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Edle Fahrrad-Manufakturen : Alles im Rahmen

Utopia VeloKundenvermessung auf dem Ergometer, Rahmen in Kreuz-Konstruktion: Deutsche Edel-Fahrradhersteller lassen sich viel einfallen, um zahlungskräftige Kunden anzulocken. Die Zielgruppe ist begrenzt - denn immerhin kostet so ein Gefährt oft mehr als 3000 Euro.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...857022,00.html
  1. #130

    Moderne Lacke reichen völlig

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Was bitte ist "ungelierter STahl"?
    Einfach mal unter Edelstahl nachschauen. Es gibt zahlreiche Zusätze, die dem Stahl günstige Eigenschaften verleihen, etwa in der Oberflächenhärte, vor allem bei der Rostanfälligkeit. V2A, V4A, Cromargan oder Nirosta dürften allgemein verständliche Begriffe sein. Die Zusätze verbessern die Biegezugfestigkeit nie, sondern können das Material sogar verspröden, also die Elastizität oder Dehnbarkeit verringern. Man sollte die Verwindungsverformungen eines Rahmens bei ausgestiegenem Fahrer am Berg nicht unterschätzen. Man kann natürlich anmerken, daß die Käufer von solchen Rädern auf dem Sattel sitzen bleiben. Demnach wäre übrigens der Hinterbau bei schwergewichtigen Persönlichkeiten zu verstärken, was das Gewicht nur wenig beeinflußt. Vor allem wäre die Sitzstrebe möglichst steil zum Rahmenknoten unter dem Sattel zu führen. Mit der biegesteifen Ausbildung werden nur Kräfte auf diesen Punkt konzentriert und massiv erhöht. Die biegesteife Ausbildung anstelle der Anlenkpunkte am Lenkerrohr bringt nichts, weil da keine Kräfte wirken, außer bei extrem sportlichen Fahrern. Die kaufen das Zeug aber gesichert nicht, weil es absolut keine Vorteile gegenüber einem anständigen Rad birgt.
  2. #131

    Moderne Lacke reichen völlig als Rostschutz

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Was bitte ist "ungelierter STahl"?
    Einfach mal unter Edelstahl nachschauen. Es gibt zahlreiche Zusätze, die dem Stahl günstige Eigenschaften verleihen, etwa in der Oberflächenhärte, vor allem bei der Rostanfälligkeit. V2A, V4A, Cromargan oder Nirosta dürften allgemein verständliche Begriffe sein. Die Zusätze verbessern die Biegezugfestigkeit nie, sondern können das Material sogar verspröden, also die Elastizität oder Dehnbarkeit verringern. Man sollte die Verwindungsverformungen eines Rahmens bei ausgestiegenem Fahrer am Berg nicht unterschätzen. Man kann natürlich anmerken, daß die Käufer von solchen Rädern auf dem Sattel sitzen bleiben. Demnach wäre übrigens der Hinterbau bei schwergewichtigen Persönlichkeiten zu verstärken, was das Gewicht nur wenig beeinflußt. Vor allem wäre die Sitzstrebe möglichst steil zum Rahmenknoten unter dem Sattel zu führen. Mit der biegesteifen Ausbildung werden nur Kräfte auf diesen Punkt konzentriert und massiv erhöht. Die biegesteife Ausbildung anstelle der Anlenkpunkte am Lenkerrohr bringt nichts, weil da keine Kräfte wirken, außer bei extrem sportlichen Fahrern. Die kaufen das Zeug aber gesichert nicht, weil es absolut keine Vorteile gegenüber einem ehrlichen Rad birgt.

    Anthroposophen fahren übrigens nur Liegerad. Da kann man anständig was wegmeditieren oder schattenboxen. Die zwangsläufige Bwußtseinserweiterung ist durch zahlreiche Berichte nachgewiesen. Man guckt direkt in den Himmel.
  3. #132

    Liegerad vs. Aufrechtrad

    Zitat von henryb_de Beitrag anzeigen
    sachliche Antwort. Mit der Sicherheit meinte ich eher so, dass ich die Umgebung (z.B. Kreuzung besser einsehen kann). Jeder erfahrene Radfahrer egal ob Liege oder Normal sollte den Autos möglichs "vor der Nase rumfahren" um nicht übersehen zu werden.
    Ich kann nur sagen, ich vermisse den Blick über die Autos hinweg nicht. Die einzigen Stellen, an denen ich Nachteile mitbekomme, sind komplett verdeckte Ecken, etwa wenn ein Radweg oder eine Ausfahrt zwischen zwei Häusern oder neben einer Hecke herauskommt, oder wenn ein Lieferwagen halb in der Kreuzung steht. Das hat aber mehr damit zu tun, dass "Füße runter" und "Füße hoch" bei der Liege länger dauert. Wenn ich sowieso abbiegen will, stelle ich mich dann gleich quer hin und gucke nach hinten.

    [QUOTE=henryb_de;11002906]Die 50kg Gepäck sind sicher ein Argument. Nehmen Sie wirklich so viel mit oder gehtes um Einkaufen etc.? Das ist eine Frage (keine Stänkerei). Wir (Frau und ich) hatten immer gemeinsam ca. 50kg. Wir sind aber auch nirgends gewesen wo man viel Lebensmittel mitnehmen musste.[QUOTE]

    So viel hatte ich sicher noch nie dabei, mehr als 30kg sind bei mir schon selten. Allerdings fährt sich die Liege mit viel Gepäck angenehmer als das Up, weil kein Lowrider in die Lenkung greift.

    Zitat von henryb_de Beitrag anzeigen
    Noch eine wirkliche Frage: Kommt eine Person die beide Räder beherrscht in gleicher Weise steile Berge (auf Straßen) hinauf?
    Also ist die maximal machbare Steigung gleich? Wie verhalten sich bei gleicher Steigung Anstrengung und Geschwindigkeit ?
    Beim Liegerad wird die Grenze oft dadurch bestimmt, dass es keinen ausreichend kurzen Gang mehr gibt, oder dass das Vorderrad abhebt und die Fuhre zu wackelig wird, wenn man sich nach vorn beugt. Da geht beim Upright meistens mehr. Mit der Hornet komme ich lange 12%-Anstiege hoch (Referenzen wären die Straße am Speichersee bei Kirchentellinsfurt und die Alte Weinsteige in Stuttgart) und kurze 20-25%-Stücke, wobei letzteres schon an besagter Kippgrenze liegt. Modelle mit tieferem Sitz sind da wahrscheinlich besser.
    Wichtig ist bei Liegerädern auch noch der Winkel, in dem der Körper in der Hüfte geknickt ist. Wenn man da zu gestreckt sitzt, kann man nicht so effizient treten. Auf dem Upright kann man diesen Winkel durch die Sitzhaltung anpassen, aber auf dem Liegerad ist das vorgegeben.

    Geschwindigkeiten kann ich nicht direkt vergleichen, weil ich nie im gleichen Trainingszustand längere Steigungen gefahren bin. Kurze Strecken kann ich mit dem Upright im Wiegetritt auf jeden Fall deutlich schneller machen als mit der Liege mit hoher Drehzahl, aber danach bin ich dann auch viel kaputter.


    Gruß,
    Steve
  4. #133

    Helm und Sicherheit

    Zitat von kaba06 Beitrag anzeigen
    Allen Helmhassern sei folgendes kleine Experiment empfohlen. Helm aufsetzen und dann in die Hocke auf den Wohnzimmertisch stellen (bei Deckenhöhe 2,20). Dann bitte ruckartig aufstehen. Und dann nochmal ohne Helm.

    Und wem das nicht reicht, das gleiche Experiment im Keller an einem niedrigen querverlaufenen Heizungrohr machen. Einfach mal mit 8km/h mit der Stirn dagegenlaufen. Mit und ohne Helm.
    Das zweite habe ich schonmal gemacht, das erste nur in der Variation "Aufstehen unter einem Dachbalken". Beides jeweils unfreiwillig und jeweils nur in der Variante ohne Helm. Aber ich verstehe nicht, was mir das jetzt sagen soll. Dass der Helm Beulen und kleine Platzwunden verhindert?

    Mit "Sicherheit beim Radfahren" hat das sowieso nicht viel zu tun, denn die misst man nicht in Schäden pro Unfall, sondern in Schäden pro Kilometer oder pro Fahrstunde.


    Gruß,
    Steve

    PS: Von dem Versuch auf dem Wohnzimmertisch würde ich abraten! Egal ob mit oder ohne Helm, die Chance, dass man dabei vor Schreck runterfällt, ist nicht gerade gering.
  5. #134

    Zitat von Steve B Beitrag anzeigen
    Beim Liegerad wird die Grenze oft dadurch bestimmt, dass es keinen ausreichend kurzen Gang mehr gibt, oder dass das Vorderrad abhebt und die Fuhre zu wackelig wird, wenn man sich nach vorn beugt. Da geht beim Upright meistens mehr. Mit der Hornet komme ich lange 12%-Anstiege hoch (Referenzen wären die Straße am Speichersee bei Kirchentellinsfurt und die Alte Weinsteige in Stuttgart) und kurze 20-25%-Stücke, wobei letzteres schon an besagter Kippgrenze liegt.
    Modelle mit tieferem Sitz sind da wahrscheinlich besser.
    Wenn man nur mit einer Randonneuse vergleicht, also einem Halbrenner, leichter Rennradrahmen, Gepäck relativ hoch und weit hinten aufm Gepäckträger, damit die Füße aufgrund des kurzen Rahmens nicht mit dem Gepäck in Berührung kommen, dann ist die Randonneuse an sehr starken Steigungen deutlich unterlegen. Bei >20% hebt das Vorderrad ab, sehr unschöne Art zu stürzen.
    Ist mir auf der Liege (HP Velotechnik Speedmachine) nie passiert, hab ich auch keine Angst. Da sitz ich tief genug und das Gepäck liegt deutlich vor dem Hinterrad.

    Viele Liegeräder haben kleinere Laufräder (z.B. das ebenfalls sehr exzellente Flux S600/800), da kann man kurze Berggänge besser realisieren als mit 559er oder 622er Laufrädern.
    Wichtig ist bei Liegerädern auch noch der Winkel, in dem der Körper in der Hüfte geknickt ist. Wenn man da zu gestreckt sitzt, kann man nicht so effizient treten. Auf dem Upright kann man diesen Winkel durch die Sitzhaltung anpassen, aber auf dem Liegerad ist das vorgegeben.
    Meine Liege hat nen Sitz mit Schnellspannern, das dauert ca. 1min um die Sitzneigung zu verändern. Auf Hochgebirgsetappen wird er dann schonmal sehr steil gestellt. Im flachen und leicht hügeligen Landschaften wird der Sitz so flach wie möglich gemacht. Bin wie gesagt dann oft im Bereich 30km/h, selbst mit Gepäck, und da lohnt es sich mehr den Windwiderstand zu optimieren.

    Richtiger Luxus wäre für mich ein ungefederter Troytec Tieflieger.:
    http://www.troytec.de/uploadimages/p...7ebn2_full.jpg
    Wenn der Preis nicht wäre:
    Troytec Speedbikes München: Unsere Speedbikes

    Aber auch so ein Milan SL ist sehr verlockend:
    Milan Velomobil - Die Zukunft der Mobilität

    Da sind die Preise für die Räder im Artikel noch ziemlich pille-palle dagegen. Man kann allerdings nicht genügend Fahrräder haben, nur zuwenig Geld :D.
  6. #135

    Unfall ist nicht gleich Tod

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Dummerweise haben Sie sich auch einen Stoß von vorn ausgesucht für Ihre Ausführungen. Das nennt man Unfall, und wenn an den von Ihnen genannten Stellen etwas demoliert wird, dürfte der Fahrer die längste Zeit Fahrrad gefahren sein. Der sieht sich das Gras von unten an. Absolut sicher.
    Weder mein Cousin noch mein Bruder oder ich sind tot. Aber Gras von unten hab ich vor ein paar Wochen tatsächlich gesehen, als hier Rollrasen verlegt wurde. :-)

    Ich habe mir zwar sowohl einen Stoß von vorn als auch einen von schräg vorn unten angeguckt, aber der übliche Grund für einen in diesem Bereich verbogenen Rahmen ist immer noch der Stoß von vorn. Wie ein Rahmen bricht, wenn er zu viele Kilometer gesehen hat, weiß ich nicht genau. Gehört/gelesen habe ich von Rissen im Unterrohr am Tretlager oder im Hinterbau im Bereich der Ausfallenden. Das sollte beides unabhängig von dem kritisierten Kreuz im Rahmen sein.


    Gruß,
    Steve
  7. #136

    Kletterfähigkeit von Liegerädern

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Wenn man nur mit einer Randonneuse vergleicht, also einem Halbrenner, leichter Rennradrahmen, Gepäck relativ hoch und weit hinten aufm Gepäckträger, damit die Füße aufgrund des kurzen Rahmens nicht mit dem Gepäck in Berührung kommen, dann ist die Randonneuse an sehr starken Steigungen deutlich unterlegen. Bei >20% hebt das Vorderrad ab, sehr unschöne Art zu stürzen.
    Ist mir auf der Liege (HP Velotechnik Speedmachine) nie passiert, hab ich auch keine Angst. Da sitz ich tief genug und das Gepäck liegt deutlich vor dem Hinterrad.
    Bei mir geht's genau andersherum aus. Die Hornet ist ein Stück höher und kürzer als die Speedmachine und hat das Gepäck um das Hinterrad herum verteilt, aber dafür ist beim Trekker hinter dem Sitzrohr Platz für einen 47er Reifen, ein Schutzblech und eine Luftpumpe.
    Die Grenze für die Hornet (mit nur 5kg Gepäck) hab ich am Hohenneuffen mal ausgetestet. Nachdem das Vorderrad beim Treten getänzelt ist, hab ich mich aufgerichtet, und dann hat's hinten gescharrt. Mit dem Trekker war das nie was besonderes, außer dass ich eben aus dem Sattel gegangen bin.

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Viele Liegeräder haben kleinere Laufräder (z.B. das ebenfalls sehr exzellente Flux S600/800), da kann man kurze Berggänge besser realisieren als mit 559er oder 622er Laufrädern.
    Zumindest die Bergaufgänge - wenn die Kombination mit guten Bergabgängen nicht die Komponentenwahl so stark einschränken würde, hätte ich statt der Hornet so eins. Ist ein sehr angenehm zu fahrendes Rad.


    Gruß,
    Steve
  8. #137

    Eisenweich

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Einfach mal unter Edelstahl nachschauen. Es gibt zahlreiche Zusätze, die dem Stahl günstige Eigenschaften verleihen,.
    Hast nicht gemerkt, daß es eine rhetorische Frage war :-))
    Daher: Einfach mal unter "STahl" nachschauen.
    Stahl IST eine Legierung!
  9. #138

    Zitat von Markus M. Beitrag anzeigen
    Ich habe mal spaßeshalber ein Utopia-Bike mit einem Radon-Rohloff-Bike (Radon Bikes » TCS Rohloff) verglichen. Bei teilweise schlechterer Ausstattung soll ich doch tatsächlich fast mehr als den doppelten Preis zahlen (1.800 EUR Radon : 3.500 EUR Utopia). Zudem sehen die Utopia-Mühlen eher bescheiden aus. In meinen Augen ist das was für die Berliner Hipster-Szene, die damit in der Eisdiele auffallen will. Selbst wenn ich den Rahmen bei Radon geschenkt bekommen würde, rechtfertigt dies noch lange nicht einen Preis von 3.500 EUR für das Utopia Bike. Und Radon ist beileibe kein Billig-Baumarkt-Dreck. Immerhin entwickelt Bodo Probst seit vielen Jahren die Rahmen der Radon-MTBs.
    Der Unterschied zwiscxhen Radon und den Manufakturen ist eine bessere Beratung. Radon und Canyon machen vielleicht gute Räder, aber ohne persönliche Beratung.
    Das Rahmenmaterial ist beim Radon ALu, das mit Schweißrobotern bearbeitet werden kann. EIn Handelsüblicher Stahlrahmen ist um einiges teurer als ein Aluminiumrahmen.


    Und wie immer wenn Spiegel einen Artikel zum Thema Fahrrad schreibt, kommt sofort eine unflüssige Helmdiskussion auf, welche mich nervt.

    Zum Thema Kosten von Fahrrädern: Was sind 3000€ im Vergleich zu einem Mittleklasse Auto, was sogar noch pro 100km 15€ an Kraftstoff verbraucht?Nicht viel. Viele Autokunden bestellen für 3000€ Sonderausstattungen .
  10. #139

    Getrost

    Zitat von karhu1 Beitrag anzeigen
    keiner so ein hässliches Ding. Da kann man ja sogar zum Bäcker fahren, was ich mit meinem Cannondale nie machen würde.
    Das können Sie aber getrost machen, da die Fa. Cannondale ihren Zenit in Sachen Qualität bereits vor etlichen Jahren überschritten hat.


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