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E-Books: "Nicht jeder Kunde verhält sich logisch"

Axel Nehen ist Pragmatiker: Zum einen will der Chef des Verlages Addison-Wesley sein Programm als E-Books veröffentlichen, zum anderen hält er den Hype für überzogen. SPIEGEL ONLINE erklärte er, was noch fehlt zum Boom des elektronischen Buches.

http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/...585535,00.html
  1. #10

    eine frage der perspektive

    Zitat von Osis Beitrag anzeigen
    Vielleicht war das schon der erste Fehler... Eben nicht die Normierung zu haben auf das gängigste Format. Was hab ich denn davon, wenn jedes Gerät ein anderes Format braucht, Tausch unmöglich wird (z.B. im wissenschatflichen Betrieb) und hier nur Insellösungen existieren.
    Technische Hürden hemmen immer den Absatz. So einfach.....
    nun als optimist denke ich, dass sich bald eine lösung durchsetzen wird, wenn diese genug mehrwert bietet. derzeit ist das mit dem ebook noch nicht der fall. dafür sind die lesegeräte noch nicht ausgereift genug, deren kosten zu hoch- genau wie bei den ebooks auch diese sind vergleichsweise teuer. ausserdem ist das resultat nicht so viel besser als das buch.

    viele dieser probleme sind technischer art und werden sich in zukunft sicher lösen lassen. vielversprechende ansätze existieren bereits. diese weiterzuentwickeln ist sicher kein problem.

    die musikindustrie hat doch ein ganz anderes problem: sie verliert ihre existenzberechtigung. für was braucht man in zeiten von internet, audiosoftware und portalen überhaupt labels die den markt kontrollieren und vortrefflich von der arbeit der künstler leben?

    stellen sie siche portal wie itunes vor bei dem künstler oder autoren ihre werke nahezu gratis einstellen können und so einer breiten leserschaft zuänglich machen können, ohne dass labels/verlage entscheiden wer veröffentlicht wird und wer nicht (da das risiko von unverkaufbaren auflagen entfällt)? hier könnten kommunities entstehen, unbekannte oder kleine autoren gefördert und entdeckt werden. eine demokratisierung der kunst sozusagen.

    die urheber könnten dann zb pro verkauf 1€ verdienen- weit mehr als das meines wissens derzeit der fall ist. das ist die revolution welche die großen labels/ verlage verschlafen.
  2. #11

    "Bei uns haben alle Produktvarianten den gleichen Preis"

    "Bei uns haben alle Produktvarianten den gleichen Preis"

    -> Und warum kostet dann das gebundene Buch so viel mehr, als ein Taschenbuch?

    "Das E-Book ist für uns eine Gelegenheit nachzuweisen, dass der Wert eines Buches aus seinen Inhalten besteht und nicht aus dem, was es kostet, Papier zu bedrucken."

    Aha. Dann soll sich der VK-Preis eines E Books wohl doch eher an dem Betrag orientieren, den ein Autor für pro gedrucktem Buch erhält?

    Das E-Book kann nur dann ein Erfolg werden, wenn der Preisvorteil an den Kunden weitergegen wird. Kurz: E-Books müßten schon _deutlich_ preiswerter sein, als eine auf Papier gedruckte Version. Und es muß ein offenes, übertragbares Format sein. Ohne die Möglichkeit, Sicherheistkopie anzufertigen und das E-Book auf beliebigen Computern zu lesen, glaube ich nämlich nicht an die Lebenslange Verfügbarkeit eines einmal gekauften Buches. Und verleihen muß man so ein E-Book natürlich auch können.

    Tja. Das wird wohl nichts. Denn all das ist ja wohl aus Sicht der "Rechteinhaber" ein Graus. Was ich allerdings auch verstehen kann. Sicher, ein klassisches Buch kann man auch kopieren. Aber das ist Mühselig und endet nur mit einer Loseblattsammlung. Eine frei kopierbare, überall lesbare 1:1 Kopie, die sich vom Original durch nichts unterscheidet wird zwangsläufig dazu führen, daß kopiert und nicht gekauft wird..

    Also führt scheinbar kein Weg um DRM herum. Wenn ich aber schon eine erhebliche Summ in ein Lesegeräte investiere und dann noch nur DRM-verseuchte Bücher bekomme, dann müßte die schon verdammt billig sein. Wer will mehr als vielleicht ein oder zwei Euro für ein "Einwegbuch" bezahlen?

    Ich glaube, das E-Book scheitert einfach an diesen Sachzwängen.
  3. #12

    Ein paar Antworten

    > Mal eben den Text geschnappt, nen Kaffe und
    > zurücklehnen und das neuste PDF beschnuppern.

    Entschuldige die Offenheit, aber wer so etwas sagt, hat im Leben noch kein eBook gelesen. Ich lese nun seit zwei Jahren und habe bereits mehrere hundert Bücher gelesen. Das PDF-Format ist ein Desaster für Anzeigegeräte - und mein eBook basiert sogar auf Windows XP. Klar kann ich PDFs überall anzeigen lassen. Aber das Format passt sich nicht flexibel der Bildschirmgröße an. Stell Dir ein Sachbuch im DIN A 4 Format vor, und einen eBookreader im DIN A 5 Format. Das PDF Dokument wird nun im Stück geschrumpft. Buchstaben sind praktisch unlesbar, Zeichnungen nicht mehr zu erkennen.

    > Ansonsten ist es nett, aber alltagsuntauglich.
    Kann ich nicht bestätigen. Ich lese sogar etwas schneller als mit einem normalen Buch, und das lesen selber ist wesentlich bequemer, bspw. wenn ich im Bett liege und lese. Mittlerweile ärgere ich mich, wenn ich ein "echtes" Buch habe - ich bevorzuge Bücher mittlerweile in elektronischer Form.




    > Wenn das eBook mit dem Charme eines Büro-Taschenrechners
    > daherkommt, werden es nur Profis haben wollen und nicht
    > die breite Masse.

    Absolut korrekt. Ich würde es mir holen, aber nur, weil ich weiß, welche Vorteile mir dadurch entstehen.



    > Mal wieder so eine künstlich gepuschte Technik-hype!
    > Das herkömnliche Buch ist dem E-Book (allein dieser
    > Begriff ist schon eine Zumutung!) in jeder Hinsicht
    > überlegen:

    In Deiner Liste hast Du etwas vergessen, nämlich, was das herkömmliche Buch nicht kann:

    - Es kann keine tausende und abertausende an Büchern beinhalten und durchsuchen. Zum schreiben von wissenschaftlichen Berichten oder für allgemeine Recherchen ist es Gold wert.
    - Bei einem Buch muss geblättert werden, beim eBook nur getippt. Dadurch geht das blättern schneller und somit das lesen (und ja, das ist ein Punkt - denn mir geht das mittlerweile bei Büchern ziemlich auf den Zeiger)
    - Ein eBook benötigt kein Internet, da man es auch mit Speicherkarten betanken kann. Kannst Du das mit einem normalen Buch?
    - eBooks, insbesondere Fachbücher, sind updatefähig. Wie geht das mit Papierfachbüchern? Schickt Dir der Verlag bei jeder neuen Auflage ein neues Buch zu?
    - Als Vielleser nerven mich Bücher. Ich habe zuhause eine Trennwand damit gebaut und aus einer Ein-Zimmer-Wohnung eine Zwei-Zimmer-Wohnung gemacht. Ohne meinen eBookreader hätte ich jetzt ein Drei-Zimmer-Wohnung...
    - Ich kann komplette Absätze oder gar Seiten mit ein paar Klicks kopieren anstelle sie wie beim Buch abzuschreiben
    - Ich kann Bücher, die es in Druckform gar nicht gibt aufspielen, oder längere Texte allgemein. Das ist wesentlich besser als den Kram auszudrucken o.ä.. Derzeit redigiere ich beispielsweise ein Buch vor seiner Veröffentlichung - ohne eBook-Reader wäre das ziemlich nervig

    Es ist erstaunlich, das ausgerechnet Leute, die gar keinen eBookreader haben, sich immer am meisten darüber beschweren. Schon kurios...
  4. #13

    und..

    Zitat von merlinn Beitrag anzeigen
    dafür hat das buch erhebliche andere nachteile.
    - ebooks könnte man sehr leicht auch für behinderte menschen lesbar machen.
    - ebooks sind jederzeit verfügbar
    - 8h downloads sind doch eine maßlose.....
    ..entsprechende Bücher für Behinderte gibt es bereits (wobei, hier haben Sie recht, das sog. E-Book gegüber diesen einen Vorteil hat).

    ... ein feuchtes / nasses Buch trockne ich..(und bei der heutigen Tinte ist die Schrift immer noch lesbar)

    Mein Sicht auf das E-Book ist nicht technikfeindlich, sondern realistisch. Sie gehen offensichtlich davon aus, dass jeder (oder zumindest in naher Zukunft jeder) Haushalt einen leistungsfähigen PC und Internetzugang hat (übrigens, ich habe letztens 12 Stunden für den Download eines PC-Spiels gebraucht)? Gerade die größten Zielgruppen der Verlage werden von dem E-Book nicht angesprochen.

    Ich gehe (spotan) in eine Buchhandlung, suche mir ein Buch aus, kaufe es, suche mir eine Bank und fange an zu lesen.. das nenne ich sofortige Verfügbarkeit!
  5. #14

    Antwort...

    Zitat von John.Moredread Beitrag anzeigen
    > Mal eben den Text geschnappt, nen Kaffe und
    > zurücklehnen und das neuste PDF beschnuppern.

    Entschuldige die Offenheit, aber wer so etwas sagt, hat im Leben noch kein eBook gelesen. Ich lese nun seit zwei Jahren und habe bereits mehrere hundert ......
    schon kurios.. was Sie wissen, was ich alles habe bzw. nicht habe...
  6. #15

    Html

    Zitat von Osis Beitrag anzeigen
    Vielleicht war das schon der erste Fehler... Eben nicht die Normierung zu haben auf das gängigste Format. Was hab ich denn davon, wenn jedes Gerät ein anderes Format braucht, Tausch unmöglich wird (z.B. im wissenschatflichen Betrieb) und hier nur Insellösungen existieren.
    Wieso soll man nicht das gängigste Format, welches die Anforderungen für die Gestaltung von Inhalten auf den verschiedensten Geräte erfüllt nicht verwenden: HTML.

    HTML ist eigentlich genau dazu gedacht gewesen reine Texte zu publizieren. Der Use-Case bestand darin wissenschaftliche Abhandlungen auf einem möglichst breiten Spektrum von Geräten über das Internet verbreiten zu können. Mit HTML (Hypertext Markup Language) werden in einem einfachen Text semantische Markierungen eingefügt, damit Absätze, Hervorhebungen, Überschriften, etc., vom Anzeigegerät entsprechend interpretiert und optimal aufbereitet werden können.

    Das wissen leider die meisten Leute nicht, da sie nur die heutigen Webseiten kennen, die voll mit Layout-Informationen überfrachtet werden. Grundsätzlich ist aber HTML nicht dafür gedacht gewesen. Ursprünglich hatten Webseiten überhaupt kein festgelegtes Layout. Wie die Texte der einzelnen Seiten dargestellt werden, wurde im Browser eingestellt oder von ihm vorgegeben.

    Man muss nur zurück zu den Wurzeln des Webs und hat ein gängiges Formt mit dem man beliebige Anzeigegeräte füttern kann.

    PDF ist für eBooks zumindest ein komplett unsinniges Format. Es gibt dafür genau zwei Use-Cases:

    1) Der Anwender möchte den Inhalt später sowieso ausdrucken. Eigentlich ein eher seltener Fall.

    2) Der Erstellter möchte keinen großen Aufwand treiben und übernimmt einfach seine Druckvorlage für ein elektronisches Format. Ein kundenunfreundlicher, aber oft anzutreffender Einsatz, da er extrem billig ist.


    Letztlich scheitern eBooks aber an der Hürde, an der schon die Musik und die Filme scheitern: DRM. Man macht die Dinge für den ehrlichen Kunden unnötig kompliziert, so dass er die Lust an den elektronischen Formen verliert. Die ganze Usability ist dahin, wenn man die ganzen Schutzmechanismen beachten muss. Da werden die Inhalte dann an Rechner und Lizenzserver im Internet gebunden, die sich schnell man in Luft auflösen können. Da kann sich die Investition in ein Buch schell in Luft auflösen, so wie es jetzt bei einigen Käufern von Musik passiert ist (Geschäfte wurden eingestellt, der Lizenzserver abgeschaltet und damit die Musikstücke entwertet).
  7. #16

    Gilt nur für Addison-Wesley

    Zitat von inmado Beitrag anzeigen
    "Bei uns haben alle Produktvarianten den gleichen Preis"

    -> Und warum kostet dann das gebundene Buch so viel mehr, als ein Taschenbuch?
    Addison-Wesley ist ein Fachverlag, der nur hochwertige Bücher im Bereich Computer herausgibt. Da gibt es keine Taschenbücher. Die Kosten für ein Buch werden hier wohl tatsächlich eher bei den gerade bei Addison-Wesley als erstklassig zu bezeichnenden Autoren hängen, als an der Form der Ausgabe.
    Daher kann man die Aussage nicht für andere Publikationen einfach übernehmen.
  8. #17

    Unsinn

    Zitat von kljkl Beitrag anzeigen
    Mein Sicht auf das E-Book ist nicht technikfeindlich, sondern realistisch. Sie gehen offensichtlich davon aus, dass jeder (oder zumindest in naher Zukunft jeder) Haushalt einen leistungsfähigen PC und Internetzugang hat
    Laut Statistischem Bundesamt steht in über 70% der Haushalte Deutschlands mindestens ein PC (leistungsfähig muß der nicht sein, um eBooks herunterladen zu können), 60% der Haushalte haben einen Internetzugang.

    Zitat von kljkl Beitrag anzeigen
    (übrigens, ich habe letztens 12 Stunden für den Download eines PC-Spiels gebraucht)?
    Ihnen ist schon klar, daß das von der Datenmenge her eine völlig andere Liga ist?

    Zitat von kljkl Beitrag anzeigen
    Gerade die größten Zielgruppen der Verlage werden von dem E-Book nicht angesprochen.
    So pauschal ist diese Behauptung einfach Unsinn.

    Zitat von kljkl Beitrag anzeigen
    Ich gehe (spotan) in eine Buchhandlung, suche mir ein Buch aus, kaufe es, suche mir eine Bank und fange an zu lesen.. das nenne ich sofortige Verfügbarkeit!
    Mit einem eBook-Reader ginge ich (spontan) auf die Webseite eines Anbieters, suchte mir aus dem deutlich größeren Angebot verfügbarer Titel einen aus und hätte ihn nach zwei, drei Klicks nur wenige Minuten - wahrscheinlich eher nur Sekunden - später auf meinem Reader. Dann finge ich an zu lesen. Kein Ausflug in die Stadt, keine Öffnungszeiten, immer alles "auf Lager", Rezensionen anderer Leser zur Orientierung ...

    Einzig und allein der Anschaffungspreis für so ein Gerät ist noch *viel* zu hoch. Sobald man so ein Teil im A5-Format für 100 Euro bekommt (und die Preise für eBooks wenigstens soweit gefallen sind, daß sich diese Anschaffung nach dem Kauf von 20-30 eBooks amortisiert hat), bin ich dabei!
  9. #18

    E-Books

    Hallo,
    nur mal so am Rande: Natürlich ist PDF inzwischen ein offener Standard mit der Bezeichnung ISO 32000-1:2008. Flash ist im übrigen auch offen gelegt.
    Tatsächlich eignet sich als Datenformat für E-Books ein XML-Derivat, z.B. HTML. Allerdings sollte die HTML-Datei und die dazugehörigen Bilder in einen stark komprimierten Container gepackt werden, so dass man nur eine stark komprimierte Datei auf seinen Reader legen muss. DRM darf natürlich nicht verwendet werden, denn ich möchte meine Bücher auch in 20 Jahren noch problemlos lesen können.

    Ich lese seit 5 Jahren fast nur noch auf meinem PDA, was sehr gut funktioniert. Neben dem Vorteil, dass ich mir keine neuen Bücherregele kaufen musste, kann man auch in völliger Dunkelheit lesen und hat immer reichlich zu lesen mit dabei.

    Bei den bereits heute existierenden E-Books-Shops, nervt mich neben DRM der sehr hohe Preis für kommerzielle E-Books, der angeblich durch die Buchpreisbindung verursacht wird. Allerdings muss ich mich fragen, warum dann die Taschenbuch-Version deutlich günstiger als die Hardcover-Version ist. Die Buch-Verlage sollten schnellstens einlenken, sonst ereilt sie das gleiche Schicksal wie der Musik-Industrie.

    Der Preis für die aktuellen Hardware-Reader ist natürlich zu hoch, aber da werden sich neue Geschäftsmodelle finden lassen, ähnlich Händy-Verträgen oder dem Geschäftsmodell von Audible. Für zwei Jahre eine kleine Grundgebühr im Monat zahlen, dafür kann man sich ein oder zwei Bücher herunterladen und den Reader gibt es dazu.

    Genau wie bei MP3 bieten E-Books unbekannten Autoren völlig neue Vertriebsmöglichkeiten ohne hohes finanzielles Risiko.
    Auf der anderen Seite können vergriffene Auflagen als E-Book angeboten werden, ohne das Risiko, dass man die neue Auflage nicht los wird. Gerade für Leser die nicht den Mainstream lesen ist so etwas extrem interessant.

    UND: Warum soll man E-Books teuer kaufen??? Das Urheberrecht auf Texte erlischt 70 Jahre nach Tod des Autors und so sind etliche Texte bereits jetzt frei, legal und in HTML im Netz verfügbar.
    http://www.zeno.org

    Viele Grüße

    AL
  10. #19

    Anbtwort

    Zitat von stormking Beitrag anzeigen
    Laut Statistischem Bundesamt steht in über 70% der Haushalte Deutschlands mindestens ein PC (leistungsfähig muß der nicht sein, um eBooks herunterladen zu können), 60% der Haushalte haben einen Internetzugang.
    Ihnen ist schon klar, daß das von der Datenmenge .....
    ...darauf kann ich nur erwidern: Blödsinn! Internetzugang und PC sind gerade nicht eine Indiz fürs lesen von Büchern bzw. für einen potentiellen Kundenkreis von Bücherlesern (das ist bestimmt auch in einer Statistik erfasst!)!
    Ich bleibe dabei: ein weiteres Spielzeug für Tech-NERDS!








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