Zitat von
Frieden ist alles
Hier ein Zitat von Alice Miller,dass das Geschehen weitgehend erklären könnte:
"Ein sogenanntes >erfundenes< oder phantasiertes Erlebnis oder Trauma deckt immer ein reales Trauma zu."Aus:"Du sollst nicht merken".
Die Phantasien des Mädchens sind aus meiner Sicht nicht das Wesentliche sondern die Gefühle die damit verbunden sind und die auf ein zugrunde liegendes reales Geschehen hinweisen.Welcher Art dieses ursprüngliche Geschehen war,ist dabei schwer zu sagen.Die Ursachen können weit zurück liegen und völlig unbewusst sein.
Schlimm ist das das Mädchen mit schweren Psychopharmaka behandelt wurde.So wie sich der Bericht liest,dürften die Eltern kaum als Patienten in die Behandlung einbezogen worden sein.Die Dynamik in einer Familie ist aber ein eher ganzheitliches Geschehen und wenn nur der Einzelne behandelt wird,dürften sich die zugrundeliegenden Strukturen kaum ändern.Horst Eberhardt Richter hat sich mit dieser Problematik in "Patient Familie" eingehend beschäftigt.
Durch die einseitige Behandlung mit Medikamenten dürfte hier ein lebenslanger Leidensweg des Kindes festgeschrieben worden sein,der wahrscheinlich über lange Zeit hinweg mit zunehjmender Verschlimmerung einhergeht.
Auch die Berichterstattung des Spiegel zu entsprechenden Themen erscheint mir sehr einseitig.Auf Hintergründe in der Kindheit bei seelischem Leiden wird kaum hingewiesen und meist erscheint die Behandlung mit Psychopharmaka als die beste Lösung.Deren schwere Nebenwirkungen werden dabei bestenfalls am Rande erwähnt.So leistet auch der Spiegel aus meiner Sicht einen Beitrag dazu das seelisches Leiden nicht als das erkannt wird was es ist und Fehlbehandlungen weiter Vorschub bekommen.