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Ein Tag mit einer jungen Werberin: Die Illusions-Maschine

Glamour und immer eine Nase Koks parat - so tickt die Werbebranche im Film. Der Alltag ist mühsames Schürfen im Ideen-Bergwerk, inklusive Konferenzmarathon. Dominik Stawski begleitete in einer Hamburger Agentur eine Werberin, die sich mit 26 Jahren manchmal schon steinalt fühlt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...759629,00.html
  1. #70

    Börks...

    Ich bin als externer Dienstleister jahrelang in Werbeagenturen Ein- und Ausgegangen und habe ziemlich "intime" Einblicke in alle Etagen vom Praktikanten bis ins Chefbüro gehabt.
    Mein Fazit:

    Jeder gegen Jeden: Nach aussen wird "wir" vermittelt, in Wirklichkeit lauert jeder darauf einem anderen die Augen auszuhacken. Es wird getuschelt und gemauschelt und teilweise bewusster Rufmord betrieben und sabotiert.

    Arroganz: Jeder "Werber" meint etwas ganz Besonderes zu sein. Wer nicht über ihm steht, ist automatisch eine niedere Kreatur und dementsprechend nicht wert beachtet zu werden. Normalsterbliche sollten am besten nur mit der Empfangsdame kommunizieren.

    Geld spielt keine Rolle: Solange es in den richtigen Taschen landet. Und die sind an einer Hand abzuzählen. Ansonsten sind wichtige Investitionen in die betriebliche Ausstattung eher lästig sofern sie nicht repräsentativen Zwecken dienen

    Arbeits-Leben: Wer nicht mindestens 14 Stunden arbeitet und einen unentgeltlichen Tag am Wochenende drauflegt ist eine faule Sau und wird es nicht weit bringen.

    Das Erbenis zählt - alles andere ist austauschbar.
  2. #71

    Werbung per se am Pranger

    Werbung oktroyiert uns also Dinge auf die wir nicht brauchen.

    Was ist denn mit dem mündigen Verbraucher?

    Möchte das nur gerne auch in´s rennen schmeißen.

    Sicher wird gelogen und betrogen, sicher auch gibt es schlechte Werbung (wobei man da wieder differenzieren sollte).

    Aber als ich das letzte mal einkaufen war wurde ich von keinem mit vorgehaltener Waffe bedroht dieses und jenes zu kaufen.

    Was ich ganz persönlich toll fände: Wirklich die Mehrheit die die "Tricks" und die "Verführung" raffen und sich aus diesem Karusell verabschieden - es liegt an uns selbst.
    DANN würde die Werbung anders aussehen.

    Irgendwie ist es analog zu der Frage nach der Henne und dem Ei - was war zuerst da?
  3. #72

    ...

    Zitat von aragor Beitrag anzeigen
    also, ich war auch bei besagtem laden. ein paar jahre. und viel gearbeitet habe ich auch. aber ich habe auch bei agenturen gearbeitet da wars schlimmer...
    grundsätzlich ist der laden gut. und viele vorurteile stimmen einfach nicht. natürlich findet man auch in dieser agentur immer einen der als archetyp des werbers durchgeht. aber komiker, dampfplauderer, sabbelbacken findet man in jedem beruf. mal ehrlich.

    zum einstiegsgehalt. 25.000 euro ist ein gutes einstiegsgehalt in der branche. weniger gibts auch mehr selten. daher sei jeder gewarnt zu überprüfen wieso er in diese branche will. wer sich denkt "ich hab halt gerne mit menschen zu tun, ich will irgendwas mit medien machen, ich will meine künstlerische begabung nutzen" der soll zu seinem vorteil und auch der branche BITTE NICHT IN DIE WERBUNG KOMMEN. davon gibt schon zu viele die dazu in der regel nix können. und du wirst nicht glücklich.

    wenn du in die branche einsteigen willst solltest du das hier sein:
    talentiert
    hartnäckig
    tolerant gegenüber großer frustration
    brauchst wenig freizeit
    wochenenden sind dir egal
    pizza mal eben zwischen die zähne geschoben weil seit 4 wochen keine mittagspause, ach was sag ich keine pause.
    mist wäsche waschen sollte ich auch mal obs meine nachbarn um 1 uhr nachts stört.
    schon wieder nicht zum einkaufen gekommen, wo klaue ich jetzt klopapier? bei MCs D am HBF?
    ja mama, die dunklen ringe kommen nicht vom feiern sondern vom arbeiten.
    (ok sie kommen auch vom feiern)

    für alle die nen beruf suchen: diese hochglanz berichte mit tollen fotos sind nicht die realität. werber sehen wie zombies aus. nur die nicht arbeiten und nur deligieren sehen fit aus ;)

    also, kein "total lustiger toller einfacher job". es ist ein ewiger kampf mit kunden, kollegen, der realität, sich selber, timings etc. ruhige momente gibts kaum. stress ist immanent. muss man halt mögen oder nicht ;)
    okay, wenigstens behaupten Sie nicht, das man kreativ sein müsste.
    :D
    In erster Linie ist meine Erfahrung mit Werbern das diese nach dem Guttenberg-Prinzip arbeiten.
    Groß-und Kleinschreibung gehört anscheinend auch nicht zu den gefragten Qualitäten.
    Rechtschreibung? "weniger gibts auch mehr selten." - was soll das bedeuten??
    Ich dachte das Werber ihr Klopapier im Internet bestellen.
    Wenn nicht, warum klauen Sie es nicht wenigstens in ihrer Agentur?
    armes Würstchen.....
  4. #73

    Sie sind nicht auf der Insel

    Zitat von Schlepphoden Beitrag anzeigen
    Dann müßte ich ja verhungern, da ich jede Werbung aus meinem Leben verbannt habe. TV schaue ich seit 2004 nicht mehr, Internet natürlich nur mit adblock, auf dem Briefkasten prangt ein "Keine Werbung" Schild, Zeitschriften lese ich nicht und irgendwelche Pappaufsteller finden bei mir =0= Beachtung.

    Wie ich Neuanschaffungen tätige :

    Nahrung : Primär alt Bekanntes, wenn etwas interessant aussieht, wird es einmal getestet.
    Und warum sieht etwas interessant aus? Weil sich jemand ne Menge Gedanken gemacht hat, wie man eine Packung so gestaltet, dass sie interessant ist.

    Zitat von Schlepphoden Beitrag anzeigen
    Technik : Berichte/Tests von Leuten die ähnlich technikaffin sind wie ich und die über 8 Jahre hinweg eine Vertrauensbasis aufgebaut haben.
    Und leben die mit ihnen zusammen auf dieser werbefreien Insel? Ich kenne eine Menge technikaffine Leute, denen ich grundsätzlich vertraue und die einen behaupten, Apple wäre das nonplusultra und die anderen, es ginge nichs über Linux.


    Zitat von Schlepphoden Beitrag anzeigen
    Autos : Hinweise von befreundeten KFZ-Mechanikern, Probefahrt
    Auch hier gilt: die chance ist relativ hoch, dass Ihr befreundeter KFZ-Mechaniker sich von Werbung beinflussen lässt. Und selbst wenn er total objektiv ist: welches Auto wird der empfehlen, wenn er technisch an beiden nichts auszusetzen hat? Das, bei dem ihm die Werbung unterbewust auch noch das bessere Image eingetrichtert hat.

    Zitat von Schlepphoden Beitrag anzeigen
    sonstige Dienstleistungen : Entscheidung auf Basis der Tipps von langjährigen branchenkompetenten(!) Freunden.
    Nix für ungut, aber die "branchenkompetenten(!)" kann man genausogut beinflussen


    Zitat von Schlepphoden Beitrag anzeigen
    Werbung erreicht heute halt einfach nur noch die Unterschicht, deswegen schmelzen die Etats dafür auch dahin.
    Klassische Werbung ist auf dem absteigenden Ast, aber die Branche ist längst auf der Suche nach subtileren Varianten. Die "Werbung" von JVM hat SIE hier ja auch erreicht durch den Artikel. Mit hoher Wahrscheinlichkeit liest den Artikel jemand, der bald wieder einen Werbeetat zu vergeben hat und dann an JVM denkt - die Typen, die 12h arbeiten und lieber nen Termin canceln als Mittelmaß abzuliefern - 120% MINIMUM!
  5. #74

    Na ja

    Zitat von mattbarna Beitrag anzeigen
    Mit Timeline ist nicht keine Frist gemeint sondern der Ablauf innerhalb eines Projektes. Fristen innerhalb dieser Timeline können dann gern auch deadlines sein. Doll, gell? :P
    ...angesichts des fachlichen Diskurses einiger Foristen zu richtiger Übersetzung und Verständnis von Timeline (also war's doch keine Deadline ?) vielleicht noch eine weitere Alternative: wie wär's denn mit Zeitschiene ? Klingt aber wohl schon wieder zu altbacken, für's marketing nicht hip genug ;-)
    Wie geht eigentlich eine Welt ohne Werbung ? Nichts ist unmöglich, oder ?
    Sao Paulo hat übrigens visuelle Werbung in der Stadt untersagt - die City sieht richtig zivilisiert aus seitdem - und Brasilien boomt trotzdem weiter !

    Und was ist der Unterschied zwischen Propaganda und Werbung? Eigentlich doch nur die Wirksamkeit, Subtilität, der tatsächliche messbare (Umsatz und Markenbekanntheit...) Erfolg des Marketing (Propaganda ist eben doch zu tumb).
    Die Gemeinsamkeit beider ist das Ziel der Manipulation - Aufklärung über das Produkt ist doch kaum noch enthalten - war es das eigentlich jemals ? Eher werden Parallelwelten und Gefühle bedient...früher hiessen diese Leute Scharlatane.

    Die rustikale Kargheit der dominanten Losungen in totalitären Regimen und die den gesamten öffentlichen Raum durchdringende Werbung in allen Facetten - das sind doch zwei Seiten einer Medaille...(auch wenn ich nicht wie gewisse Foristen den Polpot-Vergleich bemühe - da ist wohl der 12h-Tag mit jemanden durchgegangen...)

    Können wir eigentlich noch Sport treiben ohne Werbung ? Früher hiessen Sportstätten nach Sportlern, Orten und Begebenheiten, Filme waren durchgängig ansehbar und im Internet konnte man ohne Spams oder visuelle Belästigungen agieren und das Wochenende verlief ohne Telefonmarketing. Bisher waren Schulen und Universitäten (Kindergärten ?) Sache der Gemeinschaft und des Staates - bald werden wohl auch hier Sponsoren auftreten und alles verwerben...Und zahlen tut's der Verbraucher als Zwangsabgabe über den Preis - aber er darf seine Namenswünsche nicht mehr auf den damit finanzierten Sportstätten stehen lassen etc.

    Ist das Nötigung ? Missbrauch ? Eine klammheimliche Enteignung von öffentlichen Rechten durch den totalitären Anspruch der Werbung ?

    Bliebe hinzuzufügen, dass sich Werbung IMMER an zahlungsfähige Nachfrage richtet - sonst wäre es die gute alte Aufklärung (zumindest insoweit nicht drauflos behauptet wird, dass sich die Balken biegen)....

    Aber: ist dies so wünschenswert ? Hinnehmbar ? Wieso stellen eigentlich die ach so unabhängig-kreativen Werber nichts in Frage ? Wenigstens sich selbst ? Und machen sie nicht für Geld alles ? Z.B. Umweltwerbung für BP & Co. ...--- aber da sind wir wohl schon wieder bei Propaganda....ein weites feld....
  6. #75

    .

    Zitat von ericstrip Beitrag anzeigen
    ...und all das nur, um Leuten überflüssige Produkte aufzuschwatzen, die sie gar nicht brauchen
    wenn sie das könnten, dann reschpekt.

    das lustige ist jedoch vielmehr: da will mir ein 20jähriges mädel, polofahrerin und faible für mode - wahrscheinlich h+m - einen mercedes verkaufen. hah, ich habe schon für 2 mio. mercedes gekauft, und für die gleiche summe porsche und co.

    ps: was für mich überflüssig ist, entscheidest wohl du. oder die partei.
  7. #76

    .

    Zitat von mats123 Beitrag anzeigen
    ... bestätigt er doch so ziemlich alle Klischees, die ich von Werbern habe.

    Koksen und Kiffen? Wer hat denn diesen Hollywood-Mist geglaubt? Wohl niemand ernsthaft.
    Nicht geglaubt. Gesehen. Allerdings vor 15 Jahren. Vielleicht reicht inzwischen der Verdienst nicht mehr, um sich den weißen Muntermacher leisten zu können.

    Zitat von Caimann Beitrag anzeigen
    In Deutschland kommt als erstes der Job und dann der Mensch. Bei Veranstaltungen oder sonstigen Anlässen kommt spätestens nach dem dritten Satz "was machen sie beruflich"
    Ist dann die Antwort nichts besonderes, ist man für seinen Gesprächspartner nicht mehr interessant genug. Diese Tendenz setzt sich immer mehr durch.
    Ist doch kein Problem. Wenn man weiß, wie das Spiel läuft, denkt man sich halt was Nettes aus. Menschen, die andere über deren Job definieren, haben es nicht besser verdient.

    Zitat von timeemitter Beitrag anzeigen
    männer z.b. dürfen sich nun auch eincrèmen, gegen falten kämpfen und jünger aussehen wollen. lehne ich mich zu weit aus dem fenster, wenn ich behaupte, dass der metro-sexuelle ein "produkt" der werbung ist?
    Und sie müssen hässliche pastellfarbene Hemden tragen, sich die Brust und den Sack rasieren.
  8. #77

    Profit

    Wie sieht es mit der Profitabilität in der Branche aus ?
    Nach dem Bericht könnte man zu verschiedenen Schlussfolgerungen kommen:
    Entweder geht es den Agenturen so schlecht, dass sie ihre Angestellten nur unzureichend entlohnen können.

    Oder sie haben sich so eín gutes Image aufgebaut, dass die Leute ihnen für ein Taschengeld die Bude einrennen und sie ohne Ende Profit machen.
    Kenne mich in dem Bereich nicht aus, deswegen:
    Welche Agentur ist börsennotiert oder eine GmbH, damit man sich mal die Zahlen ansehen kann ?
  9. #78

    --

    Zitat von stoic Beitrag anzeigen
    aber werbung verschafft die aufmerksamkeit für die qualität.

    qualität alleine verkauft sich nicht, wenn keiner weiss, dass das produkt existiert.

    "werbung" ist leider ein bescheuert schwammiger begriff, der den heutigen kommunikationskanälen und -arten nicht mehr richtig gerecht wird.
    Das Problem ist, das Werbung eben auch Aufmerksamkeit für Produkte geringerer Qualität verschaffen kann. Oder dass im extremen Fall übertriebene Werbung übertriebene Aufmerksamkeit für ein eigentlich klar minderwertiges Produkt erzeugt. Dann fühlen sich die Leute eben verarscht.
  10. #79

    Electrolux

    Zitat von Dominik Stawski
    Andere Werber haben weniger Glück mit ihren Ideen: Legendär ist immer noch der Ausrutscher des schwedischen Staubsaugerkonzerns Electrolux. Er machte vor Jahrzehnten in den USA Werbung mit dem Slogan: "Nothing sucks like an Electrolux". Blöd nur, dass "suck" nicht nur "saugen" bedeutet.
    Im Internet liest man das die kein Ausrutscher war, sondern Absicht. Das faellt dann wohl eher unter die "Urban Legends", die zu viele Journalisten immer wieder ohne Recherche weiterverbreiten.

    Ein Blick auf Wiki:
    "...the informal US meaning of the word sucks was already well known in the UK at the time, and the company hoped the slogan, with its possible double entendre, would gain attention."
    Oder auch hier:
    http://adland.tv/content/nothing-sucks-ad-myth








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