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"Eheroman": Eine Frau will mehr
APSie fühlen sich nicht ganz wohl in Ihrem Leben? Das geht Ava genau so. Hätte sie doch bloß nicht Danilo geheiratet. Warum? Das erzählt Katrin Seddig in ihrem beeindruckenden "Eheroman".
http://www.spiegel.de/kultur/literat...830920,00.html
- #1 07.05.2012 18:13 von
- #2 07.05.2012 19:47 von
Nein, das ist Erziehung. Wenn die meisten Jungen bereits von Kindesbeinen an dahingehend erzogen werden, dass sie die großen Helden von morgen sind, dass ihnen die Sachen hinterhergetragen werden, während die Mädchen natürlich im Haushalt helfen müssen, wenn die Eltern von jedem noch so mittelmäßigen Jungen schwärmen, er sei ja so hooochbegabt, dann ist es kein Wunder, dass aus den gepamperten, mit gewaltigen Erwartungen beladenen und für die Heldenrolle auserkorenen Jungen im späteren Alltag überforderte Männer werden, die nicht so recht verstehen können, warum aus ihnen nie mehr wurde als ein mittlerer Beamter oder ein Angestellter in einer Großfirma. Da bleibt als letzter, verzweifelter Rückzugsort nur noch die Familie, wo man versucht, in kleinem Rahmen wenigstens den Boss zu spielen, der einem im Leben da draußen versagt wurde.
Es ist auch kein Wunder, dass genau diese Leute dann irgendwann gewalttätig werden, wenn sie selbst dort unterlegen sind. Und es ist nun mal so, dass immerhin geschätzte 50% der Männer ihren Frauen geistig unterlegen sind und nur etwa 50% überlegen. Wieviele zutiefst gedemütigte Persönlichkeiten man dann hat, die schließlich all ihre unterdrückte Wut und Hilflosigkeit in Gewalt umwandeln, kann man sich überlegen. Faschistische und extremistische Strömungen jedenfalls haben seit jeher genau diese Klientel angesprochen.
Insofern sollten sich die Eltern - beide, Mutter und Vater - gut überlegen, welche Bürden sie ihren Kindern mitgeben. Gerade viele Männer zerbrechen später daran, weil man ihnen den Thron versprochen hat und es letztlich nur ein Sofa wurde. Aber auch die Frauen, denen man als einziges Lebensziel den Ritter auf weißem Pferd versprochen hat, tragen oft ihr ganzes Leben an der Bürde der Unzufriedenheit, weil eben die Realität den Ritter nicht liefern kann. Insofern bilden sie das Gegenstück zu den frustrierten, gedemütigten Männern und scheitern an der Diskrepanz zwischen den eingeprägten Kindheitsträumen und der Realität des Erwachsenseins. "Eine Frau will mehr"... Die Republik ist voll von Frustrierten, aber lieber schiebt man das auf die angebliche Natur von Männern und Frauen, als die Fehlentwicklungen in der Erziehung aufs Korn zu nehmen. - #3 07.05.2012 23:25 von
etwas komlizierter ist es schon
Verwöhnen von Jungens stimmt. Da sind die Weiber eigen. Und absolute Abhängigkeit von Frauen erzeugen, eben doof machen. Hat auch immer geklappt. Bei den modernen Frauen hakelt es. Die wollen zwar noch den Sohn, aber nicht mehr den lästigen Mann. Und der alleinerzogene stinkverwöhnte Sohn eignet sich nur bedingt als Gatte. Zumal der das Gattendasein schon kennt aus Kindertagen.
Frauen nehmen zu gern jemanden, der ihnen geistig unterlegen ist, oder von dem sie meinen, daß sie es hinbekommen, daß er unterliegt. Deswegen wird aber kein Mann gewalttätig, es sei denn, die Frau übertreibt es mit ihren Macht- und Unterdrückungsgelüsten. Obwohl das Männer von ihrer Mami schon kennen und normalerweise sklavisch ertragen.
Die hübschen Bemerkungen über den Frust dürfte jeder unterschreiben können. Die Männer bekommen keine liebliche Fee, die Frauen keinen edlen Ritter. War sicher schon immer so, aber der Selbstbetrug liegt dem Menschen. Das praktische Problem dürfte eigentlich da liegen, wo die Unzufriedenheit Einzug hält. Und die können Frauen weitaus besser als Männer. Sie sind erwartungsfreudiger. Wobei man zugeben muß, daß Männer ausreichend viel bekommen, zumindest reicht es ihnen, wenn man sie nett anguckt und ab und an den makellosen Körper beschnuppern läßt. Diese Form der Befriedigung kann man Frauen nicht angedeihen lassen. Und jede Woche eine neue Einbauküche ist auch nicht bezahlbar. Frau sehnt sich also, aber es gibt kein real existierendes Objekt dafür. Läßt sie es halt. Beeindruckend ist das nicht. Sondern stinklangweilig.
Daß Erziehung mit der Weitergabe der eigenen Wünschen und Vorstellungen das Übelste überhaupt ist, was einem Menschen widerfahren kann ist eine triviale Erkenntnis. Sie wird bestenfalls abgemildert durch Onkel, Freunde, Lehrer. Oder verschlimmert, falls diese Pädagogik studiert haben. - #4 08.05.2012 10:07 von
Zumindest nicht den lästigen Mann klassischer Prägung, der für sein Weibchen solange wohlwollendes Desinteresse aufbringt, solange es brav den Haushalt macht, ihn abends in Ruhe lässt, wenn er müde von der Arbeit kommt, und vor dem Einschlafen noch schnell den Begattungsvorgang über sich ergehen lässt.
Da dieser Typ Mann auch heute noch verbreitet ist, wollen halt manche moderne Frauen lieber gar keinen Mann. Früher hat man ihnen noch anerzogen, dass sie ohne Ehemann nichts wert sind. Das waren noch Zeiten, in denen auch der dissozialste Schlägertyp noch verheiratet war; immerhin war es besser, eine misshandelte verheiratete Frau zu sein als eine alte Jungfer. Aber die Zeiten sind eben vorbei.
Im Gegenteil: Deswegen werden Millionen Männer in Deutschland täglich gewalttätig. Demütigung (und Unterlegenheit IST in männlicher Logik Demütigung) macht gewalttätig, sie ist sogar DER Grund für Gewalttätigkeit schlechthin. Fast alle Gewaltverbrecher sind zutiefst gedemütigte Persönlichkeiten. Soldaten durchlaufen erst einmal eine langwierige Demütigungsprozedur, bis sie zum Töten bereit sind, und je elitärer die Einheit, umso perfider und heftiger die Demütigung während der Ausbildung.Frauen nehmen zu gern jemanden, der ihnen geistig unterlegen ist, oder von dem sie meinen, daß sie es hinbekommen, daß er unterliegt. Deswegen wird aber kein Mann gewalttätig, es sei denn, die Frau übertreibt es mit ihren Macht- und Unterdrückungsgelüsten.
Das Gegenteil ist der Fall. Vielen Frauen wird auch heute noch beigebracht, dass man gegenüber den Männern zurückstecken muss. Deswegen auch die Fixierung auf den Ritter: Dieser Mann soll dann all das aus dem Weg räumen, was die Frau selbst nicht kann. Er soll ihr verlängerter Arm sein. Das ist eine logische Konsequenz daraus, dass man Frauen nach wie vor den Glauben an die eigene Unterlegenheit anerzieht.Das praktische Problem dürfte eigentlich da liegen, wo die Unzufriedenheit Einzug hält. Und die können Frauen weitaus besser als Männer. Sie sind erwartungsfreudiger.
Entsprechend enorm sind die Erwartungen an diesen einen Ritter, der nun all das erfüllen soll, was man selbst glaubt, nicht bewerkstelligen zu können. Viele Frauen haben nur geringe Erwartungen, aber sie projezieren diese alle auf den Partner.
Moderne Männer hingegen projezieren wenig Erwartungen auf ihre Partnerin. Sie soll gut aussehen, gut im Bett sein, und darüber hinaus ist man bereit, eine Menge Abstriche zu machen.
Die Erwartungen, die ein Mann stellt, sind sehr viel umfassender und zahlreicher. Er hat Erwartungen an seine Karriere, seinen Besitz, seinen Status, seine Kinder, seine Zahl der Sexualpartner im Leben. Zusammengefasst könnte man sagen: Der Mann erwartet viel vom Leben, die Frau viel von ihrem Mann. Deswegen sieht es in der Ehe so aus, als wäre die Frau die Fordernde. Ein Mann kann relativ gut mit einer kaputten Ehe leben, solange er beruflich erfolgreich ist und ein dickes Auto fährt, während die Frau eine zerrüttete Ehe nur selten erträgt. Zwei Drittel aller Ehen werden von Frauen geschieden.
Ach wenn es bloß so trivial wäre, dass es jeder erkennen würde...Daß Erziehung mit der Weitergabe der eigenen Wünschen und Vorstellungen das Übelste überhaupt ist, was einem Menschen widerfahren kann ist eine triviale Erkenntnis. - #5 08.05.2012 12:48 von
wenigstens in gutem Deutsch...
Die Debatte erinnert mich an viele Beratungsbücher... Oder an Loriot: "Männer und Frauen passen nicht zusammen." Eigentlich ist (schon lange vor diesem Buch) alles gesagt zum Thema. Statt die Widrigkeiten unpassender Verpaarungen zu ertragen, empfehle ich eine bewusste Partnerwahl. Männer und Frauen können doch zusammenpassen! Ich spreche aus eigener Erfahrung...
- #6 08.05.2012 13:04 von
Bleibt die Frage, was solche Typen so anziehend für Frauen macht.
Unbeweibt bleibt der verständnisvolle Softie, der Macho hat immer eine Freundin. Die wechseln zwar häufiger mal, aber das ist ihm ja nur recht.
Der Softie dagegen muss warten, um irgendwann eine vom Macho enttäuschte Frau abzubekommen. Die darf er dann versorgen und die Kinder die sie vom Macho hat, groß zu ziehen. Dabei wird von ihm natürlich ein schlechtes Gewissen erwartet, wenn seine Partnerin dann über die Schlechtigkeit der Männerwelt klagt.
Bleibt die Frage, worin denn eine Frau wie die Autorin ihren Gegenwert sieht, der sie für einen der wenigen Topmännchen so attraktiv macht, dass er das Risiko eingeht ihr in ein paar Jahren sein Haus schenken zu müssen. - #7 08.05.2012 13:05 von
- #8 08.05.2012 13:21 von
- #9 08.05.2012 13:26 von
....
Man sagt: "Aus einem jungen Engel wird oft eine alte Hexe". In Sachsen hörte ich die Redensart: "Wenn es unten hart wird, wird es oben weich". Marx meinte: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein".
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Ich halte eine "bewusste Partnerwahl" für Wunschdenken. Lesen im Kaffeesatz, in der Glaskugel oder im Fischgekröse ist die gleiche Liga.
Da benutze ich inzwischen lieber ganz vorsichtig den Konjunktiv und kleide diese Aussage in eine Frage.
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