Forum


 

Einflussreicher Posten: Steinmeier lehnt Schäuble als Euro-Gruppenchef ab

dapdIn der SPD mehren sich Stimmen gegen eine Kandidatur von Wolfgang Schäuble als Euro-Gruppenchef. Nach Ex-Finanzminister Steinbrück sprach sich auch Fraktionschef Steinmeier gegen Schäuble aus. Deutschlands Dominanz in der europäischen Finanzpolitik sei schon jetzt "übergroß".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...836685,00.html
  1. #90

    Zitat von Spr. Beitrag anzeigen
    Die Griechen zum Beispiel bei Namco :-) Ok, der Namco basiert auf dem Citroen, aber auch damit haben Sie ja Ihre Antwort:

    Weder Griechen noch Portugiesen sind auf deutsche Autos angewiesen. Die können französische oder italienische Autos kaufen und damit andere südeuropäische Länder stützten. Diese Antwort kann man auf fast sämtliche Lebenbereiche ausweiten.

    Auch wenn es nicht möglich ist, ohne Außenhandel auszukommen, so ist es doch möglich, (nahezu) ganz ohne deutsche Waren auszukommen.
    Ja, aber darum ging es nicht. Der Forist, der sich als Europa-Berater selbst erhöht, wagte die Behauptung, dass, ich zitiere:

    "Die Portugiesen hätten portugiesische Produkte gekauft, die Griechen griechische, die Italiener italienische, die Holländer holländische usw. - Exportland Deutschland wäre buchstäblich leer ausgegangen."

    Und das ist natürlich Quatsch, da kein Land alle seine Güter auf dem (nationalen) Binnenmarkt erwerben kann, wie Sie richtig feststellen. Länder mit einer Industrie, die ein wenig breites Spektrum hat wie die Portugals und GRs schon überhaupt nicht.
    Ob die sich stattdessen dann mit deutschen, mit französischen oder Gütern sonstiger Herkunft eindecken, dürfte auch von Qualität, Service, Logistik, Nachhaltigkeit etc. abhängen. Und da hatte und hat D. immer gute Karten.
  2. #91

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In der SPD mehren sich Stimmen gegen eine Kandidatur von Wolfgang Schäuble als Euro-Gruppenchef. Nach Ex-Finanzminister Steinbrück sprach sich auch Fraktionschef Steinmeier gegen Schäuble aus. Deutschlands Dominanz in der europäischen Finanzpolitik sei schon jetzt "übergroß".

    Steinmeier lehnt Schäuble als Euro-Gruppenchef ab - SPIEGEL ONLINE
    Ich bin auch kein Freund von Schäuble. Aber der ist immer noch besser, als ein Südländer oder Franzose, die letztlich auf Kosten der deutschen Arbeitnehmer ihre selbstgemachten Probleme lösen wollen. Dass ausgerechnet eine Partei wie die SPD, die vorgibt, Arbeitnehmerinteressen zu vertreten, gegen einen Vertreter Deutschlands agiert, zeigt, dass den Genossen die Interessen deutscher Arbeitnehmer völlig gleichgültig sind. Auf solche Volksvertreter können wir verzichten.
  3. #92

    Unverantwortlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In der SPD mehren sich Stimmen gegen eine Kandidatur von Wolfgang Schäuble als Euro-Gruppenchef. Nach Ex-Finanzminister Steinbrück sprach sich auch Fraktionschef Steinmeier gegen Schäuble aus. Deutschlands Dominanz in der europäischen Finanzpolitik sei schon jetzt "übergroß".
    Mich würde in erster Linie interessieren, wie Herr Steinmeier die angebliche "übergroße deutsche Dominanz" definiert.
    Suggeriert er damit etwa, dass wir zum Nachteil der anderen EU-Länder agieren, um unsere eigenen Interessen rücksichtslos durchzusetzen? Nur wenn das nachweislich zuträfe, könnte ich seiner Argumentation folgen.
    Steinmeier sollte ebenso wie jeder andere rational denkende Mensch wissen, dass Deutschlands Wirtschaftskraft im Gegenteil ein Segen für die EU ist, von dem insbesondere jene EU-Länder profitieren, die wirtschaftlich auf der Kippe stehen.
    Ohne den deutschen Beitrag wäre die EU überhaupt nicht in der Lage, derart gigantische Rettungsschirme für ihre maroden Mitglieder zu finanzieren.
    Dies belegt m.E. die überaus konstruktive Rolle Deutschlands innerhalb der EU, weshalb ich keine objektiven Gründe sehe, dass wir freiwillig auf die Position des Euro-Gruppenchefs verzichten, und schon gar nicht wegen Steinmeiers Argumentation, zumal wir dafür einen Kandidaten haben, der über die Grenzen Deutschlands hinaus wegen seiner Sachkompetenz hoch geachtet ist.
    Die Äußerungen Steinmeiers und Steinbrücks zu diesem Thema verdeutlichen jedenfalls was uns blüht, wenn diese Leute 2013 ans Ruder kommen sollten.
  4. #93

    europaberater Kurt Köster

    wen wundert es wenn unsere Politiker seit Jahren die falschen Entscheidungen treffen und gegen Verträge verstoßen, wenn es Europaberater wie Herrn Köster gibt?
    Wen beraten sie eigentlich, Herr Köster? Und wer bezahlt Sie?
  5. #94

    Zitat von Freischaerler Beitrag anzeigen
    Ich bin auch kein Freund von Schäuble. Aber der ist immer noch besser, als ein Südländer oder Franzose, die letztlich auf Kosten der deutschen Arbeitnehmer ihre selbstgemachten Probleme lösen wollen.
    Sie lassen sich von der Rhetorik Schäubles täuschen. Schäuble ist ein Politiker der Europaideologie der Kohl-Ära, ihm ist kein Opfer für die Menschen in Deutschland zu groß, um den Traum von einem europäischen Großstaat zu verwirklichen. Das bedeutet natürlich im Endeffekt, dass wir nicht nur eine europäische Währung haben, sondern auch einen europäischen Haushalt mit vergemeinschafteten europäischen Schulden und gemeinsamen europäischen Anleihen. Gemeinsame Eurobonds sind das, wofür Schäuble immer politisch gekämpft hat. Aus taktischen Gründen lehnt er sie nur vorläufig ab, um die anderen europäischen Staaten zur Aufgabe nationaler Souveränitätsrechte an eine europäische Regierung zu zwingen. Aber jeder kann davon ausgehen, dass alle etablierten Parteien letztlich für Eurobonds sind, für gemeinsame europäische Schuldenpolitik und damit gegen die Interessen der Arbeitnehmer in diesem Lande.
    Interessant, was das Wall Street Journal dazu schreibt
    Berlins Widerstand gegen Euro-Bonds bröckelt 04.06.2012 | Nachricht | finanzen.net
  6. #95

    Bitte sauber trennen

    c : Sie werfen hier Sachen zusammen, die sauber getrennt werden müssen. Ja, Schäuble ist Europäer (bin ich auch), und falls es eines Tages zu einer wirklichen politischen Union kommt, wäre DANN auch eine einheitliche Wirtschafts- und Finanzpolitik, Bankenunion und letztlich dann auch Eurobonds denkbar.

    ABER: Da sind wir nicht. Noch lange nicht.

    Und bis dahin wird Schäuble mit Klauen und Zähnen verhindern, dass der Club Med seine nötigen Reformen über billiges Eurobond-Sofort-Geld aufschieben kann. Das ist aber genau das, was Rot/Grün fordert.

    Es wäre unverantwortlich, diesen Unterschied unter den Tisch fallen zu lassen.
  7. #96

    Richtig: Zurückziehen, die anderen können es doch alles besser!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In der SPD mehren sich Stimmen gegen eine Kandidatur von Wolfgang Schäuble als Euro-Gruppenchef. Nach Ex-Finanzminister Steinbrück sprach sich auch Fraktionschef Steinmeier gegen Schäuble aus. Deutschlands Dominanz in der europäischen Finanzpolitik sei schon jetzt "übergroß".

    Steinmeier lehnt Schäuble als Euro-Gruppenchef ab - SPIEGEL ONLINE
    Wenn Deutsche an den Schlüsselpositionen sitzen, werden sie zu Verantwortung gezogen, bzw. "schuld sein" für die baldige Gesamt-Pleite.
    Also: Raus aus dem Chaos-Klub, allmähliche Übergabe von Euro + EU an die Klub MED Staaten einleiten und nach neuen Partnern suchen, notfalls allein, ohne Bündniss-Verpflichtungen bleiben (Bündnisse heute ? Gegen wen eigentlich?) und um das eigene Land kümmern.
    Globalisierung ist gescheitert!
  8. #97

    Idealbesetzung

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Schäuble ist ein Politiker der Europaideologie der Kohl-Ära, ihm ist kein Opfer für die Menschen in Deutschland zu groß, um den Traum von einem europäischen Großstaat zu verwirklichen.
    (...)
    Gemeinsame Eurobonds sind das, wofür Schäuble immer politisch gekämpft hat. Aus taktischen Gründen lehnt er sie nur vorläufig ab, um die anderen europäischen Staaten zur Aufgabe nationaler Souveränitätsrechte an eine europäische Regierung zu zwingen.
    Ihr Misstrauen gegenüber Herrn Schäuble scheint die Mehrheit der Bevölkerung nicht zu teilen, schließlich gehört er nach Meinungsumfragen zusammen mit Frau Merkel zu den beliebtesten Politikern Deutschlands. Wann gab es das schonmal, dass ein Finanzminister im eigenen Land derart hoch angesehen ist?
    Endweder ist diese Mehrheit total blind und naiv oder an Ihrem Gedankenkonstrukt stimmt etwas nicht. Vor allem würde mich interessieren, woher Sie wissen wollen, dass Herr Schäuble aus taktischen Gründen in der Eurobonds-Frage absichtlich still hält (d.h. die Menschen arglistig täuscht), um diese zu gegebener Zeit durchzudrücken, und zweitens möchte ich Sie fragen, ob Sie die anderen EU-Regierungen für so naiv halten, dass sie sich von Herrn Schäuble oder wem auch immer zu etwas"zwingen" lassen würden?
    Es ist Herrn Schäuble m.E. zu verdanken, dass sich unsere Haushaltspolitik jetzt auf Konsolidierungskurs befindet. Die Nettoneuverschuldung ist deutlich zurückgegangen, was den finanziellen Spielraum des Staates langfristig erhöht und somit auch künftigen Generationen zugute kommt. Ich denke, da er gezeigt hat, dass er sein Handwerk versteht und sich auch innerhalb der EU als konstruktiv und kompetent erwiesen hat, ist er für die Position des Euro-Gruppenchefs - wie es der derzeitige Amtsinhaber Juncker ausgedrückt hat - die ideale Besetzung.
  9. #98

    Zitat von turekat Beitrag anzeigen
    Vor allem würde mich interessieren, woher Sie wissen wollen, dass Herr Schäuble aus taktischen Gründen in der Eurobonds-Frage absichtlich still hält (d.h. die Menschen arglistig täuscht), um diese zu gegebener Zeit durchzudrücken, und zweitens möchte ich Sie fragen, ob Sie die anderen EU-Regierungen für so naiv halten, dass sie sich von Herrn Schäuble oder wem auch immer zu etwas"zwingen" lassen würden?
    Daraus hat doch Schäuble nie ein Geheimnis gemacht. Zuletzt hat er sich bei der Karlspreisverleihung für einen europäischen Staat ausgesprochen.
    Schäuble: EU muss politische Union schaffen - Wirtschaftsticker - FOCUS Online - Nachrichten
    Wie stellen Sie sich die angestrebte politische Union vor ohne Vergemeinschaftung der nationalen Schulden und ohne Eurobonds?
    Für Schäuble ist nicht der ökonomische Aspekt des Euro im Vordergrund, sondern der Euro ist für ihn ein Instrument zur Durchsetzung der politischen Union, die Währung wird politisch instrumentalisiert. Und dazu bietet die Krise eine gute Gelegenheit, Hilfe aus Deutschland gegen Aufgabe nationaler Souveränität. Dass dies in anderen Ländern als deutsche Dominanz und Einmischung gesehen wird, kann man regelmäßig der Presse entnehmen.

    Schäuble wie auch Merkel sind nicht gegen Eurobonds oder Vergemeinschaftung der Schulden, sondern sie fordern dafür als Preis für die Hilfe die Aufgabe des Widerstandes gegen die politische Union.
    Mit anderen Worten, hier wird die wirtschaftliche Stärke und das Vermögen dieses Landes verkauft, um politische Zugeständnisse für eine politische Union in Europa zu erhalten (Fiskalunion, Kontrolle der nationalen Haushalte etc)

    Zitat von turekat Beitrag anzeigen
    Es ist Herrn Schäuble m.E. zu verdanken, dass sich unsere Haushaltspolitik jetzt auf Konsolidierungskurs befindet.
    Das ist Parteipropaganda. Unter den gegenwärtigen Bedingungen hätten wir unter Steinbrück einen ähnlichen Konsolidierungskurs.
    Außerdem liegen mittlerweile durch den Euro Risiken in Höhe von 700 Milliarden (nicht Millionen!) Euro vor, die nicht bilanziert werden, also jede Menge Leichen im Keller. Ich will nicht sagen, dass Schäuble Bilanzfälscher ist, nur zeigt der Haushalt ein unrealistisches Bild der Staatsfinanzen.
    Europa braucht den Euro nicht: Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise ... - Thilo Sarrazin - Google Books


TOP



TOP