Forum


 

Einflussnahme der Parteien: Brender prangert "Spitzeltum" bei Öffentlich-Rechtlichen

Heftige Kritik an der Einflussnahme der Politik auf die Öffentlich-Rechtlichen: Der scheidende ZDF-Chefredakteur Brender geißelt im SPIEGEL-Gespräch das "Proporzdenken" und die "Rückgratlosigkeit" der Parteien im Verwaltungsrat der Sender. Es gebe im ZDF Spitzel - vergleichbar mit den IM der Stasi.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,679247,00.html
  1. #60

    -

    Zitat von freiheitodertod Beitrag anzeigen
    Wie sie hier offenbar aus dem Ausland Berichte über die zunehmen katastrophale Lage der finanziell schwachen Bevölkerungsschiten in Deutschland als "soziales Monito-Gekeife" verhöhnen, ist einfach nur zum kotzen.
    Jetzt bin ich aber tief getroffen. Nichts lag mir ferner, als Sie zum k***** zu bringen.

    Die Berichterstattung wird Linker? Vielleicht liegt das daran, daß die Realität in Deutschland für die meisten Menschen einen dramatischen Verfall ihres Lebensstandards bedeutet und dies einer rechten bzw. neo-liberalen Politik geschuldet ist.
    Ach was. Monitor war schon immer so. Wenn Sie Aus-/Ansagen von Casdorff und Mikich parellel abspielen, dann unterscheiden die sich nur in der Stimmhöhe, inhaltlich sind sie gleich.
  2. #61

    Worüber redet ihr eigentlich?

    Zitat von fliegender-robert Beitrag anzeigen
    Ich verstehe dies nicht: Wie kann Herr Brender beim "Staatsfernsehen" von "Glaubwürdigkeit der Öffentlich-Rechtlichen" sprechen? Wenn der Staat mit Verträgen und Finanzen (u.a. GEZ) die Sender aufbaut und unterstützt, möchte er doch auch eine "Gegenleistung" erhalten. Und dies erreicht er über Verantwortliche in entsprechenden Positionen. Oder werden die GEZ-Gebühren als Spenden angesehen?
    Ich bin genauso ratlos!
    Was soll denn hier eigentlich beschädigt worden sein? Der Glaube, dass es sich beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk nicht um Staatsrundfunk handelt? Wer das wirklich glaubt, ist selbst beschädigt. Dass ARD, ZDF, Dritte und Rundfunk von Parteipolitik beherrscht wird, haben wir schon in den 70er Jahren in der Schule gelernt, als es nur drei Programme im Fernsehen gab!
    Der öffentliche Rundfunk war doch nie wirklich "frei" vom parteipolitischen Einfluß, genauso wenig wie der Privatfunk frei von unternehmerischen Zwängen ist. Was also ist jetzt neu?
  3. #62

    Noch ein Mutiger, der es wagt die Wahrheit öffentlich zu machen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Heftige Kritik an der Einflussnahme der Politik auf die Öffentlich-Rechtlichen: Der scheidende ZDF-Chefredakteur Brender geißelt im SPIEGEL-Gespräch das "Proporzdenken" und die "Rückgratlosigkeit" der Parteien im Verwaltungsrat der Sender. Es gebe im ZDF Spitzel - vergleichbar mit den IM der Stasi.

    http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,679247,00.html
    Man könnte jetzt zu den Aussagen von Herrn Brender meinen, er hat ja nichts mehr zu verlieren und möchte sich nun rächen.
    So wird das auch ins Licht gestellt.
    Zwischen den Zeilen aber entdeckt man genau die Substanzen von Wahrheiten wie sie auch Herr Westerwelle öffentlich machte.
    Die Ausführenden und die heimlichen Lenker dieser Methodik werden jetzt kollektiv aufschreien und Parteikonform Herrn Brender der Lüge bezichtigen und alles versuchen das Thema lächerlich zu machen.
    So ist das eben in diesem Klüngelverseuchtem Land.
  4. #63

    Nix strafbar

    Zitat von Björn Borg Beitrag anzeigen
    Ein "rundum gutes Gefühl", sich auf Kosten der Allgemeinheit strafbar gemacht zu haben? Prolet.
    Strafbar? Womit denn?
    Nichtzahlen von GEZ-Gebühren ist maximal eine Ordnungswidrigkeit.
  5. #64

    -

    Zitat von freiheitodertod Beitrag anzeigen
    Wie sie hier offenbar aus dem Ausland Berichte über die zunehmen katastrophale Lage der finanziell schwachen Bevölkerungsschiten in Deutschland als "soziales Monito-Gekeife" verhöhnen, ist einfach nur zum kotzen.

    Die ekelhafte Arroganz der .....
    Die Berichterstattung wird Linker?
    Ich behaupte mal ganz laut das Gegenteil!
    Seit Westerwelles Hetztiraden schallt es aus allen Ecken: "Aber im Grunde hat er doch recht." Und in diesem "hat er doch recht" ist versteckt, daß wir uns den "Sozialstaat" so nicht mehr leisten könnten.
    Eine infame Lüge, denn der Anteil der Sozialausgaben am BSP ist in den letzten Jahren keinesfalls gestiegen, nur die Finanzierung derselben wurden auf andere Schuldern verteilt.
  6. #65

    same procedure as...1

    Alles (leider) schon mal dagewesen, zB vor 25 Jahren:
    Am Anfang der Ära Kohl fand ein grosses Postenschieben statt,
    da man mit dem mutmassten "Rotfunk" endlich mal aufräumen wollte.
    Beispielsweise der Fall Bernhard Wördehoff, Chefredakteur des Deutschlandfunks.
    Wördehoff war parteilos: Für die Hörer ein Qualitätsmerkmal - für die Parteien das glatte Gegenteil.

    1983 Sieg für Wördehoff:
    "Bernhard Wördehoff , Chefredakteur des Deutschlandfunks , hat seine schriftlich ausgesprochene
    Demission zurückgezogen (kressreport vom 24. November 1983), nachdem der Intendant des Senders, Richard
    Becker, in einem Rundschreiben an alle Mitarbeiter - entgegen ursprünglicher Haltung - versichert
    hat, er werde sich im Hinblick auf die neuen "Programmrichtlinien" mit allen gebotenen,
    "gegebenenfalls rechtlichen Mitteln" für die Liberalität des Programms einsetzen."
    http://kress.de/recherche/suchergebn...lr%5Bpage%5D=1
    1986 Sieg gegen Wördehoff:
    "1986 schaßte Intendant Richard Becker (SPD) den ungeliebten Chefredakteur; die übrigen SPD-Mitglieder im Verwaltungsrat protestierten zwar, jedoch vergebens. Der gelernte DGB-Sekretär Becker, so hieß es hinter vorgehaltener Hand, könne kaum die Wünsche der Bonner Wendekoalition ignorieren..."
    http://www.zeit.de/1989/10/Zeitlese

    Die Herren Czaja (Präsident des Bundes der Vertriebenen im Rundfunkrat) und Klemmert (CSU, der "selbst die Auswahl von Interviewpartnern bemängelte, die nicht bereit waren, im Gespräch mit dem Redakteur bloße Regierungspropaganda zu verbreiten") - hatten ihre Aufsichtspflicht solange auf Wördehoff fokussiert, bis der Intendant weichgekocht war. Der geschasste Wördehoff schrieb im Jahr drauf dann in der "Zeit" einen Artikel über die Besetzung der Aufsichtsräte:
    http://www.zeit.de/1987/26/Skifahrer...e-vor?page=all
  7. #66

    Vor genau einem Jahr war in fr-online zu lesen, dass sich daran schon kurz nach dem 2. Weltkrieg die Amerikaner die Zähne ausgebissen hatten:
    Zitat: Zwischen Anfang 1946 und Ende 1949 lehnte die amerikanische Militärregierung vier Entwürfe eines Rundfunkgesetzes wegen demokratiewidriger Staatskontrolle ab. Ein Affront, den der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Ersing mit den Worten kommentierte: "Wenn ihr Amerikaner nicht mehr hier seid, dann werfen wir das ganze Gesetz über den Haufen. Dann machen wir, was wir wollen."
    http://www.fr-online.de/in_und_ausla...0746&em_loc=91
    Und weiter:
    Zitat: Nachdem die Militärregierung im September 1947 erneut einen Entwurf angemahnt hatte, beschloss der Landtag tatsächlich ein Pressegesetz: Von den 39 Paragraphen, die es enthielt, wies die Militärregierung 33 zurück. Der Chef der US-Militärregierung, General Lucius Clay, bilanzierte die Versuche der Besatzungsmächte, die westdeutschen Politiker von der Notwendigkeit eines freien Rundfunks und einer freien Presse zu überzeugen, ernüchtert: "Die deutsche Unfähigkeit, demokratische Freiheit wirklich zu erfassen, hat sich wohl auf keinem anderen Gebiet ... so deutlich gezeigt. Es schien unmöglich zu sein, zu einer Gesetzgebung zu gelangen, in der die Presse der regierenden Macht nicht auf Gnade oder Ungnade ausgeliefert war ... Beim Rundfunk war es fast genauso schwierig."

    Noch 2 SPON-Quellen zum "Umbau" in Ministerien, Bundesunternehmen und Rundfunk (1983 + 1984):
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14020442.html
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508461.html
  8. #67

    .

    Zitat von freiheitodertod Beitrag anzeigen
    Die Berichterstattung wird Linker? Vielleicht liegt das daran, daß die Realität in Deutschland für die meisten Menschen einen dramatischen Verfall ihres Lebensstandards bedeutet und dies einer rechten bzw. neo-liberalen Politik geschuldet ist.
    Naja. Der Mensch ist halt Mensch. Hat er viel, will er am liebsten gar nichts abgeben. Hat er wenig, will er am liebsten alles umsonst.
    Trotzdem gebe ich ihnen Recht. Der Lebensstandart sinkt. Die Berichterstattung aber nicht. Die Berichterstattung, gerade bei der Bild, zielt darauf ab, die Bevölkerungsschichten gegeneinander aufzuhetzen (Christen vs. Muslime; H4ler gegen Arbeiterklasse etc.) damit die eigentlichen Probleme untergehen. Den Politiker freut es, wenn er als Moderator und Problemlöser auftreten kann. Allerdings sind die das eigentliche Probleme. Wir Deutschen müssen uns über eine Tatsache bewusst werden: Wir haben Geld - es wird nur äußert kompliziert und ungerecht verteilt. Und durch wen wird es verteilt? Durch die Unfähigen aus Berlin. Die sind unser aller Problem.
  9. #68

    Das erklärt alles !!!

    Zitat von iimzip Beitrag anzeigen
    Vor genau einem Jahr war in fr-online zu lesen, dass sich daran schon kurz nach dem 2. Weltkrieg die Amerikaner die Zähne ausgebissen hatten:
    Zitat: Zwischen Anfang 1946 und Ende 1949 lehnte die amerikanische Militärregierung vier Entwürfe eines Rundfunkgesetzes wegen demokratiewidriger Staatskontrolle ab. Ein Affront, den der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Ersing mit den Worten kommentierte: "Wenn ihr Amerikaner nicht mehr hier seid, dann werfen wir das ganze Gesetz über den Haufen. Dann machen wir, was wir wollen."
    http://www.fr-online.de/in_und_ausla...0746&em_loc=91
    Und weiter:
    Zitat: Nachdem die Militärregierung im September 1947 erneut einen Entwurf angemahnt hatte, beschloss der Landtag tatsächlich ein Pressegesetz: Von den 39 Paragraphen, die es enthielt, wies die Militärregierung 33 zurück. Der Chef der US-Militärregierung, General Lucius Clay, bilanzierte die Versuche der Besatzungsmächte, die westdeutschen Politiker von der Notwendigkeit eines freien Rundfunks und einer freien Presse zu überzeugen, ernüchtert: "Die deutsche Unfähigkeit, demokratische Freiheit wirklich zu erfassen, hat sich wohl auf keinem anderen Gebiet ... so deutlich gezeigt. Es schien unmöglich zu sein, zu einer Gesetzgebung zu gelangen, in der die Presse der regierenden Macht nicht auf Gnade oder Ungnade ausgeliefert war ... Beim Rundfunk war es fast genauso schwierig."

    Noch 2 SPON-Quellen zum "Umbau" in Ministerien, Bundesunternehmen und Rundfunk (1983 + 1984):
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14020442.html
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508461.html
    Da standen wir damals und da stehen wir noch heute... nur raffinierter.
    Diese eingesessenen Parteien werden zu Meuschelmördern wenn es um ihre Pfründe geht. Eine neue und ehrliche Partei wird es sehr schwer haben sich gegen diesen Sumpf abgründiger, gewissenloser und jeglicher Moral entfremdender Politiker durchzusetzen.
    Ich finde keine Worte mehr für das was in diesem Land vorgeht und habe nur noch Verachtung für diese etablierten Parteipolitiker übrig.
  10. #69

    Na und?

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Er spielt jetzt nur die beleidigte Leberwurst, weil er keine Mehrheit mehr hinter sich hat.
    Das ist vermutlich richtig. Na und? Deshalb ist es doch noch lange nicht schlecht, dass es auf den Tisch kommt.


TOP



TOP