Die Einkindpolitik hatte bei ihrer Einführung in den 70ern, makroskopisch gesehn, durchaus einen Sinn. Unter Mao galt die Politik: "Je mehr Kinder desto besser. Je mehr wir sind, desto schneller sind wir Weltmacht." Da das chin. Volk schon immer sehr zahlreich war, wurde damit - in absoluten Zahlen und in Verbindung mit moderner Medizin - ein beispielloses Bevölkerungswachstum losgetreten. Hätte man das nicht unter Kontrolle bekommen, wäre man in den gleichen Elendskreislauf geraten wie die arabischen und afrikanischen Länder. So schnell hätte die Wirtschaft gar nicht wachsen können, wie immer mehr Nachkommen diesen Wohlstand konsumieren (wollen). Auch kann ein Land nicht unbegrenzt Nahrungsmittel produzieren. Wir sehen ja, dass bereits heute der Großteil der genannten Länder auf Nahrungsmittelimporte angewiesen ist und selbst bei effizienter Produktion derselben darauf angewiesen bleiben wird - mit Ausnahme weniger afrikanischer Länder, wo trotz fruchtbarem Boden vor allem Misswirtschaft und mangelndes Know-How für den Hunger verantwortlich ist.
China jedenfalls hatte beschlossen, diesen Weg mit rabiaten Mitteln zu verlassen. Den Erfolg können wir heute alle bewundern. Mittlerweile ist die Einkindpolitik jedoch überholt. Die Geburtenraten liegen in den meisten Testgebieten ohne Kontrolle, bereits unter der Reproduktionsrate. Zudem ist im Zeitalter der Globalisierung eine solche Zurückhaltung nutzlos. Was nützt es der Welt, wenn für jedes chin. Kind, dass weniger geboren wird, 3 pakistanische, sausi-arabische, nigerische Kinder mehr geboren werden? Die Chinesen sollten sich von dieser Politik verabschieden - sie hat ihren Dienst getan. Stattdessen sollten manch andere Länder überlegen, ob sie sich nicht ein Beispiel daran nehmen sollten, anstatt Maos Visionen von "Mehr Menschen, mehr Macht" zu folgen. Denn einem starken Bevölkerungswachstum folgt meist Expansion, oft sogar Krieg.
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