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Dreißigjähriger Krieg: Gut erhaltenes Massengrab fasziniert Archäologen

SPIEGEL ONLINEEs war eine der blutigsten Schlachten im Dreißigjährigen Krieg - doch bisher fehlte von den Opfern der Schlacht von Lützen jede Spur. Nun verspricht ein Massengrab neue Erkenntnisse: Kämpften damals hungrige Jungspunde oder gut genährte Veteranen? Und woher kamen sie?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...828552,00.html
  1. #1

    Alle Fragen sind doch längst durch Dokumente aus dem Dreissigjährigen Krieg beantwortet. Die Menschen damals kannten schon die Schrift und Papier. Dafür braucht man keine Leichen zum Sprechen zu bringen. Weil auch Archäologen an Stellensicherung interessiert sind. Diese 175 Leichen geben wieder 10 Leuten für 2 Jahre ausreichend Brot. Ohne jeden weiterführenden Erkenntniswert als den, dass sie tot sind.
  2. #2

    Eigentlich sind wir ja eine fürchterliche Spezies.
  3. #3

    Zerbrich dir nicht dein Köpfchen

    Zitat von Grafsteiner Beitrag anzeigen
    Alle Fragen sind doch längst durch Dokumente aus dem Dreissigjährigen Krieg beantwortet. Die Menschen damals kannten schon die Schrift und Papier. Dafür braucht man keine Leichen zum Sprechen zu bringen. Weil auch Archäologen an Stellensicherung interessiert sind. Diese 175 Leichen geben wieder 10 Leuten für 2 Jahre ausreichend Brot. Ohne jeden weiterführenden Erkenntniswert als den, dass sie tot sind.
    Nur weil du es nicht verstehst, oder überhaupt eine Ahnung davon hast, was wir über diesen Krieg wissen, heisst das noch lange nicht, dass es sich so verhält wie du es dir ausmalst.
  4. #4

    Offensichtlich waren es "die braven Bürger von Lützen", denen die Plünderung der Leichen zu verdanken ist.
  5. #5

    Es ist jetzt anachronistischen Soldaten aus Schottland und England im Dreißigjährigen Krieg als Söldner zu diskutieren. Es gab einige, aber die Komplexität der Motivation und der Dienst können nicht einfach so entlassen werden
  6. #6

    "Alle Fragen sind doch längst durch Dokumente aus dem Dreissigjährigen Krieg beantwortet"
    Wer gibt uns eigentlich das Recht, die Totenruhe dieser Menschen zu stören? Der Erkenntnisgewinn ist doch minimal im Vergleich zu dem Aufwand. Ein Beschäftigungsprogramm für arbeitslose Denkmalschützer!
  7. #7

    ... die obersten Kriegstreiber ganz vorneweg?

    Zitat von Stelzi Beitrag anzeigen
    Eigentlich sind wir ja eine fürchterliche Spezies.
    "Die blutige Schlacht von Lützen ist vor allem durch den Tod des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf bekannt geworden, nicht wegen ihrer militärischen Bedeutung - einen Sieger gab es nicht."

    Sollte man diese Tradition nicht wieder aufnehmen, dass die obersten Kriegstreiber ganz vorneweg marschieren oder jedenfalls nicht im sicheren Bunker sitzen?
    G.W. Bush z.B. und Saddam Hussein im Duell?
    Ein durchaus reizvoller Gedanke!

    Vielleicht würden wir als Spezies dann etwas friedlicher!
  8. #8

    Achja?

    Auch wenn die Schriftquellen im 17. Jh. durchaus reichhaltig vorhanden sind, berichten sie aber eben nicht oder nur sehr selten vom Leben und Sterben der einfachen Soldaten. Schriftquellen geben die Meinung des Verfassers wider, dienen oft einem bestimmten Zweck.
    Da erlauben moderne archäologische und anthropologische Methoden vollständig andere Einblicke.
    Von einer "Störung der Totenruhe" zu sprechen, finde ich überdies auch etwas befremdlich, wenn Sie einmal auf einen normalen Gemeindefriedhof schauen resp. in die Gebühren- und Friedhofsordnung. Dort werden die Bestattungen auch nach 20 Jahren abgeräumt, es sei denn, für die Grabstätte wird weiter bezahlt. Die in den Schlachten des 17. Jahrhunderts gefallenen Soldaten wurden in Massengräbern entsorgt, sie erfuhren nicht den Respekt, den ihre Mitmenschen den Angehörigen ihres eigenen Dorfes, ihrer Stadt zukommen ließen, indem sie sie auf einem Friedhof bestatteten.

    Wie man mit dem Thema umgehen kann, ist derzeit in Brandenburg/H. im Archäologischen Landesmuseum zu sehen, wo das Leben der Soldaten anhand eines vergleichbaren Fundes aus der Schlacht von Wittstock 1636 in einer Ausstellung im Mittelpunkt steht. Nachlesbar in einem Begleitband, bei Theiss erschienen...
  9. #9

    Es wäre vermutlich aufschlußreicher, wenn man die Blöcke durchleuchtet, statt alles in den Staubsauger zu schicken.
    Selbst bei versteinerten Dinosaurierresten hat man mittleweile festgestellt, dass in dem umgebenden Gestein durchaus die Form, Federn, Fell zu erkennen ist.
    Nun, die Herkunft der armen Teufel wäre interessant und es wäre auch bedauerlich, wenn die Gräber mittelfristig vom Pflug zerstört werden. Aber ich fänd in Ordnung, wenn die am Ende wieder beigesetzt werden.
    Ansonsten, ja, man kann es auch übertreiben, wenn man nach tausenden Pistolenkugeln sucht.
    Aber vielleicht helfen die Artefakte dabei die Erinnerung an diesen Krieg wach zu halten. Wie für eine große Sache gekämpft wird, jedoch in der Realität nur gelitten und geplündert wird.


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