Sie sind unbemannt, leise*und tödlich präzise: Erstmals stationiert die Nato im Gebiet der Bundeswehr in Afghanistan vier Kampfdrohnen vom Typ "Gray Eagle". Von Masar-i-Scharif aus sollen sie mit Live-Bildern und "Hellfire"-Raketen bei der Jagd auf Taliban-Kämpfer eingesetzt werden.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...801336,00.html
Man stelle sich vor man wohnt in einem Rechtsstaat (Schutzmacht ISAF) und über einem kreisen in 7600 m Höhe Drohnen, die durch Joystickspieler aus der Ferne bedient werden und auf alles schießen, was sich am Boden bewegt und halbswegs wie ein böser Taliban aussieht....
Gerichtsurteile unwichtig, danebenschießen ist nur ein vertretbarer Kollateralschaden und kann schon mal im Sinne der guten Sache passieren....
Geht nur in der 3. -4. Welt.
... habe ich in letzter Zeit schon mindestens 2 Beiträge zum Thema Drohnen geschrieben. Waren aber wohl nicht lieblich genug. Ist aber auch nicht wirklich ein freundliches Thema. In einem aktuellen Wissenschaftsmagazin wird sich auch mit dem Thema Obama und seine Rolle, was Drohneneinsätze angeht, beschäftigt.
… wo könnte man besser mit diesen teilen üben als in Afghanistan. Das Thema Präventivtötung wird ja immer populärer. Und wenn man dann genügend in fernen landen geübt hat, dann müssen wir nur hier noch einige unliebsame Leute zu Terroristen umdeklarieren und schwups haben wir die neue Rechtsstaatlichkeit ohne Klagen und Fragen auch im eigenen Lande.
Man muss halt immer das positive in diesen tollen Entwicklungen sehen und zur Beherrschung unartiger Massen ist ein ausgezeichnetes Instrument, kann man doch parallel zur Aufzeichnung der Unartigkeiten auch sogleich mit einer Hellfire ein wenig korrigierend eingreifen. Sind wir gut?! Meine Begeisterung kennt nahezu keine Grenzen … wie diese Drohnen übrigens auch nicht.
Mich wundert immer wieder, wo oft von den mutigen Natosoldaten gesprochen wird und über die feigen Selbstmordattentäter.
Wenn man die Sache von außerhalb betrachtet, braucht ein Selbstmörder wohl viel mehr Mut und Selbstüberwindung als jemand, der in den USA auf dem Sofa sitzt und eine Drohne ferngesteuert auf Menschenmengen schießen läßt.
Man bekommt von dem Elend selber nichts mit, alles läuft wie im Video ab.
Wohlgemerkt, ich verteidige keineswegs den Selbstmörder, der andere mit in den Tod reißt.
Aber gibts was schlimmeres als einen Schreibtischtäter, der Maschinen für sich morden läßt?
Der wird beim Zubettgehen sicher noch nicht mal über seine Taten nachdenken, denn er ist ja nicht bei der Tat dabeigewesen.
Wie entartet muß denn ein Krieg noch sein, bevor die Menschheit aufwacht?
hmm Krieg, wo man alles darf. Wie unterscheidet man eigentlich das zu schützendes Volk vom Kriegsgegner?
Wo sind die Fronten?
Wenn man beide in einen Topf wirft, dann wird das zu schützende Volk nichts sehnlicher wünschen als auf den Schutz zu verzichten....
Aber sicher sehe ich das viel zu kompliziert. die präzisen Drohnen werden es schon richten....
für die "Ausschaltung" operativer Ziele vielleicht, oder auch wahrscheinlich in einigen Fällen, eine zusätzliche Strategie.
Das eigentliche Problem ist aber nicht das Militärische an sich, sondern die zunehmenden Verunsicherung im Verhältnis Auslänisches Militär:Zivilbevölkerung und dem Wissen, nicht siegen zu können.
Eine militärische Verbesserung müsste zuerst einmal einer weitaus verbesserten Überwachungs- und Beobachtungsmöglichkeit sein. Sowie eine ferngelenkte Operationsfelderkundung (gegen Sprengsätze).
Im Grunde aber gibt es nur eine wirkliche Lösung: Beendigung der militärischen Präsens.
Dieses militärische Afgh.-Abenteuer war von Anfang an der Nibelungentreue der USA gegenüber geschuldet. Dabei wurden weder die Nato, noch die USA militärisch angegriffen, was eine vergleichbare Reaktion erforderlich gemacht hätte.
Wahre Kenner der Materie warnten früh genug, sinn gemäß mit den Worten: Zivile Hilfeleistung nach realen Möglichkeiten "Ja", nur kein Militär! Sie sollten leider recht behalten!!
kurz vor dem Rückzug.
Taktik der verbrannten Erde.