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Eil-Antrag beim Bundesverfassungsgericht: Karlsruhe lässt Piraten nicht tanzen

DPAEnde des juristischen Ringens: Das Bundesverfassungsgericht hat Demonstrationen gegen das österliche Tanzverbot untersagt. Mitglieder der Piratenpartei scheiterten mit ihrem Eil-Antrag in Karlsruhe.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...826223,00.html
  1. #130

    Zitat von dhanz Beitrag anzeigen
    Tja, mir ist es z.B. zuviel Eimischung, das der Staat mir vorschreibt, ein Ausweisdokument mi mir zu führen.
    Oder, das ich jedes Jahr ausgefüllte Formulare beim Finanzamt abgeben muß.
    Oder, das ich auf bestimmten Straßen nur eine bestimmte Geschwindigkeit fahren darf.
    Ist schon ein Kreuz mit dem 'Staat'. Immer schreibt er einem alles vor....
    Das ist schon wahr. Mir hat er seinerzeit sogar vorgeschrieben, daß ich in die Schule zu gehen habe. Und das auch noch viele Jahre lang ... dabei wäre ich so manches Mal gerne zuhause geblieben, auch wenn ich im Grunde genommen gerne dorhin ging. Aber der Staat schrieb mir sogar vor, wann ich das durfte, nämlich sonntags und in den Ferien. Tztztz. ;-)
  2. #131

    Um was es geht?

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Plump die Unwahrheit verkünden ist nicht sonderlich christlich.
    Es gibt ein gesetzliches Tanzverbot an Karfreitag. Das ist Fakt. Was glauben Sie denn um was es sonst hier geht?
    Karfreitag ist ein christlicher Feriertag. Im Angedenken von Jesu Tod ist es ein stiller Feiertag. Somit wurde, da unser Kulturkreis auf dem Christentum fußt ein Tanzverbot erlassen.
    In anderen Ländern, selbst in solchen deren Kultur ebenfalls auf dem Christentum fußt, gibt es keinen Karfreitag als Feiertag, sprich sie könnten nicht die Nacht von Donnerstag auf Freitag abtanzen und dann den Freitag ausspannen und erholen. Ausgenommen sie nehmen dann Urlaub, ansonsten dürfte es kein Feiertag sein und sie müßten Arbeiten. Mit anderen Worten sie könnten nicht Mal für das Tanzverbot demonstrieren weil sie keinen Grund hätten und zudem noch an ihrem Arbeitsplatz säßen.

    Am Karfreitag müßen sie bis Mitternacht warten bis sie tanzen dürfen. Das heißt die meisten Diskos machen zwischen zehn und zwölf Uhr ihre Tore auf und sie müßten sage und schreibe zwei Stunden warten bis sie tanzen dürfen.
    Sie kommen hier mit mangelnder Toleranz der Christen ihnen gegenüber, übersehen aber schon von vornherein geflissentlich das sie ohne das Christentum, ohne unsere christliche Kultur, nichtmal einen Feiertag hätten.
    Warum machen sie einen großen Buhei um nichts?
  3. #132

    Quod erat demonstrandum!

    Zitat von stormking Beitrag anzeigen
    Auch an Sie: Kirchliche Feiertage gibt es in Deutschland nicht, nur gesetzliche.
    Die Tatsache, dass es sich bei Karfreitag (genau wie bei vielen anderen kirchlichen Festen) um einen gesetzlichen Feiertag handelt, beweist wohl hinlänglich, dass die gerne progagierte Trennung von Staat und Kirche in Deutschland nicht nur nicht existiert, im Gegenteil: hier ist die Vermischung noch wesentlich rigider!

    In Italien (noch katholischer geht's kaum) z.B. ist Karfreitag ein ganz normaler Werktag (Quelle: eigene Anschauung bei einem Osterbesuch in Mailand), in Österreich haben nur evangelische Christen, Altkatholiken und Methodisten an diesem Tag arbeitsfrei (Quelle: Wikipedia; wie die Österreicher das in der Praxis handhaben entzieht sich meiner Kenntnis).

    Sicher ist jedenfalls, dass weder Chanukka noch Yom Kippur, weder Opferfest noch Fastenabschlussfest gesetzliche Feiertage für alle(!) sind, obwohl doch spätestens seit einem gewissen CW Judentum und Islam zu Deutschland gehören. Mit welchem Recht also geniessen die christlichen Kirchen hier eine Sonderbehandlung (wahrscheinlich mit dem gleichen, nach dem man auch als Nichtchrist diese Vereine mitfinanzieren darf...)?

    Die Lösung? Zusätzliche Feiertage für nicht-christliche Konfessionen (Karnevalisten, AC/DC-Fans, Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters und Sonstige eingeschlossen)? Die Wirtschaftsverbände würden sofort alarmiert den Niedergang des Standortes Deutschland beklagen (wohl auch zu Recht).

    Kirchliche Feiertage zugunsten anderer streichen? Das Geschrei der Kirchenvertreter würde mühelos jede Sonntagmorgen-Glocke übertönen, in manchen Gegenden Deutschlands hätte man bei solchen Vorschlägen wohl gleich den lokalen Verfassungsschutz auf dem Hals.

    Bleibt eigentlich nur ein Vorschlag, den andere Foristen hier schon gemacht haben: ein gesetzlich festgeschriebenes Kontigent an Feiertagen pro Jahr, an denen mit Voranmeldung er/sie wen oder was auch immer nach Belieben feiern kann. Dann wäre, gegenseitige Toleranz von Gläubigen und Nichtgläubigen vorausgesetzt, tatsächlich eine Trennung zwischen Staat und Glaubensbekenntnissen vollzogen, lediglich der Handel (wo bleibt dann das schöne "segensreiche" Weihnachtsgeschäft?) und die Mineralölwirtschaft (wie begründet man Preissteigerungen während des Ramadans oder an Rosenmontag?) haben dann ein Problem...

    ,
  4. #133

    Andere Länder

    Zitat von caiman Beitrag anzeigen
    ....

    In Italien (noch katholischer geht's kaum) z.B. ist Karfreitag ein ganz normaler Werktag (Quelle: eigene Anschauung bei einem Osterbesuch in Mailand), in Österreich haben nur evangelische Christen, Altkatholiken und Methodisten an diesem Tag arbeitsfrei (Quelle: Wikipedia; wie die Österreicher das in der Praxis handhaben entzieht sich meiner Kenntnis)....,
    Auch im katholischen Polen war und ist der Karfreitag ein ganz normaler Arbeitstag.
    Es wäre zwar nicht verboten, aber kaum einem Jugendlichen würde einfallen, am diesem ernsten Tag eine Tanzparty zu machen.
    Ein Stück Kultur eben.
  5. #134

    Zitat von caiman Beitrag anzeigen
    Mit welchem Recht also geniessen die christlichen Kirchen hier eine Sonderbehandlung (wahrscheinlich mit dem gleichen, nach dem man auch als Nichtchrist diese Vereine mitfinanzieren darf...)
    Der Staat bezuschusst meines Wissens nur die sozialen Einrichtungen der Kirche (Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime) aus Steuergeldern. Das kann man natürlich trotzdem in Frage stellen, aber dann sollte man wissen, daß Untersuchungen zufolge die gleichen sozialen Leistungen, wenn der Staat sie selber erbringen müßte, teurer wären. Wenn wir das wollen, dann bitte ...


    Zitat von caiman Beitrag anzeigen
    Zusätzliche Feiertage für nicht-christliche Konfessionen (Karnevalisten, AC/DC-Fans, Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters und Sonstige eingeschlossen)?
    Also zumindest für die Karnevalisten gibt es das ... in den Karnevalshochburgen ist der Rosenmontag frei.


    Zitat von caiman Beitrag anzeigen
    Bleibt eigentlich nur ein Vorschlag, den andere Foristen hier schon gemacht haben: ein gesetzlich festgeschriebenes Kontigent an Feiertagen pro Jahr, an denen mit Voranmeldung er/sie wen oder was auch immer nach Belieben feiern kann.
    Wenn die Wirtschaft da mitmacht, wäre das nicht undenktbar. Es müßte aber gewährleistet sein, daß jeder, der einen dieser beweglichen Feiertage nutzen will, dieses auch ungehindert kann. Wenn jetzt 60% der Belegschaft für Karfreitag (oder z.B. für Kurban Bayramı) einen "Feiertag einreichen" muß der Arbeitgeber das hinnehmen und darf nicht sagen, daß so viele Leute auf einmal nicht fehlen dürfen.
  6. #135

    Dann...

    Zitat von mundi Beitrag anzeigen
    Auch im katholischen Polen war und ist der Karfreitag ein ganz normaler Arbeitstag.
    Es wäre zwar nicht verboten, aber kaum einem Jugendlichen würde einfallen, am diesem ernsten Tag eine Tanzparty zu machen.
    Ein Stück Kultur eben.
    ... kann man die Polen zu etwas beglückwünschen, was es hier nicht gibt: eine Trennung von Staat und Kirche (und das, wo sie Jahrzehnte lang den Papst stellten - Respekt, das ist eine nicht zu unterschätzende Leistung!).
  7. #136

    Korrektur

    Zitat von BotschafterSarek Beitrag anzeigen
    Der Staat bezuschusst meines Wissens nur die sozialen Einrichtungen der Kirche (Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime) aus Steuergeldern. Das kann man natürlich trotzdem in Frage stellen, aber dann sollte man wissen, daß Untersuchungen zufolge die gleichen sozialen Leistungen, wenn der Staat sie selber erbringen müßte, teurer wären. Wenn wir das wollen, dann bitte ...
    Der Staat bezuschusst noch eine ganze Menge mehr, wie z.B. die Gehälter der Kirchenfürsten ab Bischof aufwärts (die werden vollständig aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert, nicht etwa aus der Kirchensteuer), Massnahmen zum baulichen Erhalt der Kirchen usw. Und sollten Sie je arbeitslos werden (es möge Ihnen erspart bleiben): Sie können aus der Kirche austreten, so oft Sie wollen, es wird Ihnen trotzdem vom ALG ein Kirchensteueranteil abgezogen - das nenne ich echte Barmherzigkeit der Kirchen (die auf diesen Anteil natürlich nicht verzichten wollen)!

    Dass soziale Leistungen teurer würden, wenn Sie nicht von der Kirche erbracht würden, ist nach wie vor unbewiesen (durch ständige Wiederholung wird es nicht wahrer!); wenn doch, dann wird es wohl am staatlich sanktionierten Lohndumping der Kirchen liegen.
  8. #137

    Zitat von caiman Beitrag anzeigen
    Der Staat bezuschusst noch eine ganze Menge mehr, wie z.B. die Gehälter der Kirchenfürsten ab Bischof aufwärts (die werden vollständig aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert, nicht etwa aus der Kirchensteuer),
    Wußte ich nicht ... ist das für beide großen Konfessionen so?


    Zitat von caiman Beitrag anzeigen
    Massnahmen zum baulichen Erhalt der Kirchen
    Nennt man Denkmalschutz ... genauso wie der Erhalt alter Burgen und Schlösser und noch diverser anderer säkularer Gebäude gefördert wird. Alte Kirchen gehören eben zum Kulturgut unseres Landes.


    Zitat von caiman Beitrag anzeigen
    Dass soziale Leistungen teurer würden, wenn Sie nicht von der Kirche erbracht würden, ist nach wie vor unbewiesen (durch ständige Wiederholung wird es nicht wahrer!); wenn doch, dann wird es wohl am staatlich sanktionierten Lohndumping der Kirchen liegen.
    Also der kirchliche Träger, bei dem ich angestellt bin, zahlt nach dem Tarif für den Öffentlichen Dienst. Vielleicht liegt es eher daran, daß im kirchlichen Bereich sehr viel ehrenamtlich gemacht wird - und das hat nichts mit Ausbeutung zu tun, sondern mit praktizierter Nächstenliebe.
  9. #138

    Zitat von BotschafterSarek Beitrag anzeigen
    .........

    Nennt man Denkmalschutz ... genauso wie der Erhalt alter Burgen und Schlösser und noch diverser anderer säkularer Gebäude gefördert wird. Alte Kirchen gehören eben zum Kulturgut unseres Landes...............
    So weit ich weiss sind schon einige Fürsten an ihren Denkmalgeschützten Schlössern und Burgen pleite gegangen. Das habe ich von Kirchen oder der Kirche noch nicht gehört.

    MfG. Rainer
  10. #139

    Zitat von Herr Kules Beitrag anzeigen
    ........
    Wo ist denn der Eilantrag gegen die hohen Spritpreise?
    Da besteht ja auch ein ganz großer Unterschied. An den Spritpreisen verdient der Staat, je höher, um so mehr;o).

    MfG. Rainer


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