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Ehemaliger Truppenübungsplatz Münsingen: Natur mit Blindgängern

Martin CyrisFrüher schossen hier die Panzer, heute schießen nur noch Pflanzen aus dem Boden: Auf dem riesigen Areal des ehemaligen Truppenübungsplatzes Münsingen hat sich ein einmaliges Naturgebiet entwickelt. Wer jedoch von den Wegen abweicht, riskiert sein Leben.

http://www.spiegel.de/reise/deutschl...855923,00.html
  1. #20

    Blindgänger?

    Ich selbst durfte in Münsingen Krieg spielen. Sollte es nach dem Abschuß eines Geschosses mal nicht gekracht haben, wurde die gesamte Einheit zurückgezogen. Danach haben Spezialkräfte den Blindgänger entschärft. 500.000 Blindgänger ist eine schöne Legende!
  2. #21

    Alternative?

    Zitat von herbert Beitrag anzeigen
    für alle Hilfen in der Welt geben wir Unsummen aus und hier pflegen wir ein Blindgängergebiet mit großen Risiken!
    Jedes Haus braucht Genehmigungen
    über Genehmigungen wegen der Sicherheit ! Was ist wenn Kinder in dem Gebiet Blumen suchen?
    Der Umweltwahn hat in Deutschland irre Züge !
    Was wäre denn ihre Alternative? Mauer drummherum? Und welche Kosten für die Pflege? Und Kinder Dürfen in diesem Gebiet keine Blumen suchen, sie lassen ihre Kinder bei einer Pause am Autobahnparkplatz ja auch nicht auf der Autobahn spielen! Das Gelände wird übrigens schon seit der Kaiserzeit als Übungsgelände benutzt, die 500 000 Blindgänger sind also Plausibel. Noch was: Ein Schaf wiegt ca 40 Kg und hat beim Gehen immer 3 Hube auf dem Boden = 13 Kg Bodenlast. Ein Mensch hat immer ein Bein auf dem Boden = ca 85 Kg Bodenlast. Das Risiko das von dem 7x höherem Gewicht auf einem Zünder ausgeht ist ihnen bekannt? Und die Schäfer und Waldarbeiter werden geschult um auf dem Boden zu schauen, eben damit sie nicht auf eine Granate treten oder Fußball mit ihr spielen! In Verdun liegt noch deutlich mehr Sprengmaterial im Boden, und trotzdem gibt es dort Waldarbeiter (und dumme Touristen die Blindgänger einstecken und dann in die Luft fliegen).
  3. #22

    Blindgänger ?

    Zitat aus dem Artikel : " Auf dem Marsch zur Gänsewag berichtet sie von einem zweibeinigen Blindgänger, der vor einiger Zeit großkalibrige Munition fand und sie gedankenlos beiseite kickte - inmitten einer von ihr geführten Wandergruppe."

    Zweibeiniger Blindgänger ! Der wußte genau was er tat. Ihm war nur die Sprengkraft der Munition nicht bekannt, aber ihm war bewußt, dass die Munition explodieren konnte. Schaut Euch die Menschen mit denen ihr umgeht genau an, wenn ihr einen solchen Ort aufsucht.

    Aus Sicherheitsgründen muß das gesamte Gebiet gesperrt werden, so dass kein Blindgänger zusätzlich auf das Gelände kommt, oder ein zweibeiniger Blindgänger einen Blindgänger mit nimmt und damit einen noch viel größeren Schaden anrichtet.
    Wie naiv ist dass den, einen nicht geräumten Truppenübungsplatz zum Teil für Sparziergänger und zweibeinige Blindgänger frei zu geben.
  4. #23

    Ich gebe keinen Titel mehr an

    Zitat von vanarqhus Beitrag anzeigen
    Neben den Schäfern (und ihren Herden) gibt es eine große Zahl von Personen mit der Brechtigung die freie Landschaft zu betreten z.B. zur Jagd und zum Holzeinschlag) . Die Zahl dieser Brechtigungen wird nicht bekanntgegeben und die einzige Begründung, wieso z.B. nie ein Schaf in die Luft fliegt war von offizieller Seite bisher allen Ernstes, sie hätten einen siebten Sinn für die Munition :-))
    Das ist keine Veräppelung, allenfalls der Ausdruck "siebter Sinn" ist vielleicht etwas blödsinnig. In Nordfrankreich, wo noch tonnenweise Gasgranaten in der Erde liegen läßt man auf den abgesperrten Bereichen auch Schafe weiden. Das Gras das auf Munition gewachsen ist schmeckt denen wohl nicht, wo also auf einer abgegrasten Fläche ein saftiges Büchel Gras steht kann man von ausgehen das noch was in der Erde liegt. Erleichtert das Suchen, und wenns tatsächlich mal Bumm macht kann man ein explodiertes Schaf leichter verkraften als einen gesprengten Zweibeiner. Wobei hier jetzt garantiert gleich die PETA-Fraktion vorstellig wird...
  5. #24

    Kampfmittelbeseitigung wäre dumm ...

    Man stelle sich vor, die Gefahr wäre nicht mehr vorhanden. Wie viele Touristen würden querfeldein rennen und alles zertrampeln, mit Picknickdecken plattmachen usw. ... so bleibt es wenigstens ein stabiler Raum, den sich die Natur zurückerobert hat. Und solange man auf sicheren Wegen über das Gelände kommt, ist doch alles gut. Einfach mal zufrieden mit etwas sein, wie es ist!
  6. #25

    Vollkommen richtig,...

    Zitat von Toncontin Beitrag anzeigen
    Man stelle sich vor, die Gefahr wäre nicht mehr vorhanden. Wie viele Touristen würden querfeldein rennen und alles zertrampeln, mit Picknickdecken plattmachen usw. ... so bleibt es wenigstens ein stabiler Raum, den sich die Natur zurückerobert hat. Und solange man auf sicheren Wegen über das Gelände kommt, ist doch alles gut. Einfach mal zufrieden mit etwas sein, wie es ist!
    dass gute an Truppenübungsplätzen ist eben, dass diese nicht jederman zugänglich ist. Es scheint zwar ein Paradoxon zu sein, aber die vermeintlich starke Nutzung durch Armeen empfinden Flora&Fauna weit weniger störend als Touristenströme.
    Zur Munitionsräumung: Wenn man diese dort prozessinell durchführen würde, bliebe nur eine Mondlandschaft. Denn bei jeder Bodenanomalie würde man anfangen zu graben. Oder über einfache Wiesen erstmal mit einen "Keiler" rüberfahren, die sehen dann aus wie jeder x-beliebige Kartoffelacker.
    Nicht jedes Habitat muss, vielmehr darf, dem Menschen zugänglich sein.
  7. #26

    Die Kampfmittel sind längst beseitigt

    Zitat von Toncontin Beitrag anzeigen
    Kampfmittelbeseitigung wäre dumm ...

    Man stelle sich vor, die Gefahr wäre nicht mehr vorhanden. Wie viele Touristen würden querfeldein rennen und alles zertrampeln, mit Picknickdecken plattmachen usw. ... so bleibt es wenigstens ein stabiler Raum, den sich die Natur zurückerobert hat. Und solange man auf sicheren Wegen über das Gelände kommt, ist doch alles gut. Einfach mal zufrieden mit etwas sein, wie es ist!
    Noch so ein Witzbold. Das Tourismusargument ist gerade hier gnadenlos albern. Das Gelände liegt am Arsch der Welt. Und man kann selbst in der Nähe von Großstädten beobachten, daß kaum noch gewandert wird. Vorletzten Sonntag sind mir bei blendendem Wetter auf zwanzig Kilometern Fußmarsch nahe Wuppertal gerade mal zwei Damen gemessenen Alters begegnet.

    Wie man an den Beiträgen sieht, gehrt es hier ausschließlich um ein kilometergroßes freies Schußfeld für die Jägerei. Sie müßten sonst dauernd Rücksicht auf menschliche Wesen nehmen, deren Abschuß neuerdings untersagt worden ist. Dies Elend der edlen Waidmannskunst rührt sicher nicht nur mich zu Tränen.
    Von Kampfmittelbeseitigung scheinen die Sympathisanten der Tierschießerei ohnehin wenig Ahnung zu haben. Dafür vom Schutz bedrohter Kriechtiere, ein neuerdings äußerst beliebtes Argument für oder gegen etwas.
    Konsequenterweise hätte man nach dem Krieg den Zugang zu sämtlichen Großstädten Deutschlands sperren müssen. Oder die Gebiete, in denen heftige Kämpfe stattfanden, etwa in der Eifel oder im rheinischen Schiefergebirge.

    Es gibt zahlreiche Truppenübungsplätze, die heute völlig freigegeben sind. Beispielsweise ein riesenhaftes Gelände in der belgischen Eifel: „O Elsenborn, o Elsenborn, dich schuf der Herr in seinem Zorn.“ Sperrungen gibt es nur, wenn aktiv geschossen wird, aber nicht wegen der „Blindgänger“, sondern weil Geschosse durch die Luft fliegen und sogar runterkommen. Da gibt es allerdings Zäune außenrum (vermutlich nur noch in Munster). Ernsthaft geschossen wird ohnehin meist im fernen Ausland, wo Fehlschüsse auch in vielen Kilometern Entfernung keinen Schaden anrichten können. Schon vor dreißig und mehr Jahren fuhren die Flugabwehrkanoniere nach Sardinien zum Üben.
  8. #27

    Als Kind war ich häufig mit der Schule oben in Münsingen wandern - damals war die BW noch aktiv - und es war wirlich wunderschön dort.
  9. #28

    Freiraum

    Zitat von gruenertee Beitrag anzeigen
    Als Kind war ich häufig mit der Schule oben in Münsingen wandern - damals war die BW noch aktiv - und es war wirklich wunderschön dort.
    In Wuppertal gab es auch mal einen Truppenübungsplatz. Dazu zwanzig Kasernen, mit zahlreichen englischen und belgischen Einheiten. Und natürlich Panzern (ich habe selbst mal eine Werkstatt saniert). Und es gab Unmengen Verbotsschilder. Und selbst zu der Zeit, als noch 20.000 Soldaten hier weilten, hat kein Mensch diese Schilder ernstgenommen. Panzer gab es nicht, höchstens ein paar schwitzende Soldaten, die in voller Montur durchs Gelände rannten.

    Neuerdings hat die Stadtverwaltung Zäune um das Gelände gelegt. Strikt getrennt für Schafe, Bodenbrüter und Lurche. Geplant von einem Fachplaner für Tierschutz. Vermutlich hat er auch Schilder aufstellen lassen, damit die Viecher wissen, wo ihr Reservat ist. Die sind natürlich für Menschen unsichtbar.
  10. #29

    Kinderchen

    Zitat von GyrosPita Beitrag anzeigen
    In Nordfrankreich, wo noch tonnenweise Gasgranaten in der Erde liegen ...
    Und wie kommen die Giftgasgranaten in den Boden ? Sollten irgendwelche Rabauken sie dort vergraben haben ?


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