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Ein dreivierteljahr Rückstand: Android-Updates kommen spät

SPIEGEL ONLINEEs dauert viel zu lange: Zwischen Googles Veröffentlichung einer neuen Version des Handy-Betriebssystems Android und den ersten Updates für ältere Smartphones vergeht oft fast ein Jahr. Das Problem, das viele Nutzer nervt, könnte leicht beseitigt werden, sagen Experten.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadge...826201,00.html
  1. #1

    Große Updates sind hinderlich.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Problem ließe sich entschärfen, wenn Google statt vieler kleiner wenige große Updates brächte ...
    Das widerspräche allerdings dem in der IT-Branche weitverbreiteten Prinzip der frühen Auslieferung. Angefangen bei Continuous Integration, Continuous Delivery bis hin zu Continuous Deployment. Außerdem würde wir dann ja noch länger warten, wir wüssten nur nicht mehr auf was wir warten.
    Mehr zu diesem Thema gibt es in Eric Ries' Buch "The Lean Startup" und auf dessen Blog.

    Sinnvoller wäre es das Feedback der Handyhersteller zu sammeln und daraus abzuleiten, welche Teile des Systems oft angepasst werden, und diese Teile so zu gestalten, dass Anpassungen leicht in neue Versionen übernommen werden können.
  2. #2

    Das Problem würde sich auch dadurch lösen lassen, dass die Hersteller einfach ein bisserl mehr Ressourcen aufwenden dafür. Private Modder schaffen es meistens lange vor den Herstellern, die nötigen Anpassungen vorzunehmen...
  3. #3

    Zitat von SoWhy Beitrag anzeigen
    Das Problem würde sich auch dadurch lösen lassen, dass die Hersteller einfach ein bisserl mehr Ressourcen aufwenden dafür. Private Modder schaffen es meistens lange vor den Herstellern, die nötigen Anpassungen vorzunehmen...
    Hmm, vielleicht kann mich da mal jemand abholen. Android setzt doch auf dem Linux-Kernel auf. Also sollten die Hardware-Spezifika in den Treiber desselben liegen und nicht im Android selbst. Da dürfte das Problem doch eher daran liegen, das jeder Hersteller seine eigene Oberflächen-Suppe kocht, oder?
  4. #4

    Zukünftig besser..?!

    Denke dass Goggle dies in zukünftigen Updates ändern wird,mit Schnittstellen die die Anpassung erheblich vereinfachen werden,mit Holo wurde bei ICS ja schon ein kleiner aber wichtiger Schritt getan um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen.
  5. #5

    Updates und Hardware-Ressourcen

    Der Grund, dass die übrigen Hersteller nur schleppend mit ihren Updates nachkommen: Eine neue, von Google veröffentlichte Android-Version ist erst einmal Rohmaterial. Den Quellcode der Handysoftware müssen die Hersteller erst an ihre Geräte und ihre Software anpassen, erklären die Experten. Dabei vergehe viel Zeit - im Schnitt das besagte Dreivierteljahr.
    Jede neue Betriebssystemgeneration verbraucht mehr Leistung als die Vorgängerversion, deshalb bekommen neue Smartphone-Modelle für neue Android-Versionen auch jeweils einen schnelleren Prozessor und mehr internen Speicher vom Hersteller eingebaut.

    Die Updates kommen auch deshalb oft nicht, weil die Geräte mit später erscheinenden Updates nicht so gut und flüssig funktionieren wie mit dem ursprünglichen System.

    Da kann man es sich als Hersteller auch gleich sparen, da groß Gehirnschmalz und Manpower in Updates für alte Hardware hineinzustecken.

    Wenn ein Anwender ein ohnehin knapp mit internem Speicher ausgestattetes Gerät erworben hat, das der Hersteller bereits mit zusätzätzlichen System-Apps ausgestattet hat und wenn das Ding auch vom Anwender bis zum Anschlag mit Apps zugeknallt hat bis nichts mehr geht ("zu wenig Speicher"), nützt doch ein Update gar nichts, weil der User es gar nicht mehr installiert bekommt, ohne vorher was anderes zu löschen.

    Es geht nicht jede App auf SD-Karte zu verschieben, und bei denen, wo es funktioniert, bleiben trotzdem Reste der App im internen Speicher.

    Wer da mit seinem Smartphone am Anschlag arbeitet, der ist am Ende vermutlich mit dem alten Betriebssystem und drei zusätzlichen Lieblings-Apps besser bedient als mit einem Betriebssystem-Update, nach dem er mangels freiem Speicher gar nicht mehr alle seine Apps zum Laufen bekommt.
  6. #6

    auch

    Zitat von lordax Beitrag anzeigen
    Hmm, vielleicht kann mich da mal jemand abholen. Android setzt doch auf dem Linux-Kernel auf. Also sollten die Hardware-Spezifika in den Treiber desselben liegen und nicht im Android selbst. Da dürfte das Problem doch eher daran liegen, das jeder Hersteller seine eigene Oberflächen-Suppe kocht, oder?
    Die Oberflächen sind das eine Problem. Das andere Problem sind eben die Treiber der Chiphersteller. Besonders bei älteren Generationen lassen die sich viel Zeit. Immer vorausgesetzt natürlich, dass die Hardware überhaupt dazu in der Lage ist. Bei ICS ist das besonders problematisch, weil da die GPU deutlich öfter benutzt wird, als bei den 2.x Versionen.

    Für eine relativ preiswerte GPU von PowerVR bspw. gabs erst Ende Januar die passenden Treiber. Da kann der Smartphonehersteller relativ wenig machen.
  7. #7

    Es gibt ja zum Glück Alternativen.

    Es muss ja nicht Android sein.
  8. #8

    Ausdruck rasanter Android-Entwicklung

    Klar nerven Umsetzungszeiten neuer Android-Versionen von einem dreiviertel Jahr etwas, weil man sie eben gerne schnell, am besten sofort hätte. Die Entwicklung neuer Android-Versionen gehört aber mit zu den schnellsten im Betriebssystem-Bereich. Android ist gerademal ein halbes Jahr älter als die letzte Windows-Version 7, hat aber derweil insgesamt ca. 7 neue Versionen herausgebracht. Insofern ist Unmut über solch relativ lange Anpassungszeiten wohl nur Ergebnis der Gewöhnung an dieses rasante Entwicklungstempo neuer Android-Versionen und eher ein Luxusproblem. Für solch schnelle Entwicklung nehme ich ein paar Quartale Anpassungszeit allemal inkauf. Man muss ja mal sehen, dass die Musik der IT-Consumer-Entwicklung derzeit im mobilen Internet spielt und Android Windows in diesem Bereich vorerst weit abgehängt hat. Was man besonders merkt, wenn man nach Android-Nutzung auf dem Windows-PC Androids vorzügliche Sharing-Funktionalitäten vermisst.
  9. #9

    Zitat von tüttel Beitrag anzeigen
    Insofern ist Unmut über solch relativ lange Anpassungszeiten wohl nur Ergebnis der Gewöhnung an dieses rasante Entwicklungstempo neuer Android-Versionen und eher ein Luxusproblem. Für solch schnelle Entwicklung nehme ich ein paar Quartale Anpassungszeit allemal inkauf. Man muss ja mal sehen, dass die Musik der IT-Consumer-Entwicklung derzeit im mobilen Internet spielt und Android Windows in diesem Bereich vorerst weit abgehängt hat. Was man besonders merkt, wenn man nach Android-Nutzung auf dem Windows-PC Androids vorzügliche Sharing-Funktionalitäten vermisst.
    Sie geben sich aber auch wirklich enorme Mühe, den Elefanten im Zimmer auszublenden, nicht wahr? ;-)

    Der Unmut ist tatsächlich vor allem mit der parallelen Beobachtung verbunden, daß ein fast drei Jahre altes Apple-Gerät inzwischen seit eben genau diesen drei Jahren mit jeweils sofort verfügbaren Updates und Upgrades auf die jeweils brandneue Version versorgt wurden.

    Die "Musik" spielt seit 2007 in Cupertino bei Apple – alle anderen hecheln seitdem atemlos hinterdrein, und Android macht mit seiner Update-Politik da eine ganz besonders schlechte Figur: Nur ein winziger Bruchteil aller Android-Geräte ist überhaupt auf der aktuellen Hauptversion. Fast alle sind eine, zwei oder noch mehr Generationen zurück und die meisten davon werden auch nie aktualisiert werden.

    Für die App-Entwickler ist das eine katastrophale Situation, zumal sich diese völlig zersplitterte Versions-Landkarte dann auch nochmal quer über zig verschiedene Geräte verteilt. Da mühevoll und mit hohem Aufwand hinterherzuprogrammieren geben inzwischen immer mehr Entwickler auf, zumal unter Android eh so gut wie kein Geld zu verdienen ist.

    Die ganze Misere hat natürlich auch damit zu tun, daß die "Freiheit" von Android in allererster Linie die Freiheit der Hardware-Hersteller und der Mobil-Provider ist, Android nach ihren Vorstellungen umzumodeln und zu ihren Zwecken umzubauen. "Freiheit" für die Endanwender ist höchstens ein Abfallprodukt am Rande, das weder Google noch irgendeinen der anderen Beteiligten wirklich interessiert.

    Weder Hardware-Hersteller noch Mobil-Provider haben wirklich Anreize oder Motivation, bereits verkaufte Geräte weiter zu unterstützen. Und dementsprechend lassen sie's eben in der Regel auch.

    Die miese Update-Situation unter Android, das Chaos mit den OS-Versionen und die schwindende Unterstützung durch Fremd-Entwickler haben alle gemeinsame Ursachen darin, daß Google eigentlich nur eine Plattform wollte, um noch mehr Werbung auch mobil zu verkaufen. Ob die Nutzer mit den Geräten auch zufrieden sind, ist ihnen relativ egal – es nützt ihnen ja auch nicht wirklich.

    Bei Apple äußert sich Nutzerzufriedenheit direkt und massiv in den nächsten Quartalsbilanzen. Und exakt entsprechend dieser Interessenlage verhalten sie sich auch.

    Und die realen Zufriedenheitswerte und die Plattform-Wechselbereitschaft der jeweiligen Nutzer reflektieren das entsprechend.


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