Das von mir geschilderte Erstellen eigener eBooks ist natürlich nur möglich, wenn man das Papierbuch selber zur Verfügung hat. Ich kann dann schon verstehen, wenn mancher sagt: Wenn ich das Buch sowieso schon habe, wozu brauche ich dann ein eBook? "und stelle dieses dann in den Bücherschrank". Die Frage ist dann nur, was machen Sie, wenn der Bücherschrank voll ist? Die eigene eBook-Erstellung ist, ich gebe es zu, wohl eher nur etwas für Vielleser, oder für Leute mit exorbitanten Privat-Bibliotheken, es geht hier um den Platz.
Was die Fachbücher angeht, so ist mein Eindruck, daß die Verlage gerade hier den Übergang ins eBook pushen. Meine örtliche Stadtbücherei bietet seit wenigen Wochen auch die Verleihe von eBooks übers Internet an. In der Kategorie "Belletristik & Unterhaltung" gibt es 57(!) ausleihbare Bücher, in "Sachmedien & Lernen" immerhin schon 2012, zusätzlich in "Schule & Lernen" nochmal 760. Wenn das Fach also nicht zu speziell ist, sollte man hier schon fündig werden können, die Verlage scheinen jedenfalls einiges anzubieten.
Was diese übers Internet verleihbaren Bücher angeht (und über kurz oder lang wird das jede öffentliche Stadtbibliothek anbieten), wird das häufige "Ich will mein eBook bis in alle Ewigkeit besitzen und nutzen können"-Argument gegenstandslos. In diesem Kontext ist DRM/Kopierschutz gar keine Verschlechterung der bisherigen Situation, denn auch bisher musste man ausgeliehene Bücher nach wenigen Wochen wieder zurückgeben und konnte sie danach nicht mehr nutzen.
Wichtig für den Reader-Käufer, der diese Angebote wahrnehmen will: Man sollte sich kundig machen, ob der jeweilige Reader das DRM-Verfahren der Stadtbücherei versteht (mit calibre o.ä Konvertierungsprogrammen ist da rein gar nichts zu machen!). In der Regel wird dies "Adobe Digital Editions" sein.

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