Drohende Kreditklemme: Europa geht das Geld aus

Die Euro-Zone steckt in der Doppelkrise: Investoren ziehen ihr Geld sowohl von Staaten*als auch von*Banken ab - dabei brauchen die es gerade jetzt dringend. Ohne ein radikales Signal der Politik droht eine Abwärtsspirale aus Angst und immer neuen Schulden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...799308,00.html
  1. #70

    Aber nicht doch

    Zitat von masc672 Beitrag anzeigen
    "Im Klartext heißt das: Entweder wird Deutschland für die Schulden der übrigen Euro-Länder mithaften müssen - oder die Europäische Zentralbank springt ein und kauft in ganz großem Stil Staatsanleihen gefährdeter Länder auf. Eine dritte Alternative ist derzeit nicht in Sicht."

    Dann verschieben wir die Krise um ein paar Jahre. Denn danach ist wirklich ende.

    Die Länder können wieder Schulden für Lau machen und in ein paar Jahren hauen uns die Zinsen um.

    Aber dann ist es endlich vorbei.
    (Schauen sie sich mal Schäubles Rede vom letzten Freitag an: European Banking Congress und im Interview mit der NewYorkTimes)
    frei: "Um die umfassenden Änderungen zur Durchsetzung einer zentralistischen Union zu realisieren war immer klar, dass eine Krise her muss, damit die Völker dies akzeptieren”.

    Imho passiert hier Folgendes

    - in ein paar Jahren (gem. Schäuble in spätestens 24 Monaten) haben wir eine zentralistische Euro-Regierung
    - England wird strategisch der lange Arm der Wall Street (und ggf. Armeestützpunkt) um US-Interessen zu wahren
    - Merkel wird bereits jetzt als starke Frau gepuscht und vermutlich sowas wie die europ. Staatsratsvorsitzende

    Muss ja nicht unbedingt schlecht sein...so ne Diktatur...oder wie Merkel es zu nennen pflegt "marktkonforme Demokratie"

    Und keine Sorge wegen der Schulden. 90% Luftbuchungen um den Blödbürger zu beeindrucken bzw. in (Pseudo-)Regress zu nehmen.

    Tja...wie gesagt:
    Es muss ja nicht unbedingt schlecht sein.
  2. #71

    Div. Eurostaaten können sich z.Z. kein Geld zu den liebgewonnenen Niedrigstzinsen leihen. Das stimmt ! Warum ist das so ? Weil nach Jahren und Jahrzehnten das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Wie bei einer Privatperson bei der irgendwann auch der "Dispo" erschöpft ist.

    Auch wenn das die Neokeynesianer und Steueralimentierten dieser Welt partout nicht glauben wollen- langfristig darf man nicht mehr ausgeben als einnehmen, sonst droht, unglaublich aber wahr, die Insolvenz. Und genau da sind wir jetzt. Die Lösung ? Einnahmen und Ausgaben zur Deckung bringen ! Wie ? Durch SPAREN !!! Sparen heisst in der realen Welt, weniger ausgeben als bisher, in der politischen Welt sich weniger schnell verschulden als bisher.

    Die Politiker haben fertig und wurden in Italien, Griechenland und de facto in Spanien abserviert und durch sog. Technokraten, lies Insolvenzverwalter, ersetzt. Gespart wird z.B. in Spanien durch abgeschaltete Strassenbeleuchtung, eingestellten Schulbusservice und Entlassung (nein, nicht in den Vorruhestand) von Staatsbediensteten. Dass bei der Lösung des Problems immer die "schwäbische Hausfrau" bemüht wird ist natürlich selten dämlich, besser wäre es von normalen Menschen mit normalem Ausgabeverhalten zu sprechen !
  3. #72

    den Retter schwächen ???

    Was soll das bringen, wenn man den letzten Retter auch noch durch EURO-Bonds schwächt. Das System ist kaputt. Alle Staaten haben jahrzehntelang über ihre Verhältnisse gelebt. Deutschland hat vor Jahren gravierende Reformen eingeleitet und wurde damals belächelt und geschunden.

    Heute wären alle froh ein gleiches gemacht zu haben. Hat aber sonst niemand. Und die vertane Zeit muß jetzt mit um so härteren Einschnitten wett gemacht werden.

    Gelingt das nicht, wird uns der ganze Laden des EUROS kilometerweit um die Ohren fliegen. Da hilft auch kein Gerede, Gejammer oder sonst was. Nur harte Fakten zählen - die sind aber den Völkern nicht zu vermitteln.
  4. #73

    ...

    Zitat von günter1934 Beitrag anzeigen
    Wieso ist das eigentlich bei den USA kein Problem? 50 unterschiedlichste Staaten, ein Dollar.
    Sie sind eben nicht so unterschiedlich wie die Laender Europas. Eher wie die Bundeslaender vor der Wiedervereinigung.

    Insbesondere ist es dort normal, der Arbeit hinterherzuziehen, und zwar nicht nur die Spargelstecher und Formel-1-Piloten, sondern auch Programmierer und so. Liegt u.a. sicher daran, dass die alle dieselbe Sprache sprechen.

    Weiterhin haben auch die ihren Laenderfinanzausgleich. Hat zwar Grenzen (siehe Kalifornien) aber er ist da.

    Der Fachbegriff lautet Theorie optimaler Währungsräume. Dem Typen sein Nobelpreisdings gibt's hier, Abschnitt "Optimale Währungsgebiete".
  5. #74

    Absurde Schuldzuweisung

    Zitat von daktaris Beitrag anzeigen
    Das ist schlicht falsch!

    Es wurde überhaupt nicht gezockt. Wer das behauptet, hat keine Ahnung. Staatsanleihen sind vermeintlich risikolos und sogar per Gesetzt mündelsicher. Wer nun den Banken und Bondholdern den Schwarzen Peter zuschiebt, weil diese ebensolche Staatspapiere gekauft haben, um den EU-Wohlstandswahn zu finanzieren, macht den Bock zum Gärtner. Mit Zocken hat das nichts zu tun! Das ist vielmehr eine Art staatlich legitimiertes Schneeball-System.

    Das Problem liegt bei den Poltikern und letztlich bei uns allen, weil wir nicht kapieren, dass unsere "Wohlstands"-Bäume nicht in den Himmel wachsen.

    Wer sollte denn noch unsere Staatsverschuldung finanzieren, wenn nicht diese Banken? Oma Erna oder die Chinesischen Staatsfonds? Wohl kaum!
    Als würden Politiker selbst entscheiden oder sogar im Namen der Bevölkerung agieren. Absurd.

    Wer sind denn die engsten Berater der Politik? Oma Erne oder die Spitzen aus der Privatwirtschaft?
  6. #75

    Das hat ja auch früher schon prima funktioniert

    Zitat von naabaya Beitrag anzeigen
    Warum gehen die Foristen nicht auf das problem ein das der Spiegel anspricht: Investoren wollen nicht investieren. Zunächst: Wer sind diese Investoren und wie wollen sie investieren. ? Kann man das problem nicht auf herkömmliche Weise lösen? Wenn eine Firma Geld braucht, geht sie zu einer Bank und nicht zu einem Investor! Wir brauchen also potente Staatsbanken, dann würde diesen dubiosen Investoren ihr ebenso dubioses Geschäft schnell vergehen. (...)
    Super Idee! Am besten ein paar ausgediente Politiker in Vorstand und Aufsichtsrat dieser Staatsbanken. Denn die können das ja erwiesenermaßen besonders gut.

    Welches historische Erfolgsmodell schwebt Ihnen vor? WestLB? BayernLB? Oder gar: HSH-Nordbank?
  7. #76

    Immer gut

    Jetzt werden wir durch die Inflation enteignet. Auch ein netter Weg um dann letztendlich die Staatsschulden loszuwerden.
    Es sollte jetzt und heftig knallen, damit der Eurobetrug endlich aufhört.
  8. #77

    .

    Zitat von Pinin Beitrag anzeigen
    "Im Klartext heißt das: Entweder wird Deutschland für die Schulden der übrigen Euro-Länder mithaften müssen - oder die Europäische Zentralbank springt ein und kauft in ganz großem Stil Staatsanleihen gefährdeter Länder auf. Eine dritte Alternative ist derzeit nicht in Sicht."

    Wenn das kein Unsinn ist: In beiden Fällen wird nur ganz kurz etwas Zeit gekauft, von einer LÖSUNG der Probleme ist keine Rede.
    Sehe ich auch so. Die "Lösung" die SPON hier immer wieder vorschlägt, bedeutet nichts anderes, als dass die Krise (genau wie die Finanzkrise 2008) in einigen Jahren wiederkommt - nur dass dann Deutschland mit im Schlammasel sitzt und man dann überhaupt keine Handlungsspielräume mehr hat.

    Letztendlich hilft es alles nichts: Das eine Przent der Bevölkerung, dessen Vermögen jetzt schon viel größer als die Staatsverschuldung ist, muss an der Krisenbewältigung beteiligt werden - freilich in dem Sinne, dass diese auf einen Teil ihres Vermögens verzichten müssen. Wenn die Politik diesen Schnitt so lange hinauszögert, bis dieser eines Tages unkontrolliert durch den freien Markt vollzogen wird (etwa durch Inflation), riskiert man politische und soziale Unruhen bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen.
  9. #78

    die Unternehmen müssen dafür bluten

    Die Banken haben sich verzockt. Die Staaten haben sich verspekuliert.

    Die Unternehmen müssen jetzt dafür bluten, weil die Kredite wohl - nicht mehr wie notwendig - ausgereicht werden. Arbeitnehmer werden wahrscheinlich notwendigerweise "freigesetzt".

    Die Zeche zahlen mal wieder die, die keinerlei Schuld an der Misere haben.
  10. #79

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Euro-Zone steckt in der Doppelkrise: Investoren ziehen ihr Geld sowohl von Staaten*als auch von*Banken ab - dabei brauchen die es gerade jetzt dringend. Ohne ein radikales Signal der Politik droht eine Abwärtsspirale aus Angst und immer neuen Schulden.
    Zitat von SPON
    Im Klartext heißt das: Entweder wird Deutschland für die Schulden der übrigen Euro-Länder mithaften müssen - oder die Europäische Zentralbank springt ein und kauft in ganz großem Stil Staatsanleihen gefährdeter Länder auf. Eine dritte Alternative ist derzeit nicht in Sicht.
    Natürlich gibt es eine dritte Alternative: Das Ende des Euro.

    Zumindest in der jetzigen Form.