Forum


 

Drohende Kreditklemme: Europa geht das Geld aus

Die Euro-Zone steckt in der Doppelkrise: Investoren ziehen ihr Geld sowohl von Staaten*als auch von*Banken ab - dabei brauchen die es gerade jetzt dringend. Ohne ein radikales Signal der Politik droht eine Abwärtsspirale aus Angst und immer neuen Schulden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...799308,00.html
  1. #60

    Politiker wie Rotwild im Straßenverkehr

    Es wird nicht nur schlimmer als 2008, es wird auch ohne Neuinstallation von nationalen Währungen kein Ende der Krise in Europa mehr geben. Wir stehen kurz vor einem Systemcrash. Europa wird dabei kein Vertrauen zurückgewinnen, indem es weiter geltende Gesetze missachtet, sozialistische Feudalherren in Brüssel installiert und marktwirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten negiert. Deutschland braucht jetzt seine eigene Währung, um halbwegs handlungsfähig durch diese gigantische Krise zu kommen. Stattdessen verabschieden unsere wahnwitzigen Politiker lieber neue Wohltaten und Schulden. Was ist da intellektuell los im Bundestag? Warum haben die Damen und Herren in der absoluten Mehrzahl keinerlei Ahnung und Gespür für Finanzmärkte? Die benehmen sich wie Rotwild im Straßenverkehr...
  2. #61

    Dritte Alternative

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Klartext heißt das: Entweder wird Deutschland für die Schulden der übrigen Euro-Länder mithaften müssen - oder die Europäische Zentralbank springt ein und kauft in ganz großem Stil Staatsanleihen gefährdeter Länder auf. Eine dritte Alternative ist derzeit nicht in Sicht.
    Natürlich gibt es eine dritte Alternative. Ich würde sie Neue Deutsche Mark nennen.
  3. #62

    Sozialismus/Kapitalismus

    Zitat von Der Pragmatist Beitrag anzeigen
    Maggie Thatcher hat es im vorigen Jahrhundert am besten beschrieben, als sie den beruehmten Satz audsprach:

    The trouble with socialism is that sooner or later, you will run out of other peoples' money.


    Die Dame hatte soooo recht!

    Pragmatist
    Dann spielt es also in dieser Hinsicht keine Rolle, welches System nun besteht? Sozialismus und Kapitalismus sind beide immerwährend zur Pleite verdammt?
  4. #63

    den dritten Weg will keiner beschreiten - dabei ist das so einfach..

    Zitat von masc672 Beitrag anzeigen
    "Im Klartext heißt das: Entweder wird Deutschland für die Schulden der übrigen Euro-Länder mithaften müssen - oder die Europäische Zentralbank springt ein und kauft in ganz großem Stil Staatsanleihen gefährdeter Länder auf. Eine dritte Alternative ist derzeit nicht in Sicht."

    Dann verschieben wir die Krise um ein paar Jahre. Denn danach ist wirklich ende.

    Die Länder können wieder Schulden für Lau machen und in ein paar Jahren hauen uns die Zinsen um.

    Aber dann ist es endlich vorbei.
    keine Schulden - keine Probleme - keine Krise.
    Schuldenabbau und sofort und radikal - damit kann man Zeichen setzen.
    Die sozialen Annehmlichkeiten auf Kucki sind nicht mehr finanzierbar.

    Aber da will niemand ran - wieso eigentlich nicht ?
    Wenn Unternehmen vor der Insolvenz stehen, werden einfach alle Ausgaben gekürzt - Punkt.

    In deutschland könnte man locker mindestens 250 Milliarden € bei den jährlichen Ausgaben einsparen.
  5. #64

    Eurobonds

    Zitat von kellitom Beitrag anzeigen
    Da kann Merkel sich zieren wie sie will, die Eurobonds werden kommen. Anders läßt sich die tiefe Krise des Euros nicht mehr lösen!
    Und wer sagt, daß diese dann gekauft werden, für weniger als 5 % Zinsen?
  6. #65

    Wenn man sich mit dem Teufel einlaesst, veraendert sich nicht der Teufel...

    Vor 2008 dachten die Banken, die Hauspreise in Amerika koennten niemals fallen, weil sie in den letzten 30 Jahren nicht gefallen sind. Also legten sie kein Geld zurueck um diese Investitionen abzusichern, sondern zahlten es lieber als Milliardenboni aus. Die Hauspreise aber fielen. Die Banken bekamen neues Geld vom Staat.

    Nach 2008 dachten die Banken, Eurostaaten koennten niemals Pleite gehen, weil sie Eurostaaten waren. Also investierten sie das Geld das sie gerade vom Staat bekommen haben, in die hochverzinsten PIIGS-Anleihen. Sie legten kein Geld zurueck, sondern zahlten lieber Milliardenboni aus. Griechenland wurde aber zahlungsunfaehig. Die Banken bekamen Geld vom Staat (indem die EZB 200 Mld. von deren Schrottpapieren kaufte und ein Rettungspaket schnuerte, samt 30 Mld "Ausgleich" an die Banken)

    Heute denken die Banken, ein von der EZB und Deutschland gestuetztes Euroland kann nicht Pleite gehen. Also bitten sie die EZB und Deutschland, die Eurolaender zu stuetzen...


    Der gerade heisslaufende konzentrierte Lobby-Aufwand, immer mehr Volkswirtschaften in fuer die Fehlinvestitionen der Banken in Geiselhaft zu nehmen kann nicht unendlich weitergehen - Deutschland kriegt ja nur deshalb niedrige Zinsen, weil es bislang halbwegs diszipliniert mit seinem Geld umging, vor allem relativ zu anderen Laendern. Wenn Deutschland von den niedrigverzinsten Schulden die es macht, (direkt oder indirekt ueber die EZB) hochverzinste Risikopapiere anderer Laender kauft, werden unweigerlich Deutschlands Zinssaetze steigen - das Risiko verschwindet ja nicht.

    Es scheint an der Zeit die Strategie zu wechseln - Schlussstrich ziehen, reinigendes Unwetter, und die anfallenden Milliarden lieber dazu nutzen, die Sturmschaeden zu minimieren und das Haus danach sturmsicher wieder aufzubauen, als jetzt weiter Wind zu saeen... Wenn man die Banken immer wieder rettet, dann kann man denen ihr Vorgehen gar nicht veruebeln - die handeln dann naemlich in ihrem Interesse rational... Immer auf die gierigen Banker zu schimpfen ist einfach - aber Die Politiker sind jetzt am Zug die Rahmenbedingungen zu aendern. Also keinen dritten Bail-Out!

    Aber wird Frau Merkel es schaffen nicht umzukippen? Alle ihre Freunde werden sehr sauer auf sie sein... Der Joe, der Nicolas, sogar der Barack...
  7. #66

    Geld drucken?

    Warum nicht Stabilitätsanstrengungen und das Gelddrucken miteinander verbinden? Ich bin zwar keine Experte – welcher von den sog. Wirtschaftsfachleuten ist das tatsächlich schon – aber könnte die EZB nicht unter bestimmten Bedingungen für eine begrenzte Zeit Kredite von sagen wir unter 5% Zinsen anbieten, wenn der Kreditnehmer im Gegenzug Einschränkungen der Souveränität in seiner Finanzpolitik zustimmt. Das wäre dann ein Vertragsverhältnis zwischen EZB und einem Euro-Staat. Sicher ließe sich das Vertragsverhältnis noch weiter ausgestalten, um sicherzustellen, dass der gewünschte Stabilisierungseffekt auch Eintritt. Staaten, die bereit sind, mehr Zinsen zu zahlen, können es ja auf dem freien Kapitalmarkt versuchen, werden aber von irgendwelchen Rettungsschirmen auf keinen Fall mehr unterstützt.
    Ein solches Modell hätte in jedem Fall zur Folge, das die Zinsen an den Finanzmärkten rasant fallen. Wahrscheinlich sterben auch gleich noch ein paar Hedge-Fonds mit, was nicht schade wäre. Das Geld bliebe im Euro-Raum und die Finanzmärkt mögen sehen, wo es noch sichere Anlagemöglichkeiten für das vagabundierende Kapital gibt. Zugleich wären alle Euro-Staaten vor weiterer Spekulation geschützt. Die Kreditnehmerstaaten hätten mit dem EZB-Zinssatz in jedem Fall eine reelle Chance auch wieder auf die Beine zu kommen. Nicht zu unterschätzen wäre ebenfalls, dass die EZB dadurch auch als mächtiger Gegenspieler der sog. Finanzmärkte auftreten würde. Die Bedeutung der Ratings aus Amerika würden sich ebenfalls stark relativieren.
    Die jetzige Politik mit den vielen Rettungsschirmen ist doch allenfalls für kleine Volkswirtschaften durchzuhalten.
  8. #67

    Was soll das noch alles???

    Was soll man noch großartig kommentieren oder versuchen zu verstehen. Es wird alles seinen unvermeindlichen Lauf nehmen und am Schluß, nach dem großen Knall, hat es keiner kommen sehen oder wußte von nichts. In diesem Spiel drehen Menschen an Räder und wir haben keinen Schimmer "wer" dreht und an "was" gedreht wird. Und die (gemeint sind Politiker oder deren Einflüsterer), die es versuchen wissen doch nicht einmal was für ein Resultat sie damit produzieren.

    Also, was soll das Ganze noch? Das Lamentieren und der ganze Aktionismus drum herum. Die meisten haben eh schon resigniert oder sind dem Zynismus verfallen und lassen alles mit sich machen.

    Zum Schluß ein passendes Zitat von Aldous Huxley:

    "Noch nie waren so viele so sehr wenigen ausgeliefert."
  9. #68

    .

    Zitat von günter1934 Beitrag anzeigen
    Wieso ist das eigentlich bei den USA kein Problem? 50 unterschiedlichste Staaten, ein Dollar.
    US Staaten können nicht pleite gehen.
    Übersteigen die Schulden einen gewissen Betrag, werden Zahlungen auch an Beamte einfach eingestellt.
    Das ist anders als beim Verfassungswidrigen Haushalt in NRW.

    Beamtengehälter/Politikergehälter invers an Staatsschulden koppeln: Je höher die Schulden um so geringer die Bezüge ... das könnte funktionieren !!!!!!!!!!
  10. #69

    Merkt jemand was??

    Zitat von interessierter_leser Beitrag anzeigen
    "Denn beide sind aufeinander angewiesen: Die Staaten brauchen flüssige Banken als Abnehmer für ihr Anleihen - und die Banken brauchen solide Staaten als Garanten für die Wertpapiere in ihren Bilanzen. Beides funktioniert derzeit nicht."

    1.) Warum braucht ein STAAT BANKEN als ABNEHMER ihrer Staatsanleihen (auch STAATSSCHULDEN genannt)?

    2.) Warum darf eine BANK STAATSSCHULDEN auf der Aktivseite in der Bilanz haben?

    3.) Warum darf eine BANK ZINSEN bekommen für die SCHULDEN eines Staates?

    4.) Warum gibt der STAAT nicht einfach selbst das GELD heraus ohne sich VORHER zu VERSCHULDEN?
    Wenn ich nicht so lachen müsste, müsste ich fast weinen...
    Aber falls Sie das ernst gemeint haben, ich hätte da noch ein schönes Sumpfgrundstück in erstklassiger Lage zu verkaufen.








TOP



TOP