritt, der es nun auch den Israeli leichter macht, wieder in ernsthafte Friedensverhandlungen einzutreten...
    Endlich werden die Palästinenser vernünftig. Ich hoffe, der Rest zieht mit.
    Mit solchen Leuten kann man in Verhandlungen treten.