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Edel-Kartoffeln aus dem Webshop: So feinschalig ist nur Sieglinde

Fein nussig, edel cremig oder*gemüsig-erdig:*Dank des Angebots in Webshops entdecken Kartoffel-Liebhaber die Geschmacksvielfalt alter Knollen-Sorten.*Landwirte verkaufen*online seltene Varianten mit schönen Namen wie La Bonnotte, Sieglinde und Bamberger Hörnchen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...810151,00.html
  1. #20

    Wir, d.h. unsere Familie,

    [QUOTE=schönbergwebernberg;9485959]Ich gebe zu, dass ich gerne koche und esse. Ich möchte auch nicht immer nur 08/15 und da kommt es mir recht, wenn ich irgendwo die alten Kartoffelsorten noch bestellen kann. Ich will Geschmackserlebnisse.

    kauft Kartoffeln nur direkt vom Erzeuger. Mit ihm haben wir ausgehandelt, dass eine ganz bestimmte Parzelle seines Ackers nur für uns vorbehalten ist. Das kleine Etwas, was das mehr kostet, nehmen wir gerne in Kauf; auch die etwas längeren Fahrten zu unserer Kartoffelparzelle. Schließlich ist es allein uns vorbehalten, die heranwachsenden Kartoffelgewächse höchstpersönlich zu pflegen und zu düngen., d.h. unsere Kinder tun das. Dazu liefern ihre Meerschweinchen, unsere beiden Stubenkaninchen und die Exkremente unseres Kanarienvogels Pipi die Düngergrundlage. Wir Erwachsenen steuern die gesammelten Tee- und Filterkaffereste bei. Letztes Jahr praktiziert - immer wider ein Familienerlebnis ganz besonderer Art. Und Linda und Sieglinde erst: Ein Geschmackstsunami - ganz unbeschreiblich.
  2. #21

    :-)))

    Zitat von HaioForler Beitrag anzeigen
    Gibt es IRGENDEINEN ROTWEIN; EINE ZIGARRE ODER ETWAS ZU ESSEN, bei der angeblich nciht bemerkt wird, dass sie NUSSIG ist? Was soll der Scheiss? Ist alles "nussig"? Seit 13568 Jahren schmeckt alles NUSSIG?

    Gibt es eigentlich auch nussige VW Golf mit nussigen Sitzen? Ich kann's nicht mehr hören, egal welchen Artikel Du aufschlägst, wenns umd Fressen geht: nussig, nussig, nussig.. Himmel!
    Herrlicher Kommentar - vielen Dank!
    Sowas zu lesen, da fängt der graue Wintertag doch gleich viel lustiger an. LOL!

    Und: Sie haben ja sooo recht!
  3. #22

    jaja .. Ansichtssache ..

    Zitat von TylerD. Beitrag anzeigen
    Was spricht bitte gegen den Internetversand ?
    Wenn sich ein Geschäft mit richtigen Räumlichkeiten nicht lohnt und die Nachfrage für einen Marktstand zu weit verteilt ist, dann ist das doch eine gute Lösung.
    Der Mensch der die Kartoffeln anbaut kann sie verkaufen und wer sich solche seltenen und alten Sorten mal gönnen will der kann das auch.

    Besonders bei solch speziellen Produkten ist das doch eine gute Sache, wenn sich die großen Betriebe dafür nicht interessieren.
    Habe mich schon länger mal mit verschiedenen Bekannten über 'Internet-Essbestellung' unterhalten und da gibts recht scharfe Meinungstrennung zwischen 'saugute Idee' und 'dekadent'.

    Für mich bleibts dekadent. Wir haben Supermärkte, deren Angebotsüberfülle einem (mir jedenfalls) den Ekel in den Hals treibt, und nun den ganzen Kram auch noch teuer verpackt ins Haus schicken lassen!? Gerade Kartoffeln!? Man kann die Feinschmeckerei auch übertreiben.
    Wer die Supermarktware nicht mag, der kann ja zum Bauern in der Umgebung fahren.

    Mich erinnert die Sache an einen alten Asterix, in dem bei einem Gelage Wurstpellenmarmelade und Lerchenzungen serviert wurden. Uns gehts einfach irgendwie zu gut heute - jedenfalls bei uns. (immerhin wird beim Thema Kartoffel hoffentlich nicht gleich die alte Neiddebatte mitgekocht ;-)
  4. #23

    Umwelt/Bauern/Heimat und Gemüseschutz

    Hier kann man bei einem Bauern 50km weg, heimische Kartoffeln bestellen die dann über einen freiwilligen Kurierdienst von Pendlern die in der Nähe arbeiten vorbei gebracht werden.

    Umwelt/Bauern/Heimat und Gemüseschutz?

    Da müssten den Grossisten/Discounter zuerst verboten werden hiesige Saisongemüse in der Saison zu importieren oder hiesiges Angebot mit Knoblauch aus China, Äpfel aus Neuseeland, Kartoffeln aus Israel und Bohnen aus Chile zu unterwandern. Das sind gerade jene grosse Konzerne und Gourmetketten die immer gross Made und Arbeit in Germany anpreisen, aber Selber hiesiges Gewerbe/Bauern über den Tisch ziehen. Hallo ein Bauer hier bekommt 15% weniger für seine Milch als sein Russischer Bauerngenosse!

    Das sagt der Bauer:
    Die Türkenkette die bei ihm über das ganze Jahr Äpfel einkauft, denenist die Äpfelgrösse innerhalb der Sorten egal, er habe am wenigsten Arbeit mit diesen Stammkunden. Aber der Endkunde beim Türken bekommt einheimische Äpfel günstiger als beim Discounter.

    Der Discounter kommt ein paar mal, je nach Saison vorbei, will nur eine Normgrösse, macht viel Sortier-Umtrieb und Arbeit, will es billig um es dann teurer als die Türkenkette zu verkaufen. Bei einem solchen Stammkunden müsste er mit den ausser Norm fallenden Äpfel Most machen und hätte noch mehr Umtriebe/Kosten.

    Einheimisches kann durchaus zu normalen Preisen im Laden verkauft werden und mithalten. Kein Schiff, kein Flug, weniger Abfall und Umtriebe.
  5. #24

    Patente auf Kartoffeln

    Zitat von Daniel K Beitrag anzeigen
    Klever. Ich weiss nicht wie der Extrakt schmeckt. Aber wer die bitteren Blätter schonmal gekaut hat weiss, dass das keine gute Idee ist ;-).

    Ansonsten kann ich jedem der mal Urlaub in Ecuador, Peru oder Bolivien macht nur empfehlen mal auf den Wochenmarkt zu gehen. Was man da an Kartoffeln kriegt schlägt alles was ich bisher hier probiert habe.
    Ja, das ist schon klasse, was es dort an Vielfalt auf dem Markt gibt. Auch fürs Quinoa konnte ich mich dort begeistern, nur, um mal bei den Grundnahrungsmitteln zu bleiben.

    Bei den Kartoffelsorten, die es bei uns gibt, hat die Industrie leider das beste weggezüchtet. Vor einiger Zeit las ich auch mal, dass in Deutschland diverse ältere Kartoffelsorten gar nicht mehr angebaut werden dürfen, wenn die, die ein Patent darauf besitzen das verbieten.
    Ich meine mich zu erinnern, da hätten einige Landwirte und auch Hobbybauern richtig Stress bekommen.
  6. #25

    Dekadenz ...

    Zitat von Fackus Beitrag anzeigen
    Habe mich schon länger mal mit verschiedenen Bekannten über 'Internet-Essbestellung' unterhalten und da gibts recht scharfe Meinungstrennung zwischen 'saugute Idee' und 'dekadent'.

    Für mich bleibts dekadent. Wir haben Supermärkte, deren Angebotsüberfülle einem (mir jedenfalls) den Ekel in den Hals treibt, und nun den ganzen Kram auch noch teuer verpackt ins Haus schicken lassen!? Gerade Kartoffeln!? Man kann die Feinschmeckerei auch übertreiben.
    Wer die Supermarktware nicht mag, der kann ja zum Bauern in der Umgebung fahren.

    Mich erinnert die Sache an einen alten Asterix, in dem bei einem Gelage Wurstpellenmarmelade und Lerchenzungen serviert wurden. Uns gehts einfach irgendwie zu gut heute - jedenfalls bei uns. (immerhin wird beim Thema Kartoffel hoffentlich nicht gleich die alte Neiddebatte mitgekocht ;-)
    ... ist nach meiner Einschätzung genau das Gegenteil von dem, was Sie meinen, werter Fackus - ich habe extra nochmal ins Lexikon geschaut.

    Dekadent ist meiner Meinung nach der gezwungene Trieb nach immer Billigerem, hervorgerufen einer wachstumsgetriebenen Konsumgesellschaft, in der am Ende nicht nur Erzeuger, sondern auch die Verbraucher auf der Strecke bleiben.

    Wenn ich nicht ahnen würde, dass Sie es garnicht so meinen, würde ich sagen, ihr Vergleich mit "Wurstpellenmarmelade und Lerchenzunge" ist das mit Abstand subersivste, was mir heute morgen untergekommen ist und eigentlich NUR von einem Lobbyisten der Agrarindustrie kommen kann. ;-)

    Ehre und Unterstützung den Kleinbauern!

    Genussvolle Grüße,
    Ingo
  7. #26

    Schande

    wenn der Spiegel über ein Thema berichtet, wissen wir das nächste Gute, was mal original war und Stil hatte, ist vom i-Mob und Hornbrillenpöbel verkonsumiert worden.
  8. #27

    Zum Thema Schande ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fein nussig, edel cremig oder*gemüsig-erdig:*Dank des Angebots in Webshops entdecken Kartoffel-Liebhaber die Geschmacksvielfalt alter Knollen-Sorten.*Landwirte verkaufen*online seltene Varianten mit schönen Namen wie La Bonnotte, Sieglinde und Bamberger Hörnchen.

    Edel-Kartoffeln aus dem Web-Shop: So feinschalig ist nur Sieglinde - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Richtiges Stichwort!

    Schande ist, dass im Rahmen unserer Konsumgesellschaft die Vielfalt der Arten und Sorten auf unserer Erde immer geringer wird.
    Schande deshalb, weil dadurch - früher oder später - auf allen Ebenen Leid erzeugt wird.

    Vielfalt ist was ganz Grundlegendes. Philosophisch betrachtet könnte man sagen, je geringer die Vielfalt, desto größer das Risiko des eigenen Verschwindens!

    Lasst uns darüber nochmal Nachdenken.

    Ingo
  9. #28

    Zitat von Ingo-Materne Beitrag anzeigen
    ... ist nach meiner Einschätzung genau das Gegenteil von dem, was Sie meinen, werter Fackus - ich habe extra nochmal ins Lexikon geschaut.
    also .... die Wikipediameinung deckt sich da schon mit meiner ...
    Dekadenz

    Dekadenz (frz. décadence, über mlat. decadentia, von lat. cadere „fallen“, „sinken“) ist ein ursprünglich geschichtsphilosophischer Begriff, mit dem Veränderungen in Gesellschaften und Kulturen als Verfall, Niedergang bzw. Verkommenheit gedeutet und kritisiert wurden.

    und genau so hatte ich das gemeint

    Zitat von Ingo-Materne Beitrag anzeigen
    Wenn ich nicht ahnen würde, dass Sie es garnicht so meinen, würde ich sagen, ihr Vergleich mit "Wurstpellenmarmelade und Lerchenzunge" ist das mit Abstand subersivste, was mir heute morgen untergekommen ist und eigentlich NUR von einem Lobbyisten der Agrarindustrie kommen kann. ;-)
    Interessant. Ich hatte ja schon mit einigen Branchen zu tun - aber noch nie was im Entferntesten mit der Agrarindustrie..... !?

    Zitat von Ingo-Materne Beitrag anzeigen
    Ehre und Unterstützung den Kleinbauern!
    Genau das ist ja die Ursache meiner Meinung.

    Vielleicht sehen wir das ja genau umgekehrt, wollen aber dasselbe ...

    Meiner Meinung nach ist gerade das Aufkommen des Internetversands langfristig der Tod der Kleinbauern. So wie die Supermärkte die Tante-Emma-Läden vernichtet haben.
    Genau das wird durch so dekadentes (!) und hedonistosches Verbraucherverhalten wie im Artikel beschrieben beschleunigt.
    Letztlich: der 'Markt' wirds regeln und damit sind wir auf der Schiene, dass man nix an der Dekadenz ändern können wird - sieht man ja in verschiedenen Bereichen. Aber grade bei Kartoffeln :-)) ?

    Gruss vom Land im Süden
  10. #29

    Zitat von Fackus Beitrag anzeigen
    Für mich bleibts dekadent. Wir haben Supermärkte, deren Angebotsüberfülle einem (mir jedenfalls) den Ekel in den Hals treibt, und nun den ganzen Kram auch noch teuer verpackt ins Haus schicken lassen!? Gerade Kartoffeln!?
    Mit Dekadenz und Feinschmeckerei hat das nichts zu tun - ich vermute mal, Sie ahnen gar nicht, wie Kartoffeln schmecken können. Kartoffeln, die man früher in jedem Laden kaufen konnte.

    Bis dann das eintrat:

    Zitat von carranza Beitrag anzeigen
    Bei den Kartoffelsorten, die es bei uns gibt, hat die Industrie leider das beste weggezüchtet. Vor einiger Zeit las ich auch mal, dass in Deutschland diverse ältere Kartoffelsorten gar nicht mehr angebaut werden dürfen, wenn die, die ein Patent darauf besitzen das verbieten.
    War übrigens ein Artikel im Spiegel, und da begriff ich, warum ich seit Jahren vergeblich die Läden abklapperte auf der Suche nach Kartoffeln, die eben keine "geschmacksneutrale Sättigungsbeilage" sind. Und leider sind das alle, die derzeit in den Supermärkten angeboten werden. Auch im Bioladen sieht es nicht anders aus.
    Die Dinger sind zwar biologisch angebaut, aber eben "moderne" geschmacklose Industriesorten.


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