Eierstockkrebs: US-Organisation rät von Ultraschall-Screening ab

CorbisDie Methoden zur Früherekennung von Eierstock- und Gebärmutterkörperkrebs sind umstritten. Eine US-Behörde rät nun ausdrücklich von der Untersuchung ab. Statt Frauen vor der Krankheit zu schützen, kann das Ultraschallscreening sogar schaden, berichten auch deutsche Forscher.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...855090,00.html
  1. #1

    unglaubwürdig

    An sich ja ein sinnvoller Artikel aber dass durch die sog. "Vorsorgeuntersuchung" Blutgerinnsel entstanden sind, klingt mir nicht plausibel. Soweit mir bekannt ist führt eine Ultraschalluntersuchung nicht zu Thrombosen. Auch bei simplen Blutentnahmen zur Untersuchung der Tumormarker ist das Risiko minimal. Nicht jedoch bei Operationen, um die es im Originalartikel vermutlich ging.
    Außerdem halte ich den Begriff "Vorsorgeuntersuchung", der hier verwendet wird, für problematisch, suggeriert er doch, dass es sich hier um eine Maßnahme handelt mit der ggf. ein Tumorleiden verhindert werden kann. Dass dem beim Ultraschall-Screening nicht so ist, ist lange bekannt. Die Verwendung des Begriffes "Früherkennung" halte ich für eindeutiger.
  2. #2

    Solange jemand daran verdient...

    ist das ja wohl "in Ordnung". Das Problem kennt man ja von Vorsorgeuntersuchungen wie bei Brustkrebs, Darmkrebs, Prostakrebs (PSA-Wert), Hautkrebs u.s.w. - ein Schuft, der böses dabei denkt ;-)

    Röntgenreihenuntersuchungen der Lunge bis in die 1980er hätte ich fast vergessen
  3. #3

    Zitat von spon-1226327550945 Beitrag anzeigen
    An sich ja ein sinnvoller Artikel aber dass durch die sog. "Vorsorgeuntersuchung" Blutgerinnsel entstanden sind, klingt mir nicht plausibel. Soweit mir bekannt ist führt eine Ultraschalluntersuchung nicht zu Thrombosen.
    Das verwundert mich auch - ich werde viermal jährlich auf Kassenkosten geschallt und empfinde die Untersuchung nicht als riskant oder belastend, es piekst mich ja noch nicht mal jemand dabei.
    Wo sollen also Gerinnsel herkommen ?
  4. #4

    Diese ganzen bildgebenden Verfahren sind mir zutiefst zuwider.Alle Berichterstattung darüber,die ich lese ist irgendwie kritisch.Und vollends dagegen eingenommen hat es mich,dass man meine Schwägerin nach einer Mammographie sechs Monate lang mit einem "verdächtigen dunklen Schatten" in der Brust zum "Abwarten" nachhause geschickt hat.Nachdem mir mal eine Ärztin hingeknallt hat,ich hätte Diabetes -es stimmte nicht,sie wollte mich "nur schocken" (und hat mir dann jegliche Weiterbehandlung verweigert) kann ich mir in etwa vorstellen,was meine Verwandte durchgemacht haben muss.Mich kriegt da keiner hin.Lieber ein schönes Leben solange es geht und Schluss als wenn-und-aber zwei Jahre vorher schon
  5. #5

    Haha

    Wenn ich immer an die bösen Blicke meiner Ärztin denke, wenn Sie mich fragte "Und wie siehts aus? Heute ein Screening?" (für 30 Euro extra auf die Hand) und ich immer verneinen musste. Bisher aus finanziellen Gründen, weil ich mir dieses Extra einfach nicht leisten konnte. Aber nun steckt auch ein wenig Schadenfreude hinter.
  6. #6

    Äpfel mit Birnen vergleichen

    tendentieller Artikel ohne wissenschaftliche Relevanz! Wie sollen durch die US-Untersuchung denn Blutgerinnsel entstehen? Wurden die Patientinnen wegen angestiegenen CA 12-5 Werten operiert oder wegen des US-Befundes? Der vaginale Ultraschall dient nicht alleine dazu, Eierstockskrebs frühzeitig zu diagnostizieren, sondern auch Gebärmutterfehlbildungen oder Lageveränderungen zu erkennen (Kinderwunsch!), Muskelknoten in der Gebärmutterwand oder dem umgebenden Gewebe zu entdecken oder einfach die Frau zu beruhigen, dass sie gesund ist - denn nichts anderes möchte man doch nach einer solchen Untersuchung hören, oder?
  7. #7

    Studien richtig lesen!

    Welchen Nutzen erwartet man tatsächlich nach vier mal Ultraschall??? So oft wurde in dieser Studie nämlich untersucht, und dann 13 Jahre nachkontrolliert. Auch Studien sollte man gründlich lesen, bevor man sie lauthals in der Öffentlichkeit verbreitet. Leider ist es eben auch so, daß die Kassen bei z.B. Völlegefühl KEINEN Ultraschall übernehmen, dies ist eine reine Vorsorgeuntersuchung. Frauenärzte bieten den Vaginalschall für gesetzlich versicherte Patientinnen recht günstig an, damit er neben den Beiträgen an die Kasse finanzierbar bleibt. Diese 30-40€ sind die Kosten für EIN Organ, wobei sinnvollerweise die Gebärmutter und die Schleimhaut begutachtet wird, um Polypen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen sind, die auf ein sogenanntes Endometriumkarzinom hinweisen, welches insbesondere bei Adipositas häufiger vorkommt.(was leider auch hierzulande häufig ist). Dies ist eine im Vergleich zum Eierstockskrebs häufigere Erkrankung. Hinzu kommt, daß immerhin 1/20 operierten Frauen tatsächlich einen bösartigen Tumor hatte. Und Thrombosen durch Ultraschall???Wie bitte?
    Ich habe nebenbefundlich beim Ultraschall schon ein frühes Blasenkarzinom entdeckt, was deshalb noch sehr gut operabel war. Man muss nicht warten, bis ein Tumor sich durch Beschwerden wie Blutungen äussert, denn da ist er meist schon weit fortgeschritten.
    Dies ist mal wieder eine Propaganda der Presse gegen die angeblich "gierigen Ärzte", kein guter Moment, da das Mass eh schon voll ist. Die Presse, Politik und Krankenkassen machen systematisch Ihre Ärzte schlecht. Immer mehr wandern aus. Schade.
  8. #8

    Dummheit oder Demagogie?

    In regelmäßigen Abständen werden Ärzte als raffgierig und betrügerisch dargestellt. Auffallend häufig passiert dies, wenn sich Ärzte zu ihrer Arbeitssituation oder der Honorarlage äußern. Offensichtlich werden dann „Einheitstexte“ abgedruckt, die schablonenartig Falsches ständig wiederholen, wodurch das Falsche nicht wahrer wird. Die journalistische „Leistung“ besteht dann überwiegend im Abschreiben, die Rechtfertigung dazu ist wohl die tendenziöse Polemik, mit der Ärzte diffamiert werden sollen.
    Soviel zur Einstimmung. Wahr ist, dass die Vaginal-Sonographie seit Ende der 80er Jahre eine etablierte Untersuchungsmethode ist, auf die kein Frauenarzt verzichten möchte. Selbst Gutachter haben bereits 1989 die Vaginal-Sonographie im Rahmen einer Nachsorgeuntersuchung als sinnvoll beschrieben. Die Krankenkassen selbst haben die Untersuchung durch eine eigene Leistungsziffer anerkannt und sie wurde in den Gebührenordnungskatalog aufgenommen. Also, wo ist das Problem? Einerseits haben wir eine von allen anerkannte Untersuchungsmethode, andererseits wird diese Methode diffamiert und Ärzte, die diese Methode anwenden, diskreditiert. Da die Methode anerkannt ist, kann es nicht an der Qualität liegen, aber die Methode kostet Geld! Und hierzu sind die Krankenkassen zunehmend nicht mehr bereit, ihre Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen! Deshalb wurde nach und nach die Bewertung der Leistung abgestuft bis hin zu einer gedeckelten Budgetierung aktuell. Gleichzeitig werden die Qualitätsansprüche hochgeschraubt und damit die Kosten erhöht. Wenn gleichzeitig aber die Erlöse sinken, so ist hier der betriebswirtschaftliche Bankrott vorprogrammiert (Vielleicht ist das gewünscht!?). Um diesem Desaster zu entkommen, haben sich die Ärzte entsprechend dem Sozialgesetzbuch V zu einer Dienst-nach-Vorschrift-Arbeit entschlossen und die Vaginal-Sonographie nur noch nach Gesetzeslage eingesetzt. Alle übrigen Indikationen sind durch die Gebührenordnung nicht mehr abgedeckt, auch wenn sie medizinisch sinnvoll sind.
    Nun verquickt der journalistische Laie eine Vorsorgeuntersuchung immer mit der Suche nach dem Krebs - und am besten mit dem Übelsten was die Frauenheilkunde zu bieten hat: dem Eierstockkrebs. Ein erfahrener Frauenarzt weiß, dass es wünschenswert wäre, wenn der Eierstockkrebs sich so verhalten würde, dass man ihn vaginalsonographisch frühzeitig entdecken könnte. Aber leider tut er uns diesen Gefallen nicht. Das wissen wir! Und das wissen wir nicht zuletzt auch durch die von Ihnen zitierte Studie. Deshalb bietet kein erfahrener Frauenarzt die Vaginal-Sonographie als Untersuchung zur Vermeidung von Eierstockkrebs an. Die Vaginal-Sonographie des kleinen Beckens eröffnet uns aber eine ausgezeichnete Möglichkeit, Veränderungen an den Beckenorganen frühzeitig zu erkennen und Gefahren von unseren Patientinnen abzuwenden. Dies gilt nicht nur für Erkrankungen der Gebärmutter oder der Eierstöcke, sondern auch Tumore in der Harnblase oder Wasseransammlung im Becken, die auf Magen-Darm-Tumore hinweisen können. So können rechtzeitig Empfehlungen zur Lebensführung gegeben werden oder auch zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, die einen Verdacht bestätigen oder ausschließen können. Die simple Fokussierung nur auf den Eierstock verkennt die Tatsache, dass die Frau im kleinen Becken noch mehr Organe hat als nur die Eierstöcke. Wer das nicht weiß ist bestenfalls dumm, alle anderen argumentieren demagogisch zum Schaden der Patientinnen. Es wird Zeit, dass dieser frauenfeindliche Journalismus benannt wird. Schade, dass sich der Spiegel hier einreiht.
  9. #9

    Frühstadium

    Durch regelmäßige Ultraschall-Untersuchungen wg. Myomen wurde eine Zyste bei mir entdeckt, die sich nach der Laparoskopie als Eierstockkrebs herausstellte. Glücklicherweise war es Anfangsstadium, wo die Überlebenschancen noch recht groß sind. Ich werde die Ultraschall-Untersuchung auf jeden Fall meiner Tochter ab einem bestimmten Alter sowohl empfehlen bzw. bezahlen. Ohne die o.g. Untersuchung wäre das allenfalls bei Stadium 3 festgestellt worden, wo die Überlebenschancen dieser bösartigen Krebsform weitaus geringer sind! Daher verstehe ich nicht, dass die Krankenkasse diese Igel-Leistung nicht für alle übernimmt, auch wenn - angeblich - Eierstockkrebs selten ist (meine Gyn. hatte in 20 Jahren 10 Fälle). Nach Entdeckung der Zyste beruhigte mich das zunächst, aber nach Statistiken gehe ich inzwischen nicht mehr! Daher finde ich die im Artikel zitierte Studie als tendenziös. Die gegen Brustkrebs- und Prostata-Vorsorge-Untersuchungen aufgeführten Vorbehalte überzeugen mich mehr.