Ehec-Verdacht in Bienenbüttel: "Hoffentlich nehmen sie uns nicht auch noch die Milch"

Ein Gärtnerhof in Bienenbüttel soll eine mögliche Quelle der Ehec-Seuche sein. Schlagartig steht das Dorf in der Lüneburger Heide im Zentrum europaweiter Aufmerksamkeit. Wie reagieren die Bewohner? Ein Ortsbesuch.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...766888,00.html
  1. #40

    Gemüse kaufen

    Dann muss man sein Gemüse eben wieder beim Händler auf dem Marktplatz kaufen. Der erklärt einem gerne, wo und wie es angebaut wird. Der hat täglich Umgang mit dem Grünzeug und steht in der Regel nicht mit Mundschutz, Handschuhen und Desinfektionsmitteln hinter dem Stand. Gelegentliches Händewaschen mit Seife ist da wohl ausreichend.

    Und so lange der gleiche Gemüsehändler eine Woche lang da steht und noch nicht krank aussieht oder umgefallen ist, kann man sein Gemüse da kaufen und beruhigt verzehren.

    Was den Sprossenhändler aus Bienenbüttel angeht, so bekommt er ja jetzt offiziell zertifiziert, dass sein Betrieb, der völlig umgekrempelt wird, völlig rein ist und allen Vorschriften entspricht. Die bisher getesteten Produkte sind auch ohne negativen Befund. Das alles kann der Staat dann gerne auf eine Urkunde drucken, die der Betrieb anschließend verwenden kann, um für sich zu werben. Ganz im Gegensatz zu verkeimten spanischen Gurken, die nur den falschen EHEC-Keim hatten, aber eben trotzdem verdreckt waren.

    Was ist nicht verstehe ist, die Tatsache, dass Tomaten z.B. massenweise vernichtet werden. Macht doch passierte Tomaten oder Ketchup draus. Die werden im Herstellungsverfahren so erhitzt, dass die wahrscheinlich nicht vorhandenen Keime, abgetötet werden.
  2. #41

    Ein Rudel inkompetenter am Werk

    Zitat von sinasina Beitrag anzeigen
    Genau dies habe ich auch gedacht.

    Wie kann man einen Namen nennen, ohne einen entsprechenden Laborbefund oder anderweitige Beweise in Händen zu halten?
    Unfassbar.

    Nur um von ihrem eigenem Chaos abzulenken, bringen Behörden und Minister Menschen um ihre Existenz.

    Wenn Beweise vorliegen, hat absolut kein Mensch etwas dagegen, wenn Betriebe usw. beim Namen genannt werden.Im Gegenteil.

    Aber was hier in den letzten Wochen für ein Schauspiel geboten wird lässt erahnen, was tatsächlich passieren würde, wenn eine Seuche (Pandemie) mit täglich hunderten von Erkrankten ausbrechen würde.
    wozu beweise, wenn es auch ohne geht?!
  3. #42

    Das ist kein Widerspruch

    Zitat von firem Beitrag anzeigen
    "In Japan waren bereits in den neunziger Jahren Sprossen als Ursache einer Ehec-Epidemie mit mehr als 12.000 Erkrankten ausgemacht worden."

    Es ist doch eine neue Züchtung von Bakterien. Eine Kreuzung. Also kann das mit Japan und alten Stämmen nicht im Zusammenhang stehen. Es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Erreger aus einem Labor stammt (Züchtung).

    Evtl. sogar aus einem russischen Labor zur Förderung der einheimischen Gemüseprodukte.

    Alle EHEC-Keime sind hoch pathogen, damals wie heute. Und sie passen sich ständig den Umweltbedingungen an, wie alle Lebewesen, daher die Mutationen. Daß sie trotzdem aus einem Labor stammen könnten und möglicherweise absichtlich in Umlauf gebracht wurden, ist damit weder bewiesen noch auszuschließen. Es könnte sich auch um einen versuchten Terrorangriff handeln. Wer weiß das schon?
  4. #43

    Peinlich

    Was wurden die Japaner wegen ihres Krisenmanagements, vor allem auch von den Deutschen, kritisiert. Wie man jetzt sehen kann sind die deutschen Behörden selbst mit einer vergleichsweise überschaubaren Bedrohung wie Ehec völlig überfordert. Die deutschen Behörden demonstrieren gerade, dass sie überhaupt keine Ahnung davon haben, wie man mit solch einer Epidemie umgehen muss.
  5. #44

    wenn schon, denn schon

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Gärtnerhof in Bienenbüttel soll eine mögliche Quelle der Ehec-Seuche sein. Schlagartig steht das Dorf in der Lüneburger Heide im Zentrum europaweiter Aufmerksamkeit. Wie reagieren die Bewohner? Ein Ortsbesuch.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...766888,00.html
    Was heißt hier europaweite Aufmerksamkeut ? Wenn schon, dann mindestens weltweite Aufmerksamkeit oder noch besser Aufmerksamkeit des Universums.

    Nur schade, dass es Biennbüttel ist und nicht Büttenwarder! Die brauchten auch mal wieder bisschen mehr Beachtung!
  6. #45

    lächerlich

    Zitat von zeefoxx Beitrag anzeigen
    ...... oder sind der frau merkel wieder die spanier wichtiger???
    Was soll denn das??
    Was im eigenen Haus passiert dafuer ist immer der hausherr verantwortlich! Spaniens Agrarwirtschaft wurde von einem fremden HausHerrn in den dreck gezogen und mehr als 60.000 arbeitsplaetze stehen auf dem spiel, ganz zu schweigen vom imageschaden, den die spanischen produkte gerade weltweit erfahren!!!

    Sprossen sind es jetzt also doch nich??
    Ohhh-Ton: durch welches dorf wird die sau als naechstes getrieben.

    Besonders erwaehnenswert die aussage eines Robert-koch angestellten heute morgen: "Oft wird die quelle solcher epidemien NIE gefunden!"

    Baut da jemand vor fuer den fall das wir alle "dumm" sterben muessen??
  7. #46

    hektischer medienationismus

    Zitat von Martinaalanya Beitrag anzeigen
    warum gibt man nicht einfach erst die Quelle bekannt, wenn sie eindeutig belegt ist?
    So schwer kann das doch nicht sein, sich 24 Stunden Zurückhaltung aufzuerlegen? ...
    als sonntag mit großem brimborium - auch hier bei spon - eine abendliche pressekonferenz über eine heiße spur des ehec-erregers durch minister lindemann angekündigt wurde, fragte ich mich, warum wird solch eine entscheidende information der öffentlichkeit so lange vorenthalten, bis der minister aus seinem wochenende vor's mikrophon tritt.

    dann stellte sich die mitteilung auch wieder nur als vermutung heraus - nichts genaues weiß man nicht.

    wenn die presseverlautbarung einen halben tag warten konnte, dann wären auch 2-3 tage aufschub für die laborbefunde akzeptabel gewesen.
    die auslieferung der sprossen hätte man ja "stillschweigend" für die dauer der untersuchung anordnen können.

    so werden wirtschaftliche existenzen leichtfertig aufs spiel gesetzt, die grenze zum rufmord ist fließend - es bleibt immer was hängen.

    ob es einen rechtsanspruch auf entschädigung gibt, weiß ich nicht - tauschen möchte ich jedenfalls nicht mit den in verdacht geratenen betrieben, auch mit den spaniern nicht.
  8. #47

    ...

    Wer entschädigt eigentlich die Hofbetreiber, wenn sich herausstellt, dass eben nicht die Sprossen dieses Hofes die Quelle sind? Gibt es dann auch Live-Schaltung und Eilmeldungen?
    Nein, stattdessen wird man sich schnell zur nächsten 'Quelle' verdrücken und die Hofbetreiber sitzen vor einem Scherbenhaufen, denn der Ruf dieses Hofes ist auf Jahre ruiniert - nur deshalb, weil einige Politiker und der Großteil der Medien immer am schnellsten, am "aktuellsten" Sein will... das widert mich richtig an!

    Ja, ich weiß, der Einwand lautet: "Man muss die Bevölkerung schützen!", aber das ginge auch, wenn man relativ zurückhaltend die in Verdacht stehenden Produkte vom Markt nimmt. Dazu braucht man nicht Pressekonfernzen, Live-Schaltungen und Eilmeldungen. Dafür bleibt genug Zeit, wenn der Verdacht sich bestätigt - stattdessen wird aber hier mehr oder minder Rufmord betrieben.