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Ein Tag mit einer Beraterin: Cash Cows und Fragezeichen

Unternehmensberater leben aus dem Rollkoffer, wissen alles besser und kehren freitags in ihre Zentrale zurück: Peter Wagner hat die Beraterin Ulla Rinkes einen Tag lang*begleitet, eine Psychologin mit*BWL-Schnellkurs, und staunt über ihr seltsam flüchtiges Leben.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...774990,00.html
  1. #80

    was wird eingerechnet?

    Zitat von nyx^^305 Beitrag anzeigen
    80h-Woche
    So eine Angabe halte ich für unglaubwürdig. Ich arbeite zur Zeit relativ selbstausbeuterisch (Promotion, NatWi) und komme im Schnitt auf 50h-Wochen (ohne Wochenendsarbeit). Wenn ich mal ne stressige Woche habe, werdens ausnahmsweise auch mal 60 und in einigen ganz seltenen Fällen hab ich auch schon mal 70h in einer Woche runtergerissen (da dann aber mit WE), und da war dann einfach physisch schluss: Totale Erschöpfung, kein konzentriertes Arbeiten mehr möglich. Aber für 80 müsste ich schon meine Pausen mit einrechnen...

    Ich glaube, wenn jemand reguläre, durchschnittliche Arbeitszeiten von mehr als 60h angibt, dann rechnet er seine Pausen und Transfer und sonstigen eigentlich untätigen Schnickschnack mit ein, um seine Arbeit wertvoller darzustellen, als sie eigentlich ist.
  2. #81

    Zitat von lotoseater Beitrag anzeigen
    Zitat von nyx^^305 Beitrag anzeigen
    80h-Woche
    So eine Angabe halte ich für unglaubwürdig. Ich arbeite zur Zeit relativ selbstausbeuterisch (Promotion, NatWi) und komme im Schnitt auf 50h-Wochen (ohne Wochenendsarbeit).
    [...]
    Ich glaube, wenn jemand reguläre, durchschnittliche Arbeitszeiten von mehr als 60h angibt, dann rechnet er seine Pausen und Transfer und sonstigen eigentlich untätigen Schnickschnack mit ein, um seine Arbeit wertvoller darzustellen, als sie eigentlich ist.
    So so, sie halten das also für unglaubwürdig... weil sie laue zehn Studen netto Arbeitszeit pro Tag (ohne Wochenendarbeit) schon für "selbstausbeuterisch" halten. Ich fall vom glauben ab, was soll daran bitteschön "selbstasubeuterisch" sein?

    Ich habe mehrere Freunde bei BCG und McK (zwei und einen um genau zu sein). Und - natürlich abhängig von Kunde, Projekt und Phase/Deadline - ein Arbeitstag von 09:00-23:00 gilt dort als guter. Wohlgemerkt ohne Mittagspause, Essen kann man auch am Schreibtisch. Allerdings gehe ich auch davon aus, dass jeder ab und zu mal auf die Toilette verschwindet.

    Je nach Lage, Geschmack des Kunden und Terminierung der Meetings wird aber auch um 07:00 oder um 08:00 angefagen. Und wenn man etwas mit seinem Paket hinkt, gehts danach im Hotelzimmer noch weiter, bei knappen Deadlines bleibt das ganze Team auch gerne mal bis 01:00/02:00 Uhr im Büro.

    Das ist jetzt aber nichts neues. Was mich bei den Erzählungen der drei tatsähclich gewundert hat ist, dass es immer mehr "Freitags-Projekte" gibt, wo der Kunde das Team fünf Tage die Woche im Haus haben will. Also nichts mehr mit Freitag ins eigene Büro.

    Das kann man dann gerne selbstausbeuterisch nennen, da kommt der eine oder andere, abhängig von der Konstitution, in den Grenzbereich.

    Aber nur weil man etwas mehr als den klassischen 8h/Tag macht hier gleich das Jammern anfangen ist schon recht lächerlich. Kommen sie aus Ihrem Elfenbeinturm mal in die Wirtschaft. Wenn sie da nicht als graue Büromaus streng nach ABlaufplan arbeiten wollen, sind solche Zeiten normal.
  3. #82

    blabla

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    So so, sie halten das also für unglaubwürdig... weil sie laue zehn Studen netto Arbeitszeit pro Tag (ohne Wochenendarbeit) schon für "selbstausbeuterisch" halten. Ich fall vom glauben ab, was soll daran bitteschön "selbstasubeuterisch" sein?
    Ich rede von durchschnittlichen Arbeitszeiten. Dass man kurzfristig mal kurz mehr Leistung bringen kann, ist selbstverständlich. Das mach ich schließlich auch. Diese Woche hatte ich z.B. durchschnittlich 14h-Tage, gestern nen 16h-Tag. Aber auf Dauer, das ganze Jahr über könnte ich das nicht ohne gesundheitliche Konzequenzen aushalten.

    Und sie geben es ja auch selbst zu, dass so etwas temporäre Ausnahmeerscheinungen sind, und nicht die Regel:
    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    natürlich abhängig von Kunde, Projekt und Phase/Deadline
    Darum sag ich es nochmal klarer: Wer seine durchschnittliche Arbeitszeit aus seinen Spitzenleistungen berechnet, ist für mich nicht glaubwürdig.

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    was soll daran bitteschön "selbstasubeuterisch" sein?
    Leistung ist Arbeit pro Zeit. Nach mehr als 14h Arbeitszeit bricht bei mir die Konzentration stark ein, danach kann ich zwar noch Arbeiten, aber nicht mehr konzentriert, ohne mich zu gefährden oder sonstige Fehler zu machen. Kann natürlich sein, dass es Arbeit gibt, die weniger Konzentration erfordert, bei der man auch länger arbeiten kann... ;-)

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    bei knappen Deadlines bleibt das ganze Team auch gerne mal bis 01:00/02:00 Uhr im Büro.
    Na und? In Ausnahmesituationen hab ich auch schon etliche Nächte durchgearbeitet, weil es für ein Projekt erforderlich war. Aber ich berechne dann trotzdem keine durchschnittliche Arbeitszeit von 24h pro Tag... ^^

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    Aber nur weil man etwas mehr als den klassischen 8h/Tag macht hier gleich das Jammern anfangen ist schon recht lächerlich. Kommen sie aus Ihrem Elfenbeinturm mal in die Wirtschaft. Wenn sie da nicht als graue Büromaus streng nach ABlaufplan arbeiten wollen, sind solche Zeiten normal.
    Ich jammere nicht. Und ich freue mich schon sehr darauf, aus dem "Elfenbeinturm" rauszukommen. Da warten dann niedrigere Arbeitszeiten und höhere Bezahlung auf mich. Wenn sie jetzt behaupten wollen, dass meine Erwartungen unrealistisch wären, und dass alle ausser den "Büromäusen" mit 70h-Wochen durch Leben hecheln: Vergessen sie's! Ich kenne genügend Leute in den Management-Bereichen, in denen ich bald auch arbeiten werde, die kommen durchschnittlich mit ganz normalen 40h-Wochen aus.
  4. #83

    TItel

    Zitat von lotoseater Beitrag anzeigen
    Und sie geben es ja auch selbst zu, dass so etwas temporäre Ausnahmeerscheinungen sind, und nicht die Regel:
    Ja, zu Peak-Zeiten ist es mehr. Da haben die guten dann auch schon mal eine Woche mit 08:00-12:00 im Büro, aber vorher schon 'ne Stunde im Hotel und den ein oder anderen Tag bis 02:00 Uhr im Hotel weiter. Wobei die dann wohl wirklich gemeinsam zwischendurch zum Abendessen gehen. Sind aber immer noch 80h - 90h STunden pro WOche, wenn man kurz vor der Deadline steht.

    Darum sag ich es nochmal klarer: Wer seine durchschnittliche Arbeitszeit aus seinen Spitzenleistungen berechnet, ist für mich nicht glaubwürdig.
    TUn die nicht im Gegenteil: Wenn die was von "Im Durchschnitt / normalerweise" sagen, haben die die Peak-Zeiten nicht mit drin.

    Leistung ist Arbeit pro Zeit. Nach mehr als 14h Arbeitszeit bricht bei mir die Konzentration stark ein, danach kann ich zwar noch Arbeiten, aber nicht mehr konzentriert,
    Deshalb sind sie ja auch nicht bei McKinsey, BCG & Co. :-).

    ohne mich zu gefährden oder sonstige Fehler zu machen. Kann natürlich sein, dass es Arbeit gibt, die weniger Konzentration erfordert, bei der man auch länger arbeiten kann... ;-)
    Naja, das Gefährdungspotentail beim Dissertation schreiben beschränkt sich doch darauf, sich mit dem Stift die Augen auszustechen :-).

    Ich jammere nicht. Und ich freue mich schon sehr darauf, aus dem "Elfenbeinturm" rauszukommen. Da warten dann niedrigere Arbeitszeiten und höhere Bezahlung auf mich. Wenn sie jetzt behaupten wollen, dass meine Erwartungen unrealistisch wären, und dass alle ausser den "Büromäusen" mit 70h-Wochen durch Leben hecheln: Vergessen sie's!
    Warum jetzt 70h? *Sie* haben bei *50h* von selbstausbeuterisch geredet, und nicht bei 70h. Und das sind lausige 12h pro Tag. Wenn sie da eine großzügige Pause von einer Stunde machen, wäre das z. B. von 07:00 - 20:00 oder (mir eher genehme Zeiten) von 10:00 - 23:00. Da sehe ich jetzt aber absolut nichts selbstausbeuterisches.
  5. #84

    wenn man keine Ahnung hat...

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    Ja, zu Peak-Zeiten ist es mehr. Da haben die guten dann auch schon mal eine Woche mit 08:00-12:00 im Büro, aber vorher schon 'ne Stunde im Hotel und den ein oder anderen Tag bis 02:00 Uhr im Hotel weiter. Wobei die dann wohl wirklich gemeinsam zwischendurch zum Abendessen gehen. Sind aber immer noch 80h - 90h STunden pro WOche, wenn man kurz vor der Deadline steht.
    Dass solche Höchstleistungen möglich sind, habe ich nicht bestritten. Aber dass dies regulär das ganze Jahr über geleistet wird, halte ich für übertrieben.

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    TUn die nicht im Gegenteil: Wenn die was von "Im Durchschnitt / normalerweise" sagen, haben die die Peak-Zeiten nicht mit drin.
    Komisch, Sie reden immer nur von anderen. Ich spreche wenigstens aus eigener Erfahrung.

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    Deshalb sind sie ja auch nicht bei McKinsey, BCG & Co. :-).
    Da will ich auch nicht hin.

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    Naja, das Gefährdungspotentail beim Dissertation schreiben beschränkt sich doch darauf, sich mit dem Stift die Augen auszustechen :-)
    Ein ganz hervorragender, qualifizierter Kommentar! Meinen Hinweis "NatWiss" hatten Sie schon gelesen und verstanden?

    Im Speziellen arbeite ich mit Hochvakuumapparaturen, Supersäuren und stark krebserregenden Stoffen. Ab und zu kommen auch noch Studenten dazu, da wirds dann echt gefährlich... ;-)

    Aber danke dafür, dass Sie mich endlich darüber aufgeklärt haben, dass das größte Gefährdungspotential an meinem Arbeitsplatz von meinem Stift herrührt...

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    Warum jetzt 70h? *Sie* haben bei *50h* von selbstausbeuterisch geredet, und nicht bei 70h. Und das sind lausige 12h pro Tag. Wenn sie da eine großzügige Pause von einer Stunde machen, wäre das z. B. von 07:00 - 20:00 oder (mir eher genehme Zeiten) von 10:00 - 23:00. Da sehe ich jetzt aber absolut nichts selbstausbeuterisches.
    Ich werde für 22.5h bezahlt, arbeite aber je nach Konstitution das doppelte bis dreifache. Ich mache das für mich, deshalb selbstausbeuterisch. Sie haben offensichtlich nicht promoviert, danke für diese Einsicht!


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