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"Eheroman": Eine Frau will mehr

APSie fühlen sich nicht ganz wohl in Ihrem Leben? Das geht Ava genau so. Hätte sie doch bloß nicht Danilo geheiratet. Warum? Das erzählt Katrin Seddig in ihrem beeindruckenden "Eheroman".

http://www.spiegel.de/kultur/literat...830920,00.html
  1. #10

    Frauen wollen immer was

    Zitat von Whitejack Beitrag anzeigen
    Im Gegenteil: Deswegen werden Millionen Männer in Deutschland täglich gewalttätig. Demütigung (und Unterlegenheit IST in männlicher Logik Demütigung) macht gewalttätig, sie ist sogar DER Grund für Gewalttätigkeit schlechthin. Fast alle Gewaltverbrecher sind zutiefst gedemütigte Persönlichkeiten. Soldaten durchlaufen erst einmal eine langwierige Demütigungsprozedur, bis sie zum Töten bereit sind, und je elitärer die Einheit, umso perfider und heftiger die Demütigung während der Ausbildung.
    Quark. Gewalttätig wird ein winziger Bruchteil der Männer. Das sind arme Schweine, voll neben der Spur, die mit den Anforderungen nicht zurecht kommen, und für die Ansprüche ist die Frau zuständig. Gewalttätigkeit ist nichts anderes als Hilflosigkeit. Am liebsten würde ich Sie ja fragen, mit welchen Kreisen Sie verkehren, aber dann fiel mir ein, daß ich von meinem Psychologenpapa Prügel bezog, wenn ihn meine Mutter geärgert hatte. Das hat sie gern gemacht, es machte ihr Spaß. Es war auch leicht ihn aufzuregen. Uns Kindern machte das auch Vergnügen.

    Zitat von Whitejack Beitrag anzeigen
    Er soll ihr verlängerter Arm sein. Das ist eine logische Konsequenz daraus, dass man Frauen nach wie vor den Glauben an die eigene Unterlegenheit anerzieht.

    Entsprechend enorm sind die Erwartungen an diesen einen Ritter, der nun all das erfüllen soll, was man selbst glaubt, nicht bewerkstelligen zu können. Viele Frauen haben nur gerin-ge Erwartungen, aber sie projezieren diese alle auf den Partner.
    Frauen haben riesige Erwartungen, und die werden alle auf den Partner projiziert. Der Mann muß klug, stark und vor allem reich sein, und er muß bedingungslos gehorchen, ihr jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Dann soll er auch noch saumäßig empfindsam sein, was heute empathisch heißt. Gerechterweise darf man anmerken, daß es immer so war. Männer hätte sich nie ein Dach über dem Kopf gebaut, solange genug zu essen und zu trinken da war. Die Zivilisation ist weiblich, ebenso die Gesellschaft, die Normen, und nicht zu vergessen die Kommunikation. Meine Letzte hat mir einmal erzählt, was unsere befreundeten Ehepaare so im Bett veranstalten oder auf der Kühltruhe. Das Fazit ist einfach: jede Frau bis Alaska kennt meine unsittlichen Triebe bis ins Detail.

    Zitat von Whitejack Beitrag anzeigen
    Moderne Männer hingegen projezieren wenig Erwartungen auf ihre Partnerin. Sie soll gut aussehen, gut im Bett sein, und darüber hinaus ist man bereit, eine Menge Abstriche zu machen. Die Erwartungen, die ein Mann stellt, sind sehr viel umfassender und zahlreicher. ... Ein Mann kann relativ gut mit einer kaputten Ehe leben, solange er beruflich erfolgreich ist und ein dickes Auto fährt, während die Frau eine zerrüttete Ehe nur selten erträgt. Zwei Drittel aller Ehen werden von Frauen ge-schieden.
    Männern reicht ein Lächeln. Ab und an etwas Zärtlichkeit. Und dann schuften sie wie die Geisteskranken. Und nach zehn bis fünfzehn Jahren läßt das nach. Und selbst dann sind die meisten Männern noch davon überzeugt, daß eine schlechte Ehe immer noch besser als gar keine ist. Sie sind nämlich dummerweise abhängig. Die Frau so gar nicht. Das Drittel der nicht von Frauen eingereichten Scheidungen dürften Frauen verursacht haben.
  2. #11

    Alles Schnee von gestern

    Ich habe mal verständnisvoller Soft – Macho gelernt. Haben mir die Weiblein beigebracht beim Domestizieren. Das ging damals verdammt rasch. Anfangs habe ich mich noch gegen die Brutalität der liebvollen Einfühlsamkeit gewehrt, aber völlig chancenlos. Die Mädels packen Einen weg und führen Einen am Schwanz durch die Manege. Und dabei lächelt der Mann noch treudoof. Er weiß, daß er das schlechtere Ende erwischt hat. Mir fiel das schon als Kleinkind auf. Wie meine Mutter ihren Göttergatten und uns Kinder manipuliert hat, war vom Feinsten, geschickt und erfolgreich. Wie damals üblich noch aus der unterlegenen und bewundernden Position. Oder wie das eine Schwiegermutter formulierte: sie würde immer den „unteren Weg gehen“. Sehr erfolgreich, wie mir ihr Gatte versicherte, der sich lediglich als ausführendes Organ empfand. Damals haben die Frauen die Persönlichkeit und das Gemächte des Mannes noch respektiert. Es mußte halt sein, in gewissen restriktiv verwalteten Grenzen.

    Was ich mir in den letzten Jahren an ausgesprochenen Erwartungen habe anhören und an unausgesprochenen habe erfühlen dürfen war einsame Spitze. Eine Jugendliebe hat das kurz und knapp in Worte gefaßt: „Wenn du reich wärst und berühmt …“ Ein Herzchen war sie immer schon, eine richtige Fee. Was ein Mann wert ist entscheidet die Frau. Dazu reicht ein Spatzenhirn völlig aus.

    Die moderne Frau ist aus Überzeugung unzufrieden. Eigentlich wie immer schon. Aber sie tut sich den Mann nicht mehr an, weil der lästig ist, und irgendwie erfüllt er so gar nicht die Erwartungen. Soll sie halt alleine unglücklich sein. Dummerweise hat sie dann keine Funktion mehr. Die Jungs gehen für die Muttergefühle in die Kneipe.








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