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Duisburger Chefermittler: Flucht ins Abseits

Heinz Sprenger gilt als einer der erfahrensten Kriminalbeamten Nordrhein-Westfalens: Er klärte die Duisburger Mafia-Morde auf und sorgte im Rockerkrieg für Ruhe - doch nun sucht er das Weite. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen lässt sich der 58-Jährige zur Schutzpolizei versetzen.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...718914,00.html
  1. #20

    ...

    Zitat von PeteLustig Beitrag anzeigen
    Wenn Sie wüssten.
    Falls es politisch (Polizeiliche Kriminalstatistik) oder behördentaktisch (Stellenbedarfszuweisung) gefragt ist, werden eben diese Engel angehalten, bei nächtlichen Anzeigenaufnahmen doch bitte das eine oder andere Auge zuzudrücken und z.B. bei den verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen im alkoholisierten Familienumfeld die sonst üblichen Dutzend Strafanzeigen dem gesetzlichen Legalitätsprinzip zum Trotz doch bitte mit einem einfachen und zurückhaltend formulierten Streifenbericht auf sich beruhen zu lassen...
    Vielen Berichten werden auch mehrmals verfasst, da die Darstellungen mit expliziten Benennungen nichts zur Sache Beitragen und revidiert werden müssen. Auch die Beurteilung ob das Verhalten von Straftätern diese oder jene Straftat darstellt muss aus den Berichten raus, da die Beurteilung den nachfolgenden Instanzen obliegt. Überhaupt werden Einsatzberichte nicht mehr von den Polizeibeamten dem Einsatz gemäss vorliegenden Erkenntnissen verfasst, sondern erst zensiert und oftmals mehrfach geschrieben (bis es passt) unkenntlich weitergeleitet.
    Die Praktiken nach 1933 sind wieder voll zurückgekehrt.
    Damals haben auch einige zumeist preussische Beamte offen rebelliert und wurden "versetzt" oder schlimmeres.
  2. #21

    Überraschung!

    Zitat von PeteLustig Beitrag anzeigen
    Anders gefragt:
    Kennen Sie einen weiteren Kriminalbeamten, der ebenfalls freiwillig zur Schutzpolizei zurückkehrt(e)?

    Der im Artikel angesprochene Erste Kriminalhauptkommissar hat mit diesem Amt die letzte Stufe der gehobenen Laufbahnguppe inne (Weiterleitung in den höheren Dienst auf grund des pensionsreifen Alters unwahrscheinlich), die letzten Jahre sich noch einmal an die Front der Schutzpolizei (und dort als Dienstgruppenleiter in den Schichtdienst!) zu begeben und den Ruhestand nicht gelassen auf einem Schaukelstuhl-Posten der Kriminalpolizei ablaufen zu lassen sollte dem zuständigen Polizeipräsidenten und eventuell auch dem Innenminister zu denken geben.

    Auch Leitendende Polizeidirektoren haben Vorgesetzte...
    Zu Ihrer ersten Frage: Ja. Einige. Zwar nicht aus NRW, sondern aus Ba-Wü. Aber vermutlich dürften die Verhältnisse in den beiden Bundesländern so verschieden nicht sein. Ihre restlichen Bemerkungen kann ich durchaus unterschreiben. Mich störte nur der Begriff "Verschwendung" im Artikel.
  3. #22

    überall das gleiche...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Heinz Sprenger gilt als einer der erfahrensten Kriminalbeamten Nordrhein-Westfalens: Er klärte die Duisburger Mafia-Morde auf und sorgte im Rockerkrieg für Ruhe - doch nun sucht er das Weite. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen lässt sich der 58-Jährige zur Schutzpolizei versetzen.

    http://www.spiegel.de/panorama/justi...718914,00.html
    Auch bei der Polizei ist es nicht anders. Wenn der Vorgesetzte eine Pfeife ist, kann man wohl nichts anderes machen, als flüchten.
  4. #23

    titel

    Zitat von jb_78 Beitrag anzeigen
    Der Marsch durch die Instanzen (68er) hat sich als richtige Strategie erwiesen.
    Und wo sitzen die Alt-68er heute? Richtig, in den Vorstandsetagen, oder noch besser, als ehemaliger Außenminister nehmen sie pro Rede sechstellige Summen :P
  5. #24

    Keine Ahnung

    Also der Schreiber dieses Artikels hat offensichtlich wenig Ahnung von echter Polizeiarbeit oder zuviel von den einschlägigen Sendungen im Vorabendprogramm der Privaten gesehen. Der Magath-Vergleich hinkt jedenfalls gewaltig. Ein Dienstgruppenführer (DGF) eines Großstadtrevieres hat es mit allen Fassetten der polizeilichen Arbeit zu tun. Vom kleinen Unfall bis hin zum Amoklauf alla Winnenden oder Lörrach. Und zwar Live und vor Ort und nicht im Nachgang vom Schreibtisch aus. Der DGF hat für viele seiner Entscheidungen nur Sekunden zeit und nicht viele Stunden wie ein Mordermittler, der seine Arbeit größtenteils vom Schreibtisch aus tätigt. Herr Sprenger mag ein außergewöhnlicher Ermittler sein und seinen Wechsel mag man auch nicht alltäglich sein, die Abwertung die der Autor diese Artikels gegenüber der großen Masse der Polizisten zum Ausdruck bringt ist definitiv nicht in Ordnung. Manchmal bin ich diesbezüglich vom Spiegel enttäuscht.


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