E-Books für iPad und Co.: Es geht auch ohne

Mehr Geld für Autoren: Ob für iPad und Kindle oder als Book-on-Demand, Bücher lassen einfach selber verkaufen, ganz ohne Verlag. Bestseller-Schreiber Markus Albers hat es ausprobiert - und ist überrascht.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...687744,00.html
  1. #1

    kein titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Geld für Autoren: Ob für iPad und Kindle oder als Book-on-Demand, Bücher lassen einfach selber verkaufen, ganz ohne Verlag. Bestseller-Schreiber Markus Albers hat es ausprobiert - und ist überrascht.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...687744,00.html
    Wie schon in dem Artikel steht: Er "hatte seine Kosten wieder drin" bezieht sich auf die reinen Veröffentlichngskosten, aber wohl kaum auf die Kosten zur Schaffung des Werkes, sprich Lebensunterhalt des Autors.

    Es mag immer mal wieder Ausnahmen a la "Schnappi" geben, aber i.d.R. dürfte ein nicht etablierter Autor ohne Vermarktungsmaschinerie (ob nun online oder offline ist egal) vom Schreiben leben können. Veröffentlichen ist eben nicht gleich Verkaufen.

    Bei bekannten, etablierten Autoren sieht das natürlich anders aus. Von denen gibt es aber nur eine Handvoll.

    Insofern wird auch im Internet der Weg des unbekannten Autors ohne Agent, Verlag/ Vermarkter etc. nur in Ausnahmefällen erfolgreich sein.

    Abertausende niemals gelesene Werke, die bei books on demand etc. vor sich hin rotten, sind die stummen Zeugen.
  2. #2

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Geld für Autoren: Ob für iPad und Kindle oder als Book-on-Demand, Bücher lassen einfach selber verkaufen, ganz ohne Verlag. Bestseller-Schreiber Markus Albers hat es ausprobiert - und ist überrascht.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...687744,00.html
    Das ist etwas das Apple und amazon gerne übersehen.
    Warum sollten sich in Zukunft die Verlage oder sogar die Autoren selbst dieses Geschäft entgegehen lassen.
    Direktvertrieb ist im Internet kein allzu großer Kostenfaktor mehr.
  3. #3

    ....

    Zitat von malte71 Beitrag anzeigen
    Insofern wird auch im Internet der Weg des unbekannten Autors ohne Agent, Verlag/ Vermarkter etc. nur in Ausnahmefällen erfolgreich sein.

    Abertausende niemals gelesene Werke, die bei books on demand etc. vor sich hin rotten, sind die stummen Zeugen.
    Und das ist anders venn man über einen Verlag und Amazon geht?

    Eher nicht.
    Man hat dort keine Möglichkeit sich von anderen abzuheben.
    Es sind halt abertausende.
  4. #4

    Ausgezeichnet ! Nur Mut.

    Ich wäre jederzeit bereit, dem Autor selbst mehr zu zahlen,
    als Äppel oder irgenddeinem anderen Geschäftemacher.

    Voraussetzung ist natürlich, daß ich ziemlich sicher sein
    kann, daß mir sein Produkt ewas gibt - das war bei mir
    und anderen immer schon entscheidend beim Buchkauf,
    wie lange habe ich in Buchhandlungen erst geblättert -
    oder, in Eile, bei Prosa einen mir bekannten Namen
    gewählt... letzteres ist für Newcomer ein Problem.
    Auch die Sprache, man sollte Englisch zur Muttersprache
    hinzufügen und sich erst dann ins Netz wagen...
    für die meisten sicher ein Problem, aber der Riesenmarkt !

    Es braucht Leseproben und Inhaltsangaben (sowas findet man
    bei Amazon kaum), hier hat der Autor echt Chancen, sich
    auf seiner eigenen Seite selbst besser zu vermarkten.

    Eine Ebookseite, die Autoren beim Vermarkten hilft,
    werden wir bald hochziehen, Novelibro.com -
    aber da werden wir hoechstens 10 Prozent "schneiden",
    nicht umgekehrt !
    Die Domain "schlummert" seit 7 Jahren und wartet auf
    ein günstiges Klima, so wie die Autoren...
    allmählich wird es interessant.

    Ich selbst lese ja erst Bücher auf Computern,
    seitdem es anständige Netbooks gibt, darum
    wundert mich die Verzögerung auch gar nicht.
    Ich war nur überrascht, daß sich das Lesen nun
    optisch angenehmer gestaltet als mit einem echten Buch,
    auch der Effekt, daß man beim Lesen das Buch entweder
    extrem vorsichtig handled oder es teilweise zertört,
    hat sich erledigt.
  5. #5

    Nicht so einfach

    Ich hatte noch nie ein gutes Gefühl bei eBay, Amazon, iTunes und ich kaufe dort bewusst nichts. eBay verlagert den Trödelmarkt weg von der Lokalzeitung, was unnötige Transportwege verursacht. Sie mischen sich auch in den ganz gewöhnlichen Handel ein, auch hier wieder zu Lasten des lokalen Handels. Amazon sorgt dafür, dass auch noch der lokale Anbieter von Medien nichts verdient, was ganz konkret zu weiteren Arbeitslosen führt. iTunes bietet sowieso eine miserable komprimierte Klangqualität, da ist ja schon ein gutes Internet-Radio überlegen.

    Natürlich versuchen nun die Verlage, die Reader großflächig zu pushen. Sie erhoffen sich eine neue Einnahmequelle. Gerade Kindle und das iPad sind aber als geschlossene Systeme abzulehnen. Das Hauptproblem bleibt im Internet eben das Bezahlsystem. Ich gebe prinzipiell keine Kreditkartendaten über das Netzt heraus und begnüge mich mit Nachnahme-Käufen. Damit ist die Missbrauchsgefahr minimiert und die Datenkraken schauen in die Röhre. So denken viele, mehr als den Verlagen recht sein kann. Da bleibt nur ein Geheimtipp: Einfach die Qualität erhöhen, wieder auf Recherche statt auf Abschreiben setzen, nicht ganz so stark die Interessen der Eigentümer vertreten. Dann klappt das auch wieder am Kiosk.

    Autoren sollte sich vielleicht mehr um gemeinsame Projekte kümmern, meinetwegen Webseiten, wo sie ihre Arbeit vorstellen und vermarkten können. Die Hürde bleibt aber der unsichere Zahlungsverkehr und vor allem die Gratismentalität von Google, den Internetradios, den Filesharern. All das führt zu einer Verarmung der Kultur, wie man an der gegenwärtigen Musikszene in Deutschland gut verfolgen kann. Umsonst gibt es eben nur Staatskunst, und die kostet ziemlich viele Steuern.
  6. #6

    Der Leser bezahlt

    Wo liegt der Unterschied, wenn man 9,95 in der Buchhandlung für ein gedrucktes Buch bezahlt oder 9,99 für ein E-Book?

    Das gedruckte Buch kann man weiter verschenken oder verkaufen. Selbst nach dem Lesen bleibt ein Wert.

    Beim E-Book trägt der Leser die Kosten für das Wiedergabemedium (Notebook, Kindle, iPhone).

    Toll dass Autoren wie Herr Albers mehr kassieren - aber nur toll für sie selbst!

    Die schlanken Prozesse in Produktion und Vertrieb führen zu niederigen Herstellungskosten - davon sollte der Kunde profitieren.
  7. #7

    das Problem ist eigentlich nicht lösbar

    Zitat von sapeornis Beitrag anzeigen
    Wo liegt der Unterschied, wenn man 9,95 in der Buchhandlung für ein gedrucktes Buch bezahlt oder 9,99 für ein E-Book?

    Das gedruckte Buch kann man weiter verschenken oder verkaufen. Selbst nach dem Lesen bleibt ein Wert.

    Beim E-Book trägt der Leser die Kosten für das Wiedergabemedium (Notebook, Kindle, iPhone).

    Toll dass Autoren wie Herr Albers mehr kassieren - aber nur toll für sie selbst!

    Die schlanken Prozesse in Produktion und Vertrieb führen zu niederigen Herstellungskosten - davon sollte der Kunde profitieren.
    Völlig richtig. Das gedruckte Buch müßte etwa das Doppelte des E - Books kosten, auch wenn das Drucken recht preisgünstig ist, allein wegen der Versandkosten. Mit Groß- und Einzelhandel und deren Kosten- und Gewinnmargen müßte der Preis für das Buch nochmal mindestens verdoppelt werden. Also E - Book 5 €, verschickt 10 €, im Laden etwa 25 €.

    Aber noch mal zum Bekanntmachen und zum Erfolg. Ich kenne eine Reihe von Hausseiten von Schriftstellern, in denen sie ihre Werke auszugsweise vorstellen, zum Teil mit Antwortmöglichkeiten oder Blogs. Es handelt sich dabei um ausgesprochen annehmliche Texte, und doch sind die Verkaufszahlen erbärmlich, decken also kaum die Kosten, geschweige denn den Lebensunterhalt. Das gilt auch für Autoren, die sich mit einem maßlosen Aufwand in anderen Blogs herumtreiben, um auf sich aufmerksam zu machen.

    Man kommt um zwei Einsichten nicht herum. Die Menschen lesen nicht mehr gern, und sie wollen alles umsonst haben. Im Internet gibt es keinerlei Qualitätsmerkmale, sondern nur eine unendliche Masse von Informationen, von denen weit über neunzig Prozent reiner Schmutz sind, Unmengen reiner Verkaufsbemühungen, vollkommen unübersichtlich und nur mit sehr zeitaufwendigen Mühen überhaupt zu enträtseln.

    Neulich habe ich eine Zahl wahrgenommen, die ich für unwirklich gehalten hatte. Von 10.000 eingereichten Manuskripten wird von den Verlagen nur eins zum Druck angenommen. Und wenn ich durch die Buchhandlungen irre, sehe ich neben Unmengen Sachbüchern und sogenannten Bestsellern viele Bücher, die wohl deswegen gedruckt und auch verkauft werden, weil der Autor bekannt ist, meist aus dem Fernsehen.

    Ganz nebenbei. Feuilletons zu lesen amcht auch nicht wirklich Freude. Zwischen gesponsorten und seriösen Artikeln unterscheiden zu können ist bereits aufwendig. Allein der Name des Rezensenten hilft ein wenig. Wenn man überlegt, wieviel der lesen müßte, um halbwegs informiert zu sein, muß man allerdings zugeben, daß er nicht den Schimmer ein Chance hat.
  8. #8

    ooo

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Geld für Autoren: Ob für iPad und Kindle oder als Book-on-Demand, Bücher lassen einfach selber verkaufen, ganz ohne Verlag. Bestseller-Schreiber Markus Albers hat es ausprobiert - und ist überrascht.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...687744,00.html
    bezahlt wird trotzdem - mehr Geschwindigkeit, mehr Information , die nicht verwertbar ist und fehlende innere Geldzirkulation in den Kommunen - keine Buchläden etc.
  9. #9

    Klasse!

    Zitat von sapeornis Beitrag anzeigen
    Das gedruckte Buch kann man weiter verschenken oder verkaufen. Selbst nach dem Lesen bleibt ein Wert.
    Lesen Sie Ihre Bücher tatsächlich noch ein zweites Mal? Bei uns stehen noch „die Klassiker“, aber die normalen Taschenbuchausgaben geben wir gleich weiter zu Oxfam. Den Platz, den der Krempel in der Wohnung einnimmt, können wir besser gebrauchen. Und wenn ich irgendetwas noch einmal lesen möchte, dann kaufe ich es halt neu. So teuer ist das ja nun auch nicht.

    Zum Artikel: So sieht für mich die Zukunft aus. (Buch-)Verlage, die Musikindustrie als Vertrieb und auch Filmvertriebe werden so etwas von überflüssig. Davon haben doch alle Kreativen jahrzehntelang geträumt: Ihr eigenes Produkt zu vermarkten, ohne den Löwenanteil des Umsatzes an einen der „Vertriebspartner“ zu verlieren.

    Natürlich müssen die Musiker und Schriftsteller etwas an amazon und kindle oder auch an Apple abgeben. Aber sind nicht 2/3 in der eigenen Tasche besser als 10 Prozent?

    Auch wenn das noch in den Kinderschuhen steckt, aber wenn sich das iPad und ähnliche Hardware durchsetzt, wird niemand mehr drumherumkommen. Ich sehe das absolut positiv!