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Ein rätselhafter Patient: Lebensgefährliches Kartoffelschälen

dapdBeim Kochen verletzt sich eine 44-jährige Frau am Daumen. Drei Tage später führt der Kratzer sie zunächst zum Hausarzt, schließlich liegt sie drei Wochen lang im Krankenhaus. Der raschen Auffassungsgabe ihrer Ärzte verdankt die Patientin ihr Leben.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...850668,00.html
  1. #50

    Tipp

    Zitat von MotziLLa Beitrag anzeigen
    Gruselig. Trotzdem Glückwunsch, dass es nochmal gut gegangen ist. Was mich echt interessieren würde: Wie haben Sie sich danach gegenüber Ihrer Hausärztin verhalten?
    Meine Frau hatte ein klärendes Gespräch unmittelbar nach der Einweisung ins Krankenhaus. Die Ärztin schien sich keiner Schuld bewusst, sowas könne halt passieren.

    Auch wenn im Krankenhaus die behandelnden Ärzte immer wieder von "unverantwortlichem und fahrlässigem Verhalten" seitens der Hausärztin sprachen, hatte ich keine Lust und Kraft, mich weiterhin mit diesem Thema auseinander zu setzen. Auch nicht gerichtlich.

    Die Hausärztin habe ich selbstverständlich gewechselt. Die Nachfolgerin war um Welten besser.

    Mein Tipp bei ungewohnten Krankheitsverläufen: lieber dramatisieren und im zweifelsfalle direkt zum Notdienst eines vertrauenswürdingen Krankenhauses gehen.
  2. #51

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Sie schreiben es zwar nicht, aber ich gehe davon aus, dass Sie sich am Knie äußerlich verletzt haben (wieso sonst sollte das Knie anschwellen und Bakterien in den Körper gelangen?). Haben Sie das auch Ihrer Ärztin gesagt?

    Ärzte können nämlich nicht hellsehen.
    Ich habe keine Magie erwartet. Aber zumindest das hohe Fieber, die am gesamten Körper geschwollenen Lymphknoten und die Verfärbung des Knies sollten einen Arzt misstrauisch werden lassen.
    Ich bitte Sie: eine Blutuntersuchung müsste in einem solchen Fall spätestens am nächsten Tag durchgeführt werden. Oder zumindest ein Rezept für Antibiotika ausgestellt werden.

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Und oftmals verschweigen die Patienten die wichtigsten Hinweise auf die mögliche Ursache einer Erkrankung. Warum auch immer.
    Mangelnde Sprachkenntnisse, Demenz, Verwirrtheit bei hohen Fieber...
    Nichtsdestotrotz: Kooperation seitens des Kranken ist Pflicht, da gebe ich Ihnen Recht.

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Haben Sie zeitnah zur Verletzung die Wunde ordentlich versorgt?

    Jeder Mensch trägt unzählige Bakterien auf der Haut. Bei einer kleinen Wunde der Haut können diese Bakterien in den Körper gelangen. Deshalb ist es ratsam, eine Wunde zu desinfizieren.
    Hätte ich, wenn ich eine Verletzung bemerkt hätte. Aber auch hier: Sie haben vollkommen Recht; Pflaster und ein Desinfektionsmittel habe ich seitdem immer bei mir :-)
  3. #52

    Ärzte sind leider nicht unerheblich daran

    beteiligt, dass gut behandelbare Infektionen zu komplizierten Fällen mutieren. So geschehen bei mir vor einigen Jahren. Eine Wunde am Zeh fing trotz Desinfektion der Stelle stark an zu schmerzen, die Stelle wurde rot und heiß, es bildete sich langsam eine rote Linie. In der Notaufnahme hatte ich einen sehr jungen Arzt. Er behandelte much, indem er mir den Fuß verband und mir riet, den Fuß hoch zu lagern und nicht zu belasten. Sogar Krücken verschrieb er mir. Im Verkaufe des Abends wurden die Schmerzen und das Pochen im Fuß schlimmer, ich rief den Bereitschaftsarzt. Dieser hatte zum Glück mehr Erfahrung und verschrieb mir hochdosiertes Penicillin. Die Entzündung und das Pochen verschwand innerhalb weniger Stunden. Ich nahm das Penicillin noch eine ganze Woche. Ich möchte mir nicht ausdenken, wie der Abend bei mir verlaufen wäre, hätte ich dem ersten Arzt geglaubt...
  4. #53

    Wirkungen

    Der Zusatz "Die Streptokokkenmyositis ist eine seltene Erkrankung" aus dem Fachtext hat es nun leider nicht in den Spiegel-Artikel geschafft. Gerne hätte man da auch noch eine Fallzahl gelesen; gilt auch für andere Artikel aus dieser Reihe.

    So wird die hier beschriebene Krankheit ja in den nächsten Wochen sicher öfter in Arztpraxen und Krankenhäusern zum Gesprächsthema werden...
  5. #54

    Zitat von teredonavalis Beitrag anzeigen
    Manchmal rächt sich die Natur, in Form von Krankheiten, die es vorher wahrscheinlich überhaupt nicht gab.

    Länder die kein Tempolimit auf ihren Autobahnen eingeführt haben, oder die Nutzung der Windenergie mit Händen und Füssen blockieren, müssen sich ganz gut überlegen, wohin das alles führen kann.
    Ist klar. Gleich geht's wieder mit dem Euro und den Bankern los.
  6. #55

    Pflaster, Desinfektionsmittel sowie umgehender Einsatz derselben.

    Mein Gott, wenn ich jede Hautverletzung in meinem Leben entsprechend versorgt hätte, ich wäre ein sehr geschätzter Kunde meiner Apotheke.
    Schon mal handwerklich gearbeitet?
    Oder in freier Feldmark Brombeeren gepflückt?
  7. #56

    zu spät erkannt

    Zitat von Pierre Besuchow Beitrag anzeigen
    Meine Frau hatte ein klärendes Gespräch unmittelbar nach der Einweisung ins Krankenhaus. Die Ärztin schien sich keiner Schuld bewusst, sowas könne halt passieren.

    Auch wenn im Krankenhaus die behandelnden Ärzte immer wieder von "unverantwortlichem und fahrlässigem Verhalten" seitens der Hausärztin sprachen, hatte ich keine Lust und Kraft, mich weiterhin mit diesem Thema auseinander zu setzen. Auch nicht gerichtlich.

    Die Hausärztin habe ich selbstverständlich gewechselt. Die Nachfolgerin war um Welten besser.

    Mein Tipp bei ungewohnten Krankheitsverläufen: lieber dramatisieren und im zweifelsfalle direkt zum Notdienst eines vertrauenswürdingen Krankenhauses gehen.
    Und das hat auch nicht immer die besten Aussichten:

    Schwiegervater, 69 - Speiseröhrenkrebs - Operation problemlos durchgeführt - drei Tage später, Exitus.

    Na ja , dachte jeder, war wohl schon im fortgeschrittenem Stadium und wohl schon metastisiert.

    Erst nach zahlreichen Nachfragen ergab sich die wahre Todesursache - Krankenhauskeim, resistent, Organversagen trotz massivem Einsatz von Breitbandantibiotika.

    Und noch dieses. Vor vier Jahren - Schwägerin, 40 - Magenschmerzen - Hausarzt verordnet Magenspiegelung, Patientin hat Angst und bekommt Vollnarkose - eine Woche extreme Schmerzen und dann, Exitus.

    Grund war eine bei der Spiegelung durchstossene Magenwand. Durch die Narkose fiel das nicht auf. Nach dem Aufwachen die Beschwerden, die Narkoseschwester: das kommt vor. Ist mirgen weg. Hier sind 800er Ibus, kommen Sie wieder, wenn die Schmerzen nicht weggehen.
    Sepis, zu spät erkannt.

    Also, die handwerklichen Fehler von Ärzten, seien es nicht erkannte Befunde, oder Fehldiagnosen sind nicht 0,4/100.000 werter Forist, sondern leider ein nicht ausrottbares Ärgernis.

    Und zu Krankenhauskeimen in deutschland sollte man mal niederländische Ärzte zu Wort kommen lassen:

    In den niederländischen Hospitälern ist die Rate der Infizierten um den Faktor 20 kleiner als in Deutschland. „Die deutschen Kliniken sind – aus niederländischer Sicht – regelrecht verseucht“, sagt Prof. Dr. Alexander Friedrich vom Institut für Hygiene der Universität Münster.

    NiederlandeNet ? Nachrichten Januar 2012 - Gesundheit: Erstes grenzüberschreitendes Symposium zum Thema Patientenschutz
  8. #57

    Von wegen Gruselkabinett, Lebowski.

    Genau das hat meine Schwiegermutter gerade hinter sich, gerade noch mal davongekommen. "Eine schöne Geschichte aus dem Gruselkabinett, die man am Lagerfeuer unter den Urbanen Mythen mal zum Besten geben kann."? So ein Quatsch. Erst informieren, dann kommentieren!
  9. #58

    Faziitis

    also sorry B.Lebowski ja es gibt bestimmt viele wichtige Themen. aber aus dem Gruselkabinett kommt das nicht. Ich bin selber betroffen die Faziitis hat mein gesamtes Leben und das meiner Kinder verändert. Das ich überlebt habe ist ein wunder und alleine in den 6 Wochen Intensivstation sind 2 Menschen eingeliefert wurden die nicht überlebt haben. Viele Menschen wissen nicht wie gefährlich eine Sepsis ist und wie sie sie erkennen und eine Faziitis wünsche ich niemanden. Mein gesamter Arm wurde entfleischt nach 15 Rekonstruktions Operationen kann ich ihn jetzt wieder bewegen. 3 Jahre alle 2 oder 3 Monate wieder ins Krankenhaus. Meine Kinder keiner wollte uns helfen sie waren 1, 2 und 5 sobald ich auf einem normalen Zimmer war mußte ich probieren die Versorgung meiner Kinder zusichern. Am ende mußte ich mit meinem Anwalt um mein recht auf Hilfe zuhause kämpfen und alles neben wahnsinnigen schmerzen Operationen etc..... Aufklärung, Weiterbildung der Ärzte etc und das ernst nehmen von schmerzen und Rötungen, das man Symptome erkennt all das kann Menschen Leben Retten. Im Bericht wird die Realität da gestellt. Gruselig ist wie so ein zerfressenes Gewebe aussieht, wie die Umwelt oder Ämter mit einem umgehen wenn man Krank wird entstellt ist und nicht mehr Leistung abliefern kann. "Eine schöne Geschichte aus dem Gruselkabinett, die man am Lagerfeuer unter den Urbanen Mythen mal zum Besten geben kann" das ist eine Unverschämtheit den Menschen gegenüber sie an einer Faziitis erkrankt sind und es sind nicht 0,4 sondern 4 von 100 000 und an einer Sepsis sterben jedes Jahr mehr menschen als an einem Herzinfakt. Nochmal hier in diesem bericht wird nicht übertrieben oder über ein unwichtiges Thema gesprochen. Erkrankungen betreffen Menschen und es sollte Aufklärung betrieben werden die am ende leben rettet.


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