Ein rätselhafter Patient: Atemlos

BMJ/ Ram Avadh Singh KushwahaPünktlich zum Jahreszeitenwechsel kämpft eine junge Inderin mit den selben Beschwerden: Atemnot, Schnupfen und übermäßiger Niesreiz führen sie ins Krankenhaus. Dort machen die Ärzte eine schier unglaubliche Entdeckung.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-859740.html
  1. #1

    Asthma allein ist schon schlimm,..

    ... aber wenn dazu noch quasi ein ganzer Lungenflügel fehlt - ist das furchtbar. Ich hoffe, dass diese Patientin trotzdem einigermaßen gut durchs Leben kommt (das ist sie ja - wenn man davon ausgeht, dass sie erst mit 26 herausgefunden hat, dass ihr ein Lungenflügel fehlt).
  2. #2

    Ein Röntgen-Thorax reichte zur Aufklärung... . Ein super rätselhafter Fall :D. Das hätte nun wirklich auch jeder Laie erkannt, dem ich vorher ne Handvoll normale Thoraxaufnahmen vorlege.

    Was kommt als nächstes für ein medizinische Rätsel? Bauchschmerzen, die sich beim abklopfen als Blähung rausstellen?-D
  3. #3

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Ein Röntgen-Thorax reichte zur Aufklärung... . Ein super rätselhafter Fall :D. Das hätte nun wirklich auch jeder Laie erkannt, dem ich vorher ne Handvoll normale Thoraxaufnahmen vorlege.

    Was kommt als nächstes für ein medizinische Rätsel? Bauchschmerzen, die sich beim abklopfen als Blähung rausstellen?-D

    So so, jeder Laie hätte das also erkannt?
    Lassen Sie mich Ihnen mal folgendes erzählen: ein guter Freund von mir hatte vor ein paarJahren ähnliche Beschwerden sowie starke Schmerzen im linken Lungenflügel. Er hetzte von Arzt zu Arzt, natürlich wurde auch ein Röntgenbild gemacht. Diagnose: nichts. "Wahrscheinlich ein eingeklemmter Nerv, verrenkter Rückenwirbel, dessen Schmerz in den Brustkorb ausstrahlt" hieß es.
    Die Schmerzen & Beschwerden wurden immer schlimmer.
    Nach 2 Wochen wurde ein weiterer Lungenfacharzt hinzugezogen, der sich die Lungenbilder erneut ansah.
    Diagnose: Pneumothorax. Der linke Lungenflügel war komplett zusammengefallen, es musste noch am selben Tag operiert werden, das Herz hatte sich bereits verschoben.
    So wie bei der Patientin im Artikel war der linke Lungenflügel also auf den Aufnahmen überhaupt nicht zu sehen. Dennoch haben 3 Fachärzte (darunter Radiologen & Pneumologen) in Spezialkliniken hier in Heidelberg es geschafft, den Befund auf den Röntgenaufnahmen nicht zu erkennen.

    Aber Sie als Laie hätten es sicher erkannt? Sie können sicher jedes Röntgenbild sofort deuten?

    Man kann einen Artikel auch mal unkommentiert lassen, anstatt zwanghaft nach etwas zu suchen, worüber man motzen kann. "Man" kann es... manche Leser hier im Forum anscheinend nicht.
  4. #4

    Zitat von neswlf88 Beitrag anzeigen
    Aber Sie als Laie hätten es sicher erkannt? Sie können sicher jedes Röntgenbild sofort deuten?

    Man kann einen Artikel auch mal unkommentiert lassen, anstatt zwanghaft nach etwas zu suchen, worüber man motzen kann. "Man" kann es... manche Leser hier im Forum anscheinend nicht.
    Haben sie den Artikel gelesen?! Das Herz war in die rechte Brustkorbhälfte verschoben. _Das_ hätte jeder Laie erkannt, wenn man ihm vorher ne handvoll Röntgenaufnahmen gezeigt hätte, wie es korrekt aussehen muss.

    Einen Pneumothorax zu übersehen, das ist wirklich peinlich. Vor allem da man abgemilderte Atemgeräusche auf der Seite haben sollte, und damit eigentlich weiß, wonach man suchen muss. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass der Lungenflügel komplett zusammengefallen war, das zu übersehen ist eigentlich nicht möglich (ich schaue als ITS-Pfleger jeden Arbeitstag auf Thoraxröntgen-Aufnahmen meiner Patienten).
    Ich denke es wird ein Mantel-Pneumothorax gewesen sein der übersehen wurde (also ein kleiner Luftspalt rund um den Lungenflügel) der sich dann im Verlauf bis zur OP noch zu einem kompletten Pneu weiterentwickelt hat.
  5. #5

    Alles korrekt

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Haben sie den Artikel gelesen?! Das Herz war in die rechte Brustkorbhälfte verschoben. _Das_ hätte jeder Laie erkannt, wenn man ihm vorher ne handvoll Röntgenaufnahmen gezeigt hätte, wie es korrekt aussehen muss.

    Einen Pneumothorax zu übersehen, das ist wirklich peinlich. Vor allem da man abgemilderte Atemgeräusche auf der Seite haben sollte, und damit eigentlich weiß, wonach man suchen muss. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass der Lungenflügel komplett zusammengefallen war, das zu übersehen ist eigentlich nicht möglich (ich schaue als ITS-Pfleger jeden Arbeitstag auf Thoraxröntgen-Aufnahmen meiner Patienten).
    Ich denke es wird ein Mantel-Pneumothorax gewesen sein der übersehen wurde (also ein kleiner Luftspalt rund um den Lungenflügel) der sich dann im Verlauf bis zur OP noch zu einem kompletten Pneu weiterentwickelt hat.
    Im Artikel wird ja auch beschrieben, dass spätestens ab dem Rö-Thorax klar war, dass es hier ein gravierendes Problem gab. Um die seltene Diagnose einer Lungenagenesie zu stellen Bedarf es natürlich noch einem CT (die DD nur auf Grundlage des RÖ-Thorax nicht eindeutig zu stellen). Alles korrekt gelaufen, ein seltener Fall, passt in die Rubrik würde ich sagen (sie dürfen nicht vergessen, dass die Fälle hier nicht in einer Fachzeitschrift erscheinen, sondern im SPON)
  6. #6

    @Ingmar E. : Angeber und Aufschneider, die keine ITS braucht

    Ingmar E., Sie sind offenbar einer von diesen Drittelwissern (Außensicht) und Allesbesserwissern (Selbstsicht), die den Alltag in unseren Krankenhäusern im Allgemeinen und Intensivstationen im Besonderen zusätzlich erschweren. Gehen sie 'mal zu einem kompetenten Radiologen; dieser wird Ihnen mindestens fünf mögliche Differentialdiagnosen zu diesem Bild nennen. Weitere Untersuchungen sind dann nötig auf dem Weg zum Stellen der richtigen Diagnose. Die indischen Kollegen sind diesen Weg gegangen - alles richtig gemacht.
    Und - wie fabeno ganz richtig schrieb: hier ist SPON und nicht NEJM (o.ä.)
  7. #7

    Zitat von neswlf88 Beitrag anzeigen
    So so, jeder Laie hätte das also erkannt?
    Lassen Sie mich Ihnen mal folgendes erzählen: ein guter Freund von mir hatte vor ein paarJahren ähnliche Beschwerden sowie starke Schmerzen im linken Lungenflügel. Er hetzte von Arzt zu Arzt, natürlich wurde auch ein Röntgenbild gemacht. Diagnose: nichts. "Wahrscheinlich ein eingeklemmter Nerv, verrenkter Rückenwirbel, dessen Schmerz in den Brustkorb ausstrahlt" hieß es.
    Die Schmerzen & Beschwerden wurden immer schlimmer.
    Nach 2 Wochen wurde ein weiterer Lungenfacharzt hinzugezogen, der sich die Lungenbilder erneut ansah.
    Diagnose: Pneumothorax. Der linke Lungenflügel war komplett zusammengefallen, es musste noch am selben Tag operiert werden, das Herz hatte sich bereits verschoben.
    So wie bei der Patientin im Artikel war der linke Lungenflügel also auf den Aufnahmen überhaupt nicht zu sehen. Dennoch haben 3 Fachärzte (darunter Radiologen & Pneumologen) in Spezialkliniken hier in Heidelberg es geschafft, den Befund auf den Röntgenaufnahmen nicht zu erkennen.

    Aber Sie als Laie hätten es sicher erkannt? Sie können sicher jedes Röntgenbild sofort deuten?

    Man kann einen Artikel auch mal unkommentiert lassen, anstatt zwanghaft nach etwas zu suchen, worüber man motzen kann. "Man" kann es... manche Leser hier im Forum anscheinend nicht.
    Die Beschreibung ihres Falles vor einigen Jahren legt den Schluß nahe, dass sie kein Arzt sind. (Ich würde mir auch nicht erlauben, einem KFZ-Mechatroniker die Diagnose des PKW zu erläutern). Denn: Ein Pneumothorax an sich ist nicht schmerzhaft. Schmerzhaft kann die Ursache sein, z B Verwachsungen am Lungenfell, die zu einem Pneumothorax führen können. Nur: Solche Ursachen kann man nicht sehen. Wenn der Pneumothorax erst später auf dem Rö-bild zeigt, dann war er vorher wohl nicht da. Oder so klein, dass ihn die Rö-Technik nicht darstellen konnte (also z B kleiner Spitzenpneu.) Das schlimme aber ist, dass die in den Medien so gerne verbreiteten Halbwahrheiten oft auf Unkenntnis der (meist) fehlenden Kausalität oder Plausibilität beruht. Wikipedia-Wissen reicht eben oft nicht.
  8. #8

    optional

    Und wieso traten die Beschwerden nun immer zum Jahreswechsel auf? Das war doch der Aufhänger vom Artikel...
  9. #9

    redundante Körperteile

    Zitat von joot Beitrag anzeigen
    Und wieso traten die Beschwerden nun immer zum Jahreswechsel auf? Das war doch der Aufhänger vom Artikel...
    Vermutlich wegen der Feinstaubbelastung durch das Silvesterfeuerwerk - oder durch sonstige zyklische Abgaserhöhungen in der Luft (schmutzigere Luft in Trockenzeit, Inversionswetterlagen etcpp). Da die Lungenhälfte am Limit arbeitete, hatte sie dann keine Reserve mehr.

    In dem Artikel zeigt sich mal wieder, daß der Mensch vielfach redundant ausgelegt ist (2 Lungen, 2 Nieren, 2 Gehirnhälften) und auf eine Hälfte (mit gewisser Einschränkung) verzichten kann. Nebenbei bemerkt: selbst mit einer fehlenden Gehirnhälfte ist es noch möglich, eine Beamtenlaufbahn einzuschlagen ( USA: Frau mit nur einer Gehirnhälfte führt fast normales Leben ).