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Drogen-Slum in Vancouver: Downtown an der Nadel

APMenschen kauern auf der Straße, streunen umher auf der Suche nach Drogen, setzen sich Spritzen an den Hals: Mitten in Vancouver befindet sich ein Slum, die HIV-Rate ist dort so hoch wie in Afrika. Das Leid ermöglicht es Forschern, Strategien im Kampf gegen Aids zu erproben.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...817326,00.html
  1. #20

    Afghanistan Versus Vancouver

    Zitat von juergw. Beitrag anzeigen
    Die Junkies setzen sich freiwillig ihre Spritzen-trotzden erstaunlich ,was der menschliche Körper so alles aushält.
    Am besten einen hohen Zaun um den Bezirk ziehen,welche Strategien
    sollen da noch helfen?
    Der Bericht ist leider lokal begrenzt. Die Kanadier stellen seit Jahren in Afghanistan ein ansehnliches Truppenkontingent. Das "Erfolg" ist jetzt in Vancouver zu besichtigen. Wer es längerfristig betrachten möchte, sollte sich die Zahlen aus der Russischen Föderation besorgen. An die 100 TSD Drogentote pro Jahr beklagt das flächenmäßig größte Land der Erde. Die Heroin-Produktion in Afghanistan läuft nach wie vor ungestört auf "Weltniveau". Man kann davon ausgehen, dass sie von westlicher Seite auch bewußt nicht gestört wird. Wachsumsorientierter Waffen- und Drogenhandel sind gewissermaßen eineiige Zwillinge. Bei uns gab es einen "Tatort" aus Saarbücken zu diesem Thema, das im allgemeinen von den gelenkten Medien bewußt auf kleiner Flamme gehalten wird. Die Kriegsfolgekosten des Afghanistaneinsatzes sind eine Sache. Der völlige moralische Niedergang der westlichen Kriegsführer in Form von durch Drogen verursachter psychologischer Degradation ist der eigentliche Sieg der Taliban nach dem Abzug der ISAF et tutti quanti aus Afghanistan.
  2. #21

    Na toll....

    Zitat von Schelm Beitrag anzeigen
    ...das war einmal. Ich war vor 30 Jahren dort und letztes Jahr wieder in Vancouver. Kein Vergleich, eine herbe Enttaeuschung. Bei einem Kanada Besuch wuerde ich diese Stadt vermeiden!!
    ..das ist ja mal ein total qualifizierter Ausruf! Aber in Muffenpuffenhausen ist es schoener, Herr Schelm? Und den Titel "Downtown an der Nadel" finde ich persoenlich auch mehr als unmoeglich!

    Ist doch toll, wenn eine Stadt in 30 Jahren waechst und sich veraendert, so ist nun mal das Leben. Und dass es hier viele Obdachlose gibt -die meisten in ganz Kanada - ist auch bekannt. Und warum ist das so? Weil hier das Klima so gut ist, die Winter sind mild und die Sommer nicht so heiss.
    Ausserdem versucht die City of Vancouver eine ganze Menge, den im Artikel beschriebenen Menschen zu helfen. Es wird nicht so hingenommen, es wird ueberlegt und gehandelt.

    Die East Hastingsstreet ist ein Drogenumschlagplatz, das ist bekannt. Aber dort gibt es auch regelmaessig kostenlose Mittagstische usw. Und wer hier lebt, der weiss das und geht halt nicht mit Kind und Kegel da spazieren.

    Und ueberhaupt: Vancouver ist wunderschoen! Die Luft, das Meer, die Berge, die Waelder, die Menschen, das ist schon ein Grund diese Stadt zu den schoensten der Welt zu zaehlen. Von einem Besuch pauschal abzuraten finde ich eine bodenlose Frechheit Herr Schelm.

    Ich leb gern hier und kann jedem Gast einen Besuch nur waermstens empfehlen (auch wenn man von hier leider nicht die Rockies sehen kann....).
  3. #22

    Zitat von thechamelion3@web.de Beitrag anzeigen
    Sie haben Bege, sie haben Meer, es gibt Inseln, alles in unter 1h erreichbar- und trotzdem wohnen sie in einer Millionenstadt mit all ihren Annehmlichkeiten.
    Die Canadier sind sehr freundlich und weltoffen, die Kriminalitaet ist im Vergleich zu US Groesstaedten wie Detroit, Chicago, Balimore, LA, Bay Area etc. gering.

    Dazu hat Vancouver Arbeitsplaetze und eine vernuenftige Bezahlung, und die Sozialsysteme sind besser als in den USA.

    Fuer mich ist Vancouver eine super coole Stadt.
    dann viel spass mit 6 monate dauerregen / nebel .... und wirklich "warm" wirds in Vancouver auch nur von mitte-juli bis mitte-august.

    ich selber wohne aktuell in seattle und glauben sie mir... ohne sonnenschein und mit tagelangem dauerregen ist die stadt nicht mehr so toll.... davon abgesehen muessen sie verdammt lang mit dem auto fahren wenn sie mal wohin wollen wo's warm ist und wo man eventuell mal auch ne kurze hose anziehen kann. vancouver und der gesamte pazifische nordwesten liegt sehr isoliert... im osten durch gebirgszuege und menschenleere waelder begrenzt (und das fuer mehrere hundert km!) , im westen der pazifik und nach Seattle (die naechst groessere stadt von vancouver) fahren sie locker 3 stunden.
  4. #23

    Der Bericht trifft es ziemlich und ide meisten der hier geposteten Comments finde ich ziemlich ignorant. Und ich spreche aus Erfahrung - ein Teil meiner Familie lebt seit Jahrzehnten in Vancouver and auf Vancouver Island - genauso bin ich daher seit mehr als 30 Jahren mit dem Szenario bekannt. Vancouver versucht mit einem Obdachlosen- und Drogenabhängigenproblem umzugehen, dass sich die meisten deutschen Leser wohl nicht vorstellen können - auch wenn man zum Beispiel während der Olympischen Winterspiele vor 2 Jahren, auch vom Deutschen Haus nur 2 Strassen abseits der Routen laufen musste, um im beschriebenen Slum zu landen. Was viele hierzulande vielleicht nicht wissen, in Vancouver sammeln sich auch die Obdachlosen aufgrund der milden Westcoastwinter. Ja, Kanada ist nicht nur Schlittenhundrennen und Rocky Mounties Climbing - it is like Berlin - there is people living there and coping with a day to day living. Es wird vielerorts kritisiert, wie Vancouver mit der Ausgrenzung der Süchtigen umgeht, allerdings ist hier darauf hinzuweisen, dass der Nachbarstaat Alberta wesentlich konservativer ist und eben auch, wie der Rest des riesigen Landes, extrem kalte Winter aufzuweisen hat. Kanada, sagt man, spürt nichts von einer finanziellen Krise, da man ja dank konservativer Regierung den Ölsand angraben kann, auch kaufen sich derzeit neureiche Chinesen vornehmlich in der Westküstenregion ein, was zu unermesslichen Immobilienpreisen führte - bevor man also vorschnell urteilt, mag es angebracht sein auch über Kanada anders als einen - just go and have fun - Ort nachzudenken. m.j
  5. #24

    Ich wohne hier aber sehe keine Rockies.... Wo sollen diese sein?
    Erst auf der Karte nachschauen, dann schreiben.
    Und so viele Obdachlose sind es nicht, da es sich nur um wenige Strassenzuege handelt und die muessten dann voll sein wie auf einem Strassenfest. Traurig ist es allemal....
  6. #25

    Zwei Seiten einer Medaille

    Ich lebe auch in Vancouver und genieße die Berge und das Meer und was es sonst noch gibt, dass die Stadt lebenswert macht. Aber das ist eben nur eine Seite der Medaille: Es gibt viel zu wenig gut bezahlte Jobs, die Stadt ist wahnsinnig überteuert, viele gescheiterte Menschen bleiben hier irgendwie hängen, und Vancouver ist auch nicht überall so schön sauber wie im Westend mit seinen Wolkenkratzern, Großraumbüros und Starbucks-Cafés.
    Nordamerikanische Städte kann man eben nicht mit Europa vergleichen und ja, Vancouver hat ein starkes Problem mit Obdachlosen und Drogenabhängigen. Selbst dem Pott-rauchenden Teenager wird kein Einhalt geboten, die Polizei guckt meist weg und so riecht man an so mancher Ecke den süßlichen Geruch.
    Deswegen Leuten aber abzuraten, die Stadt zu besuchen? Ist doch quatsch. Fahren Sie dann dafür lieber nach New York oder San Francisco - wo die Stadtviertel dann eben anders heißen? Auch Berlin, Hamburg, London und Rom haben ihre "Problembereiche". Wichtig ist doch nur, was die einzelne Stadt tut, um Hilfe zu schaffen und die Situation zu verbessern. Da scheitert Vancouver scheinbar noch an vielen Ecken und Enden.
  7. #26

    ...

    Zitat von d._uhg Beitrag anzeigen
    Es ist mal wieder nur erschreckend, wie wenig manche der Kommentatoren Ahnung von Suchterkrankungen haben. Ich hatte nicht den Eindruck, als würde der Artikel übermässig vor Mitleid triffen, aber ich habe Mitleid mit all den Kleingeistern hier, denen nur wegsperren, Zwangsentzug etc. einfällt. Diesen Schreiberlingen ist doch völlig egal, was in Kanada oder in Afrika passiert, ist ja beides weit weg. Sind die gleichen Schreihälse, die behaupten Alg2-Empfänger würden alle saufen und wären ausserstande, ihre Kinder zu erziehen.
    Auch ein so guter Mensch wie sie wird zugeben müssen, dass mit dem Heroin Konsum einige Probelme verbunden sind: Die ungeheuren, illegalen Profite von Verbrecher Syndikaten und die Beschaffungskriminalität der Abhängigen.
    Ein Staat, der die Belange seiner Bürger vertritt (ich weiss, sie lachen, denn wo gibts denn sowas), würde eine realistische Drogenpolitik betreiben, statt alles, wie zB auch Kiffer zu kriminalisieren und wie unsere lustigen amerikanische Freunde einen absurden "War against Drugs" zu führen.
    Man könnte zB aufgegriffene Junkies für 6 Wochen in ein Klinik zu einem (nahezu totalen) kalten Entzug einsperren, sie dann wieder entlassen und mit Starthilfe versorgen.
    Trotz des brutalen kalten Entzugs werden einige rückfällig werden, aber nach mehreren solcher Erfahrungen werden sie versuchen es sich irgendwann anders zu überlegen...

    Weder der Staat noch die Bürger haben eine Pflicht Dummheit zu finanzieren!
  8. #27

    Zitat von henrywotton Beitrag anzeigen
    ich bin über die menschenverachtenden kommentare hier entsetzt. "kreaturen", "zaun drumziehen" etc. pp.
    schämen sie sich! — wie kann man so denken? niemand kommt drogenabhängig zur welt. die gesellschaft ist es, die menschen an den rand drängt, fehlende/schlechte sozialsysteme, und ja, auch die hier demonstrierte arroganz des umfelds, das sich naserümpfend abwendet. sind ja angeblich alle selbst schuld, und natürlich wird hinter den glitzerfassaden der vorstandsetagen niemals gekokst ... jeder. jeder. jeder kann im laufe seines lebens eine suchtthematik entwickeln, und der/diejenige, welche/r noch nie ungeschützten sex hatte, werfe den ersten stein auf hiv-positive
    Wie muss ich mir das vorstellen? ich wache eines morgens auf und habe Bock mir ein Schuss zu setzen?

    Zitat von jonasben Beitrag anzeigen
    Unglaublich wie wichtig den Kleingeistern geographische Details sind und darüber offensichtlich den ursprünglichen Inhalt des Artikels gar nicht mehr wahrnehmen- erschreckend mit welcher selbstherrlichen und selbstgerechten Wortwahl hier einige Leser in die Seiten hauen!!! Ist ihnen nur zu wünschen selbst nie in Situationen zu kommen wo ein Sucht/Verhaltensmuster hervorbricht... Wie zum Bsp der plötzliche tot eines lieben Menschen, Arbeitsverlust..... Dann ist die selbstherrliche Arroganz aber schnell weg!
    Schon gehabt, sogar in Kombination und mit ein paar Extras.
    Hatte da andere Sorgen und auch rückblickend würde ich nicht sagen, dass mir da Drogen irgendwie hätten helfen können.

    Der Anteil derer die unter fremder Gewalteinwirkung angefixt wurden dürfte wohl auch nicht so hoch sein. Bleibt also die Frage nach einer gewissen Selbstverantwortung. Komm mir bitte keiner mit böser Gesellschaft... vom Wahrheitsgehalt dessen abgesehen habe ich auch noch die die Gesellschaft abdrücken. Allerdings würden mich mal die Kosten die dort aufgewendet werden pro Kopf interessieren.
    Ob man das nicht anderweitig sinnvoll(er) einsetzen könnte...?
  9. #28

    In Bruges

    Für die, die den Film "Brügge sehen und sterben gesehen haben": es gilt, was Colin Farrell über Brügge gesagt hat ebenso für Vancouver, wo das Leben schweineteuer ist, alles voller oberflächlicher Leute ist, man an jeder Ecke angebettelt wird und es 150 Tage im Jahr regnet: "It's a shithole!".
  10. #29

    Zitat von henrywotton Beitrag anzeigen
    die gesellschaft ist es, die menschen an den rand drängt, fehlende/schlechte sozialsysteme, und ja, auch die hier demonstrierte arroganz des umfelds, das sich naserümpfend abwendet.
    Was für ein Stuss. Immer die gleiche Leier: Immer ist die ach so kaltherzige Gesellschaft Schuld an der persönlichen Misere, nie natürlich der Lebensversager. Ist ja auch schön bequem, nicht selbst die Verantwortung für seinen Zustand zu übernehmen.








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