Am 1. Mai 2011*erkrankt erstmals ein Patient an der besonders aggressiven Variante des Ehec-Erregers. Seitdem haben sich mehr als 3500 Menschen mit dem Darmkeim infiziert. Jetzt geht die Zahl der Neuerkrankungen zurück. Die Ehec-Krise scheint besiegt. Manche Experten fürchten aber eine zweite Welle.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...769926,00.html
Ein Teil der Fälle mag relativ aktuell sein, aber das Maximum vom 23. Mai verschob sich in den letzten Tage mehrfach nach oben:
15.6.: 157 Erkrankungsfälle am 23.5.
am 16.6. 159 Erkrankungsfälle am 23.5.
am 17.6: 161 Erkrankungsfälle am 23.5.
Auch in den Epidemiologischen Bulletins kann man diese sehr zeitverzögerte Aufdatierung der Statistik sehen.
Von daher scheinen die 2-4 Tage Meldezeit Wunschdenken seitens des RKI widerzuspiegeln.
Was ich deutlich machen wollte, ist, dass nur weil die Gesamtfallzahl von Dienstag auf Mittwoch um 87 Fälle gestiegen ist, heisst das nicht, dass am Dienstag 87 Leute krankgeworden sind.
In den Zahlen stecken noch erhebliche, z.T. mehrere Wochen alte 'Altlasten'.
Entschuldigung, wo haben Sie denn die Zahlen her?
Das Maximum war am 22.5.2011 mit 191 Krankheitsmeldungen
(Epidemiologisches Bulletin 23/2011,Datenstand 8.6.2011).
Es geht darum, aufzuzeigen, dass der Rückgang nicht so massiv ist, wie es dargestellt wird, es werden nur dann in den Medien Zahlen genannt, wenn an einem Tag sehr wenig Meldungen vorliegen, die höheren Zahlen des nächsten Tages werden (meistens) schamhaft verschwiegen.
In der letzten Woche waren es deutlich weniger Meldungen als zum Ausbruchsmaximum, in dieser Woche scheint die Anzahl nicht mehr deutlich verringert, das heisst, dass es fast 8 Wochen nach Ausbruchsbeginn ständig Neuinfektionen gibt in der Größenordnung von 500 bis 600 Personen.
Darüber sollte man nachdenken und vielleicht mal andere Quellen als bisher ins Auge fassen.
Wenn Russland Fleisch und Milch von 300 Erzeugern nicht ins Land lässt, weil e.coli- Bakterien gefunden wurden, fragt man sich, warum wir nicht vom Verbraucherministerium gewarnt werden.
Hier zum Vergleich die an die WHO gemeldeten EHEC-Zahlen. Differenzen zu den RKI-Daten sind offenbar durch Meldeverzögerungen verursacht:
http://www.euro.who.int/en/what-we-d...election=53757
Die von mir genannten Zahlen sind nur die EHEC-Fälle. Entschuldigung, das hätte ich präzisieren sollen.
Die Zahlen stammen vom RKI. Ich hatte mir die täglich kurz notiert, wobei mir dann aufgefallen war, das wie gesagt Mitte Juni die Spitzenzahlen vom 22. und 23.5. noch weiter anstiegen. Mir ging es auch weniger um die absoluten Zahlen als um die Meldeverzögerung von 24 Tagen, die für sich genommen schon sehr bedenklich ist.
Aufschlussreich in dieser Hinsicht ist die neue Grafik des RKI
http://www.rki.de/cln_178/nn_205760/...Kurve_2011.pdf
die die dem RKI übermittelten HUS-Fälle nach Erkrankungsbeginn (Durchfall), falls bekannt (n=754) und Übermittlungswoche darstellt.
Auf so etwas hatte ich gewartet. Dort kann man z.B. sehen, dass die in der Woche 13-19.Juni gemeldeten Fälle einen Erkrankungsbeginn vom 15. Mai (!) bis 12. Juni hatten.
Das ist das Problem mit den Fallzahlen: Wenn man sieht, dass die gemeldeten Fälle z.B. vom 23. auf den 24.6. um +77 EHEC und +7 HUS-Fälle gestiegen sind, kann man sich erstmal nicht erschliessen, wann diese Leute krank geworden sind bzw. von welchem Datum der späteste Erkrankungsfall stammt, denn diese neuen Zahlen verteilen sich sozusagen retrospektiv auf die Epidemiologische Kurve.
(Das 'Nicht mehr Nennen' späterer Erkrankungsfälle, d.h. nach dem 15.6., scheint mir politisch motiviert zu sein, denn ab spätestem Erkrankungsfall plus 10 Tage werden die russischen Einfuhrbestimmungen wieder gelockert...)
Weiters lässt sich den Zahlen auch nicht entnehmen, ob es sich um Primär- oder Sekundärinfektionen handelt.
Somit bleibt es auch weiter völlig unklar, ob das "Abstellen" der vermeintlichen Ausbruchsquelle am 6.6. (Verzehrwarnung und Warenrückruf) wirksam war etc. pp.
Die französischen Fälle scheinen ja darauf hinzudeuten, dass weiterhin kontaminiertes Saatgut im Umlauf ist.